AKW
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Guerilla-Aktion

Greenpeace verteilt gefälschte Briefe zu AKW-Jodtabletten

Viele Schweizer Haushalte haben am Donnerstag einen Brief mit Informationen zur Jodtabletten-Verteilung erhalten. Dieser ist jedoch gefälscht.



Fast eine Million Schweizer Haushalte haben einen Brief mit dem Titel «Wichtige ergänzende Informationen zur Jodtabletten-Verteilung» erhalten. Hinter der Aktion steckt Greenpeace Schweiz, die sich für die rasche Stilllegung der Atomkraftwerke einsetzt, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte.

Auf Twitter verbreitete Bilder des Briefes zeigen, dass die Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung, die im Auftrag des Bundes die Jodtabletten verteilt, als Absender angegeben ist. Auch das Layout ist täuschend echt. Zudem ist die korrekte Hotline der Geschäftsstelle angegeben.

Stilllegung der Atomkraftwerke wäre wirksamer

Greenpeace kritisiert, dass die Jodtabletten zwar gegen radioaktives Jod schützten, jedoch nicht gegen andere radioaktive Substanzen, die bei einem Atomunfall austreten könnten. Als Schutz wirksamer wäre die Stilllegung der Atomkraftwerke, heisst es im Brief.

Karin Jordi von der Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung sagte auf Anfrage, es seien bereits viele Rückmeldungen zum Brief eingegangen. Viele glaubten, der Brief stamme von der Geschäftsstelle; einige hätten sich bereits über die fehlende Neutralität beklagt. 

«Das ist überhaupt nicht in unserem Sinn, wir sind eine neutrale Stelle», sagte Jordi . «Es tut uns leid, wenn das zu Verunsicherung führt.» Das sei unglücklich. Ob rechtliche Schritte eingeleitet werden, liess sie offen.

Verteilung der Tabletten läuft

Der Zeitpunkt der Guerilla-Aktion kommt nicht von ungefähr: Bis Ende November läuft die Neuverteilung der Jodtabletten. Knapp fünf Millionen Personen erhalten in diesen Wochen Jodtabletten und Informationsmaterial zum Verhalten bei einer AKW-Katastrophe in ihrem Briefkasten. 

Alle Menschen, die im Umkreis von 50 Kilometern um die AKW Mühleberg BE, Gösgen SO, Beznau AG und Leibstadt AG wohnen, erhalten per Post im Auftrag des Bundes kostenlos eine Packung mit je zwölf Jodtabletten.

Die Jodtabletten dienen der Vorsorge und dürfen im Ereignisfall nur auf Anordnung der Behörden eingenommen werden. Bei einem schweren AKW-Zwischenfall kann radioaktives Jod in die Umgebung austreten. Dieses wird vom Menschen durch die Atemluft aufgenommen und reichert sich in der Schilddrüse an. Jodtabletten verhindern die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse. (whr/sda)

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  • Hinterländer 13.11.2014 16:48
    Highlight Highlight Habe über längere Zeit in der Aarauer Altstadt mit direkter Sicht auf Gösgen gewohnt und mich gefragt, für was Jodtabletten überhaupt gut sein sollen. Im Umfeld von ein paar Kilometern ist bei einem Crash eh aus die Maus, was weiter weg ist von weit mehr als bloss radioaktivem Jod betroffen. Caesium-137 zum Beispiel ist, ein Vierteljahrhundert nach Tschernobyl, auf unseren Kinderspielplätzen und in Familiengärten in unserem Land noch immer nachweisbar. Die Denkanstösse im A3-Flyer von Greenpeace sind deshalb gar nicht so verkehrt.
    • Shlomo 14.11.2014 17:38
      Highlight Highlight Ach bullshit. Noch nachweisbar heisst noch lange nicht schädlich. Des weiteren sind mir keine Studien bekannt in welchen über massiv erhöhte Cs(137)-werte im Erdreich der Schweiz in den letzten Jahren bekannt. Des Weiteren ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls in einem Schwyzer KKW sehr klein. Und zum Schluss findet es Greenpeace ökologischer Kohlenstrom zu benutzen der ja zur Klimaerwärmung beiträgt?
    • Hinterländer 15.11.2014 15:50
      Highlight Highlight Bullshit? Und was haben Jodtabletten mit Kohlenstrom zu tun? Einfach mal nachdenken und vielleicht beim ENSI betreff Bielersee nachschauen.

Der Kampf um den Atomausstieg beginnt – ist die Sicherheitsfrage ungeklärt?

Befürworter und Gegner der Kernenergie wetzen die Klingen: Im November stimmt die Schweiz über einen Ausstieg aus der Atomenergie ab. Die «Angstkampagne» auf der einen und happige Vorwürfe auf der anderen Seite versprechen einen hitzigen Abstimmungskampf. Besonders umstritten: Die Zuständigkeitsfrage zur Sicherheit der Schweizer AKW.

In sechs Wochen ist es soweit: Das Schweizer Stimmvolk entscheidet, ob es sich von der Atomenergie lossagen, oder am Betrieb der Kernkraftwerke festhalten will. Kaum hat der Abstimmungskampf begonnen, wird mit scharfer Munition geschossen.

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