Bundesratswahlen und Migrationspakt – das sind die Themen der Wintersession
Die Wintersession, die heute Montag beginnt, steht im Zeichen der Bundesratswahlen. Daneben befassen sich National- und Ständerat mit einer Reihe weiterer Themen.
Bundesratswahlen
Mitte nächster Woche entscheiden National- und Ständerat, wer die Nachfolge von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann und CVP-Bundesrätin Doris Leuthard antritt.
FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter
Bild: KEYSTONE
Nach letzten nächtlichen Absprachen tritt die Vereinigte Bundesversammlung am 5. Dezember um 8 Uhr zusammen. Weil Leuthard das amtsältere Bundesratsmitglied ist, wird ihre Nachfolge zuerst bestimmt. Die CVP-Fraktion schickt die Walliser Nationalrätin Viola Amherd und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen ins Rennen. Auf dem Ticket der FDP stehen Ständerätin Karin Keller-Sutter (SG) und Ständerat Hans Wicki (NW).
Nach den neuen Bundesratsmitgliedern wird der Bundespräsident für das Jahr 2019 gewählt. Designiert ist SVP-Bundesrat Ueli Maurer, der das Amt im Jahr 2013 erstmals ausgeübt hat. Als Vizepräsidentin ist SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga an der Reihe.
Wer folgt auf Bundesrätin Doris Leuthard?
Eine Strahlefrau geht: Nach zwölf Jahren im Bundesrat tritt Doris Leuthard zurück. Wer übernimmt ihr Amt? KEYSTONE / ENNIO LEANZA
KANDIDIERT: Viola Amherd – Nationalrätin Kanton Wallis. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
KANDIDIERT: Elisabeth Schneider-Schneiter – Nationalrätin Kanton Baselland. freshfocus
KANDIDIERT: Heidi Z'graggen – Regierungsrätin Kanton Uri. CVP URI
KANDIDIERT: Peter Hegglin – Ständerat Kanton Zug. KEYSTONE / URS FLUEELER
ABGESAGT: Pirmin Bischof – Ständerat Kanton Solothurn. KEYSTONE / MARCEL BIERI
ABGESAGT (immer wieder): Gerhard Pfister – Parteipräsident der CVP und Nationalrat Kanton Zug. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
ABGESAGT: Stefan Engler – Ständerat Kanton Graubünden. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
ABGESAGT: Erich Ettlin – Ständerat Kanton Obwalden. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
ABGESAGT: Daniel Fässler – Landammann Appenzell Innerrhoden. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
ABGESAGT: Isidor Baumann – Ständerat Kanton Uri. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
ABGESAGT: Konrad Graber – Ständerat Kanton Luzern. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
ABGESAGT: Andrea Gmür – Nationalrätin Kanton Luzern. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
ABGESAGT: Ruth Humbel – Nationalrätin Kanton Aargau. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
ABGESAGT: Martin Candinas – Nationalrat Kanton Graubünden. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
ABGESAGT: Benedikt Würth – Regierungsrat Kanton St.Gallen. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Tessiner Nationalratspräsidentin und Budgetberatung
Zu Beginn der Wintersession werden wie immer die Ratspräsidien neu besetzt. Zur Nationalratspräsidentin dürfte die Tessiner SP-Vertreterin Marina Carobbio gewählt werden, die aktuell als erste Vizepräsidentin amtet. Den Ständerat wird der Walliser CVP-Vertreter Jean-René Fournier präsidieren.
Marina Carobbio
Bild: KEYSTONE
Daneben werden die Budgetberatungen viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Nationalrat beugt sich am Dienstag der ersten Sessionswoche ein erstes Mal über den Voranschlag 2019. Seine Kommission schlägt Kürzungen von insgesamt rund 70 Millionen Franken vor. Nur knapp scheiterte ein Antrag, zusätzlich beim Personal 50 Millionen Franken zu sparen.
Nationalrat: Die grössten Schwänzer
Platz 1: Der ewige Spitzenreiter ist der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. Er fehlte an 955 von 3934 Abstimmungen (24.3 %). KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Platz 2: Der zweite Podestplatz geht an BDP-Nationalrat Hans Grunder (BE). Er fehlte an 952 von 3934 Abstimmungen (24.2 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 3: BDP-Nationalrat Martin Landolt (GL) fehlte an 832 von 3934 Abstimmungen (21.1 %). KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Platz 4 geht an SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (ZH). Er fehlte an 815 von 3934 Abstimmungen (20.7 %). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Platz 5: Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri fehlte an 763 von 3934 Abstimmungen (19.4 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 6 geht an FDP-Nationalrat Olivier Français (VD). Er fehlte an 725 von 3934 Abstimmungen (18.4 %). KEYSTONE / CHRISTIAN BRUN
Platz 7: Nationalrat und glp-Parteipräsident Martin Bäumle (ZH) fehlte an 698 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Platz 8: SVP-Nationalrat Alfred Heer (ZH) fehlte an 698 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Platz 9: SVP-Nationalrat Luzi Stamm (AG) fehlte an 697 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). X00265 / RUBEN SPRICH
Platz 10: CVP-Nationalrat Jacques Neirynck (VD) fehlte an 695 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Platz 11: SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (AG) fehlte an 694 von 3934 Abstimmungen (17.6 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 12: SP-Nationalrat und Ständeratskandidat Daniel Jositsch (ZH) fehlte an 674 von 3934 Abstimmungen (17.1 %). KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Platz 13: CVP-Nationalrat und Parteipräsident Christophe Darbellay (VS) fehlte an 670 von 3934 Abstimmungen (17 %). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Platz 14: SP-Nationalrat Jean-François Steiert (FR) fehlte an 649 von 3934 Abstimmungen (16.5 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 15: GPS-Nationalrat Alec von Graffenried (BE) fehlte an 634 von 3934 Abstimmungen (16.1 %). Von Graffenried will im Oktober nicht mehr kandidieren. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 16: SVP-Nationalrat Yves Nidegger (GE) fehlte an 621 von 3934 Abstimmungen (15.8 %). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Platz 17: SP-Nationalrat Alexander Tschäppät (BE) fehlte an 585 von 3934 Abstimmungen (14.9 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 18: BDP-Nationalrat Urs Gasche (BE) fehlte an 572 von 3931 Abstimmungen (14.6 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 19: FDP-Liberale-Nationalrat Jean-René Germanier (VS) fehlte an 571 von 3934 Abstimmungen (14.5 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 20: Aargauer Nationalrat und Stadtammann von Baden, Geri Müller (Grüne), fehlte an 570 von 3934 Abstimmungen (14.5 %). Er tritt im Oktober nicht mehr an. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Franchise und Kohäsionsmilliarde
Ausserdem befasst sich der Nationalrat in der ersten Woche mit der Krankenkassenfranchise. Seine Gesundheitskommission will die tiefste Franchise von 300 auf 500 Franken erhöhen. Im Ständerat steht das Fernmeldegesetz auf dem Programm.
Am Donnerstag der ersten Sessionswoche entscheidet der Ständerat zudem über die zweite Kohäsionsmilliarde für die EU. Die Aussenpolitische Kommission hat sich knapp dafür ausgesprochen. Die Staatspolitische Kommission und die Finanzkommission möchten die Beratungen sistieren und die Zustimmung an Bedingungen knüpfen.
Entscheid zu Uno-Migrationspakt
Zu den weiteren umstrittenen Themen gehört der Uno-Migrationspakt. In beiden Räten liegen gleichlautende Vorstösse dazu vor. Gefordert wird zum einen, dass das Parlament über die Zustimmung der Schweiz entscheiden kann. Zum anderen wird verlangt, dass die Schweiz dem Pakt nicht zustimmt.
Bundesrat Ignazio Cassis wird nicht nach Marokko reisen.
Bild: EPA/EPA
Der Bundesrat plante ursprünglich die Teilnahme der Schweiz an der Konferenz vom 10. und 11. Dezember in Marokko, an welcher der Pakt verabschiedet wird. Wegen des heftigen Widerstands verzichtet er nun aber darauf. Er hat den Migrationspakt bis zum Abschluss der parlamentarischen Beratung auf Eis gelegt.
Treibhausgase, Finanzausgleich und Waffenexporte
In der zweiten Woche nimmt der Nationalrat die Totalrevision des CO2-Gesetzes in Angriff. Der Bundesrat will damit die Verpflichtungen aus dem Klimaabkommen von Paris erfüllen. Dem Ziel stimmte die Nationalratskommission zu: Die Schweiz soll die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Umstritten ist, welcher Anteil davon mit Massnahmen im Inland erreicht werden muss.
Den Ständerat beschäftigt neben dem Budget in der zweiten Woche der Finanzausgleich. Durch Anpassungen sollen die Geberkantone entlastet werden. Die Vorlage des Bundesrates basiert auf einem Kompromiss, den die Konferenz der Kantonsregierungen ausgearbeitet hatte.
Weiter entscheidet der Ständerat, wer künftig die Kriterien zur Bewilligung von Waffenexporten festlegt. Der Nationalrat hatte eine Motion angenommen, wonach die Kompetenz künftig beim Parlament statt beim Bundesrat liegen soll. Nach dem Verzicht des Bundesrates auf eine geplante Lockerung der Kriterien sind die Chancen des Vorstosses im Ständerat gesunken.
3 vielversprechende Ideen im Kampf gegen Luftverschmutzung:
Video: srf
Bezahlbare Wohnungen, Urheber- und Aktienrecht
In der dritten Sessionswoche schliesslich steht im Nationalrat die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» auf dem Programm. Der Bundesrat will dieser mit der Aufstockung der Mittel für den gemeinnützigen Wohnungsbau den Wind aus den Segeln nehmen. Die Nationalratskommission lehnt dies ab. Gegen Ende der Session befasst sich der Nationalrat mit dem Urheberrecht.
Der Ständerat beugt sich seinerseits über die Revision des Aktienrechts. Zu reden geben werden die geplanten Geschlechterrichtwerte für grosse börsenkotierte Unternehmen. Die Wintersession dauert vom 26. November bis zum 14. Dezember. (sda)
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