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An der Schweizer Börse geht es wieder aufwärts – SMI erobert 9000 Punkte zurück

Publiziert: 18.01.19, 15:29

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Freitag eine mehrtätige Gewinnserie fort. Der Leitindex SMI hat dabei kurz nach dem Mittag die prestigeträchtige Marke von 9000 Punkten zurückerobert.

Über der Schwelle von 9'000 Punkten hatte der Swiss Market Index (SMI) letztmals Anfang Dezember 2018 notiert. Kurz nach Weihnachten war er noch bis auf einen Tiefstwert von 8139 Zähler abgesackt.

Für Kauflaune sorgt ein neuer Optimismus im Handelsstreit zwischen den USA und China, der die Finanzmärkte seit längerem belastet hatte. Medienberichten zufolge hat US-Finanzminister Steven Mnuchin vorgeschlagen, die Strafzölle auf chinesische Importe zu verringern oder ganz aufzuheben. Wenngleich ein schnelles Dementi des Finanzministeriums erfolgte: Am Markt wird dies als Zeichen dafür gesehen, dass die US-Regierung eine baldige Lösung der Querelen mit China anstrebt.

Europas Börsen im Aufwind

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 14.45 Uhr 1.0 Prozent höher bei 9'003 Punkten. Auch die übrigen bedeutenden Börsenplätze in Europa bauen ihre Gewinne aus. Der Leitindex DAX in Frankfurt steigt um knapp 2 Prozent auf 11'132 Punkte, der CAC40 in Paris um 1.6 Prozent auf 4871 Zähler und der FTSE an der London Stock Exchange um 1.8 Prozent auf 6'956 Punkte.

Börsianer sprachen von einer «Risk-on»-Stimmung - die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten habe im Lichte der jüngsten Nachrichten wieder deutlich zugenommen. Davon profitierten vor allem Aktien und Branchen, die aus Investorensicht mit überdurchschnittlichen Risiken behaftet sind, wie etwa Banken und konjunktursensitive Werte.

Nicht so recht auf Touren kommen angesichts der 'Risk-on'-Stimmung hingegen die Schwergewichte: Roche, Novartis und Nestlé tendieren zwischen 0.3 und 0.6 Prozent fester und damit deutlich unter dem Gesamtmarkt. Die drei genannten Aktien bestreiten mehr als die Hälfte der SMI-Kapitalisierung und sind von Anlegern vor allem dann gesucht, wenn eine defensive Absicherung nötig ist. (whr/sda/awp)

Börsenschreck Promi:

Kylies erster Tweet am 21. Februar 2018. Sie erkundigt sich, ob sie die Einzige sei, die die Snapchat-App nicht mehr öffne.
Noch am selben Tag gab sich die 20-Jährige versöhnlich und schrieb: «Liebe dich aber immer noch Snap... meine erste Liebe». Doch die Snap-Aktien schwächelten bereits massiv.
Des einen Leid ist übrigens des anderen Freud. Für Erzfeind Facebook ging es an der Börse nach dem Tweet steil nach oben, und zwar von 516,8 Milliarden Dollar Marktwert auf 532,7 Milliarden, wie «TMZ» berichtete. Rich Fury/Invision/AP/Invision / Rich Fury
Kylies grosse Schwester Kim Kardashian West kann sich auch damit brüsten, bereits die Börse beeinflusst zu haben. Ihr Tweet zu ihrem Blackberry-Smartphone sorgte 2016 hingegen für Freude bei den Investoren des kanadischen Unternehmens.
Das Reality-TV-Sternchen schrieb in der Kurznachricht erschüttert, ihr Blackbery Modell Bold habe den Geist aufgegeben – weinendes Selbstporträt inklusive. Dabei habe sie sich gut für den Ernstfall vorbereitet, und schon vor Jahren mehrere Exemplare eben genau diesen Modells en masse angehortet, so Kardashian West.
Ergebnis: Frau Kardashian West erhielt ein neues Blackbery Bold und die Blackberry-Aktien wurden an diesem deutlich Tag höher gehandelt.
Oprah Winfrey ist die einflussreichste Frau in der US-Unterhaltungsindustrie. Einflussreich ist sie auch an der Börse: Mit ihrer kämpferischen «Time's up»-Rede an den Golden Globes im Januar schossen die Aktien des Diätunternehmens Weight Watchers in die Höhe. AP/NBC / Paul Drinkwater
Winfrey ist seit 2015 Werbebotschafterin der Firma und besitzt ein Aktienpaket. Jordan Strauss/Invision/AP/Invision / Jordan Strauss
Die Moderatorin brachte dem Diätunternehmen Weight Watchers so hohe Kursgewinne ein. Auch bereits vor dem Speech an der Preisverleihung lohnte sich die Zusammenarbeit mit Winfrey für die Diät-Firma: Seit 2015 hat sich der Weight-Watchers-Börsenwert mehr als versechsfacht.
Der südkoreanische Sänger Psy feierte mit Gangnam Style einen Welthit. Doch auch sein Vater machte dank dem Song viel Geld. Die «DI Corporation», eine südkoreanische Softwarefirma, profitierte stark mit, als Psy bekannt machte, dass sein Vater grösster Anteilseigner ist. AP/AP / Lee Jin-man
In den darauffolgenden Tagen verfünffachte sich die Aktie des Unternehmens. AP/AP / Lee Jin-man
Im Dezember 2017 sorgte ein Tweet von IT-Millionär John McAfee für Tumult an der Börse. In der Kurznachricht ging es um eine aktuelle Einschätzung des Krypto-Marktes und welche Coins wohl die grössten Chancen haben, sich im allgemeinen Kampf der Kryptowährungen durchzusetzen. Afee erwähnte mehrere Währungen, darunter die Kryptowährung GTV. GTV wurde so innerhalb von Stunden von 30 Dollar auf 45 Dollar gepusht und es dauerte keine Woche, bis der Coin in die Top 20 der Kryptowährungen vorgerückt war. Doch: der Tweet war ein Fake.
Scheinbar handelt es sich um eine Masche von Cyberkriminellen um die Kurse von Digitalwährungen zu manipulieren. Vier Minuten nach dem Tweet war der Wechselkurs bereits rasant gestiegen, während Betrüger, die den gefälschten Tweet veröffentlicht hatten, wohl gutes Geld damit verdienten.
Der Fake-Tweet.
Bonus: US-Präsident Donald Trump sorgt mit seinen Tweets und Aussagen regelmässig für Aufsehen – auch an der Börse. Er attackiert auf Twitter auf Unternehmen und bringt deren Aktienkurse damit unter Druck. Im Dezember 2017 musste Flugzeug-Hersteller Boeing daran glauben. AP/AP / Evan Vucci
«Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind ausser Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Auftrag stornieren!», tippte er in sein Smartphone. Kurz darauf brachte die Boeing-Aktie so um fast zwei Dollar ein, ein zeitweiser Marktwertverlust von 1.2 Milliarden Dollar.
Einige Firmen sehen in den präsidentiellen Tweets ihre Chance. Das New Yorker Start-Up Trigger entwickelte einen «Trump Trigger», der die Nutzer informiert, wenn sich @realDonaldTrump zu einem börsennotierten Unternehmen äussert. Eine Art Warnung für Aktionäre also. AP/AP / J. David Ake

Und was würdest du tun, wenn du 700$ finden würdest?

Video: watson

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