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Verdächtiger im Mordfall von TV-Moderatorin gefasst – Spur führt nach Deutschland

Publiziert: 10.10.18, 05:44 Aktualisiert: 10.10.18, 09:23

Im Fall der getöteten TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa ist nach Angaben der bulgarischen Regierung ein Tatverdächtiger in Deutschland gefasst worden. Es handele sich um einen 21-jährigen Mann aus Russe, der polizeibekannt sei, sagte der bulgarische Innenminister Mladen Marinow am Mittwoch in Sofia. Wo in Deutschland der Mann gefasst worden war, sagte der Minister nicht.

Wiktorija Marinowa. Bild: EPA/TVN RUSE

Laut der bulgarischen Zeitung «168 Tschassa» kannte der Tatverdächtige die Moderatorin des Kabelsenders TVN nicht. Er sei zwischen 28 und 30 Jahre alt und laut Angaben der Grenzpolizei schon am Sonntag nach Deutschland geflohen, wo seine Mutter leben soll. In seiner Wohnung sei Marinowas Handy gefunden worden, berichtete der private Fernsehsender bTV unter Berufung auf eigene Quellen.

Die Leiche der 30-jährigen Moderatorin war am Samstag in einem Park am Donauufer der Stadt Russe entdeckt worden. Marinowa war dort joggen gegangen. Sie wurde den Ermittlern zufolge vergewaltigt und erwürgt. Der Verdächtige sei über die Donaubrücke von Russe nach Rumänien geflohen, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow. Es könne nicht behauptet werden, dass der Mord an Marinowa mit ihrem Beruf in Verbindung stehe.

EU-Behörde wertet Informationen aus

Ungeachtet dessen hat sich der Kriminalfall bereits zum Politikum in Sofia entwickelt. Denn Marinowa hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung «Detektor» zwei Investigativjournalisten zu Gast, die zu angeblichem Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien recherchierten. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt Olaf wertet die Informationen aus Bulgarien derzeit aus.

Durch die öffentliche Empörung über den Mord und kritische Reaktionen aus dem Ausland sah sich die bürgerlich-nationalistische Regierung in Sofia unter Druck, das Verbrechen rasch aufklären zu lassen. Neben der Organisation Reporter ohne Grenzen reagierte auch die Bundesregierung bestürzt und mahnte den Schutz der Pressefreiheit an. Die EU-Kommission forderte die zuständigen Behörden zu einer schnellen Klärung auf, ob das Verbrechen in Verbindung zur Arbeit der Frau steht.

Im Zusammenhang mit dem Mord war am Dienstag in Russe ein rumänischer Obdachloser vernommen worden. Der Mann wurde aber wieder freigelassen, da es laut Polizei weder Beweise noch konkrete Indizien für eine Tatbeteiligung gab. (sda/dpa)

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