Beim kanadischen Team lief es nur an der Bar rund.
Die Kanadier blamieren sich – sind gegorener Rebensaft und Mark Streit schuld?
Wenn die Kanadier mit Sidney Crosby viermal hintereinander verlieren, dann sind höhere Mächte im Spiel. Wahrscheinlich Mark Streit.
Vier Niederlagen. Mit einer der talentiertesten Mannschaften, die je an eine Kügelibahn-WM entsandt worden ist. Eine solche Schmach kann nicht technisch und taktisch erklärt werden. Es kann nicht sein, dass Kanadier technisch und taktisch nicht gut genug sind, um die Deutschen, die Dänen oder die Weissrussen zu besiegen.
Die Ursachen dürfen und können nicht kügeli-technischer Natur sein. Hier muss eine Verschwörung im Gange sein.
Oder ist die NHL am Ende gar eine masslos überschätzte Operettenliga? Das wäre kein Trost für die Kanadier. Seit 1993 sind NHL-Teams aus Kanada nicht mehr dazu in der Lage, den Stanley Cup zu gewinnen. Die Kanadier nicht mehr gut genug, um eine Operettenliga zu gewinnen und die Deutschen, die Dänen oder die Weissrussen zu bodigen?
Wahrlich, das Ende der Welt ist nahe. Wenn es um den Kügeli-Sport geht, ist den Kanadiern kein Vergleich zu dramatisch. Schliesslich ist er wie Eishockey als Nationalsport in der Verfassung festgeschrieben. Wir wären auch bestürzt, wenn Christian Stucki als Gast beim traditionellen Schwingfest im kalifornischen Ripon nach vier Gängen vier Nuller auf dem Notenblatt hätte.
Schon Gotthelf kannte die Versuchungen
Aber was ist nun die Ursache für die Lotteroffensive des vermeintlichen kanadischen Wunderteams? Ich habe mich umgehört. In und um Zürich. Und ich glaube, ich kann das Geheimnis lüften. Die Namen meiner Informanten sind mir zwar schon wieder entfallen, aber nicht die Informationen, die sie mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit zugesteckt haben.
Connor McDavid schläft seinen Rausch auf dem Tor aus – und war damit als Erster beim Training.
bild: k.z. unter dem Siegel der verschwiegenheit zugesteckt
Was ist der Grund, wenn junge Männer bei einem unberechenbaren Spiel auf rutschiger Unterlage nicht konzentriert bei der Sache sind? Wenn sie zu schnell ermüden und erlahmen? Richtig: zu wenig Schlaf und zu viel gegorener Rebensaft. Schon unser aller Gotthelf wusste es und warnte vor den Versuchungen und den Verderbnissen, die in den Wirtshäusern lauern.
Nun ist es so, dass die Jungmillionäre aus der NHL ein bisschen Spass haben wollen, wenn sie an die WM nach Europa fahren. Fern jeder Aufsicht. Nie können sie so unbeschwert rocken und rollen wie bei einer WM in der Anonymität einer europäischen Stadt. Das hat Tradition. Ich erinnere mich noch gut an die WM 1994, als die Kanadier endlich, endlich den ersten Titel seit 1961 holten.
Glen Sather, der smarteste von allen, war General Manager dieser denkwürdigen WM-Expedition. Er gewährte in der Vorrunde in Bozen an der Südtiroler Weinstrasse freien Ausgang und die Jungs um Party-Löwe Brendan Shanahan rockten und rollten. Für die Schlussphase liess Glen Sather die Freundinnen und Frauen einfliegen, die sorgten für die Ausgangskontrolle und nun verlagerten sich alle Aktivitäten und Energien zurück aufs Eis. Im Halbfinale wurde Schweden trotz WM-Topskorer Mats Sundin gar 6:0 überrollt, im Finale Finnland im Penaltyschiessen besiegt.
Die Kanadier haben dermassen einen sitzen, sie haben dem Kügelimeister die Zamboni gestohlen.
bild: fotograf, dessen name mir soeben entfallen ist
Streit statt Schlaf
Werden nun 26 Jahre nach Italien 1994 die Freundinnen und Gattinnen der Kanadier nach Zürich eingeflogen? Kaum. Aber es würde helfen. Es gibt Parallelen zu 1994. Folgendes ist mir also zugetragen worden: Sidney Crosby hat einen Kumpel in der Schweiz, der zu seinem Stanley-Cup-Siegerteam von 2017 gehörte und mit dem er sich auch sonst gut versteht: Mark Streit. Er kennt Zürich bestens und hat als Mitglied des Verbands-Verwaltungsrates an allen WM-Orten Zutritt.
Ob wahr oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber logisch klingt es: Mark Streit sei mit Sidney Crosby und den anderen Kanadiern durch Zürichs Nachtleben gezogen und habe den Kanadiern geholfen, dem Schlaf zu entfliehen. Der freundliche Rock'n'Roller Paul DiPietro sei bei den Touren jenseits von Mitternacht auch gesichtet worden. Immerhin ist er eine Legende und gehörte zu jenen Montréal Canadiens, die 1993 den letzten Stanley Cup nach Kanada geholt haben.
Sidney Crosby schwört, er habe jeweils nur ein Glas getrunken.
bild: mark streit unbekannt
Sidney Crosby hat in seiner Karriere schon mehr als 100 Millionen Dollar verdient, drei Stanley Cups, zwei olympische Goldmedaillen und einen WM-Titel geholt. Was kümmern ihn und seine Kumpels schon ein paar Niederlagen in Zürich? Und doch treibt uns noch eine Frage um: Wer hat Mark Streit als «Trojanisches Pferd» in die kanadische Delegation geschleust? Steckt am Ende gar die Trump-Administration dahinter? Schliesslich hat Mark Streit als ehemaliger Captain der New York Islanders und Leitwolf in Philadelphia beste Kontakte zu den Amerikanern. Bundesanwalt Michael Lauber sollte ermitteln.
Die Spielberichte zur Kügeli-WM
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Melanie Walker: Die Leichtathletin aus Jamaika kann nicht nur schnell laufen, sondern dabei auch noch springen: Sie wurde 2008 Olympiasiegerin über 400 m Hürden. EPA / ROBERT GHEMENT
René Back: Klar, dass du als Eishockey-Spieler mit dem Namen Back kein stürmischer Forward wirst, sondern hinten verteidigst.
Tim Wiese: Bevor der Deutsche zum Wrestler mutierte, war er als Fussball-Goalie da zuhause, wo er hingehört: auf der Wiese. Bongarts / Martin Rose
Toni Lang: Als Langläufer schaffte es der Deutsche in einem Teamsprint aufs Weltcup-Podest. Als er auf Biathlon umsattelte, gelang ihm das Gleiche mit der Staffel. AP / UWE LEIN
Ross Mulholland: Der irische Springreiter kann sich noch steigern: Er ist Anfang 2018 die Welt-Nummer 949.
Paddy Driver: Der Südafrikaner fuhr in der Motorrad-WM neun Mal aufs Podest und wechselte dann von zwei auf vier Räder. Bei seinen beiden Starts in der Formel 1 sah er das Ziel beide Male nicht.
Scott Speed: Der Amerikaner versuchte sich erfolglos in der Formel 1: Bei 28 Starts gewann er nie WM-Punkte. Schnell ist Speed dafür im Rallycross, wo er schon drei Mal bei den X-Games siegte. EPA / GERO BRELOER
Brian Passmore: Der ehemalige Eishockey-Profi aus Kanada führt heute seine eigene Nachwuchs-Akademie. Was gelernt wird? Sicher nicht «Dribbel, was du kannst», sondern: «Pass more!»
Klaus Stürmer: Wer mit diesem Namen zur Welt kommt und Fussballer wird, über dessen Position muss nicht diskutiert werden. Klaus war Stürmer beim HSV, nach einem Meistertitel in Hamburg wurde er mit dem FC Zürich zwei Mal Meister.
Trailer - Kugelbahn-WM
Video: watson
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