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Lars Leuenberger hat mit dem SCB endlich wieder einmal zwei Siege in Serie feiern können.
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Der kleine Lars, der ungeliebte Wundertrainer und der SCB als neuer Titelkandidat

Die Wende für den SC Bern! Es sind nicht alleine die zwei Siege in 24 Stunden, die so vielversprechend sind. Es ist die Rückkehr zu den Wurzeln des SCB-Stils.

Publiziert: 31.01.16, 12:08 Aktualisiert: 31.01.16, 12:23

Eishockey ist ein Teil des Unterhaltungsgeschäftes. Ungewollt hat der SCB unserem Hockey in dieser Saison einen grossen Dienst erwiesen. Wir verdanken den Bernern nämlich allerbeste Unterhaltung.

Wer würde sich denn in der Deutschschweiz, im wichtigsten nationalen Hockeymarkt, für einen Kampf um die letzten Playoffplätze zwischen Lausanne, Servette oder Kloten interessieren? Niemand.

Jubelnde Berner – zuletzt nur selten zu sehen.
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Erst mit dem SCB wird dieser Strichkampf ein nationales Hockey-Ereignis. Gewürzt mit den Elementen der Schadenfreude, der Polemik und viel Medienpräsenz – und mit einem Trainerwechsel, der populärsten aller Krisenmassnahmen. Am 18. November ist Guy Boucher abgesetzt und das Banden-Kommando seinem Assistenten Lars Leuenberger übertragen worden.

Noch selten war ein Nottrainer von allem Anfang an so unpopulär. Da Lars Leuenberger (40) schon einmal als Assistent Chef geworden ist (nach der Entlassung von Antti Törmänen) und dann das Amt freiwillig Guy Boucher überlassen hat, gilt er in weitem Kreisen als zu weich und viel zu wenig charismatisch für die Chefposition beim grössten Hockeyunternehmen des Landes.

Allenthalben wird ihm auch vorgehalten, er sei nur erneut zum Chef befördert worden, weil die Familie Leuenberger beim SC Bern so mächtig ist. Sein Bruder Sven, einst Starverteidiger, dann Sportchef, führt heute die Nachwuchsabteilung.

Endlich wieder echtes SCB-Hockey

Aber der kleine Mann (172 cm) ist halt doch ein Napoléon. Der Ehegatte der TV-Moderatorin Nicole Berchtold hat die Mannschaft intakt durch eine der heftigsten Krisen der SCB-Geschichte (mit der Rekordserie von sieben Niederlagen) gebracht. Der SCB ist jetzt drauf und dran, unter schwierigsten Bedingungen doch noch die Playoffs zu erreichen.

Aus einer Mannschaft, die wochenlang spielerisch und taktisch so zerrüttet war, dass die Abstiegsrunde und dort ein Kampf um den Ligaerhalt drohte ist inzwischen ein … Titelkandidat geworden. Es mag schräg sein, innert zehn Tagen beim gleichen Team von Abstieg und Titel zu fabulieren – doch so kommen wir der Wahrheit am nächsten.

Auch dank Andrew Ebbett: Beim SCB wird wieder wie früher nach vorne gespielt.
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Der SCB spielte diese Woche erstmals seit bald einem Jahr echtes SCB-Hockey. Dabei spielt die Rückkehr des kanadischen Centers Andrew Ebbett eine wichtige Rolle. Der Kanadier war bereits Anfang Oktober durch eine Knieverletzung ausgefallen. Nun ist er zurück und macht die Mittelachse besser, stabiler.

Die Chemie der einzelnen Linien stimmt, die Spielfreude ist nach fast zwei Jahren zurück. Endlich sehen wir dieses so typische SCB-Hockey mit den rollenden Angriffen aller vier Linien, das durch die Wucht und Dynamik der kräftigen und bisweilen bösen Flügel (Moser, Rüfenacht, Scherwey, Conacher, Berger-Brothers) befeuert wird.

Volle Tanks und Duelle auf Augenhöhe

Der SCB hat zu seinem Stil, zu den Wurzeln seines Spiels zurückgefunden. Der böse Geist des sterilen, emotionslosen System-Hockeys ist endlich aus der Kabine und dem Stadion gefahren, das Trauma Guy Boucher überwunden. Die Mannschaft ist wieder dazu in der Lage, die Gegner zu zermürben. Auch die besten Teams der Liga. Wie zuletzt den EV Zug.

ZSC vs. SCB im Viertelfinal: Was wäre das für ein Spektakel!
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So ist der SCB, wenn die Playoffs erreicht werden, ein gefährlicher Aussenseiter im Kampf um … den Titel. Die ZSC Lions, Zug und Servette sind mögliche Viertelfinalgegner. Zug und Servette werden die Berner dann überrollen, die ZSC Lions auf Augenhöhe herausfordern. Die lange Pause – nur noch ein Spiel bis zum 21. Februar – kommt dem SCB entgegen. Blessuren können auskuriert und die Energietanks gefüllt werden.

Wenn ein ungeliebter Trainer unter schwierigen Voraussetzungen und maximalem Druck eine taumelnde Mannschaft nach und nach taktisch wieder ordnet und auf Kurs bringt, sich nicht irritieren lässt, in dieser Zeit nie nach Ausreden sucht und sich der Verantwortung stellt – dann ist er ein grosser Trainer.

Leuenberger bleibt nur als Cheftrainer

Wäre der SCB-Nottrainer ein Nordamerikaner oder ein Skandinavier, dann könnte er um eine Verlängerung des Vertrages bis übernächste Saison verhandeln. Sein segenreiches Wesen und Wirken stünde im Zentrum jeder Analyse. Aber das ist bei Lars Leuenberger nicht der Fall. Im eigenen Land, im eigenen Klub gilt der Prophet nichts.

Lars Leuenberger sagt, er werde nur als Cheftrainer in Bern bleiben. «Es gäbe eine Möglichkeit wieder als Assistent zu arbeiten. Aber daran bin ich nicht interessiert.» Er arbeite schliesslich seit zehn Jahren an seiner Trainerkarriere. So ist es nur konsequent, jetzt auf ein Cheftraineramt zu aspirieren.

Steht Lars Leuenberger auch nächste Saison an der SCB-Bande? Noch ist nichts entschieden.
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Lars Leuenberger also auch nächsteSaison Cheftrainer beim SCB? Das schliessen zurzeit noch alle aus, die etwas zu sagen haben. Aber wenn der SCB die Playoffs erreichen und dort womöglich bis über das Halbfinale hinauskommen sollte, dann wird es sich Marc Lüthi nicht leisten können, den Vertrag seines aktuellen Trainers nicht zu verlängern.

Der SCB-General sollte sich schon mal auf dieses Szenario einstellen, das ihm eine neue Phase der Ratlosigkeit rund um die Trainerposition bescheren wird. Denn sein SCB ist bis auf die Torhüterposition gut genug besetzt, um tatsächlich ins Finale zu kommen und am Ende zu triumphieren. Und eine Steigerung ist bei Jakub Stepanek ja nicht auszuschliessen.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

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