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«Steve Bannon, du hast in der Schweiz nichts verloren»: Linke Kreise mobiliseren gegen den Besuch des Scharfmachers.  Bild: AP/FR158029 AP

Linke wollen Steve Bannons Auftritt in Zürich verhindern

Publiziert: 18.02.18, 07:14 Aktualisiert: 18.02.18, 14:59

Der Besuch des früheren Chefberaters von Donald Trump wirft schon jetzt hohe Wellen: Linke Kreise wollen laut «SonntagsBlick» einen Auftritt von Steve Bannon in Zürich verhindern. Der Vordenker der radikalen Rechten in den USA ist vom Herausgeber der «Weltwoche» und SVP-Nationalrat Roger Köppel für den 6. März eingeladen worden. Diverse linke Gruppen mobilisieren jetzt gegen den Bannon-Auftritt – den ersten in Europa seit er mit Trump gebrochen hat. 

«Steve Bannon, du hast in der Schweiz nichts verloren»: So ruft etwa die Bewegung für den Sozialismus (BfS) auf ihrer Internetseite und auf Facebook dazu auf, den Anlass zu sabotieren. Der Veranstaltungsort sei aber nicht öffentlich und würde nur angemeldeten Teilnehmern bekanntgegeben.

Die Stadtpolizei Zürich habe Kenntnis von der Veranstaltung, sagt Sprecherin Judith Hödl zu watson. «Wir stehen mit den Veranstaltern im Kontakt.»*

*Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels hiess es, die Stadtpolizei Zürich sei nicht informiert worden.

(sda/amü)

Bannons Geschichtsverständnis: Krieg ist unausweichlich

«Ich glaube fest, dass es eine Krise unserer Kirche, unseres Glaubens, des Westens und des Kapitalismus ist. Wir sind erst am Anfang eines sehr brutalen und blutigen Konflikts»: Wer Steve Banon zuhört, gewinnt den Eindruck, die USA stünden nicht bloss am Abgrund, ... AP/AP / Evan Vucci
... sondern befänden sich bereits im freien Fall. «Um brutal direkt zu sein: Ich meine, das Christentum in Europa stirbt aus und der Islam ist auf dem Vormarsch. Wir stehen jetzt am Anfang eines globalen Krieges gegen islamische Faschisten.» (Im Bild mit Kellyanne Convay) X00157 / KEVIN LAMARQUE
Donald Trumps Chef-Stratege schürt in seinen Reden Ängste: «Wenn du unter 30 bist, werden deine Kinder arm sein und deine Enkelkinder werden Bettler sein.» Wie kommt er zu solchen Aussagen? EPA/GETTY IMAGES POOL / WIN MCNAMEE / POOL
Bannon stützt sich auf eine Theorie der Historiker William Strauss und David Kaiser: In «Generations» von 1991 stellen diese die These auf, Geschichte wiederhole sich stets in vier Phasen, die sich nach den jeweiligen Generationen richten. Im vierten Zyklus gibt es jeweils eine Krise, ...
... bei der das System einer älteren Generation von einer unerwarteten, neuen Führung abgelöst wird. «Das ist die vierte Krise der amerikanischen Geschichte», glaubt Bannon. Die erste war die Lossagung von England, die zweite der Amerikanische Bürgerkrieg, die dritte die Grosse Depression und der Zweite Weltkrieg. AP/AP / Evan Vucci
Mit der Finanzkrise 2008 ist für Bannon die vierte Phase erreicht. «In den letzten 20 Jahren hat die Finanz-Elite unserer politischen Klasse sich nur um sich selbst gekümmert und das Land an den Rand des Ruins gebracht», sagt Bannon. «Öffentliche Schulden sind wie Heroin. Unser geliebtes Land ist abhängig.» EPA/EPA FILES / ANDREW GOMBERT
Neben den «Globalisten» sieht er die Schuld bei den asiatischen Staaten, die den USA wirtschaftlich geschadet hätten, und bei Immigranten. «Die legale Einwanderung hat dieses Land überwältigt», schimpfte Bannon. AP/AP / Susan Walsh
Bannon will den «expansionistischen Islam und das expansionistische China» stoppen. Der «Washington Post» diktierte er ins Heft: «Wir werden nun Zeuge einer neuen politischen Weltordnung.» AP/AP / Evan Vucci

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