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Dass der SCB zum Playoff-Auftakt die ZSC Lions schlägt, damit hatten nur die wenigsten gerechnet.
Bild: KEYSTONE

Diese Serie darf ein grosser Trainer mit den ZSC Lions nicht verlieren

Der SC Bern gewinnt in Zürich 4:3 nach Penaltys. Na und? Diese Partie ändert nichts an der Favoritenrolle der ZSC Lions.

Publiziert: 04.03.16, 09:39 Aktualisiert: 04.03.16, 10:04

Die Partie ist ein Klassiker. Der Favorit führt früh 1:0, verpasst die Entscheidung zum 2:0, ist seiner Sache zu sicher – und verliert schliesslich im Penaltyschiessen. Wie aus dem Lehrbuch. Das hat es so schon oft gegeben.

Die Entscheidung: Bodenmann trifft, Matthews scheitert.
srf

Diese Niederlage der ZSC Lions mahnt ein wenig an den 6. April 1988. Damals verloren die himmelhoch favorisierten Detroit Red Wings den Playoff-Auftakt zu Hause gegen Toronto 2:6. In der Regular Season hatte Detroit 41 Punkte mehr geholt. Am Ende gewannen sie die Serie doch 4:2.

Oder an die SCL Tigers im Frühjahr 2013. Sie gewannen den Playout-Auftakt in Kloten auch 4:3 nach Penaltys, den Ausgleich zum 3:3 hatten die Flyers auch, wie gestern die ZSC Lions, erst in der 57. Minute erzielt. Aber die Langnauer verloren die Serie 1:4 und stiegen am Ende gar ab.

Der Sieg der Berner ändert vorerst noch nichts an der Favoritenrolle der ZSC Lions. Die Überlegenheit der Zürcher war zu offensichtlich (46:30 Schüsse).

Wer schafft es in den Halbfinal?
Leider hat was nicht geklappt. Bitte versuche es später nochmals.

Keine mildernden Umstände

Aber was, wenn die ZSC Lions ihre spielerischen Vorteile am Ende doch nicht zum Weiterkommen nützen können? Nun, dann ist es ein Sieg für die Schweizer Trainer. Für unsere Hockeykultur. Fürs Geschichtsbuch. Wenn Marc Crawford dieses Duell gegen Lars Leuenberger verliert, dann ist er, ungeachtet aller Verdienste, ungeachtet seines Stanley Cups, seines Titels mit den ZSC Lions von 2014, seiner drei Qualifikationssiege in Serie, ein – excusez l’expression – Clown.

Ein erfahrener NHL-General muss dazu in der Lage sein, mit einer spielerisch so überlegenen Mannschaft, wie die ZSC Lions es sind, eine Playoffserie gegen den SC Bern zu gewinnen. Ist er dazu nicht in der Lage, dann hat er auf der ganzen Linie versagt.

Bild: KEYSTONE

Oder wird es mildernde Umstände geben? Macht am Ende der Torhüter die Differenz? Das hätte zwar eine gewisse Logik. Jakub Stepanek ist tschechischer Nationalgoalie mit WM-Meriten und er war auch in der KHL zeitweise ein Titan. So gesehen wäre es keine Überraschung, wenn sich seine Mannschaft in dieser Serie durchsetzt. Denn im ZSC-Tor steht Niklas Schlegel (19). Er hat weder Länderspiel-, noch WM-, noch NLA-Playofff-Erfahrung.

Aber als Ausrede für Marc Crawford taugt der Goalie trotzdem nicht. Oder ist es am Ende der Sportchef? War es fahrlässig, dass ZSC-Sportchef Edgar Salis keinen ausländischen Goalie zur Absicherung verpflichtet hat? Nein. Seine Mannschaft ist gut genug, um auch mit Niklas Schlegel den Halbfinal zu erreichen.

Der Trainer muss den Unterschied machen

Oder darf Marc Crawford darauf verweisen, dass Auston Matthews ja noch ein Junior ist? Dass Playoffs halt immer noch Männersache sind? Nein, auch das kann er nicht. Es wäre angesichts der grossen, gut bezahlten Namen in den Reihen der ZSC Lions gerade absurd, das Scheitern einem 18-jährigen Buben anzulasten.

Ist Lars Leuenberger am Ende der bessere Trainer als Marc Crawford?
Bild: KEYSTONE

Playoff-Serien entwickeln eine ganz andere Dynamik als eine Krise während der Qualifikation. Mannschaften können über sich hinauswachsen bis zur Sensation und Titanen schrumpfen bis zum Ausscheiden. Transfers sind nicht mehr möglich und die Spiele folgen so rasch aufeinander, dass nun der Coach zur zentralen Figur wird. Er kann die Emotionen, die Dynamik steuern. Grosse Coaches «spüren» ihre Mannschaft in dieser Extremsituation, beeinflussen Emotionen und Dynamik und gewinnen am Ende doch. Gewöhnliche Coaches verlieren.

Wenn die ZSC Lions diese Serie nicht gewinnen, dann ist Lars Leuenberger ein grosser Coach und der grosse Marc Crawford ein gewöhnlicher Coach.

Noch nur haltlose Spekulation

Das kann er daheim in Nordamerika niemandem erzählen und schon gar nicht erklären: gescheitert gegen Lars, den kleinen Eisbären, den Assistenten von Guy Boucher, den Schweizer Trainer, den Zauberlehrling, den eigentlich niemand so richtig ernst genommen hat.

Nun dürfte wenigstens das, was eine klare Sache schien, doch noch ein Drama werden. Auch für SCB-General Marc Lüthi. Wenn Lars Leuenberger diese Serie gewinnt, dann kann Marc Lüthi ihn nicht dem Verband für die U20-Nationalmannschaft überlassen. Dann muss er den Vertrag verlängern. Und es gibt dann noch eine Frage an Sportchef Alex Chatelain: Wie nur konnte er Timo Helbling, einen der Helden dieser ersten Partie im Hallenstadion, zu den Kloten Flyers ziehen lassen?

Marc Crawford steht schon nach dem ersten Playoff-Spiel unter Druck.
Bild: KEYSTONE

Wir dürfen uns auf allerbeste Unterhaltung freuen. Und im Falle eines Scheiterns der ZSC Lions natürlich auf die polemische Berichterstattung über ein heftiges Nachbeben, das unter anderem dazu führen dürfte, dass sich auch Edgar Salis um die Dienste von SCB-Wunschtrainer Kari Jalonen bemühen wird. Ach, wäre das ein Spektakel.

Aber das sind alles haltlose Spekulationen, befeuert durch den einen einzigen, überraschenden Sieg der Berner im Hallenstadion. Es steht erst 1:0 für den SCB. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

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