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Das Verschwinden von Meng Hongwei sorgte für Rätselraten. Bild: AP/AP

Die 4 wichtigsten Punkte zur Festnahme des Interpol-Chefs

Publiziert: 08.10.18, 11:56 Aktualisiert: 08.10.18, 14:23

Das Verschwinden des Interpol-Chefs Meng Hongwei löste letzte Woche Rätselraten aus. Heute Montag informierte nun das Sicherheitsministerium in Peking, dass Meng der Korruption bezichtigt werde. Er habe «Bestechungsgelder angenommen» und werde verdächtigt, «gegen das Gesetz verstossen» zu haben. Die vier wichtigsten Punkte im Überblick:

Das Verschwinden

Der 64-Jährige war am 25. September nach der Landung in China festgenommen worden, ohne dass die chinesischen Behörden die internationale Polizeiorganisation zunächst unterrichtet hatten. Erst spät am Sonntag teilte das Ministerium mit, dass er «unter Aufsicht» genommen worden sei und dass gegen ihn ermittelt werde. Interpol erhielt am Sonntag zudem eine Erklärung des Chinesen, in der dieser seinen sofortigen Rücktritt erklärte.

Seine Frau hatte Meng Hongwei vergangene Woche bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Als letztes Lebenszeichen hatte sie von ihm auf dem Handy nur ein Emoji mit einem Messer erhalten, was sie beunruhigte.

Die Vorwürfe

Wie aus der Erklärung des Sicherheitsministeriums in Peking hervorgeht, ermittelt die staatliche Aufsichtskommission, in deren Gewahrsam Meng Hongwei sei, «wegen Bestechlichkeit». In der Erklärung wird nicht angegeben, ob sich die Korruptionsvorwürfe auf sein Ministeramt in China oder seine Arbeit bei Interpol beziehen. Unklar ist auch, ob Meng inhaftiert wurde und wo er sich aufhält.

Das Parteikomitee unter Vorsitz von Polizeiminister Zhao Kezhi billigte das Vorgehen gegen den ersten chinesischen Interpol-Chef als «rechtzeitig, völlig gerechtfertigt und sehr klug».

Es demonstriere die entschlossene Haltung des Zentralkomitees unter der Führung von Staats- und Parteichef Xi Jinping, die Partei streng zu führen und den Kampf gegen Korruption umzusetzen. Niemand stehe über dem Gesetz. Wer gegen das Gesetz verstosse, müsse streng bestraft werden.

Verstrickung in Machtkämpfe?

Das Vorgehen gegen den international prominentesten chinesischen Polizeirepräsentanten löste Spekulationen aus, ob der 64-Jährige vielleicht in Machtkämpfe hinter den Kulissen verwickelt gewesen sein könnte.

Meng Hongwei machte Karriere im Polizeiministerium, als es noch unter Führung des später gestürzten und 2015 zu lebenslanger Haft verurteilten Sicherheitschefs Zhou Yongkang stand, der als Rivale von Xi Jinping galt. Der Präsident äusserte später sogar den Verdacht einer Verschwörung.

Der Sturz des eigenen Interpol-Chefs ist ungewöhnlich. Experten sahen auch einen Schlag für die Reputation Chinas und seine Bemühungen, durch eigene Vertreter in internationalen Organisationen eine grössere Führungsrolle weltweit zu übernehmen. So galt die Berufung Meng Hongweis an die Spitze von Interpol 2016 als Erfolg Chinas, sich mit seinem gewachsenen Gewicht auf der globalen Bühne durchzusetzen.

Wer übernimmt die Nachfolge?

Die Personalie war international umstritten und hatte auch Menschenrechtler besorgt. Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.

Die wichtigste internationale Polizeiorganisation hat ihren Sitz im französischen Lyon. Die 192 Mitgliedsstaaten tauschen unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Interpol teilte mit, dass Vizepräsident Kim Jong Yang aus Südkorea vorübergehend die Präsidentschaft übernehme. Die Generalversammlung soll im November einen Nachfolger wählen. (jaw/sda/dpa/afp)

Massive Machtdemonstration: Mit dieser Militärparade gedenkt China dem Kriegsende

In Peking fand am 3. September die bisher grösste Militärparade in der Geschichte Chinas statt. X80006 / STRINGER/CHINA
Die Feierlichkeiten in Peking gelten dem 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Asien. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Mit Soldaten und Militärflugzeugen erinnert China an die Kapitulation Japans. X90027 / DAMIR SAGOLJ
12'000 Soldaten (hier sind einige davon noch am üben) sollen durch die Hauptstadt marschieren. X03234 / CHINA STRINGER NETWORK
Mit beteiligt sind auch 500 gepanzerte Fahrzeuge und 200 Flugzeuge. X03234 / CHINA STRINGER NETWORK
Zu Beginn versicherte Staats- und Parteichef Xi Jinping in einer Rede, China sei «einer friedlichen Entwicklung verpflichtet». «Durch die Erfahrung des Krieges wissen die Menschen den Frieden noch mehr zu schätzen», sagte Xi Jinping. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Er kündigte an, die Zahl der rund 2,3 Millionen Soldaten um 300'000 zu verringern. X01757 / JASON LEE
Am Tiananmen-Platz spielte die Militärband. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Beteiligt waren paramilitärische Einheiten ... X03234 / CHINA STRINGER NETWORK
... sowie die Soldaten der Volksbefreiungsarmee Chinas. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Und deren Frauen-Kompanie. X90027 / DAMIR SAGOLJ
Sanitäterinnen. X80006 / STRINGER/CHINA
Auf den Zentimeter genau. X03234 / CHINA STRINGER NETWORK
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So kauft sich China Freunde in Afrika

Video: srf

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