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FILE - In this July 4, 2017 file photo, Interpol President, Meng Hongwei, delivers his opening address at the Interpol World congress in Singapore. A French judicial official says Friday Oct.5, 2018 the president of Interpol has been reported missing after traveling to China. (AP Photo/Wong Maye-E, File)

Das Verschwinden von Meng Hongwei sorgte für Rätselraten. Bild: AP/AP

Die 4 wichtigsten Punkte zur Festnahme des Interpol-Chefs



Das Verschwinden des Interpol-Chefs Meng Hongwei löste letzte Woche Rätselraten aus. Heute Montag informierte nun das Sicherheitsministerium in Peking, dass Meng der Korruption bezichtigt werde. Er habe «Bestechungsgelder angenommen» und werde verdächtigt, «gegen das Gesetz verstossen» zu haben. Die vier wichtigsten Punkte im Überblick:

Das Verschwinden

Der 64-Jährige war am 25. September nach der Landung in China festgenommen worden, ohne dass die chinesischen Behörden die internationale Polizeiorganisation zunächst unterrichtet hatten. Erst spät am Sonntag teilte das Ministerium mit, dass er «unter Aufsicht» genommen worden sei und dass gegen ihn ermittelt werde. Interpol erhielt am Sonntag zudem eine Erklärung des Chinesen, in der dieser seinen sofortigen Rücktritt erklärte.

Seine Frau hatte Meng Hongwei vergangene Woche bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Als letztes Lebenszeichen hatte sie von ihm auf dem Handy nur ein Emoji mit einem Messer erhalten, was sie beunruhigte.

Die Vorwürfe

Wie aus der Erklärung des Sicherheitsministeriums in Peking hervorgeht, ermittelt die staatliche Aufsichtskommission, in deren Gewahrsam Meng Hongwei sei, «wegen Bestechlichkeit». In der Erklärung wird nicht angegeben, ob sich die Korruptionsvorwürfe auf sein Ministeramt in China oder seine Arbeit bei Interpol beziehen. Unklar ist auch, ob Meng inhaftiert wurde und wo er sich aufhält.

Das Parteikomitee unter Vorsitz von Polizeiminister Zhao Kezhi billigte das Vorgehen gegen den ersten chinesischen Interpol-Chef als «rechtzeitig, völlig gerechtfertigt und sehr klug».

Es demonstriere die entschlossene Haltung des Zentralkomitees unter der Führung von Staats- und Parteichef Xi Jinping, die Partei streng zu führen und den Kampf gegen Korruption umzusetzen. Niemand stehe über dem Gesetz. Wer gegen das Gesetz verstosse, müsse streng bestraft werden.

Verstrickung in Machtkämpfe?

Das Vorgehen gegen den international prominentesten chinesischen Polizeirepräsentanten löste Spekulationen aus, ob der 64-Jährige vielleicht in Machtkämpfe hinter den Kulissen verwickelt gewesen sein könnte.

Meng Hongwei machte Karriere im Polizeiministerium, als es noch unter Führung des später gestürzten und 2015 zu lebenslanger Haft verurteilten Sicherheitschefs Zhou Yongkang stand, der als Rivale von Xi Jinping galt. Der Präsident äusserte später sogar den Verdacht einer Verschwörung.

Der Sturz des eigenen Interpol-Chefs ist ungewöhnlich. Experten sahen auch einen Schlag für die Reputation Chinas und seine Bemühungen, durch eigene Vertreter in internationalen Organisationen eine grössere Führungsrolle weltweit zu übernehmen. So galt die Berufung Meng Hongweis an die Spitze von Interpol 2016 als Erfolg Chinas, sich mit seinem gewachsenen Gewicht auf der globalen Bühne durchzusetzen.

Wer übernimmt die Nachfolge?

Die Personalie war international umstritten und hatte auch Menschenrechtler besorgt. Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.

Die wichtigste internationale Polizeiorganisation hat ihren Sitz im französischen Lyon. Die 192 Mitgliedsstaaten tauschen unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Interpol teilte mit, dass Vizepräsident Kim Jong Yang aus Südkorea vorübergehend die Präsidentschaft übernehme. Die Generalversammlung soll im November einen Nachfolger wählen. (jaw/sda/dpa/afp)

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