Roger Federer und Stan Wawrinka treffen in der Nacht auf Mittwoch zum 25. Mal aufeinander.
Bild: Tennismag/Panoramic
Vor dem 25. Fedrinka-Duell – Stan unterstützt Roger in der «Causa Djokovic»
Auf dem Platz treffen Roger Federer und Stan Wawrinka in Indian Wells in der Nacht auf Mittwoch (2 Uhr Schweizer Zeit) aufeinander. Daneben verbünden sich die Schweizer gegen Novak Djokovic.
Während Roger Federer beim 6:4, 7:5 gegen den Deutschen Peter Gojowczyk (29, ATP 85) nur im zweiten Satz echte Gegenwehr hatte, benötigte Stan Wawrinka in Indian Wells 3:24 Stunden, um den Ungar Marton Fucsovics (ATP 31) mit 6:4, 6:7, 7:5 niederzuringen. Dabei wehrte der Romand im spektakulären dritten Satz nicht weniger als elf von zwölf (!) Breakchancen ab. Hinterher sprach er denn auch von einem «komplett verrückten Spiel». Die Belohnung: das 25. Duell gegen Roger Federer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.
Nur gerade drei der bisherigen Duelle konnte Wawrinka für sich entscheiden, allesamt auf Sand. Sein letzter Erfolg gegen den Baselbieter, 2015 in den Viertelfinals der French Open, liegt allerdings bereits vier Jahre zurück. Die letzten fünf Begegnungen entschied Federer für sich, unter anderem den denkwürdigen Halbfinal bei den Australian Open 2017. Bei seinem Comeback nach halbjähriger Pause hatte er beinahe eine 2:0-Satzführung noch aus der Hand geben müssen.
Die Highlights des Indian-Wells-Final von 2017.
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Wawrinka nennt Federer ein «Arschloch».
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Entsprechend vorsichtig äussert sich Federer vor dem Schweizer Gipfeltreffen: «Es ist schwierig, so früh im Turnier gegen Stan antreten zu müssen. Die ganze Welt weiss, was er kann.» Er wünsche sich, dass der Romand, der sich in diesem Jahr wieder in die Top 40 der Weltrangliste gespielt hat, bald wieder unter die Top 20 oder gar in die Top Ten vorstosse. Vor anderthalb Jahren war Wawrinka noch als Nummer 3 klassiert.
So oft sie gegeneinander gespielt haben, so sehr verbinden sie die gemeinsamen Erfolge: 2008 holten sie in Peking Olympia-Gold im Doppel, sechs Jahre später bescherten sie der Schweiz vor der Rekordkulisse von 27 488 Zuschauern den ersten Sieg im Davis Cup. Obschon ihre Liebe für den Wettbewerb inzwischen abgeflaut ist, haben sie sich zum Teil dezidiert gegen die Reformen ausgesprochen.
Federer vs. Wawrinka – die bisherigen Duelle
Gemeinsam wurden sie Olympiasieger und holten den Davis Cup. Aber Stan Wawrinka und Roger Federer standen auch schon oft als Gegner auf dem Platz. 23 der 26 Duelle gingen dabei an Federer. AP/AP / Mark J. Terrill
French Open 2019: Im Viertelfinal kommt es zu einem hochklassigen Duell, welches Roger Federer nach 3 Stunden und 35 Minuten mit 7:6,4:6,7:6 und 6:4 für sich entscheidet. AP/AP / Jean-Francois Badias
Indian Wellls 2019: Auf Hartplatz ist für Wawrinka gegen Federer einfach kein Kraut gewachsen. In der 3. Runde in der kalifornischen Wüste ist Stan gegen Kumpel Roger mal wieder chancenlos und verliert 3:6, 4:6. AP/AP / Mark J. Terrill
Cincinnati 2018: Federer – Wawrinka 21:3: Der Viertelfinal auf dem schnellen Court von Cincinnati ist eine enge Angelegenheit. Am Ende siegt Federer 6:7, 7:6, 6:2. AP/AP / John Minchillo
Indian Wells 2017: Federer – Wawrinka 20:3: Im hochklassigen Final lässt ein überragender Roger Stan keine Chance und siegt 6:4, 7:5. EPA/EPA / PAUL BUCK
Australian Open 2017: Federer – Wawrinka 19:3: Im Halbfinal gewinnt Roger gegen Stan 7:5, 6:3, 1:6, 4:6, 6:3. EPA/AAP / TRACEY NEARMY
World Tour Finals 2015: Federer – Wawrinka 18:3: Im Halbfinal gewinnt Roger gegen Stan 7:5, 6:3. Den Final verliert er dann gegen Novak Djokovic. EPA/EPA / WILL OLIVER
US Open 2015: Federer – Wawrinka 17:3: Im Halbfinal macht Roger kurzen Prozess mit dem absolut chancenlosen Stan und gewinnt 6:4, 6:3, 6:1. Den 18. Grand-Slam-Titel holt der «Maestro» aber nicht, Djokovic ist im Final zu stark. AP/FR51951 AP / Bill Kostroun
French Open 2015: Federer – Wawrinka 16:3: Auf dem Weg zu seinem French-Open-Titel besiegt Stan seinen Kumpel Roger im Viertelfinal ziemlich locker in drei Sätzen 6:4, 6:3, 7:6. Getty Images Europe / Dan Istitene
Rom 2015: Federer – Wawrinka 16:2: Stan ist im Halbfinal von Rom chancenlos und verliert 4:6, 2:6. IPP / Emiliano Cavaliere/IPP
World Tour Finals 2014: Federer – Wawrinka 15:2: In der bislang dramatischsten Partie der beiden gewinnt Roger im Halbfinal gegen Stan 4:6, 7:5, 7:6, obwohl er über weitere Strecken der schwächere Spieler ist. Unvergessen: der «Cry Baby»-Zwischenruf von Mirka Federer. AP/AP / Tim Ireland
Wimbledon 2014: Federer – Wawrinka 14:2: Bei seinem Lieblingsturnier dreht Roger im Viertelfinal erst nach verlorenem Startsatz auf und bodigt den müden Stan mit 3:6, 7:6, 6:4, 6:4. X90004 / TOBY MELVILLE
Monte Carlo 2014: Federer – Wawrinka 13:2: Stan schlägt Roger im Final von Monte Carlo 4:6, 7:5, 6:2 und holt sich seinen ersten Masters-1000-Titel. Erika Tanaka / Erika Tanaka/freshfocus
Indian Wells 2013: Federer – Wawrinka 13:1: Im Achtelfinal liefern sich Roger und Stan ein hart umkämpftes Duell, das der Baselbieter schliesslich mit 6:3, 6:7 und 7:5 für sich entscheidet. EPA / JOHN G. MABANGLO
Schanghai 2012: Federer – Wawrinka 12:1: Stan hält wieder gut mit, muss sich im Achtelfinal aber dennoch mit 6:4, 6:7 und 0:6 geschlagen geben. AP / EUGENE HOSHIKO
Cincinnati 2012: Federer – Wawrinka 11:1: Auf dem schnellsten Court der Tour ist Stan gegen Roger deutlich unterlegen und verliert 6:7, 3:6. AP / AL BEHRMAN
Basel 2011: Federer – Wawrinka 10:1: Im bislang einzigen Duell auf Schweizer Boden hat Roger im Halbfinal seines Heimturniers die Nase vorn und siegt 7:6, 6:2. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
French Open 2011: Federer – Wawrinka 9:1: Im Achtelfinal lässt Roger Stan beim 6:3, 6:2 und 7:5 überhaupt keine Chance. AP / MICHEL EULER
Indian Wells 2011: Federer – Wawrinka 8:1: Die beiden spielen in der kalifornischen Wüste zusammen Doppel und treffen im Viertelfinal aufeinander. Roger besiegt Stan klar mit 6:3, 6:4. AP / DARRON CUMMINGS
Australian Open 2011: Federer – Wawrinka 7:1: Stan arbeitet sich in Melbourne bis in den Viertelfinal vor und muss sich dort von Roger teilweise vorführen lassen. Er verliert 1:6, 3:6 und 3:6. AP / SHUJI KAJIYAMA
Stockholm 2010: Federer – Wawrinka 6:1: Im Viertelfinal hätte Stan eigentlich gewinnen müssen, doch Roger fängt sich nach einem katastrophalen ersten Satz und bodigt Stan 2:6, 6:3, 6:2. AP SCANPIX SWEDEN / FREDRIK SANDBERG / SCANPIX
French Open 2010: Federer – Wawrinka 5:1: Beim ersten Duell über drei Gewinnsätze ist Stan überfordert und verliert im Achtelfinal 3:6, 6:7, 2:6. EPA / GUILLAUME HORCAJUELO
Madrid 2010: Federer – Wawrinka 4:1: Es ist der klarste Sieg von Roger gegen Stan, 6:3, 6:1 gewinnt er im Achtelfinal. AP / ANDRES KUDACKI
Montreal 2009: Federer – Wawrinka 3:1: Stan hält im Achtelfinal gut mit, zieht am Ende aber ohne Satzgewinn den Kürzeren, Roger siegt 6:3, 7:6. AP / Andrew Brownbill
Monte Carlo 2009: Federer – Wawrinka 2:1: Stan gewinnt im Achtelfinal sensationell 6:4, 7:5, die Partie geht als «Königsmord von Monte Carlo» in die Geschichte ein. AP / LIONEL CIRONNEAU
Dubai 2006: Federer – Wawrinka 2:0: Beim zweiten Duell mit Roger schafft es Stan zum ersten Mal ins Tiebreak, verliert in der 2. Runde aber dennoch 6:7, 3:6. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Rotterdam 2005: Federer – Wawrinka 1:0: Das erste Duell der beiden Schweizer geht klar an Roger, im Achtelfinal schlägt er den damals knapp 20-jährigen Stan 6:1, 6:4. KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI
Auch in der aktuellen Debatte um die Absetzung von Chris Kermode als Präsident der Profispieler-Vereinigung ATP vertreten sie die gleiche Meinung. Wawrinka sagte: «Es ist eine traurige Nachricht für das Tennis. Ich bin nicht damit einverstanden.» Es sei für ihn überraschend, er fordere Erklärungen.
Federer: «Schwer verständlich»
Ähnlich äusserte sich Roger Federer, der den Spielerrat zuvor während Jahren präsidiert hatte. Er bemängelte die fehlende Kommunikation. Er habe Djokovic um ein Gespräch gebeten. Dieser habe ihm aber beschieden, «leider keine Zeit» zu haben. Djokovic habe ihn auf den nächsten Tag vertröstet. Auf jenen Tag, an dem der Entscheid bereits gefällt war. «Das ist für mich natürlich schwer verständlich», zitierte ihn der «Tages-Anzeiger». Federer zeigte sich besorgt, die Situation sei «explosiv» und unsicher. «Ich habe viele Fragen.»
Auch Rafael Nadal zeigte sich düpiert, zückte das Telefon und sagte: «Hier, mein Telefon. Sehen Sie, niemand hat Kontakt mit mir aufgenommen.» Er, Federer, Wawrinka und Konsorten hatten sich alle für eine Wiederwahl Kermodes ausgesprochen, wie der Grossteil der Spieler, die öffentlich Stellung bezogen haben. Gleichwohl sprachen sich die drei Spielervertreter gegen eine Vertragsverlängerung aus.
Als Drahtzieher gilt Novak Djokovic, der sich auf die «Vertraulichkeit» der Diskussionen im Spielerrat berief. Danach gefragt, weshalb er das Gespräch mit den anderen Grössen des Sports nicht gesucht habe, sagte er: «Wenn sie etwas wollen, können sie zu mir kommen.» Als einer von drei Spielervertretern stimmte Justin Gimelstob gegen eine Zukunft mit Kermode. Der Amerikaner, der sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss, gilt als Verbündeter Djokovics.
Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)
Roger Federer (2003 bis 2018): 20 Grand-Slam-Titel (6-mal Australian Open, 1-mal French Open, 8-mal Wimbledon, 5-mal US Open). EPA/EPA / NIC BOTHMA
Rafael Nadal (2005 bis 2020): 20 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 13-mal French Open, 2-mal Wimbledon, 4-mal US Open). AP/AP / Thibault Camus
Novak Djokovic (2008 bis 2021): 20 Grand-Slam-Titel (9-mal Australian Open, 6-mal Wimbledon, 3-mal US Open, 2-mal French Open). EPA / NIC BOTHMA
Pete Sampras (1990 bis 2002): 14 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 7-mal Wimbledon, 5-mal US Open). AP / AMY SANCETTA
Björn Borg (1974 bis 1981): 11 Grand-Slam-Titel (6-mal French Open, 5-mal Wimbledon). EPA / JACOB FORSELL
Rod Laver (1968 bis 1969): 5 von insgesamt 11 Grand-Slam-Titeln (1-mal Australian Open, 1-mal French Open, 2-mal Wimbledon, 1-mal US Open). EPA DPA / STR
Andre Agassi (1992 bis 2003): 8 Grand-Slam-Titel (4-mal Australian Open, 1-mal French Open, 1-mal Wimbledon, 2-mal US Open). AP / TONY FEDER
Ivan Lendl (1984 bis 1990): 8 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 3-mal French Open, 3-mal US Open). French Select / Bertrand Rindoff Petroff
Jimmy Connors (1974 bis 1983): 8 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 2-mal Wimbledon, 5-mal US Open). Hulton Archive / Hulton Archive
Ken Rosewall (1968 bis 1972): 4 von insgesamt 8 Grand-Slam-Titeln (2-mal Australian Open, 1-mal French Open, 1-mal US Open). ullstein bild / ullstein bild
John McEnroe (1979 bis 1984): 7 Grand-Slam-Titel (3-mal Wimbledon, 4-mal US Open). Getty Images Europe / Getty Images
Mats Wilander (1982 bis 1988): 7 Grand-Slam-Titel (3-mal Australian Open, 3-mal French Open, 1-mal US Open).
John Newcombe (1968 bis 1975): 5 von insgesamt 7 Grand-Slam-Titeln (2-mal Australian Open, 2-mal Wimbledon, 1-mal US Open). Hulton Archive / Frank Tewkesbury
Boris Becker (1985 bis 1996): 6 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 3-mal Wimbledon, 1-mal US Open). Getty Images Europe / Steve Powell
Stefan Edberg (1985 bis 1992): 6 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 2-mal Wimbledon, 2-mal US Open). Getty Images Europe / Dan Smith
Jim Courier (1991 bis 1993): 4 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 2-mal French Open). Getty Images AsiaPac / Tony Feder
Guillermo Vilas (1977 bis 1979): 4 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open, 1-mal French Open, 1-mal US Open). Getty Images Europe / Steve Powell
Stan Wawrinka (2014 bis 2016): 3 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 1-mal French Open, 1-mal US Open). X00211 / JEAN-PAUL PELISSIER
Andy Murray (2012 bis 2016): 3 Grand-Slam-Titel (2-mal Wimbledon, 1-mal US Open). Getty Images North America / Chris Trotman
Gustavo Kuerten (1997 bis 2001): 3 Grand-Slam-Titel (3-mal French Open). Bongarts / Martin Rose
Arthur Ashe (1968 bis 1975): 3 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 1-mal Wimbledon, 1-mal US Open). AP / RA
Jan Kodes (1970 bis 1973): 3 Grand-Slam-Titel (2-mal French Open, 1-mal Wimbledon). Hulton Archive / Central Press
Marat Safin (2000 bis 2005): 2 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 1-mal US Open). Getty Images AsiaPac / Clive Brunskill
Lleyton Hewitt (2001 bis 2002): 2 Grand-Slam-Titel (1-mal Wimbledon, 1-mal US Open). AP / TED S.WARREN
Jewgeni Kafelnikow (1996 bis 1999): 2 Grand-Slam-Titel (1-mal Australian Open, 1-mal French Open). AP / REMY DE LA MAUVINIERE
Patrick Rafter (1997 bis 1998): 2 Grand-Slam-Titel (2-mal US Open). Bongarts / Bongarts
Sergi Bruguera (1993 bis 1994): 2 Grand-Slam-Titel (2-mal French Open). Getty Images Europe / Gary M. Prior
Johan Kriek (1981 bis 1982): 2 Grand-Slam-Titel (2-mal Australian Open). New York Daily News / New York Daily News
Ilie Nastase (1972 bis 1973): 2 Grand-Slam-Titel (1-mal French Open, 1-mal US Open). Hulton Archive / Peter Cade
Stan Smith (1971 bis 1972): 2 Grand-Slam-Titel (1-mal Wimbledon, 1-mal US Open). Gamma-Keystone / Keystone-France