Die Luzerner können es nicht fassen, Xhaka kommt nach seiner Notbremse mit Gelb davon.
bild: screenshot srf
Nur Gelb für Notbremse – darum flog Xhaka in dieser Szene nicht vom Platz
Basel-Bonus? Gibt es gemäss der Aargauer Zeitung nicht mehr. Vor dem letzten Wochenende hat das Blatt sämtliche 35 Fehlentscheide der bisherigen Saison unter die Lupe genommen und festgestellt: War der FCB während seiner Meisterserie noch einer der Nutzniesser, ist er unterdessen zu einem der am häufigsten benachteiligten Klubs mutiert.
Nur Luzern und St.Gallen haben in dieser Saison bislang noch mehr unter den Fehlentscheiden der Schiedsrichter zu leiden. Nun traf der FCB gestern ausgerechnet auf den FC Luzern und prompt waren die Innerschweizer die grossen Leidtragenden eines Fehlentscheids.
Es läuft die 37. Minute, Luzern führt 1:0 und lanciert nach einem abgewehrten FCB-Eckball einen Konter: Taulant Xhaka zieht am Trikot von Shkelqim Demhasaj. Der Luzerner geht im Mittelkreis zu Boden. Ohne zu zögern pfeift Schiedsrichter Alain Bieri und zeigt Xhaka die Gelbe Karte. Gelb. Obwohl Xhaka der letzte Mann ist und Demhasaj damit klar daran hindert, alleine auf FCB-Goalie Jonas Omlin zu ziehen.
Xhaka sieht Gelb statt Rot.
Video: streamja
Ein Foul als letzter Mann hat in der Regel eine Rote Karte zur Folge. Bieri aber entscheidet anders. Die Luzerner Spieler fordern vehement einen Platzverweis für Xhaka. Dieser wiederum beschwert sich beim Unparteiischen darüber, verwarnt worden zu sein.
Die Stimmen zur Szene
Taulant Xhaka (FC Basel):
«Er hält und zieht mich zuerst. Danach bin ich zu spät und es ist ein Foul. Für mich ist es keine Rote Karte, Gelb ist okay. Es interessiert mich nicht, was die Luzerner denken.»
Jonas Omlin (FC Basel):
«Wir hatten in dieser Szene das Glück auf unserer Seite. Ich weiss nicht, ob Taulant der letzte Mann war, wahrscheinlich schon. Man hätte sicher Rot geben können. ‹Mimi› (Demhasaj, Anm.d.Red.) hätte auf alle Fälle Schwierigkeiten gehabt nach einem 50-Meter-Sprint. Es wäre interessant zu sehen gewesen, was passiert wäre. Vielleicht hätte Tauli ihn ja auch noch eingeholt.»
Schiedsrichter Alain Bieri erwischte gestern sicher nicht seinen besten Tag.
Bild: KEYSTONE
Bieri erklärte später FCL-Captain Marco Schneuwly seine Argumentation des Sachverhalts: Sinngemäss soll der Unparteiische die Verwarnung statt dem Platzverweis mit der weiten Entfernung – rund 50 Meter – von Demhasaj bis zum Tor begründet haben. Mit anderen Worten traute Bieri dem Luzerner nicht zu, allein mit dem Ball am Fuss bis vor Omlin und das Tor zu stürmen.
Noch zweimal ging's hoch zu und her:
- 24. Minute: FCB-Stürmer Ricky van Wolfswinkel rempelt Luzerns Knezevic an, der sich böse das Knie verdreht. Es kommt zur Rudelbildung, nur langsam beruhigen sich die Gemüter wieder.
- 58. Minute: FCL-Verteidiger Silvan Sidler grätscht nach dem Pfiff von Bieri Albian Ajeti in die Beine. Der FCB-Stürmer ist fuchsteufelswild und wirft dem Übeltäter wohl noch üblere Worte an den Kopf.
Am Ende müssen sich die Luzerner aber trotz des Schiri-Ärgers an der eigenen Nase nehmen, dass sie in der 95. Minute noch den 1:1-Ausgleich kassierten. Eigentlich wollte Bieri nämlich nur vier Minuten nachspielen lassen. Weil Pascal Schürpf, Blessing Eleke und Tomi Juric nach Fouls jeweils etwas gar lange auf dem Boden lagen und Zeit schinden wollten, verlängerte der Unparteiische um weitere zwei Minuten und so kam Basel durch Eray Cömert zum Last-Second-Ausgleich. (pre/cfe)
Das sind die 22 teuersten Schweizer Fussballer
Rang 30: David Sesa wechselte im Sommer 2000 für 7,25 Millionen Euro von der US Lecce zum SSC Napoli. Stand: August 2021.
Rang 29: Edimilson Fernandes wechselte im Sommer 2019 für 7,5 Millionen Euro von West Ham United zum 1. FSV Mainz. www.imago-images.de / bMartin Hoffmann
Rang 28: Patrick Müller wechselte im Sommer 2000 für 8 Millionen Euro von den Grasshoppers zu Olympique Lyon. EPA / MONTSERRAT T DIEZ
Rang 27: Valon Behrami wechselte im Sommer 2012 für 8 Millionen Euro von der AC Fiorentina zum SSC Napoli. AP/AP / Paolo Giovannini
Rang 26: Admir Mehmedi wechselte im Winter 2018 für 8 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum VfL Wolfsburg. EPA/EPA / DANIEL HECKER
Rang 25: Admir Mehmedi wechselte im Sommer 2015 für 8 Millionen Euro vom SC Freiburg zu Bayer Leverkusen. EPA/EPA / SASCHA STEINBACH
Rang 24: Ricardo Rodríguez wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Zürich zum VfL Wolfsburg. X00960 / RALPH ORLOWSKI
Rang 23: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Rang 22: Blerim Džemaili wechselte im Sommer 2011 für 9 Millionen Euro von Parma zu Napoli. AP PRESL / DAVIDE SPADA
Rang 21: Yann Sommer wechselte im Sommer 2014 für 9 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. EPA/EPA / RONALD WITTEK
Rang 20: Kevin Mbabu wechselte im Sommer 2019 für 9,2 Millionen Euro von den Young Boys zum Vfl Wolfsburg. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 19: Stephan Lichtsteiner wechselte im Sommer 2011 für 9,93 Millionen Euro von Lazio Rom zu Juventus Turin. Insidefoto / Insidefoto/freshfocus
Rang 18: Josip Drmic wechselte im Sommer 2015 für 10 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Borussia Mönchengladbach. DPA / MARIUS BECKER
Rang 17: Djibril Sow wechselte im Sommer 2019 für 10 Millionen Euro von den Young Boys zu Eintracht Frankfurt. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Rang 16: Timm Klose wechselte im Winter 2016 für 11 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Norwich City. AP PA / CHRIS RADBURN
Rang 15: Breel Embolo wechselte im Sommer 2019 für 11 Millionen Euro von Schalke zu Borussia Mönchengladbach. AP / Martin Meissner
Rang 14: Noah Okafor wechselte im Winter 2020 für 11,2 Millionen Euro vom FC Basel zu Red Bull Salzburg. EPA / YURI KOCHETKOV
Rang 13: Albian Ajeti wechselte im Sommer 2020 für 11,3 Millionen Euro vom FC Basel zu West Ham United. www.imago-images.de / Andy Rowland
Rang 12: Bernt Haas wechselte im Sommer 2002 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zum AFC Sunderland.
Rang 11: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2012 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zu Bayern München. EPA / KARL-JOSEF HILDENBRAND
Rang 10: Denis Zakaria wechselte im Sommer 2017 für 12 Millionen Euro von den Young Boys zu Borussia Mönchengladbach. AP/AP / Martin Meissner
Rang 9: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2018 für 14,7 Millionen Euro von Stoke City zum FC Liverpool. EPA/EPA / PETER POWELL
Rang 8: Xherdan Shaqiri wechselte im Winter 2015 für 15 Millionen Euro von Bayern München zu Inter Mailand.
Rang 7: Ricardo Rodriguez wechselte im Sommer 2017 für 15 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zur AC Milan. KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
Rang 6: Gregor Kobel wechselte im Sommer 2021 für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund. keystone / SASCHA STEINBACH
Rang 5: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2015 für 17 Millionen Euro von Inter Mailand zu Stoke City.
Rang 4: Gökhan Inler wechselte im Sommer 2011 für 18 Millionen Euro von Udinese Calcio zum SSC Napoli. AP / Franco Castanò
Rang 3: Manuel Akanji wechselte im Winter 2018 für 21,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Dortmund.
Rang 2: Breel Embolo wechselte im Sommer 2016 für 26,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Schalke 04. EPA/DPA / MARIUSÂ BECKER
Rang 1: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2016 für 45 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London. AP / MATT DUNHAM
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