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Abseits der Schlagzeilen: Mehr Tote in Lateinamerika als in allen grossen Kriegen zusammen

Publiziert: 26.01.16, 10:26 Aktualisiert: 26.01.16, 11:46

Die 20 gefährlichsten Städte der Welt

Eine am Montag veröffentlichte Liste nennt die weltweit gefährlichsten Städte des Jahres 2015. Rang 20: Barquisimeto in Venezuela. AP EL INFORMADOR / ROGER VARELA
Auf Rang 19 folgt Baltimore in den USA. Dort wurden 2015 laut dem Bericht 343 Personen ermordet. EPA/EPA / SHAWN THEW
Die Idylle trügt: Die Stadt Maceió an der brasilianischen Atlantikküste ist die 18. gefährlichste der Welt. (bild: wikipedia)
Die überwältigende Mehrheit der 50 gefährlichsten Städte liegt in Lateinamerika. Hier Platz 17: Culiacán in Mexiko. (bild: wikipedia)
Rang 16: Im brasilianischen João Pessoa wurden vergangenes Jahr pro 100'00 Einwohner 58 Tötungsdelikte verzeichnet. EPA/EFE / Marcelo Sayao
Rang 15 belegt St.Louis. Die Stadt aus dem Bundesstaat Missouri ist somit die gefährlichste der USA. X03493 / KATE MUNSCH
Rang 14: Dieses Kind im brasilianischen Salvador lebt gefährlich. 2015 wurden hier 1996 Personen umgebracht. Getty Images North America / Mario Tama
Rang 13: Von den rund 1.5 Mio Einwohnern im brasilianischen Natal wurden vergangenes Jahr deren 921 umgebracht. EPA/EFE / Ney Douglas
So paradiesisch präsentierte sich das brasilianische Fortaleza vor der Fussball-WM, doch die Stadt ist äusserst unsicher: Rang 12. Getty Images South America / Robert Cianflone
Rang 11: Ciudad Guayana in Venezuela mit 62 Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohner. (bild: skyscrapercity.com)
Rang 10: Die Zeiten des grossen Cali-Kartells sind zwar vorbei, dennoch toben in der kolumbianischen Stadt weiterhin heftige Bandenkämpfe. (bild: wikipedia)
Wir wechseln den Kontinent und gehen nach Südafrika. Rang 9: Cape Town.
Rang 8: Palmira in Kolumbien. (bild: wikipedia)
Rang 7 der gefährlichsten Städte der Welt belegt Valencia in Venezuela. Traurige Bekanntheit erhielt die Stadt, als im Jahr 2014 bei einer Demonstration Schönheitskönigin Genesis Carmona erschossen wurde. EPA/EFE/Notitarde / Mauricio Centeno / Notitarde HANDOUT
Rang 6: Auch die honduranische Stadt Tegucigalpa hat ein Sicherheitsproblem. 2015 wurden dort 882 Personen umgebracht. X03200 / JORGE CABRERA
Ein weiterer Vertreter Venezuelas: Rang 5 geht an die Stadt Maturin mit rund 580'000 Einwohnern. (bild: wikipedia)
Im Ferienort Acapulco muss man besonders vorsichtig sein. Die mexikanische Stadt belegt Rang 4 der gefährlichsten Städte der Welt. (bild: wikipedia)
Rang 3: Hohe Polizeipräsenz in San Salvador. 2015 wurden in der Hauptstadt von El Salvador fast 2000 Menschen getötet. X03700 / JOSE CABEZAS
Vier Jahre lang belegte San Pedo Sula Rang 1 der gefährlichsten Städte der Welt. Jetzt ist die zweitgrösste Stadt Honduras' auf Rang 2 abgerutscht. X80001 / HANDOUT
Die gefährlichste Stadt der Welt ist Caracas, die Hauptstadt von Venzuela. Im Jahr 2015 wurden von den rund 3 Millionen Einwohnern deren 3'946 ermordet. Das ergibt die traurige Rekord-Rate von rund 120 Tötungsdelikte pro 100'000 Einwohner. X02433 / Carlos Garcia Rawlins

Zwischen Mexiko und Feuerland tobt ein Krieg, weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Er wird geführt zwischen Drogengangs und der Polizei, Paramilitärs und Jugendbanden. In Brasilien und Mexiko sterben mehr Menschen als auf den Schlachtfeldern dieser Welt.

Das neue Jahr ist erst einige Stunden alt, da versinkt El Salvador schon wieder in einer Gewaltorgie. Bei Gefechten zwischen mutmasslichen Mitgliedern der Jugendbande Mara Salvatrucha und der Polizei sterben im Bezirk Valle Nuevo sechs Menschen im Kugelhagel.

Weitere Menschen sterben bei Schiessereien, Raubüberfällen oder Familienstreitigkeiten. Am Ende des Neujahrstags stehen 35 Morde in der Polizeistatistik.

Damit fängt das neue Jahr so blutig an wie das alte endete. 105 Morde pro 100'000 Einwohner wurden 2015 in dem mittelamerikanischen Land registriert. Damit ist El Salvador das weltweit gefährlichste Land ausserhalb von Kriegsgebieten. Bei einem Wert über 10 spricht die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer «Gewaltepidemie».

Jugendbanden kontrollieren Stadtviertel

Für den Grossteil der Gewalt in dem mittelamerikanischen Land werden Jugendbanden – die sogenannten Maras – verantwortlich gemacht. Die Gangs kontrollieren ganze Stadtviertel. Sie sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.

Zuletzt gab es aber auch immer wieder Hinweise auf die Todesschwadronen, die willkürlich Jugendliche töten, die sie für Bandenmitglieder halten. Die paramilitärischen Gruppen werden von konservativen Unternehmerkreisen finanziert.

Die Maras wiederum machen gezielt Jagd auf Polizisten und Soldaten. Die Beamten dürfen jetzt auch in ihrer Freizeit Waffen zur Selbstverteidigung tragen, weil Bandenmitglieder sie meist nach Dienstschluss abpassen.

Fotos aus Zentralamerika: Der Tod auf der Strasse

Der spanische Fotograf Javier Arcenillas hält die Gewalt in Zentralamerika fest – und begibt sich dafür oft in gefährliche Situationen. Hier lichtet er in Guatemala-Stadt die Drohgebärde eines vermummten Killers ab. Der junge Mann, der für 100 Dollar Auftragsmorde verübte, ist inzwischen selbst tot. (Bild: Javier Arcenillas)
Rocket, ein junger Killer mit einer Machete. Er hat bei einer Konfrontation mit der Polizei sein linkes Bein verloren. (Bild: Javier Arcenillas)
San Pedro Sula, eine Industriemetropole im Norden von Honduras, ist die Bandenhochburg des Landes. Hier ist ein Polizist während einer Razzia gegen die Bande «Los Alegría» im Einsatz, eine der gefürchtetsten Gruppen der Stadt. (Bild: Javier Arcenillas)
Eine Szene in Tegucigalpa, Hauptstadt von Honduras. Zwei Jugendliche werden von der Polizei festgenommen und misshandelt. Sie waren mit Marihuana aufgegriffen worden. (Bild: Javier Arcenillas)
Ein Graffito des honduranischen Straßenkünstlers «Maeztro Urbano», der auf seinen Bildern den täglichen Horror in den Straßen Tegucigalpas festhält. (Bild: Javier Arcenillas)
Ein Mädchen, das auf den Strassen von Tegucigalpa lebt und Klebstoff schnüffelt. Die Zwölfjährige schneidet sich die Haare kurz, damit sie als Junge durchgeht und nicht vergewaltigt wird. Hier bricht sie in Tränen aus, als sie dem Fotografen von ihrem Leid erzählt. Mittlerweile lebt das Mädchen in einer Herberge für Straßenkinder. (Bild: Javier Arcenillas)
In der Nachbarschaft fallen Schüsse: Menschen in San Pedro Sula brechen in Panik aus. Der Horror des Bandenkriegs ist zwar alltäglich, aber man gewöhnt sich nie richtig an die Gewalt. (Bild: Javier Arcenillas)
Ein Sicario drückt einem Opfer eine Pistole gegen den Kopf und fordert Geld. Arcenillas wird regelmässig von der Polizei festgenommen, sogar von den Chefs der Killerkommandos zu Hinrichtungen eingeladen. «Auch ich habe ständig eine Heidenangst», sagt er. (Bild: Javier Arcenillas)
Ein Mann nach einem Angriff durch Mitglieder einer Killerbande. Weil er angeblich einen Drogenhändler bestohlen hatte, tötete die Bande seine Frau und seine Kinder. (Bild: Javier Arcenillas)
Dieser frühere Gangster beteiligt sich heute an einem Reintegrationsprojekt des honduranischen Instituts für Kinder und Familie. (Bild: Javier Arcenillas)
«Zelle Nummer 1 für Männer» steht über dieser Arrestzelle in einer Polizeistation in Tegucigalpa. Der aggressiv blickende Mann ist wegen Raubes und Drogenhandels in Untersuchungshaft. (Bild: Javier Arcenillas)
Lynchjustiz in Honduras: Ein Dieb liegt gefesselt in San Pedro Sula auf der Straße. Am nächsten Tag steht in den Zeitungen, dass der Mann gestorben ist. (Bild: Javier Arcenillas)
Ein Mitglied der Bande «Los Alegría» sitzt festgenommen in einem Polizeifahrzeug. Darüber thront der vermummte Polizist. (Bild: Javier Arcenillas)
Gewalt ist Mode in San Pedro Sula. Für viele Kinder in Honduras gilt es als schick, ein Bandenmitglied zu sein. Maras werden die Jugendbanden genannt. Hier ein Junge, der kein Mara ist, aber eine Pistole als Gürtelschnalle trägt. (Bild: Javier Arcenillas)
Aurora Ramos wurde in Guatemala-Stadt erschossen. Sie hat dem Täter angeblich Geld geschuldet. Ein Schulkind geht vorbei, ein Polizist bewacht die Leiche. (Bild: Javier Arcenillas)
Guatemala-Stadt: Eine 31 Jahre alte Frau wurde mit sechs Schüssen in einem Taxi niedergestreckt. Die Tat geschah in Zone 10, dem Hotel- und Ausgehviertel, das als eine der sichersten Gegenden der Hauptstadt gilt. (Bild: Javier Arcenillas)
Krankenhaus San Juan de Dios in Guatemala-Stadt. In dieses Hospital werden die meisten Schusswunden-Opfer eingeliefert. Hier versorgen die Notärzte einen Mann, der aus Versehen in einen Schusswechsel geraten ist. (Bild: Javier Arcenillas)
Wandbild in Guatemala-Stadt. Über zwei Totenköpfen steht: «In Guatemala ist immer Totentag.» (Bild: Javier Arcenillas)
Hier enden alle Bandenkriege. Ein Friedhof in Guatemala-Stadt zum Ende einer Beerdigung. Ein Mariachi – ein landestypischer Moritaten-Sänger – spielt eine letzte Melodie für den Toten. (Bild: Javier Arcenillas)

33 Prozent der Morde in Lateinamerika

Während sich in Europa die Aufmerksamkeit derzeit vor allem auf den Konfliktherd Nahost richtet, liegen die wahren Todeszonen in Lateinamerika und der Karibik: 33 Prozent aller Morde weltweit geschehen dort, obwohl nur acht Prozent der Weltbevölkerung in der Region leben.

Eins von fünf Mordopfern weltweit ist entweder Brasilianer, Venezolaner oder Kolumbianer. Die venezolanische Hauptstadt Caracas ist mit fast 120 Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohner die Mord-Hauptstadt der Welt.

«Die Lage in Lateinamerika ist ein Desaster. Es ist die einzige Region der Welt, in der die Zahl der Tötungsdelikte zwischen 2000 und 2012 angestiegen ist», sagt der Kriminologe Carlos Vilalta vom mexikanischen Forschungsinstitut Cide.

Krisensicheres Geschäft: Sarg-Herstellung in Caracas.
Bild: Carlos Garcia Rawlins/REUTERS

Mehr Zivilisten gestorben als in Krisengebieten

Mit über 56'000 Mordopfern starben 2014 allein in Brasilien mehr Zivilisten durch Gewalt als in den Krisengebieten Afghanistan, Irak, Syrien und der Ukraine zusammen, wie Robert Muggah vom brasilianischen Instituto Igarapé sagt.

Aufgrund des Friedensprozesses mit der linken Guerillaorganisation FARC, eines entschlossenen Vorgehens gegen das organisierte Verbrechen und innovativer städtebaulicher Massnahmen in den Brennpunkten, ist die Zahl der Morden in Kolumbien zuletzt zwar auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken.

Mit knapp 12'000 Tötungsdelikten im vergangenen Jahr gehört es aber noch immer zu den Ländern mit den meisten Morden weltweit.

Das echte Dschungelcamp: Alltag bei den kolumbianischen FARC-Rebellen

Es ist nicht die kolumbianische Version des RTL-«Dschungelcamps», sondern Alltag bei der FARC: Rebellen baden Anfang Januar 2016 in einem Fluss nahe ihres Unterschlupfs im Bundesstaat Antioquia. Bei der marxistischen Guerilla gibt es viele Paare ... AP/AP / Rodrigo Abd
... das Wenige wird geteilt. Das Camp selber ist kein Luxus. Hier cremt sich Yira Castro ein: Die Kommandantin mittleren Ranges ist sowas wie die Mutter des Lagers der 36. Brigade, in dem sich immer öfter Frauen des Machotums erwehren. AP/AP / Rodrigo Abd
Vernetzt auch im kolumbianischen Urwald: Auch Yira Castro ist mit einem FARC-Kämpfer liiert. Die Gruppe ist heute etwa 8000 Mann (und Frau) stark und wurde 1964 gegründet. In dem blutigen Konflikt wurden bisher mindestens 220'000 Menschen getötet ... AP/AP / Rodrigo Abd
Die jungen Kämpfer haben oftmals schon viel erleben müssen: Oft sind sie mehr von persönlichen Tragödien gezeichnet als von politischer Ideologie. Diese 20-Jährige ist mit 16 aus ihrem verarmten Zuhause zusammen mit ihrem Onkel geflohen, nachdem ihr Stiefvater sie vergewaltigt hat. AP/AP / Rodrigo Abd
Das Leben im Dschungel ist hart, doch meist kommen die Kämpfer ohnehin aus bescheidenen Verhältnissen: Harrison zieht ein Schwein zum Feuer, bevor die Borsten entfernt werden. Das Tier wird 26 Menschen einige Tage ernähren. AP/AP / Rodrigo Abd
Hier verwertet die Gruppe Innereien des Schweins. Und wo wir schon beim Allttag sind: Und in den Töpfen, sieht es ... AP/AP / Rodrigo Abd
... dann so aus: Reis, Eier, Wurst und Bohnen kommen auf den Blättertisch. Das ist für die meisten Kämpfer mehr als früher: Die FARC ist für sie Familienersatz, ernährt sie und vermittelt Zugehörigkeit. AP/AP / Rodrigo Abd
Nach wie vor verdient die FARC Geld durch Entführungen. Erst Mitte Januar hat das Militär in der Stadt Aguachica mit 200 Soldaten 15 Fischer, darunter drei Minderjährige, aus der Hand der Rebellen befreit. Im Bild: Commander Juan Pablo, 41, mit einer Patrouille. AP/AP / Rodrigo Abd
Doch in den Konflikt ist Bewegung gekommen: Regierung und Guerilla haben sich bei Verhandlungen auf eine von der UNO überwachte Waffenruhe geeinigt. Die Beobachter sollen nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages auch ... AP/AP / Rodrigo Abd
... zwölf Monate lang eine Entwaffnung der Rebellen kontrollieren. Marcela beim Baden im besonders undurchlässigen Dschungel. Grosse Camps gehören der Vergangenheit an: Einheit 36 (eigentlich Front 36) besteht aus 22 Soldaten, 4 Kommandeuren und 2 Hunden. AP/AP / Rodrigo Abd
Durchschnaufen im Bürgerkrieg: Seit die FARC am 20. Juli 2015 eine einseitige Waffenruhe ausgerufen hatte, stellte die kolumbianische Regierung die Luftangriffe auf Rebellenstellungen ein. Seit Mitte November sind die Kämpfe ganz zum Erliegen gekommen. AP/AP / Rodrigo Abd
Bei der Küchenarbeit müssen alle ran – doch vielleicht ist die Mission bald vorbei. Bis März wollen die Konfliktparteien in Kolumbien den Friedensvertrag unterzeichnen. AP/AP / Rodrigo Abd
Kommandeur Juan Pablo mit Freundin und Mitkämpferin Tania. Die 25-Jährige hat grosse Ambitionen: «Wenn der Friedensvertrag unterzeichnet wird, würde ich mit Juan gerne zwei Kinder haben, Zahnarzt werden und Armen mit meiner Arbeit helfen.» AP/AP / Rodrigo Abd
Feldärztin Cindy wickelt ihre Waffe ein, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Sie ist bei der FARC, seit sie 18 Jahre alt ist. «Wenn es Frieden mit der Regierung gibt, müssen wir in die Politik gehen, Bildung schaffen – und nach all den Jahren endlich unsere Familien wiedersehen.» AP/AP / Rodrigo Abd
Juliana und Alexis vor ihrem Zelt: Innerhalb des Camps spielt Geld keine Rolle. Von Medizin bis zu Zigaretten wird alles zugewiesen. «Deshalb gibt es auch keine Abhängigkeit, durch die sie erwartet, dass ich sie versorge – so wie es üblich ist in Lateinamerika», erklärt Alexis. «Zwischen uns gibt es nur Liebe.» AP/AP / Rodrigo Abd
Alexis, 24, schert Juan Pablos Haare. Der denkt erstmals an ein Leben nach dem Dschungel. Im Zuge des Friedensprozesses sind die ersten 16 Rebellen aus der Haft entlassen worden. Es handle sich um eine «erste Geste der Regierung» nach dem Andauern der Waffenruhe. AP/AP / Rodrigo Abd

Die Länder mit den höchsten Mordraten

Platz 10: Kolumbien, 31,8 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 15'419. X01491 / STRINGER/COLOMBIA
Platz 9: Südafrika, 31,9 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 17'068. EPA/EPA / NIC BOTHMA
Platz 8: St.Kitts and Nevis, 33,4 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 18. wikipedia
Platz 7: Swaziland, 33,8 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 423. X90069 / SIPHIWE SIBEKO
Platz 6: El Salvador, 39,8 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 2499. EPA/EFE / Oscar Rivera
Platz 5: Guatemala, 39.9 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 6170. EPA/EFE / ESTEBAN BIBA
Platz 4: Jamaika, 42,9 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 1200. P/AP / Rodrigo Abd
Platz 3: Belize, 45,1 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2012: 145. AP/Belize Tourist Board
Platz 2: Venezuela, 53,6 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2012: 16'072. X02433 / CARLOS GARCIA RAWLINS
Platz 1: Spitzenreiter der UN-Statistik: Honduras. Das zentralamerikanische Land hat mit 90,4 pro 100.000 Einwohner die höchste Tötungsrate der Welt. Anzahl Morde 2013: 6757. X03200 / JORGE CABRERA

Selten in den Schlagzeilen

Nur ganz selten schafft es die Gewalt in Lateinamerika in die internationalen Schlagzeilen. Dabei haben die Gewaltexzesse abgesehen vom persönlichen Leid durchaus auch politische, wirtschaftliche und soziale Folgen.

Ein Polizist und ein Forensiker stecken in El Salvador ein Opfer in einen Leichensack.
Bild: JOSE CABEZAS/REUTERS

«Die extreme Zahl der Morde in El Salvador ist ein Zeichen des sozialen Zerfalls», sagt Jeannette Aguilar von der Universität José Simeón Cañas. «Die psychosozialen Traumata der Angehörigen produzieren ökonomische und soziale Kosten. Das sollte dem Staat Sorgen bereiten.»

Teure Gewalt

Das Institut für Wirtschaft und Frieden (IEP) schätzt die weltweiten Folgekosten von Tötungsdelikten auf jährlich 1.43 Billionen US-Dollar. Die Gewalt zwingt zudem überall in der Region die Menschen zur Flucht.

Der Schlüssel im Kampf gegen die Gewaltepidemie in Lateinamerika ist nach Einschätzung von Experten das Justizwesen. In El Salvador werden beispielsweise nur fünf von 100 Mördern verurteilt.

«In Ländern mit hohen Mordraten sollte die Reform des Rechtswesens Priorität geniessen», schreibt Manuel Eisner von der Universität Cambridge in einer Studie. «Ohne effektive Rechtsstaatlichkeit werden alle anderen Ansätze fragil und wenig nachhaltig sein.»

(sda/dpa)

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