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Bild: EPA

Acht-Millionen-Raub

Der Basler Pink Panther muss in den Käfig

Im Fall des Acht-Millionen-Diamantenraubs in Basel schenkte das Gericht den teilweise abstrusen Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten keinen Glauben. Er muss für sieben Jahre ins Gefängnis.



An der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld sind im März 2011 vier hochkarätige Diamanten aus einer Vitrine gestohlen worden. Zudem verschwanden bereits 2010 an der Messe wertvolle Schmuckstücke aus Vitrinen. Dank Videobildern konnte ein 42-jähriger Montenegriner 2013 in Polen verhaftet werden. Jetzt hat ihn das Strafgericht Basel-Stadt zu sieben Jahre Freiheitsentzug verurteilt.

Wie die Staatsanwaltschaft ging das Gericht davon aus, dass er als Mitglied einer Bande an den beiden Diebstählen beteiligt war. Der Gesamtwert der Beute betrug über acht Millionen Franken. Massgebliche Indizien waren DNA-Spuren auf dem Vitrinenschlüssel im ersten Fall und Bilder aus einem Überwachungsvideo im zweiten Fall. 

Handschrift der Pink Panther

Vieles deutet darauf hin, dass es sich beim Verurteilten um ein Mitglied der Schmuckdiebe Pink Panther handelt. In erster Linie sei die Qualität der Beute ein Indiz dafür, sagte Martin Winckel, Sicherheitsexperte für die Schmuck- und Uhrenbranche, zu watson. Um solche hochkarätigen Diamanten zu Geld zu machen, brauche es eine Organisation, die die Steine umschleifen und mit einem neuen Zertifikat ausstatten könne. Über diese Hintermänner verfügt die international tätige Bande Pink Panther

Verteidigung zweifelte DNA-Proben an

Der Verurteilte hatte alle Vorwürfe bestritten. Die Verteidigung hatte eingewendet, dass die aus Montenegro gelieferte Vergleichs-DNA möglicherweise nicht vom Beschuldigten stamme und die Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Mann auf den Videoaufnahmen zufällig sei.  Zum Beweis legte der Verteidiger ein Bild des italienischen Pornostars Rocco Siffredi vor. Dieser sehe dem Mann auf dem Videobild ebenso ähnlich wie sein Mandant.

Das Gericht befand jedoch, dass es keine Anhaltspunkte für falsche DNA gebe und der Beschuldigte dem Mann auf den Bildern nicht nur gleiche, sondern die Gesichtsmerkmale deckungsgleich seien. Als weitere Indizien nannte die Präsidentin einschlägige Vorstrafen sowie einen Aufenthalt in Hongkong während der dortigen Schmuckmesse. Der Verurteilte hat zugegeben, dass er in Hongkong war und dies gar abenteuerlich mit dem Einkauf von Baumaterial begründet.

Wo sind die Diamanten?

Der Schaden von 8,57 Millionen Franken sei zudem mit verschiedenen Unterlagen hinreichend belegt, führte die Gerichtspräsidentin weiter aus. Das Gericht habe deshalb den Antrag der Verteidigung auf Beizug der Geschäftsbücher im Verfahren abgelehnt. Allein die vier Diamanten im zweiten Fall sind 8,3 Millionen Franken wert. Wo die kostbaren Schmuckstücke und Steine geblieben sind, ist nicht bekannt.

Mit Material der Nachrichtenagentur sda

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