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Meine Firma ist konkurs – muss ich dennoch Kindesunterhalt bezahlen?

Weniger Firmen mussten Konkurs anmelden (Symbolbild).
Bild: keystone
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Meine Firma ist konkurs – muss ich dennoch Kindesunterhalt bezahlen?

Ja. Auf deinen Antrag hin kann das Gericht den Unterhaltsbetrag jedoch anpassen. Dies dauert möglicherweise sehr lange. Nicht nur deswegen ist es oft besser für alle, wenn du mit deinem Ex-Partner eine einvernehmliche Lösung findest.
26.02.2021, 15:0126.02.2021, 15:10
Vera Beutler / lex4you by TCS
Vera Beutler / lex4you by TCS

Trennst du dich von deinem Partner und Vater deines Kindes, muss das Gericht oder ihr selbst festlegen, wer wem wie viel Unterhalt bezahlen muss. Dieser Unterhaltsbetrag orientiert sich namentlich am Einkommen.

«Ein besonders schlechtes oder ein besonders gutes Jahr ändert an sich noch nichts an der Höhe des Unterhaltsbetrages.»

Massgebliches Einkommen bei Selbstständigen

Ist der unterhaltspflichtige Elternteil selbstständig, gilt nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung in der Regel der durchschnittliche Reingewinn der letzten drei Jahre als massgebliches Einkommen. Ein besonders schlechtes oder ein besonders gutes Jahr ändert an sich noch nichts an der Höhe des Unterhaltsbetrages. Hingegen passt das Gericht den Betrag grundsätzlich an, wenn der Einkommensrückgang dauerhaft und erheblich ist.

Contentpartnerschaft mit TCS / lex4you.ch
Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit TCS Rechtsschutz und seiner interaktiven Rechtsauskunftsplattform lex4you.ch. Die Fragen stammen direkt aus dem Alltag von Rechtsschutzversicherten – kompetent beantwortet von der Juristin und Leiterin von lex4you.ch, Vera Beutler. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

«Grundsätzlich» bedeutet natürlich, dass dies nicht immer der Fall ist. Denn auch bei einem massiven Einkommensverlust musst du alles Zumutbare und Mögliche daran setzen, dein ursprüngliches Einkommen wieder zu erreichen. Machst du das nicht, berechnet das Gericht den neuen Unterhaltsbetrag allenfalls auf der Basis eines hypothetischen Einkommens und kommt so möglicherweise auf den gleichen Betrag wie ursprünglich festgelegt.

Dass Gerichte hier strenge Massstäbe anwenden, hat jüngst ein Beizer am eigenen Leib erfahren. Angesichts massiver Umsatzeinbussen hatte er vor Gericht eine Reduktion der Unterhaltszahlungen verlangt. Er stiess damit aber auf wenig Musikgehör: Denn das Gericht hat sämtliche staatlichen Abfederungsmassnahmen – im konkreten Fall die Kurzarbeitsentschädigung, aber auch eine mögliche Mietzinsreduktion – bei der Berechnung des Unterhaltsbetrages miteinbezogen.

Neuer Job muss möglich und zumutbar sein

Geht deine Firma Konkurs und verlierst du damit dein Einkommen massgeblich oder gar vollständig, gibt es in der Regel keine möglichen Abfederungsmassnahmen. Allerdings hast du möglicherweise Anspruch auf Arbeitslosentaggelder, die als Einkommen gelten. Diese ersetzen natürlich nicht das gesamte ursprüngliche Einkommen. Das Gericht kann entsprechend den Unterhaltsbetrag anpassen, dabei kann gemäss Bundesgericht eine mehr als vier Monate dauernde Arbeitslosigkeit als «dauerhaft» gelten. Auch hier kann das Gericht allerdings ein hypothetisches Einkommen dazurechnen, wenn es dir zumutbar und möglich wäre, eine neue Anstellung zu finden, du dich aber zu wenig darum bemühst.

Ein langwieriges Gerichtsverfahren ist manchmal notwendig, aber gerade wenn es um Kinder und Geld geht, auch für alle Beteiligten schwierig und belastend. Wie so oft gilt deswegen auch hier: Am besten ist es in der Regel, eine Lösung ohne das Gericht zu finden. Allenfalls kannst du dich mit deinem Ex-Partner auf einen neuen Unterhaltsbetrag einigen. Einen aussergerichtlich genehmigten Unterhaltsvertrag könnt ihr abändern, sofern die Kindesschutzbehörde dies nicht ausgeschlossen hatte. Auch eine im Scheidungsurteil festgehaltene Unterhaltsregelung könnt ihr schriftlich anpassen. Die Kindesschutzbehörde muss diese Vereinbarung genehmigen um sicherzustellen, dass ihr die Interessen der Kinder wahrt.

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FRAGFRAUFREITAG
Liebe Frau Freitag. Meine beste Freundin (26) trinkt zu viel. Und ich meine nicht damit, dass Sie dann in ihrer eigenen Kotze liegt. Es ist viel diskreter. Das ist das, was mich beunruhigt.
Sie trinkt zu oft und zu schnell. Während wir anderen in der Runde noch am ersten Glas Weisswein dran sind und plaudern, schenkt sie sie schon mit einem verschmitzten Lächeln das zweite, und dann verlegen das dritte ein. Wenn sie dann hinüber ist, weil sie zu viel getrunken hat, spielt sie am nächsten Tag alles herunter. Und sie hat auch nie einen Kater. Kein Kater = keine Reue. Aber wie will ich sie belehren gehen, wenn ich selber ab und wann im Ausgang abstürze. Meine Freunde und meine Generation trinken am Wochenende mal einen über den Durst. Wenn ich es ihr sage, ist es, wie wenn ein Raucher einem anderen Raucher sagt, er soll mal weniger rauchen. Eva, 25
Liebe Eva 

Was für eine spannende und auch anspruchsvolle Frage! Danke dafür!

Alkohol ist die am meisten verbreitete und gesellschaftlich verankerte und akzeptierte Droge überhaupt. Und keine Sau interessiert's. Während über Kokain und neuerdings auch wieder über Heroin viel geschrieben und diskutiert wird, stört sich an der abendlichen Flasche Wein kein Mensch.

Mich macht diese Tatsache auch immer wieder nachdenklich. Früher habe ich selten getrunken, aber wenn, dann richtig! Eine Strategie, die mein Hausarzt, gegenüber dem moderaten aber dafür regelmässigen Alkoholkonsum übrigens als gesünder bezeichnet. Die Leber leidet unter dem alltäglich zugeführten Alkohol angeblich mehr, als wenn man ein bis zweimal pro Monat richtig Gas gibt.

In Ihrer Generation ist das Abstürzen am Wochenende mehr verbreitet, während meine Generation eher allabendlich eine Flasche Wein zum Nachtessen trinkt und am Wochenende deren zwei bis drei, damit man nachher wieder einmal miteinander schlafen kann. Die Selbstverständlichkeit, mit der man wöchentlich mit einer Einkaufstüte voller leerer Weinflaschen zur Altglassammelstelle wandert, hat mich schon immer befremdet. Aber das mag auch daran liegen, dass ich Wein nicht so gerne mag und Prosecco sich nicht so einfach mit einem guten Essen entschuldigen und nebenher trinken lässt.

Alkoholismus fängt für mich dort an, wo man nicht mehr bewusst über das Öffnen einer Flasche irgendwas nachdenkt, sondern es automatisch geschieht. Und mir ist sehr wohl bewusst, dass nach dieser meiner persönlichen Definition etwa 65 % der Menschen Alkoholiker sind. Aber ich vermute nun einmal, dass ich mit dieser Schätzung auch nicht ganz so falsch liege. Aber leider ist es wenig sexy, über Alkohol als Droge nachzudenken. Dafür ist sie zu legal, zu einfach beschaffbar und durch alle Bevölkerungsschichten zu verbreitet.

Dies mag vielleicht tatsächlich daran liegen, dass es einem schwerfällt, den Mahnfinger zu heben, wenn man gerade selber ein Glas in der Hand hält. Aber dennoch finde ich, dass man es tun soll. Sie machen sich über Ihre Freundin Sorgen, weil diese mit ihrem bagatellisierenden Gebaren das Verhalten einer Trinkerin an den Tag legt? Sprechen Sie mit ihr darüber. Natürlich gibt es das biblische Zitat "Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein." Aber es geht ja hier nicht um die Steinigung Ihrer Freundin, sondern vielmehr um die Sorge, die Sie umtreibt. Konfrontieren Sie Ihre Freundin darum nicht mir Vorwürfen, sondern einfach mit Ihren Bedenken.

Es ist ein Akt der Liebe, wenn man sich um jemanden sorgt und diese Sorge auch anspricht, anstatt einfach wegzusehen. Mit dieser Aktion begibt man sich allerdings auf dünnes Eis und schon manche Freundschaft ist darob zerbrochen. Oft kann die tragende Eisfläche dadurch aber auch an Festigkeit gewinnen und darum bin ich ein grosser Freund des ehrlichen Wortes.

Alles Gute, Ihre Kafi.

Ach und übrigens: Das mit dem Kater ist auch eine Frage des Alters. Bis vor kurzem war ich auch davon verschont. Reue hatte ich allerdings auch immer schon ohne. Lust aufs Trinken allerdings auch. 
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