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Weihnachten ist ein Arschloch. Ausser, man beobachtet sie von sicherer Distanz und trinkt dabei Champagner.
Weihnachten ist ein Arschloch. Ausser, man beobachtet sie von sicherer Distanz und trinkt dabei Champagner.Bild:kafi freitag
FragFrauFreitag

Liebe Kafi, ich habe Angst vor Weihnachten. 

14.12.2015, 10:4014.12.2015, 11:29

Und zwar, weil mein Vater an diesem Tag schon seit Jahren den notorischen Miesepeter spielt, und meiner dekorierfreudigen, besinnlich gestimmtem, ausgiebig kochenden Mutter Jahr für Jahr die Freude daran ein Stück mehr vermiest. Dieses Jahr hat Paps schon Anfang Dezember damit angefangen, doch meine Versuche ihn aufzuheitern, das Ganze etwas ins Lächerliche zu ziehen oder es einfach zu ignorieren sind bisher gescheitert. Ich bin auch gegen zwanghafte Fröhlichkeit und das plötzlich so übertrieben Familiäre, mit voller Wucht auf einen Tag konzentriert. Hast du mir trotzdem einen Tipp, wie ich mit ihm und der Situation umgehen kann? Ihm an Heiligabend ein selbstbedrucktes «Ich-bin-der-Weihnachtsmuffel-Tshirt» anziehen und auf einem Stuhl in die Ecke hocken? (Wir feiern jeweils mit der Verwandtschaft mütterlicherseits, was es für ihn wahrscheinlich kaum einfacher macht ...) Laura, 25

Liebe Laura

Dass Weihnachten ein Arschloch ist, habe ich bereits letztes Jahr geschrieben. Aber natürlich stimmt das auch für dieses Jahr. Dieser Artikel bleibt immer aktuell. Darum unbedingt lesen!

Zu Ihrer Frage habe ich aber dennoch noch eine Gegenfrage, die nur Sie selber beantworten können: Warum um Himmels willen lassen Sie sich von Ihrem Vater dermassen die Stimmung verderben? Warum lassen Sie ihn Herr über Ihre Gefühlslage sein und sich bereits 2 Wochen vor dem besagten Abend die Laune verderben? Ist das nicht ein klein wenig zu viel Aufmerksamkeit für einen einzelnen Menschen?

Natürlich können Sie ihm mit einem solchen bedruckten Shirt noch mehr davon geben. Sie können Ihm auch einen Altar bauen und seine miese Stimmung beweihräuchern. Das wird Ihn bestimmt freuen, denn miese Stimmung macht ja auch nur dann Spass, wenn sie adäquat quittiert wird. Geben Sie Ihm die volle Präsenz und ich bin überzeugt, er wird im kommenden Jahr noch einen draufsetzen. Aufwind vom Feinsten, sage ich da nur.

Ich an Ihrer Stelle würde den Guten einfach ignorieren und mich an die Mutter und deren Stimmung halten. Im Wissen darum, dass einem jede doofe Laune schnell verleidet, wenn sich kein dankbares Publikum dafür findet.

Eine schöne Vorweihnachtszeit Ihnen! Und alles Gute! Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.



Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.



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Bild: Kafi Freitag
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