Ich mag es, wenn Dinge effizient laufen. Meine Arbeit, der Haushalt, der ÖV, sogar der Besuch bei meinen Verwandten: Wenn ich mit möglichst wenig Aufwand – sei es Zeit, Energie oder Geld – möglichst viel schaffe oder möglichst viele Dinge in einem Aufwisch erledige, dann macht mich das happy.
Klingt anstrengend, aber dank ein bitzli Übung hab ich da durchaus einen gewissen Flow entwickelt. Und beim Energiesparen bringt das nur Vorteile. Denn die entscheidende erste Frage lautet für mich: Wie kann ich mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Energie sparen?
Spätestens seit der drohenden Strommangellage, die uns gefühlt vor einer Ewigkeit unseren energetischen Alltag vermiest hat, ist das Internet geflutet mit Energiespartipps. Liechtli löschen, Wasserkocher nutzen, Standby-Modus vermeiden, die Heizung runterdrehen, und, und, und. Die ersten Tipps der langen Liste(n) habe ich wieder vergessen, bevor ich ihr Ende erreiche. Und bei einigen Ratschlägen zweifle ich, ob sie tatsächlich so viel bringen, wie sie mir schmackhaft machen wollen.
Ein Blick auf die Verbrauchszahlen hilft, und es zeigt sich: Die gesamte Beleuchtung macht keine zwei Prozent des Energieverbrauchs im Schweizer Durchschnittshaushalt aus. Aber das Heizen fast zwei Drittel! Zumindest, wenn man noch mit Öl oder Gas heizt. Bei einer Wärmepumpe ist es rund die Hälfte. Beim Heizen werde ich also mit Abstand am meisten Energie sparen können.
Wobei, das ist bei meiner Altbauwohnung mit Erdgasheizung fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Heizung ist so alt, dass der Temperaturregler noch nicht mal Stufen hat. Und meine Wohnung ist so klein, dass sie im Nu entweder zu warm oder zu kalt ist. Aber da werde ich mir schon was einfallen lassen. Denn immerhin spart jedes Grad weniger rund sechs Prozent Heizenergie. Das ist doch ganz ordentlich.
Der zweite grosse Posten im Haushalt ist das Warmwasser. Knapp 16 Prozent der Energie verbrauchen wir fürs Duschen, Baden, Abwaschen und Co. Aber von Tipps wie kalt oder zu zweit duschen halte ich nichts. Letzteres artet sowieso immer aus – und ich rede jetzt nicht vom Haareshampoonieren. Ich werde stattdessen Sparaufsätze an den Wasserhähnen und in der Dusche eine Sparbrause montieren. Meinen Erfahrungsbericht werdet ihr in absehbarer Zeit hier lesen können, wie übrigens auch jenen über meine hoffentlich neuen Heiz-Tricks.
Priorität Nummer drei im Haushalt hat die Küche. Zählen wir Kochen, Geschirrspülen, Kühlen und Gefrieren zusammen, kommen wir auf nicht ganz acht Prozent des Energieverbrauchs. Mit etwas Ehrgeiz läppert sich hier durchaus einiges Potenzial zusammen. Höchste Zeit also, nach One-Pot-Rezepten zu suchen. Social Media sei Dank, ist das Internet ja voll davon. Geschirrspüler habe ich leider keinen, denn richtig genutzt, wäre er sparsamer, als von Hand abzuwaschen.
Was mich tatsächlich stutzig macht, ist die Tatsache, dass Multimediageräte in den Haushalten inzwischen mehr Energie verbrauchen als Waschen und Trocknen. Als bekennender Serienjunkie trifft mich das natürlich. Aber meine Serien – und seien sie noch so seicht und schlecht – lass ich mir nicht nehmen. Deshalb werde ich einen meiner Beiträge der Frage widmen, wie ich beim Streamen Energie sparen kann. Und mal ehrlich, auch wenn es nicht der grösste Posten auf der Sparfuchs-Liste ist, betrifft er doch so einige von uns.
Was übrigens bei der ganzen Lichterlöscherei und Wasserkocherei oft vergessen geht, ist unsere Mobilität. In der Schweiz frisst sie mehr als ein Drittel der gesamten Energie und damit auch mehr als die Haushalte. Wir verbrauchen sie beim Auto-, Zug- und Busfahren und zu einem geringen Teil für den Gütertransport. In Sachen Energieverbrauch und CO2-Emissionen schlägt unser Lieblingsverkehrsmittel, das Auto, weit oben aus. Aber das sind keine Breaking News. Viel mehr interessiert mich, ob Autofahren auch mit kleinem Budget umweltfreundlich geht und wie viel Geld sich mit einem Elektroauto sparen lässt. Auch diesen Fragen werde ich einen eigenen Beitrag widmen.
So weit, so effizient. Ich bin gespannt, wie ich mich bei diesem Experiment schlagen werde.
PS: Eure Lifehacks zum Energiesparen sind selbstverständlich herzlich willkommen! Also ab damit in die Kommentarspalte.