Ich kann mit Fug und Recht behaupten: Ich bin ein Junkie! Nicht wie ihr jetzt denkt. Aber wenn es um Serien und Musik geht, hält mich nichts und niemand auf. Musik ist für mich wie ein Energiedrink an müden Tagen. Wenn sie läuft, komm ich in die Gänge – jetzt gerade streame ich irgendwas Minimal-Techno-mässiges. Und Serien? In der kalten Jahreshälfte könnte ich an manchen Tagen das Internet leerschauen. Abgesehen von den ultradummen Reality-TV-Serien. Da schaue ich lieber Katzenvideos. Energietechnisch ist mein Streaming-Verhalten suboptimal. Das ist mir bewusst.
Wenn es ums Energiesparen in den eigenen vier Wänden geht, ist Streaming zwar ein kleiner Posten, andererseits übersteigt der Stromverbrauch von Multimediageräten inzwischen den Energieverbrauch beim Waschen und Trocknen. Und diesen Strom verbrauchen wir natürlich nicht fürs E-Mail-Schreiben, sondern hauptsächlich beim Streamen.
Bei mir hat sich jedenfalls Ernüchterung breitgemacht, da mein Streaming-Verhalten jenseits von Gut und Böse ist – zumindest hab ich so meine Phasen. Verzicht geht da gar nicht. Punkt.
Was mich überrascht: Beim Streaming verheizen nicht die riesigen Rechenzentren, die ständig gekühlt werden müssen, am meisten Energie. Der Mammutanteil des Stroms verbraucht die Datenübertragung und der Fernseher. Mit einigen Tricks lässt sich da durchaus was zusammensparen.
Denn kaum zu glauben, aber fast die Hälfte des Stroms beim Videostreaming verbrauchen die Riesenfernseher. Je kleiner das Gerät, auf dem wir Filme gucken, desto weniger Strom verbrauchen wir. Ziemlich logisch und das ist bei mir easy, weil meine Wohnung so klein ist, dass ein monströser Flachbildfernseher gar kein Platz hat. Meine Binge-Watching-Abende zelebriere ich mit dem Laptop und externem Böxli. Check.
Aber so oder anders hat der Laptop gegenüber dem Monsterfernseher auch den Vorteil, dass ihr die Wiedergabequalität runterschrauben und die Serie in Standardqualität statt Full-HD oder gar Ultra-HD (auch 4K) gucken könnt. Das braucht bis zu zehnmal weniger Daten, was wiederum Strom für die Übertragung spart.
Bei meinen gefühlt 28 abonnierten Streamingdiensten hab ich teils einfach das entsprechende Abo ausgewählt und spare damit Geld, schliesslich ist schlechte Qualität günstiger. Was ich bisher nicht wusste: Bei Fernsehern und Laptops lässt sich die HDR-Funktion in den Einstellungen ausschalten. Vereinfacht gesagt, hebt die Funktion Kontraste und Details besser hervor. Ist sie aus, soll das bis zu 70 Prozent Strom sparen. Check. Meinen Banausen-Augen ist der Unterschied sowieso ziemlich egal.
Eine Rolle spielt auch, mit welcher Technik die Daten in die Stube übermittelt werden. Glasfaser verbraucht am wenigsten Energie für die Übertragung. Check. Viel gewonnen ist aber auf jeden Fall schon, wenn wir Videos nicht über das Mobilnetz schauen, sondern dafür WLAN oder je nach Gerät noch besser das LAN-Kabel nutzen. Check.
Nur bei meiner Musikhörerei komme ich nicht so recht in den Sparmodus. Das ganze Zeug herunterzuladen, damit ich mir die Datenübertragung spare, bringt herzlich wenig, wenn ich ständig neue Tracks höre. Einzig, wenn ich unterwegs bin, kommen jetzt wieder meine guten alten gespeicherten Alben zum Zug. So spare ich mir das Streamen übers Mobilnetz. Check. Und immerhin höre ich meine Musik ohne Video. Laut Internet offenbar keine Selbstverständlichkeit, obwohl das unnötig Daten und Energie verbraucht.
Letztlich darf ich mir noch ein «Check» geben, dafür, dass ich keine riesige Musikanlage laufen lasse (weil inexistent). Im Grossen und Ganzen schneide ich als Streaming-Junkie gar nicht so schlecht ab, würde ich meinen. Aber um fair zu bleiben: Bei meinem Partner schauen wir unsere Serien tatsächlich auf dem riesigen Flachbild-TV mit externer Stereoanlage – aber immerhin sitzen wir dann zu zweit vor der Kiste.
Ernsthafte Vorschläge für ernsthafte Einsparungen im Bereich IT und Internet:
1. Kryptowährungen verbieten
2. Kryptowährungen verbieten
3. Kryptowährungen verbieten