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Students follow professor Dr. Thomas Berndt's lecture on controlling and accounting in the big auditorium

Was fällt auf diesem Bild auf? Genau, keine Laptops. Es sind offensichtlich Ethnologie-Studenten. Bild: KEYSTONE

Der Enthüller

Satire – (fast) kein Wort ist wahr

Der Enthüller

10'000 potentielle Arbeitslose haben gestern das Studium begonnen

Zürich (den) – Gestern war nationaler Studienbeginn für zehntausende Studenten an hiesigen (Fach-)Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Somit werden auch in drei Jahren wieder tausende Studenten direkt nach dem Bachelorstudium einen Platz bei der lokalen Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen. «Studiumsbeginn ist für uns immer eine herausfordernde Zeit», sagt Marianne Zbinden vom Zürcher RAV. «Es tut uns im Herzen weh, wenn wir mitansehen müssen, wie junge Menschen ihre berufliche Zukunft durch ein falsch gewähltes Studium aufs Spiel setzen. Besonders die Studienrichtungen Ethnologie, Psychologie, Geographie, Publizistik, Philosophie und Soziologie sind Garanten für ein Leben voller schlecht bezahlter Praktika oder eben einen Stammplatz in der RAV-Datenbank.»

«Immer mehr Studis hängen nach dem Bachelor noch den Master an, in der Hoffnung, das Unheil abzuwenden.»

Marianne Zbinden

Laut Zbinden können einige Studenten das drohende Schicksal noch ein wenig hinauszögern. «Immer mehr Studis hängen nach dem Bachelor noch den Master an, in der Hoffnung, das Unheil abzuwenden. Wir begrüssen diesen Schritt ganz und gar nicht. Diese Absolventen landen somit zwei Jahre später bei uns und wir müssen ihnen dann aufgrund des höheren Abschlusses mehr Arbeitslosengeld bezahlen.» Zbinden sieht jedoch auch Lichtblicke. «Einige HSG-Absolventen haben immerhin die Möglichkeit eine Politkarriere bei der FDP zu starten. Da gewinnt man zwar keine Wahlen, aber als Strohmann diverser Lobbyisten hat man wenigstens einen angenehmen Lohn.»

Drei Maenner diskutieren am 23. Juni 2009 im Flur des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV in Sargans im Kanton St. Gallen, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Studenten lernen besser den Namen ihres zukünftigen Arbeitgebers auswendig. Bild: KEYSTONE

McDonald's führt Recruiting Day durch

An der Uni Zürich sieht man die Tragik nicht so eng. «Wir können die Studenten doch nicht zwingen, ein sinnvolles Studium in Angriff zu nehmen», sagt Uni-Rektor Fritz Schaller. «Wir decken mit unserem Angebot lediglich die Nachfrage ab. Wenn jedes Jahr 300 Menschen Psychologie studieren wollen, nur um in drei Jahren die gleiche Arbeit zu machen wie ein Sozialarbeiter, dann ist dies ihre Entscheidung. Schliesslich leben wir in einem freien Land

Einige findige Firmen machen sich die Misere auch zu Nutze. McDonalds war gestern in verschiedenen Schweizer Aulas mit Infoständen präsent. «Wir haben wie jedes Jahr unseren Recruiting Day durchgeführt», sagt McDonald’s-Sprecherin Laura Brüllmann. «Dabei wollen wir den neuen Studenten zeigen, welche Optionen sie in drei Jahren mit ihren Abschlüssen haben. Besonders für den Drive-in oder für die Kasse sind wir immer auf der Suche nach Talenten.»

Bild

Um Studenten anzuwerben, setzen Firmen auf, sagen wir mal, kreative Job-Titel. Im Bild: Subway, die im vollen Ernst nach Artists suchen. ARTISTS!!

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über tote Eskimos wegen der Ice Bucket Challenge oder glückliche Lottogewinner, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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