Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Yonnihof

#tradwives: Zurück ins Mittelalter?

Bild: shutterstock

Bei der Diskussion um das #tradwives-Movement zeigte sich einmal mehr des Pudels Kern bei der Diskussion um die Gleichstellung.



Ein bisschen seltsam mutet es ja schon an, dieses #tradwives-Modell, von dem hier auf watson berichtet wurde. Die adrett gekleidete Dame erwartet den Herrn des Hauses abends bei dessen Heimkommen lächelnd und frisch föhnfrisiert und mit dampfenden Tellern auf dem Tisch. Hoppla, dachte da auch meine Wenigkeit, die 50er haben angerufen, sie möchten gerne ihre Unterdrückung zurück.

Es entbrannten ob der Rückkehr dieses Lebensmodells denn auch die zu erwartenden Diskussionen. UNTERDRÜCKUNG. SKLAVEREI. MITTELALTER.

Ich legte meine Stirn denn für einige Tage in tiefe Falten (also noch tiefer als sie altersbedingt eh schon sind) und dachte mehrfach über das Phänomen nach. Nach und nach dämmerte mir, dass das eben eigentlich genau NICHT so ist, wie es scheint.

Ich fühlte mich an die Zeit nach meiner Hochzeit erinnert, in der die Öffentlichkeit erfuhr, dass ich den Namen meines Mannes angenommen hatte. Auch da: FÜRIO! Das kann man doch als emanzipierte Frau nicht! Wie rückständig! Wofür haben wir und unsere Mütter und deren Mütter Mütter gekämpft? SÄG EMAL!

Darauf antworte ich: Genau DAFÜR! Und, so ungern das gewisse Zeitgenossinnen auch hören: Für die #tradwives auch.

Emanzipation ist nicht, dass man alle neuen Wege, die Frauen einschlagen können, auch gehen muss. Sie bedeutet nicht, dass jede Neuerung, die im Rahmen der Gleichstellung entstand, auf persönlicher Ebene auch umgesetzt werden muss. Sie bedeutet nicht, dass jegliche Form der Tradition in den Mülleimer gehört. Sie bedeutet – übrigens – auch nicht, dass ich nun alles gut finden muss, was Frauen tun, nur weil sie Frauen sind (geschweige denn, alles schlecht zu finden, was Männer tun, nur weil sie Männer sind).

Sie bedeutet Freiheit. Freiheit, zu wählen. Freiheit, zu heiraten oder nicht. Den Namen des Partners anzunehmen oder nicht. Ihn mit einem Truthahn auf dem Teller und Lockenwicklern in den Schamhaaren zu empfangen oder nicht.

Wir sollten nicht Frauen angreifen, die im Rahmen ihrer Freiheit ein traditionelles Rollenbild wählen. Sie sind in dieser Wahl genauso frei wie Frauen, die sich jeden Abend ihrerseits bekochen lassen.

Wir sollten stattdessen Systeme angreifen, die solche Freiheiten nicht zulassen. Weiterhin, vehement, laut und unbequem.

Natürlich kann man sich fragen, wieso noch immer so wenige Frauen ihren Namen behalten und noch weniger Männer denjenigen ihrer Partnerinnen annehmen. Ich bin mir sicher, dass das immer öfter passieren wird, dass diese Entwicklung jedoch Zeit braucht.

Ich für meinen Teil habe den Namen meines Mannes angenommen, weil wir (ja, als Paar) entschieden hatten, dass wir gerne alle gleich heissen würden und Yonni Moreno nun halt einfach schöner ist als Michael Meyer. Und selbst wenn nicht. Selbst wenn ich das aus Traditionsbewusstsein gemacht hätte, es wäre allein MEINE Entscheidung.

Den lauten #tradwives-KritikerInnen möchte ich zum Schluss eins sagen: Führt Eure Energie bitte anderen Dingen zu als den Lebensentscheidungen freier Frauen und Männer. Schauen wir stattdessen, dass wir zusammen (Männer und Frauen) diese Freiheit für alle schaffen, die sie noch nicht haben.

Emanzipation ist so schön und wichtig und gewaltig. Sie ist ein Meisterwerk der Gemeinschaftskunst. Sie ist eben nicht Zwang, anstatt des Befehls des einen nun den Befehl der anderen befolgen zu müssen. Sie ist nicht, anstatt des einen Extrems nun das andere leben zu müssen.

Sie ist Freiheit, das Leben zu leben, das man sich wünscht.

Föhnfrisiert oder nicht.

Vill Liebi, Dini Mueter

Yonni Moreno Meyer

Yonni Moreno Meyer (38) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt.
Pony M. auf Facebook
Yonni Moreno Meyer online

Bild

15 Touristen aus der Hölle, die Respekt vor gar nichts haben

«Eine Frau zu sein ist brutal anstrengend»

Play Icon

Abonniere unseren Newsletter

93
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
93Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • King Ricky Bobby 23.02.2020 09:08
    Highlight Highlight Empfehlenswert:
    Play Icon
  • jdd2405 23.02.2020 09:05
    Highlight Highlight BRAVO! Meine Verlobte und ich sind begeistert ab diesem Artikel, Frau Moreno.
    Mehr davon auf Watson.
  • Kriss 21.02.2020 22:27
    Highlight Highlight Weise Worte, danke dafür.

    Aber bei aller Differenziertheit und Respekt vor anderen Lebenskonzepten: Dieses Lebensmodell ist gefährlich. Weil Abhängigkeit entsteht. Was, wenn er sich trennt, gewalttätig wird, erkrankt oder stirbt?
    Wäre es unangebracht, einer Tradwive die Frage zu stellen, was sie in einem solchen Fall machen will? Es kann ja ohne Eigenverschulden passieren.

    Unter dem Deckmantel der Toleranz diese Punkte nicht kritisieren zu dürfen, finde ich verantwortungslos. Wenn die Tradwives einen Plan für diesen Fall haben, okay. Wenn nicht, müssen sie mit Kritik leben.
  • bbelser 21.02.2020 18:51
    Highlight Highlight Wieviele Frauen haben real die Möglichkeit, sich frei für solch ein 50s-Lebensmodell zu entscheiden?
    Freie Entscheidung basiert doch auf gleichwertigen Möglichkeiten, auf Chancengleichheit und gleichen Grundbedingungen. In dem Sinne bespielen die paar tradwives eine Miniatur-Nische mit einem nostalgischen Revival einer Kurzepoche (1950-1965), die sowieso nur in den TV-Spots der Haushalt- und Lebensmittel-Industrie existierte.
    Problematisch ist der Begriff "Tradition", klingt nach "Zurück zum Einzig-Wahren" oder "Make Kleinfamilie great again".
    Und die sektiererische Herablassung nervt.
  • Pat the Rat aka Ninetosix Homofissix 21.02.2020 18:28
    Highlight Highlight Yonni, Du sprichst (schreibst) mir aus der Seele!
  • Sappho 21.02.2020 18:25
    Highlight Highlight ” Problematisch finde ich dann auch nich das Bekenntnis zum Hausfrauendasein, sondern dessen Verklärung. Die Frauen beschwören die falsche Gemütlichkeit einer Unterwerfung. Sie sehnen sich nach Zeiten, die es so nie gab. Sie verehren das Patriarchat und tun so, als garantiere es Sicherheit und Schutz. Und als hätte es Frauen nicht jahrhundertelang unterdrückt. Sie liefern sich dem Mann aus und stilisieren das als eigenwilligen Akt.“ Birgitt Schmidt NZZ
  • Things will be different when I take over the worl 21.02.2020 18:21
    Highlight Highlight Für mich ist das einfach ein Art Fetisch. Als ich ein Kind war, gab es in meiner Stadt eine solche Gruppe. Ich dachte immer dieser Stil heisst Rockabilly. Diese Leute haben sich auf jeden Fall auch wie zur Zeiten von Cash und Elvis angezogen und die Frauen haben demonstrativ gekichert, ihre Haare eingedreht und über Kuchenrezepte gesprochen. Es war wohl das Ziel möglichst wie ein lebendiges sexy und naives Pin-Up Girl zu sein, dass immer in die starken Männerarme fallen will. Von mir aus, kann man das machen...
  • grecolino 21.02.2020 17:45
    Highlight Highlight Letztens ist es doch so, dass man es nie allen recht machen kann. Nimmt die Frau den Namen des Mannes an, ist’s für die einen nicht ok. Behält die Frau ihren Namen, ist’s für die anderen nicht ok. Das selbe gilt für das Arbeitsmodell. Bleibt einer der beiden zu Hause kommt von irgendwo her Kritik. Teilt man sich die Betreuung der Kinder, lässt sich auch jemand darüber aus. Am Ende des Tages entscheidet das Paar GEMEINSAM wie sie leben möchten. Für alle Nörgler, seien das Feministische oder ewig gestrige, bleibt ein müdes Lächeln über... In diesem Sinn, happy Weekend euch allen 👋
  • Blitzesammler 21.02.2020 17:14
    Highlight Highlight Gut gebrüllt Löwin!! So was wollte ich auch sagen, aber sie hat es super auf den Punkt gebracht. BRAVO!!!
    Auch bei diesen Komentaren findet man genau diejenigen, die ,,Gleichberechtigung,, so verstehen, dass alle machen und leben dürfen wie ,,SIE,, es richtig finden😉 Macht euch mal Gedanken zu eurem eigenen Verhalten.
  • Pancho 21.02.2020 17:11
    Highlight Highlight Ha, ha, Lockenwickler in den Schamhaaren! Und ein Schleifchen um das Bier, das sie ihm im Keller holt!
    (Ich bin genau deiner Meinung über Emanzipation... rate sich jeder selbst und tue, was er nicht lassen kann... Goethe findet das so irgendwo.)
  • no-Name 21.02.2020 16:58
    Highlight Highlight Merci! So guet! 🥰

    Und ich lese vor meinem geistigen auge die kommentare die meinen:

    „ANSICH SCHO, aber....
    Weil sich nicht für die neue Freiheit zu entscheiden angeblich keine freie Entscheidung ist (sein kann) und man ur so entscheidet weil die Unterdrückung soooo tief veerankert ist.... blabla mimi...“

    Auch wenn ich diese Rollenteilzng nicht für mich möchte. (Lieber ich als mann gern „tradwife“.... für meine buisnessman-Frau)

    Viele Liberaldenkende sind nicht Freigeister. Sie denken alles alte sei schlecht, es KANN nicht gefallen... Schade.
  • WilmaRuhe 21.02.2020 16:38
    Highlight Highlight Da ich bei weitem nicht so wortgewandt bin wie Frau Moreno (ich stimme zu), kurz und knapp von mir.

    Eintreffenderartikelmitvielwitzohnedentonzuverfehlen

    Nur; Lockenwickler und Schamhaare scheinen eine denkbar ungünstige Kombination. Um nicht zu sagen haarsträubend.ha-ha. 🙌
  • the_viking_trainee 21.02.2020 15:46
    Highlight Highlight Freiheit ist doch gerade eben "Ich chönnti, wenni wett, aber ich mues nöd".

    Und jetzt gehe ich meine Lockenwickler suchen :D.
  • Ökonometriker 21.02.2020 15:40
    Highlight Highlight Der Beitragt teilt meine Meinung vollständig. Das Stichwort ist dabei FREIWILLIG: und hier liegt auch das Problem bei der Sache. Etwa 6 Prozent der Frauen in diesem Land sind unfreiwillig erwerbslos. Sie sind unfreiwillig finanziell abhängig.
    Daher sollten wir nach Möglichkeiten suchen, dieses brachliegende Potential zu bewirtschaften. Im Intresse der Frauen und der Wirtschaft.
    • Maya Eldorado 21.02.2020 17:53
      Highlight Highlight Bedingungsloses Grundeinkommen könnte das Problem nachhaltig lösen.
    • Statler 21.02.2020 18:08
      Highlight Highlight Also, vor allem im Interesse der Wirtschaft, oder?

      BGE, wie Maya sagt, würde das Problem lösen. Aber das mag die Wirtschaft - wie man weiss - halt nicht so. Fragen wir doch mal die Frauen, die davon profitieren würden, ob sie's mögen?
    • Ökonometriker 21.02.2020 18:19
      Highlight Highlight @Statler: statistisch betrachtet nein; die Wirtschaft kommt dank PFZ auch so an ihre Arbeitskräfte, wenn auch etwas bürokratischer. Der grösste Nutzen hätten die heute arbeitslosen Frauen, die gerne einer Erwerbstätigkeit nachgingen aber nichts finden. Das BIP würde marginal wachsen, aber das Leben dieser 6 Prozent Frauen könnte stark verbessert werden.
  • Lami23 21.02.2020 15:04
    Highlight Highlight Was ich mich bei alldem immer frage, ist, wie dass die Männer sehen. Beziehung braucht Zeit. Die verbringt der Mann im traditionellen Familienmodel kaum mit seinen Kindern. Heisst, die Frau ist die erste Bezugsperson und dass nicht nur wenn sie klein sind und vor allem wenn der Vater nicht über reflektierte zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügt. Das würde ich als Vater nicht wollen. Und ich will es auch als ev zukünftige Mutter für meine Kinder nicht.
    • Statler 21.02.2020 18:09
      Highlight Highlight Das ist ja doch aber das Schöne an der Freiheit. Wenn Du das nicht willst, zwingt Dich ja keiner dazu. Es steht Dir völlig frei, mit Deinem Partner einen Weg zu finden, der für Euch beide stimmt.
    • Lami23 21.02.2020 22:28
      Highlight Highlight Danke, dass ist mir bewusst. Ich frage mich trotzdem, was sich die Väter diesbezüglich überlegen.
  • virus.exe 21.02.2020 14:47
    Highlight Highlight Yonni, dich möchte ich mal in einem "Wein doch" sehen.
    Bitte bitte bitte...👏
    • Yonni Moreno Meyer 21.02.2020 15:17
      Highlight Highlight Das wollte Watson schon mehrfach. Ich kanns dir kurz fassen: Menschen, die vordrängeln, sind THE SCUM OF THE EARTH.
    • virus.exe 21.02.2020 16:00
      Highlight Highlight Da gebe ich dir völlig Recht. Jedoch bin ich überzeugt, dass dies eine mehrminütige, weissweingetränkte Erklärung benötigt.
    • WilmaRuhe 21.02.2020 16:45
      Highlight Highlight Ich glaube Menschen die vordrängeln, sind die gleichen, die in der Bar mit ungwaschenen Händen aus der Toilette schlendern und die Grüselpfote in der Erdnussschale versenken. ^^ (eine Schale ist sowieso ein Unding, Löffelchen hin oder her)

      Eine ausführliche Gedankenkette im Weindoch weshalb diese Menschen noch nicht ausgestorben sind wäre schon spannend. 😁
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clank 21.02.2020 13:42
    Highlight Highlight Unter "Systeme" verstehen leider die heutigen Feministen, vor allem gesellschaftlichen Strukturen wie Präferenzen, Vorurteile, Klischees. Und genau da widerspricht sich dieser ach so liberale Feminismus mit sich selber. Die Gesellschaft besteht nämlich aus nichts anderes als Individuen und diese "geselschaftliche Strukturen" repräsentieren nichts anderes als der Trend der Wünsche, Präferenzen und Entscheidungen freier Individiuen.
    Auf der einer Seite soll jeder so leben wie er will, auf der anderen Seite ist es ein systematisches Problem, wenn zb 9 von 10 Männer sich so eine tradwife wünscht.
  • LalaLama 21.02.2020 13:38
    Highlight Highlight Danke für deinen Artikel. Du sprichst mir aus dem Herzen. Danke Yonni 💜💜💜
  • Clank 21.02.2020 13:33
    Highlight Highlight Würde der heutige Feminismus tatsächlich für diese Art Freiheit stehen, der hier propagiert wird, dann wäre ich bekennender Feminist und dann hätte der Feminismus in Schweiz heute ihren Zweck bereits erfüllt.
    Leider ist es nicht so. Und der Haken liegt genau im Satz "Wir sollten stattdessen Systeme angreifen, die solche Freiheiten nicht zulassen." bzw im Wort "Systeme".
    Welches System bitteschön? Fakt ist, unser juristisches System gewährt Frauen genau die gleichen Freiheiten und Rechte wie Männer, wenn nicht sogar mehr (Rente, Militär). Biologische "Systeme" kann man nicht ändern. .... [1/2]
    • Lami23 21.02.2020 15:00
      Highlight Highlight Gesellschaftliche. Biologische Systeme, wenn du es so nennen willst, sagen nur das nur die Frau schwanger sein und stillen kann. Alles andere kann der Mann auch. Trotzdem wird ein Mann wohl selten beim Vorstellungsgespräch gefragt, wie er die Kinderbetreuung geregelt hat.
    • Clank 21.02.2020 16:35
      Highlight Highlight @Lami23 Lies mein zweiter Kommentar weiter oben
    • PeteZahad 22.02.2020 08:57
      Highlight Highlight @Lami23 Diese Frage ist zu privat, nach meiner Ansicht nach DSG Art. 3c und OR Art. 328b nicht erlaubt. Das heisst du darfst hier gesetzlich erlaubt lügen, sollte diese Frage wirklich gestellt werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass diese Frage heutzutage kaum noch gestellt wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • insert_brain_here 21.02.2020 13:24
    Highlight Highlight Ich habe unter diesem Artikel kommentiert und kann auch genau die Aussage nennen, die mich dazu veranlasst hat:

    "Fazit: Eine berufstätige Frau könne weder eine gute Ehefrau noch eine gute Mutter sein."

    Demnach war mein Mami keine gute Mutter, ihres auch nicht und auch mein Grosi väterlicherseits hat gearbeitet. Die alleinerziehenden Frauen oder diejenigen deren Partner zu den Geringverdienern gehört und darum etwas dazuverdienen? Alles schlecht Mütter, sollten sich schämen!

    Die Tante kann von mir aus machen was sie will
    • insert_brain_here 21.02.2020 13:48
      Highlight Highlight Teil 2:

      Es ist dieser elitäre Predigen, das mich zur Weissglut bringt. Ich bin kein Mensch der einem anderen seinen Wohlstand missgönnt. Sie hat einen Typen geheiratet das finanzieren kann, schön für sie. Wenn jemand aber anfängt herablassende Urteile über Menschen zu fällen die aus irgendwelchen Gründen dieses Privileg nicht haben schwillt mir der Hals an.
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 21.02.2020 13:06
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Für viele mag es vielleicht unverständlich sein, aber ich als junge Frau würde auch gerne in einer traditionellen Familie leben. Ich möchte meine Kinder gerne selber erziehen und das Arbeitsleben liegt (aufgrund einer Neurologischen Erkrankung) mir nicht so ganz. Was ich aber am liebsten tun würde, ist für meine Kinder (wann ich dann mal welche habe), da zu sein und ja, auch für meinen Mann. Nicht aus unterwürfigkeit aber da ich ja dann nicht arbeite und Zuhause bin, kann ich wohl auch kochen und den Haushalt schmeissen oder? Ladies, es geht um die freie Wahl. Relax.
    • kettcar #lina4weindoch 21.02.2020 14:54
      Highlight Highlight Mal sehen, wenn du Kinder hast, wieviel Zeit dir in den ersten Jahren noch bleibt um deinen Mann zu verwöhnen :)
    • Walter Sahli 21.02.2020 15:08
      Highlight Highlight Und was redest Du dann so mit Deinem Ehegatten, dessen Probleme Du nicht verstehst, weil Du nicht im Arbeitsprozess integriert bist? Glaubst Du, er wird sich dafür interessieren, dass die Meier von oben dran den Waschküchenschlüssel schon wieder an den falschen Nagel gehängt hat und dass Euer Jonas-Igor im Chindgsi während der Singstunde gefurzt hat?
      Mit wem soll er sich über seine Sorgen und Nöte austauschen, wenn seine Frau auf einem anderen Planeten lebt?
    • Rainbow Pony 21.02.2020 15:37
      Highlight Highlight Das ist sehr abschätzender und auch fragwürdiger Kommentar Walter Sahli. Arbeit ist beileibe nicht das spannenste Thema auf dieser Welt. Ihr Comment impliziert aber genau das - ich hoffe, das trifft nicht auf ihr Leben zu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Graf von und zu Trautmannsdorff 21.02.2020 12:40
    Highlight Highlight So einfach ist es halt nicht. Freiheit, ok. Aber zu welchem Preis? Nehmen wir den Fall einer Medizinstudentin. Die Gesellschaft investiert über 1 Million in ihre Ausbildung und möchte danach etwas zurück. Darf Frau dann einfach tradwifemässig zuhause bleiben und Finken bügeln? Da stellen sich halt schon gewisse Fragen. Mir ist es lieber, eine Gesellschaft nimmt moderne Haltungen auf und unterstützt diese mit gezielten Anreizen, z.B. familienergänzender Betreuung. Das Rad der Zeit liess sich noch nie zurückdrehen. Mindestens nicht permanent.
  • sowhat 21.02.2020 12:29
    Highlight Highlight Ne, tschuldige. Das ist mir zu einfach gestrickt.
    Rausposaunen, dass alle die es nicht so machen wie sie selbst -also die tradwives- schlechte Mütter und Frauen sind, hat nichts mit respektieren von freiem Willen anderer zu tun.
    Hier klingt im HG eben schon wieder der Pascha durch, der sich sein Heimchen am Herd genau sooo wünscht. Nur dass er es jetzt vorschiebt, damit es das ganz laut selbst sagen darf.
    Ich kenne Frauen, die dieses Modell gewählt haben und andere Lebensentwürfe respektieren und ich kenne Frauen, die ein anderes Modell gewählt haben (mit oder ohne Kinder) auch mit Respekt
  • Janis Joplin 21.02.2020 12:20
    Highlight Highlight Wenn sie das so will, dann soll sie. Kein Problem damit, meins wärs nicht. Was wird die Frau "nach" den Kindern anfangen? Haushalt forever?
    Aber Sätze wie "Eine berufstätige Frau kann weder eine gute Ehefrau noch eine gute Mutter sein" darf sie für sich behalten, sowas geht nicht.
    Ausserdem:
    Emanzipation bedeutet: "Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit" insofern wäre die Gutste dies ja gerade eben nicht.
    • sowhat 21.02.2020 12:46
      Highlight Highlight Janis Joplin, mein Herzgenerator geht mal wieder nicht also hier bitte sehr: 🧡💛💚💜
    • Maria Ramirez 21.02.2020 13:24
      Highlight Highlight Diese Art Abhängikeit ist eben sehr bequem. Sie erlöst einem davor, Verantwortung zu übernehmen.
    • Statler 21.02.2020 18:18
      Highlight Highlight @Maria: Einen Haushalt zu führen und Kinder zu betreuen bedeutet also, keine Verantwortung zu übernehmen? Interessante Sichtweise.

      Bringt das Problem aber sehr gut auf den Punkt. Frauen, die so leben haben sehr wohl sehr grosse Verantwortung. Nur wird diese weder entlöhnt, noch wirklich geschätzt.
  • Burdleferin 21.02.2020 12:12
    Highlight Highlight Ich sehe es zu 100% so wie du.

    Aber vergessen darf man nie, dass die im Kopf zum Teil eingeprügelten Geschlechterrollen die Freiheit zu wählen stark einschränken.
  • Til 21.02.2020 11:57
    Highlight Highlight Ich glaube ja sowieso, dass die #tradwifes sich nur auf Insta so präsentieren, im Alltag aber ganz anders Leben.
    • Maria Ramirez 21.02.2020 13:17
      Highlight Highlight Volltreffer! Ich kenne eine dieser realitätsfremden Vintage-Tanten in meinem Umfeld. Nach mehreren Anläufen hat sie einen gefunden, der mitgespielt hat. Ihre Eltern kamen jeweils zum Handkuss, wenn es wieder mal finanziell nicht reichte oder wenn sie mit dem Auto gefahren werden musste. Denn Autofahren-Lernen schickt sich ja nicht! "Lustig" wurde es erst, als ihre Eltern der mittlerweile über 40-Jährigen nicht mehr als Chauffeur und Finanzhilfe zur Verfügung stehen wollten. Du hast richtif bemerkt: mehr Schein als Sein.
    • insert_brain_here 21.02.2020 16:09
      Highlight Highlight @Maria: Die 50s-Vintage-Idylle ist Upper-Middle-Class und auch damals nur wenigen Personen zugänglich. Die Retro-Freunde hören es nicht gern, aber damals konnte kaum eine Frau ausschliesslich Mutter sein. Bei uns war das lediglich rund um die 80er verbreitet, seither sind die Lebenskosten massiv gestiegen, die Löhne der Normalverdiener nicht so sehr. Nicht zuletzt dank der derjenigen die so gerne von Früher schwärmen.
  • Sunny92 21.02.2020 11:51
    Highlight Highlight Du schreibst genau dass, was ich ebenfalls seit dem Bericht über die #tradwive Bewegung denke - Vielen Dank für den Beitrag!
  • *klippklapp* 21.02.2020 11:36
    Highlight Highlight Das einzige was mich an dieser „Tradition“ stört, ist dass dies eben nie eine wirkliche Tradition war. Das Leben als Hausfrau war nur zu einer relativ kurzen Zeit für relativ wenig Frauen möglich....
    Aber ansonsten soll das jeder machen, den es glücklich macht.

    Unser Kampf sollte sich viel mehr darauf beziehen, dass eben auch ALLE Frauen und Männer diese finanzielle und gesellschaftliche Freiheit haben zu entscheiden.
  • jules_rules 21.02.2020 11:34
    Highlight Highlight Jede/r soll selber seinen/ihren Lebensentwurf auswählen dürfen, ja. Dann sollen die tradwives aber auch andere in ihrer Entscheidung respektieren, und nicht propagieren, nur Hausfrauen können gute Mütter sein und arbeitstätige Mütter seien automatisch schlechte Mütter. Das ist der Punkt, der mir sauer aufstösst... Im letzten Artikel dazu wurde ein Tweet gezeigt, der arbeitstätige und stay-at-home mums gegenüber stellte, um aufzuzeigen, wie arbeitstätige Mütter schlechter seien.

    Für sich selber Toleranz einfordern aber Frauen, die arbeiten gehen, verurteilen, das macht mich so richtig hässig.
  • Die verwirrte Dame 21.02.2020 11:19
    Highlight Highlight Hach, Yonni. Ich glaube, dich muss man einfach mögen.
  • Miicha 21.02.2020 11:17
    Highlight Highlight Du hast seinen Namen angenommen? Wow ich bin nicht die Einzige. Ist ja momentan schon nicht mehr so "in" gell 😆
  • Qahira 21.02.2020 11:11
    Highlight Highlight Grundsätzlich würde ich dem zustimmen - es ist jeder selbst überlassen, wie sie ihr Leben gestalten will und für diese Wahl muss man sich auch nicht rechtfertigen. Für mich hörts aber da auf, wo man anderen die eigene Überzeugung aufdrücken will - Aussagen der tradwives wie "Eine berufstätige Frau kann weder eine gute Ehefrau noch eine gute Mutter sein" sind für mich daher nicht ok. Es ist wie mit jeder Überzeugung (Religion, Essverhalten etc.): Freie Wahl, aber auch ebenso andere Personen in ihrer Wahl respektieren und vom Missionieren ablassen.
    • Der Buchstabe I 21.02.2020 11:37
      Highlight Highlight Und wo ist der Unterschied zwischen dem und "Du bleibst zu Hause? Willst du dich denn nicht verwirklichen?"
    • LalaLama 21.02.2020 13:35
      Highlight Highlight Das eine ist die Freiheit seinen Weg zu wählen. Das andere ist freie Meinungsäusserung. Du musst nicht zuhören. Kannst ihnen auch sagen, dass sie nerven. Freie Meinungsäusserung eben. Liebi Grüess
  • maude 21.02.2020 11:08
    Highlight Highlight Amen.
  • zula 21.02.2020 10:59
    Highlight Highlight genau das denke ich auch. meistens sind es doch leider immer noch frauen, die anderen frauen das leben schwer machen. leben und leben lassen.
    witzig geschrieben und sehr bildhaft mit den lockenwicklern in den schamhaaren 😄😄 aber michael myers wär ein ziemlich cooler name, das ist doch der halloween mörder 🤪
  • Der Buchstabe I 21.02.2020 10:52
    Highlight Highlight Heisst Selbstbestimmung der Frau gemäss dem Feminismus nicht, dass Frau selber entsvheiden kann, wie sie leben will?

    WENN sie nun VON SICH AUS entscheidet, so leben zu wollen, ist doch genau das auch selbstbestimmend, oder habe ich was verpasst?
    • Sappho 21.02.2020 18:29
      Highlight Highlight Ja, ich finde, du hast was verpasst:“Problematisch finde ich dann auch nicht das Bekenntnis zum Hausfrauendasein, sondern dessen Verklärung. Die Frauen beschwören die falsche Gemütlichkeit einer Unterwerfung. Sie sehnen sich nach Zeiten, die es so nie gab. Sie verehren das Patriarchat und tun so, als garantiere es Sicherheit und Schutz. Und als hätte es Frauen nicht jahrhundertelang unterdrückt. Sie liefern sich dem Mann aus und stilisieren das als eigenwilligen Akt.” Zitiert nach Birgit Schmid (Nzz) , da ich es besser nicht ausdrücken könnte.
  • lenzbenz 21.02.2020 10:49
    Highlight Highlight Grundsätzlich stimmt die Stossrichtung des Kommentars ja schon, aber ich glaube Du machst es Dir mit der Argumentation ein bisschen einfach. Es ist nicht ganz das Gleiche, ob man den Namen des Mannes (oder umgekehrt) übernimmt oder ob man den eigenen Beruf komplett aufgibt, um sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern. Auch wäre es schön gewesen, auf die Frage von Ute Gerhard im ersten Artikel, was denn nach der Kindererziehung komme, einzugehen. Ich denke auch , dass die Frau nicht auf Kosten ihrer Unabhängigkeit ihre Situation für den Moment "verbessern" soll.
    • Sunny92 21.02.2020 11:49
      Highlight Highlight Gibt es denn nur diese zwei Möglichkeiten erfüllt zu leben? Auch ein Leben ohne Kinder oder/und Job kann sehr erfüllend sein....
    • Domimar 21.02.2020 12:01
      Highlight Highlight @lenz ich glaube, Du machst es Dir ein bisschen zu schwer. Aus Sicht des freien Willens einer Frau ist es das Gleiche, ob sie den Namen annimmt oder nicht oder ob sie Job aufgibt und zu Hause bleibt oder nicht. Es geht hier um die Umsetzung des freien Willens. Wenn Frau das will, will sie und es darf ihr niemand sagen, dass das nicht gut ist weil...
    • sowhat 21.02.2020 12:19
      Highlight Highlight Denke ich nicht, Domimar. Ein bisschen Weitblick wünsche ich mir da schon. Dann kommt dass Missionieren wieder dazu und die Indoktrination der eigenen Kinder. Logisch wollen die Mädchen das dann auch. So einfach wie ihr es euch macht, ist es eben nicht mit dem freien Willen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maljian 21.02.2020 10:43
    Highlight Highlight Ach Yonni

    Deine Texte sind immer so grossartig. Auch bei deinem "Liebes Pony... 1+1 = 3" Auftritt war ich von dieser Aussage, das wir ja alles machen können, aber nicht müssen sehr begeistert.

    "...Lockenwicklern in den Schamhaaren..." 😂

    Danke für diesen Text so kurz vor dem Wochenende. Das macht die letzten Stunden noch etwas angenehmer 😊
  • lilie 21.02.2020 10:41
    Highlight Highlight Alles absolut wahr. 👍

    Was nämlich manche Frau, die unter den alten Modellen leidet, vielleicht vergisst: Wenn es für die Mehrzahl der Frauen so unerträglich gewesen wäre, hätten die Frauen schon vor 1000 Jahren rebelliert.

    Und was man auch noch bedenken darf: Auch nicht allen Männern liegt die traditionelle Rollenverteilung. Mein Grossvater etwa war viel zu sanftmütig, um den "Chef" zu spielen. Aber da es von ihm erwartet wurde, machte er es halt, aber oft sehr ungeschickt und unflexibel.

    Kochen überliess er hingegen gern seiner Frau, er selbst konnte nicht mal einen Kaffee machen. 😅

    • Kiro Striked 21.02.2020 12:05
      Highlight Highlight @Lilie
      Sehr schön gesagt. Ich kannte meine Urgrossmutter noch, die war echt nicht totzukriegen (104 wurde sie, gestorben als ich 16 war).

      Sie sagte zu mir "Weisst du, damals war es nicht besser als heute, aber ich als Frau konnte zuhause entscheiden wie ich wollte, Was es zu essen gab, was die Kinder zutun hatten, meine Aufgabe war, dass Abends das Essen auf dem Tisch war für den Alten und den Rest, und dass alles Sauber war im Haus, man hatte nicht viel, aber ich konnte so viel selber machen und hatte so viel Freiheit zuhause."

      ISt mir bis heute geblieben.
    • schüli 21.02.2020 12:41
      Highlight Highlight „hätten die Frauen schon vor 1000 Jahren rebelliert“
      - mit Verlaub, aber diese Aussage erscheint mir stupid und unreflektiert.
      Fakt ist, dass die Frauen in der Schweiz erst seit 1988 im Eherecht den Männern gleichgestellt sind; vorher war klar der Mann das Oberhaupt in der Familie. Plus durften sie nicht mal wählen oder abstimmen.
      Wie hätten die Frauen rebellieren sollen? Ohne Geld, Einkommensperspektive und Ahnung vom Geld? Der Mann regelte alles und verdiente Geld - dies stellte eine Abhängigkeit für die Frauen dar. Sich davon zu lösen, ist schwierig. Auch heute noch.
    • Garp 21.02.2020 13:22
      Highlight Highlight Vor 1000 Jahren gab es dieses Modell der Hausfrau noch nicht und Kinder hat man meist auch nicht erzogen. Da mussten alle schuften, bis auf ein paar Adlige.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 21.02.2020 10:28
    Highlight Highlight "...und Yonni Moreno nun halt einfach schöner ist als Michael Meyer."

    Ich würde mich Yonni Morena nennen.
  • Daniel3 21.02.2020 10:19
    Highlight Highlight Toll gesagt, besten Dank!
  • clint 21.02.2020 10:14
    Highlight Highlight jagenau - no more words :-))

Yonnihof

DU OPFER!

«Opferismus» und Selbstverantwortung.

Es geht eine kleine Epidemie um. Ich nenne sie liebevoll «Opferismus».  

«Opferismus» steht für die Tendenz, für alles Schlechte, das einem passiert, andere/anderes verantwortlich zu machen.  

Kürzlich sass mit ein paar Freundinnen und einigen ferner Bekannten am Tisch und es ging um Dating. Eine der Beteiligten – 39, Single – meinte, Männer seien einfach alle mühsam. Sie habe das Singleleben so satt, aber keiner treffe ihre Standards. Sie ging soweit zu sagen, sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel