Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Yonnihof

Veganismus & Co.: 100 oder 0 - Eine Anspruchshaltung macht uns krank

Bild: Shutterstock

Fleischkonsum, ökologischer Fussabdruck, Konsumverhalten, Essen, Sport: Ist man nicht zu 100% konsequent, folgt oft die gesellschaftliche Ächtung. Doch wer ist schon überall konsequent? Und was ist mit der Lebensqualität als Faktor? Bringt ein Shaming in eine Lebensweise, die nur noch unangenehm ist, uns als Gesellschaft wirklich weiter? Ein Text über Schuld und Verantwortung.



Dieses Thema begleitet mich in Gedanken schon länger, doch fehlte mir bisher der richtige Einstieg. Vor ein paar Tagen fand ich ihn nun. Ich las seit Langem wieder einmal eine spezifische Aussage, die ich x-fach in meinem Leben gelesen und die mich stets irgendwie gestört hatte, die aber oftmals grossen Zuspruch erntete.

Es handelt sich um die Aussage, wer im Fastfood-Laden ein Menü bestelle, mache sich lächerlich, wenn er eine Cola Light dazu bestelle. Für mich machte das nie Sinn.

Mittlerweile lässt sich dieses Prinzip auf viele Auseinandersetzungen in Bezug auf den Alltag anwenden, worauf ich in dieser Kolumne eingehen möchte.

Aber zurück zum Ursprung und der Logik der Aussage, wenn man schon zum Fastfood-Shop gehe, sei es lachhaft, eine Cola Light zu bestellen. Die Tatsache, dass gewisse Menschen Cola Light oder Zero schlicht lieber haben als normale Cola (ich gehöre zu diesen Menschen), lasse ich aus der Argumentation absichtlich weg.

Gehen wir also von einem Klassiker-Menu beim goldenen M aus. Ein Menu medium enthält 5 Deziliter Softdrink. Wählt man eine reguläre Cola, enthält diese 210 Kalorien. Ein künstlich gesüsstes Pendant wie Light oder Zero hat hingehen 0 Kalorien. Der Burger hat 500 Kalorien, medium Pommes 450 Kalorien. Menu mit normaler Cola = 1160 Kalorien, Menu mit Cola Light = 950 Kalorien. Das sind knapp 20% weniger Energiezufuhr.

Was daran soll nun bitte lächerlich sein?

Jaja, ich höre bereits die Stimmen «Cola Light ist genauso schädlich wie normale Cola» oder «Man geht halt eben gar nicht in einen Fastfood-Laden». «Man» darf genau DAS machen, was «man» will. Was du sagen willst, ist dass DU nicht in einen Fastfood-Laden gehst.

Und hier komme ich bereits zur Verallgemeinerung des Beispiels. Die öffentliche Debatte (die ich an sich für etwas sehr Gutes halte) leidet hier unter zwei Einflüssen: Einerseits dem Glauben der Beteiligten, andere Menschen sollten das gleiche Lebensmodell wie sie leben, andererseits an einer schädlichen Form des Whataboutismus.

Schreibt jemand «Ich esse nur noch sehr wenig Fleisch», kommt «Du solltest GAR kein Fleisch essen». Schreibt er «Ich esse nun vegetarisch», kommt «Du solltest vegan essen». Ist es nicht gut, dass jeder dort Einbussen macht, wo es ihm möglich ist? Wenn jemand komplett vegan leben möchte, finde ich das grossartig. Da bin ich – selbst Fleischfresserin – anderer Meinung als viele meiner Genossen: Wenn es um die moralische Debatte um Fleischkonsum geht, wird der Veganer immer gegen mich gewinnen. Genauso, wie jemand, der ein Auto hat, in der Auto vs. ÖV-Debatte gegen mich (strikte ÖV-Benutzerin) verlieren wird.

Trotzdem: Ist denn nicht jeder Schritt ein guter Schritt? Ist nicht jede Einschränkung eine gute Einschränkung, wenn sie zur Gesundheit der Gesellschaft und des Planeten beiträgt? Manchmal dünkt es mich, als gebe es für gewisse Leute nur den totalen Hedonismus und die totale Askese. Aber halt nur in den Bereichen, in denen sie sich «clean» verhalten. Sich selbst hinterfragen sie selten, denn niemand (!) lebt komplett ohne irgendeinen Fussabdruck. Ich habe mich schon selbst dabei ertappt, wie ich Menschen bei der Kritik an meiner Lebensweise nach dem Gerät fragte, auf dem sie diese Kritik verfassten, nur um zu beweisen, dass «DU IMFALL AU NÖD PERFÄKT BISCH!!!».

Letztendlich bringt dieser Whataboutismus niemandem auch nur das kleinste bisschen. Genauso wie es nichts bringt, in der Diskussion über Massentierhaltung mit irgendwelchen «Aber was ist mit …?»-Phrasen daher zu kommen. Meist kommen ebensolche nämlich von Menschen, die sich ertappt fühlen (siehe ich, oben).

Ein sorgsamer Umgang mit der Welt ist – so glaube ich – immer gutzuheissen.

Dazu kommt meines Erachtens auf der anderen Seite die Komponente der Lebensqualität für das Funktionieren einer Gesellschaft. Die Zufriedenheit wird als Faktor oft ausgeblendet, dabei glaube ich, dass positive zwischenmenschliche Dynamiken sehr wohl zu einem besseren Gesellschaftsklima beitragen – und letztendlich wahrscheinlich sogar zur Bereitschaft, die Welt mittels gesünderem Verhalten zu pflegen (für diese These habe ich aber keinerlei Belege). Menschen in ein Lebensmodell hinein zu «shamen», das sie komplett unglücklich macht, bringt uns als Gesamtheit letztendlich wahrscheinlich wenig weiter (das merkt man auch den Debatten an, in denen ob des drohenden Verlusts des wöchentlichen Grillgüggelis der emotionale Supergau stattfindet).

Ich würde mir wünschen, dass wir die Menschen bewundern, die sich für eine bessere Welt bewusst einschränken. «Aber diese Veganer, die sind so penetrant». Jaja, es gibt welche, die das sind. Und es gibt auch Fleischfresser, die penetrant anti-vegan sind. Ich kann nur nochmal sagen, rein ethisch haben die Veganer recht. Vielleicht lohnt es sich, zu hinterfragen, wie viel unserer Abwehrreaktion (damit meine ich auch mich) mit dem tatsächlichen Penetrant-Sein zusammenhängt und wie viel damit, dass wir uns ertappt fühlen. Auch hier glaube ich, dass es weder vollumfänglich das eine, noch das andere ist.

Wie ich schon einmal schrieb: Schuld gibt man, Verantwortung übernimmt man. Also beginnt man am besten bei der eigenen Nase, was das Zuschieben des einen und die Übernahme des anderen angeht.

Schuld: Ich werde mich immer freuen, wenn jemand den Zug nimmt und das Auto zuhause lässt. Ich werde andererseits niemanden angreifen, der das Auto nimmt, weil er so eine halbe Stunde Zeit spart. Und selbst wenn er gar keine Zeit gewinnt und es einfach bequemer findet: Vielleicht macht er anderswo willentlich Einbussen, die ich nicht mache. Und mein Büechli ist ganz ehrlich nicht rein genug, um ihm wegen seiner Bequemlichkeit Vorwürfe zu machen.

Verantwortung: Ich habe mir meinerseits vorgenommen, immer öfter auf Fleisch zu verzichten und Alternativen auszuprobieren (wenn man, wie ich, in jedes Gericht haufenweise Chnobli, Zwiebeln und Chili schmeisst, macht das bei gewissen Menus gar keinen so grossen Unterschied mehr). Ich habe mir vorgenommen, praktisch vollständig aufs Fliegen zu verzichten. Ich kaufe Leder nur noch Second-Hand, wenn überhaupt.

Sie sehen, es geht mir hier um eine gesunde Herangehensweise an ein vielschichtiges gesellschaftsgesundheitliches Problem: Anstatt den anderen in den Bereichen anzugreifen, die er nicht im Griff hat, und mich mit Gegenschlägen zu verteidigen, indem ich die Bereiche unterstreiche, die bei mir «clean» sind, wünsche ich mir Lob für Einschränkungen anderer in Bereichen, die bei mir kranken, und gleichzeitig, diese krankenden Teile selbst zu erkennen und vielleicht kleine Babyschrittchen zu machen, da ein bisschen besser zu werden.

So dass wir alle noch immer nicht perfekt sind, aber ein aufrichtiges Interesse daran vermitteln, besser zu werden. So dass wir noch immer geniessen können, wo uns das wichtig ist, uns jedoch da und dort an Orten einschränken, wo es zwar unbequem, aber machbar ist.

Letztendlich sind wir alle Mischungen. Niemand ist durchwegs gut oder durchwegs schlecht.

Darauf stosse ich an. Mit einer Cola Zero.

Yonni Moreno Meyer

Yonni Moreno Meyer (38) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn (*2019) in Zürich.
Pony M. auf Facebook
Yonni Moreno Meyer online

Bild

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

15 Touristen aus der Hölle, die Respekt vor gar nichts haben

11 Eltern-Typen, die auch du kennst

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

183
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
183Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mond 48 19.07.2020 11:12
    Highlight Highlight Ehrlich gesagt gehen mir die Leute auf die Nerven, die mir sagen, dass ich ein "Monster" bin, nur weil ich ein Fleischfresser bin (sprich die Hardcore-Versionen von Vegis etc., die (indirekt) versuchen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich esse, was ich esse). Ich sage ja auch nichts über ihr Essverhalten, da wäre es ja nur fair, wenn die, die gerne auf Fleisch etc verzichten, ebenso handeln🤔.
  • Test of the test 18.07.2020 21:19
    Highlight Highlight Danke für den Artikel! Auch in den Kommentaren gibt es nur entweder Herzen oder Blitze. Einen "Solala-Button" hätte ich auch schon oft geklickt, wenn es den gäbe ;)
  • Halimasch 18.07.2020 14:08
    Highlight Highlight "Ich kann nur nochmal sagen, rein ethisch haben die Veganer recht."

    Da sind wir schon wieder beim 100/0. Ethik ist aber komplexer als "Tiere töten ist böse".
    • Rémy Zenger 19.07.2020 09:15
      Highlight Highlight Nun ja, es geht auch nicht nur darum ob Tiere töten böse ist oder nicht. Ich denke der Vorteil der veganen Ernährung liegt vorallem darin, dass sie generell resourcenschonender ist. Fleischproduktion ist leider absolut ineffizient.
      Ich persönlich habe kein Problem damit, zu Wissen dass für meine Cervelat ein Tier sterben musste. Jedoch habe ich ein Problem damit zu Wissen dass Kinder wegen meinem Fleischkonsum hungern müssen.
      Natürlich ist das überspitzt formuliert, der Mangel an Nahrungsmitteln ist sicher nicht nur dem Fleischkonsum zuzuschreiben.
  • Harry Zimm 18.07.2020 12:05
    Highlight Highlight Grossartiger Artikel. Besser hätte man dieses elende Zeitphänomen nicht beschreiben können.
  • Dani S 18.07.2020 09:40
    Highlight Highlight Schuld gibt man, Verantwortung übernimmt man. Also beginnt man am besten bei der eigenen Nase, was das Zuschieben des einen und die Übernahme des anderen angeht.

    Toll formuliert, danke.

    Das hebt sich wohltuend ab von der hier in der Schweiz sonst so populistisch favorisierten Verbots- und Bussenmentalität.

    Verzicht durch Spass und Freude kennt man in der Schweiz leider kaum.
  • Nony 18.07.2020 09:18
    Highlight Highlight Wow. Das ist seit langem, - eigentlich sogar seit seeeeeeeeeeeeehr langem-, der mit Abstand beste Artikel, den ich auf Watson lesen durfte.
  • Kruk 18.07.2020 06:03
    Highlight Highlight "Ist man nicht zu 100% konsequent folgt gesellschaftliche Ächtung."

    Gesellschaftliche Ächtung?
    Ja sicher....
    Wir scheinen nicht in der gleichen Gesellschaft zu leben.

    Eher werden Leute die den Mittelweg wählen als vernünftig und die Konsequenten als klitzekleine übertreiber gesehen.
    Also ich nehme dies wirklich gerade gegenteilig wahr. 😁
    Ist man in etwas Konsequent wird man zu Ausnahmen aufgefordert.
    • Kruk 18.07.2020 09:15
      Highlight Highlight Noch als Beispiel:

      "Schreibt er «Ich esse nun vegetarisch», kommt «Du solltest vegan essen»."

      Ich höre wenn es um dieses Thema geht viel öfter "Vegetarier finde ich voll in Ordnung aber Veganer sind zu extrem"
    • bbelser 18.07.2020 09:25
      Highlight Highlight Dieser eine Satz hat mich auch etwas irritiert. Ich vermute, Yonni nimmt hier kurzerhand die social-media-Gesellschaft für die ganze. Ächtung als Mittel der Disziplinierung sehe ich häufig auf social media. Ist halt entlastend, sich gegen irgendwas anonym maximal absetzen zu können. Das ist im realen zwischenmenschlichen Alltag aber doch ganz anders. Aber so ist das halt mit Thesen: damit sie ein wenig kitzeln und Kontroversen anregen, müssen sie plakativ formuliert sein. Dafür ist aber der restliche Artikel fein differenziert und ausbalanciert.
  • Rethinking 17.07.2020 22:36
    Highlight Highlight Ich habe mich entschieden keine Kinder zu haben und so meinen Fussabdruck massiv zu reduzieren...
    • Stefan Morgenthaler-Müller 18.07.2020 07:10
      Highlight Highlight @Rethinking. Logikfehler sind Mikroaggressionen.
    • p4trick 18.07.2020 08:01
      Highlight Highlight Gratuliere! Verurteile einfach nicht die, die im Kinder haben den eigentlichen Sinn im Leben sehen. Aber das verstehst du eben erst wenn du eigene Kinder hast ;-)
    • Rethinking 18.07.2020 08:57
      Highlight Highlight Es geht mir darum aufzuzeigen, dass es Leute gibt, die sich als ökologisch ansehen und dies andere spüren lassen resp. ihnen vorschreiben wollen wie sie leben sollen, jedoch Kinder haben... Dabei sind Nachkommen der wol grösste Fussabdruck überhaupt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 17.07.2020 22:32
    Highlight Highlight Ganz spannend sind z.B. die die „total“ ökologisch leben... aber Kinder haben..,
    • Mut zum Wankeln 18.07.2020 06:30
      Highlight Highlight Könnte es sein, dass du dich mit dieser Aussage genau in das Fahrwasser begeben hast, in welchem gegeneinander aufgewiegelt wird?
    • Pachyderm 18.07.2020 08:20
      Highlight Highlight Das ist ja wohl etwa die menschenverachtendste Art zu zeigen, dass du den Artikel nicht verstanden hast.
    • Rethinking 18.07.2020 08:57
      Highlight Highlight Es geht mir darum aufzuzeigen, dass es Leute gibt, die sich als ökologisch ansehen und dies andere spüren lassen resp. ihnen vorschreiben wollen wie sie leben sollen, jedoch Kinder haben... Dabei sind Nachkommen der wol grösste Fussabdruck überhaupt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 22:29
    Highlight Highlight Es ist allerdings auch sehr in Mode gekommen, alles, aber auch alles als Whataboutismus zu degradieren, wenn man sich auch nur peripher angegriffen fühlt.

    Anders herum genehmigen sich 99.9% aller Wohlständler das Recht, sich über eine Aktualität 4 Minuten und 36 Sekunden tüchtig zu empören, um danach wieder hinüber zum gewohnten Alltag zu gehen. Alle paar Tage, Wochen, Monate oder Jahre holt man dann diese Empörung wieder für ein paar Minütchen aus der Schublade - und danach geht's wieder weiter wie gehabt.

    Die Anderen sollen sich doch ändern. Dann muss ich nicht. Oder? So ist es doch...
    • PeteZahad 18.07.2020 08:27
      Highlight Highlight Ist dein Antinatalismus Ding nicht auch so ne 100/0 Geschichte, die du immer wieder in deine Kommentare einfliessen lässt und als Lösung aller Probleme darstellst? Geht es dir darum, weil du hier aus deiner Sicht immer whataboutism erfährst?
  • Lucida Sans 17.07.2020 21:28
    Highlight Highlight Danke für den Artikel. Ich (Fleischesserin) habe mich manchmal kaum getraut, ein veganes Essen toll oder ein veganes Dessert super zu finden. Nicht aus Angst. Aber die blöden Diskussionen hinterher hängen mir zum Hals heraus.
  • Autokorrektur 17.07.2020 21:19
    Highlight Highlight Wir öV-Passagiere sollten uns nicht allzu sehr rühmen, wie viel wir für die Umwelt tun mit dem Verzicht auf das Auto. Warum? Auch Busse/Postauto/etc müssen getankt werden (Ausnahmen gibt es sehr selten), ausserdem fahren sie den ganzen Tag und nicht nur voll sondern auch leer. Schiffe laufen ebenfalls nicht mit Strom, und so lange wir Energie importieren um auch unsere Züge zu betreiben... Von daher: vielleicht einfach mal AUFHÖREN, moralisch überlegen sein zu wollen, egal auf welchem Gebiet, und statt dessen schauen, dass man selber echte Taten vollbringt, die nützen; zu Fuss statt Bus, z.B.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 22:36
      Highlight Highlight Sich korrekt mit Rädern fortzubewegen geht eigentlich nur mit den guten alten unmotorisierten Velos, Skateboards, Rollschuhen oder Trottinetts. Bergab vielleicht auch mit Seifenkisten.

      Wer nur sowas benutzt, ist moralisch so was von überlegen.
    • p4trick 18.07.2020 08:03
      Highlight Highlight @Antinatalist: auch Velos haben einen Herstellungs Fussabdruck. Besser wäre es nackt in einer Höhle zu wohnen und zu sterben, das ist ökologisch ;-)
    • Yonni Moreno Meyer 18.07.2020 09:05
      Highlight Highlight UND WAS PASSIERT MIT DEN BÄREN, DIE DANN KEIN ZUHAUSE MEHR HABEN? DENKT DENN NIEMAND AN DIE BÄREN?!
    Weitere Antworten anzeigen
  • dude_686 17.07.2020 21:02
    Highlight Highlight Danke für den gut geschriebenen Artikel. Ich bin auch der Meinung, das schwarz/weiss Denken nicht das Richtige ist. Whataboutismus ist schädlich, da versucht wird positive Impulse und Haltungen mangels Argumenten nichtig zu machen.
    Ich begrüsse jeden Schritt in eine ökologisch und sozialverträgliche Richtung auch wenn er noch so klein ist. Doch es braucht von der ganzen Gesellschaft und jedem Einzelnen mindestens 2 Schritte in diese Richtung, um die Menschheit nicht gegen die Wand zu fahren.
  • Bounty7 17.07.2020 20:54
    Highlight Highlight Ich gratuliere jedem der weniger Fleisch ist und dränge auch niemanden dazu. Aber meine Meinung ist nun mal dass es elend heuchlerisch ist zu erzählen “ich liebe tiere” und dann über dem Feuer eine Wurst zu bruzeln...
    • Bächli 18.07.2020 07:55
      Highlight Highlight Mann kann auch sagen: „Ich habe Tiere zum Fressen gern.“
    • rstnpce 18.07.2020 11:07
      Highlight Highlight @Bounty7
      Sehr spannend. Ich bin auch der Meinung, dass das eine andere Qualität hat, weiss aber nicht genau inwiefern. Man müsste es aber wissen, um mit jemandem zu diskutieren, der sehr stark auf dieser „alles-oder-nichts“ „wenn-dann“ Schiene fährt.
    • Bloody Mary 18.07.2020 16:21
      Highlight Highlight Ich finde es nicht nett wenn jemand sagt er/sie liebe Tiere und ihnen dann das Futter wegisst...
  • Siriem 17.07.2020 20:37
    Highlight Highlight Danke, der Artikel motiviert mich bei meinem Start als Teilzeit-Veganerin.

    Wir kaufen für zuhause vegan ein, auswärts wollen wir uns jedoch (noch?) nicht einschränken. Müsste ich mich komplett entscheiden, vegan oder nicht, würde ich das wohl nie angehen. Und mit den Kinder würde ich eh nicht vegan essen, die kriegen weiterhin Milch, Jogurt & co.
    • Autokorrektur 17.07.2020 21:21
      Highlight Highlight Also was jetzt, kauft ihr vegan ein oder bekommen die Kids Tierprodukte? 🤔😉
    • Siriem 17.07.2020 22:17
      Highlight Highlight Wir kaufen vegan ein, ausser Milch & Joghurt für die Kinder (mit der Idee, dass wir Eltern das nicht wegessen). Ausserdem essen sie beim Tagesmami und bei den Grosseltern nicht vegan.

      Wir sind noch in der Umstellung: restliche nicht vegane Lebensmittel aufbrauchen, vegane Menüs ausprobieren.

      Keine Ahnung, ob das alles funktioniert, aber bisher habe wir so viele tierische Produkte gegessen, dass es auf jeden Fall einen Unterschied machen würde.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 22:40
      Highlight Highlight Die Kinder könnten einfach viel länger gestillt werden. Muttermilch bietet alles, was sie an tierischer Nahrung brauchen. Dann muss man ihnen keine MIlch und Joghurts kaufen.

      So lange man sie an die Muttermilch lässt, so lange wird Milch produziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • subcomandante 17.07.2020 20:20
    Highlight Highlight Exactly, strenght in numbers.
  • De-Saint-Ex 17.07.2020 20:11
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel Frau Meyer. Balsam für die Seele.
    Wunderbar geschrieben und formuliert, wie schön es doch wäre, wenn Mensch den Weg zu Ausgewogenheit erlernen und zulassen würde. Nur so kann Ausgeglichenheit erreicht werden. Ausgeglichen heisst eben nicht weder das eine noch das andere sondern sowohl als auch. Wer Extreme lebt, verpasst mindestens das halbe Leben. Muss ich mir jeden Tag aufs neue wieder selber sagen. Hauptsache man macht sich überhaupt auf den Weg.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 22:43
      Highlight Highlight Das Leben ist die Zeit zwischen der Zeugung und dem letzten Atemzug. Wüsste nicht, wie man da das halbe Leben verpassen können soll... 🙄
  • Statler 17.07.2020 20:03
    Highlight Highlight Hab' da 'ne andere Theorie.
    Unser Leben ist zu einem ständigen Wettbewerb geworden. Wir MÜSSEN immer besser sein als andere. Denn, nur Sieger zählen. Und weil es immer nur einen Sieger geben kann, gibt's dafür haufenweise Verlierer. Und die suchen sich dann Situationen/Personen, bei denen sie sich eben doch als Sieger fühlen und ihre eigenen Unzulänglichkeiten für einen kurzen Moment vergessen können.
    Werbung funktioniert übrigens genauso. Man dreht uns Sachen an, mit denen wir uns besser als andere fühlen sollen. Weil das natürlich nicht funktioniert, wartet der nächste Preis schon im Laden.
    • Liserl 18.07.2020 08:28
      Highlight Highlight Zeitungen/Medien funktionieren genauso, wir bezahlen für den Konsum negativer Nachrichten, und kaufen prompt das Produkt das uns auf der gleichen Seite ein positives Lebensgefühl vermittelt, so sind wir doppelt beschi.........! Das dritte kommt noch mit der von den Verlegern geforderten Medienabgabe ( Steuern ) Wacht endlich auf !
    • p4trick 18.07.2020 08:40
      Highlight Highlight Auf den Punkt gebracht! Sich dem nicht hingehen erfordet Stärke
  • loremipsimdolor 17.07.2020 19:50
    Highlight Highlight Ist man total konsequent, gilt man als Fanatiker. Ist man nicht total konsequent, gilt man als Heuchler.
  • Elmas Lento 17.07.2020 19:42
    Highlight Highlight Die meisten Lebewesen sehnen sich in irgendeiner Weise nach Anerkennung.
    Anerkennung erhält man am einfachsten indem man in irgendetwas besser ist als andere, deshalb werden meisten auch die positiven Eigenschaften betont. Um "besser" zu sein muss aber auch jemand schlechter sein von dem man die Anerkennung dann einfordern kann. Da der andere dann "negative Anerkennung" erfährt wird er ein Thema suchen bei dem er "besser" ist, schon sind wir beim Whataboutismus.
    ps: Ein autofahrender Veganer und ein fleischessender ÖV-Nutzer könnte sich wohl tagelang mit Whataboutismus bewerfen.
    • Yunnan 17.07.2020 20:16
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass viele Leute sich vegan ernähren, weil es ihnen um die "Anerkennung" geht. Im Gegenteil (der Artikel stellt es richtig dar), einige Leute fühlen sich rein dadurch auf den Schlips getreten und feinden einen an.
    • Elmas Lento 17.07.2020 20:34
      Highlight Highlight Es wird sicher niemand nur deswegen seine Ernährungsgewohnheiten umstellen, aber es ist ein Grund weshalb es manche immer wieder betonen müssen. Ein Veganer ist da aber nur ein Beispiel, dasselbe Muster kann man auf fast alles anwenden. Speziell SocialMedia ist davon betroffen, sei es durch körperbetonte Fotos, möglichst "gesund" aussehendes Essen, teuer Autos etc. Es gibt natürlich auch Leute welche sich schon auf den Schlips getreten fühlen wenn man nur schon das vegetarische Menü bestellt... Am besten beide Extreme einfach ignorieren und so leben wie man es für richtig hält.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 22:54
      Highlight Highlight Wenn man kein Fleisch isst, isst man kein Fleisch. Wenn man dann immer wieder aufläuft und einem etwas Fleischiges angeboten wird, ist man faktisch gezwungen, dies klarzustellen.

      Statt der stillschweigenden Akzeptanz kommt dann eben gerne mal die Anfeindung: "Ou du wieder...!", mit entsprechendem Gesichtsausdruck, der absolutes Unverständnis demonstriert. Dann folgt womöglich noch: "Chumm jetzt, tue nöd so, eimal isch keimal."

      Das Problem sind eher die, die nicht vegan/vegetarisch leben. Die haben einen Chrampf damit, dass andere das Leben nicht nach ihren Vorstellungen praktizieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nekomana 17.07.2020 19:39
    Highlight Highlight Guter Artikel! Ich getraue mich auch nicht ganz aktiv bei Animal Rights o.ä mitzumachen, aufgrund von dem, dass ich nicht ganz Vegan lebe. Habe ein bisschen Bammel vor den Verurteilungen...
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 23:01
      Highlight Highlight Im Prinzip kann man einem Huhn mal ein Ei stehlen und auch gelegentlich etwas Milch bei einem Schaf, einer Ziege oder Kuh von Hand abzapfen. Dafür muss man auch kein Tier töten oder sinnlos mästen.

      Das Problem liegt in der Massentierhaltung und daran, dass 7.7 Milliarden Menschen ernährt werden wollen. Erst das verursacht Tierleid.

      Mit der Massenagrarwirtschaft zerstört der Mensch Ökosysteme, die unzähligen Tieren als Lebensraum dienen. Es ist also ein grundsätzliches Problem, dass der Mensch das mit grossem Abstand häufigste Säugetier geworden ist.

      Du weisst nun, wie du helfen kannst...
  • Nausicaä 17.07.2020 19:38
    Highlight Highlight Was ich hier noch anfügen möchte: Ich habe auch stets die Meinung vertreten, es gäbe in diesen Fragen kein schwarz oder weiss. Nur: Leute, ich denke es ist unsere Pflicht der nächsten Generation gegenüber, ein bisschen über unsere Schmerzgrenze hinaus zu verzichten. Nicht auf alles, nicht immer, aber alle sollten mitziehen. Es ist nun mal einfach 5 vor zwölf, das kann niemand mehr ehrlicherweise negieren.
    • ursus3000 17.07.2020 20:22
      Highlight Highlight Na und ?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 17.07.2020 23:04
      Highlight Highlight Der Mensch ist von Natur aus ein A-Loch. Die nächste Generation wird auch aus lauter A-Löchern bestehen. Wenn, dann ist es die Pflicht des Menschen, anderen Arten den Lebensraum zu überlassen und sich selbst nicht mehr zu vermehren.

      Jedes Lebewesen hat seinen sinnvollen Platz im natürlichen Kreislauf. Nur der Mensch hat es geschafft, sich zur Unnützlichkeit zu entwickeln.
    • Wenzel der Faule 18.07.2020 07:21
      Highlight Highlight Also ich verzichte für das Tierwohl, der positive Effekt für das Klima ist eine schöne Nebensache.

      Da muss ich Antinatalist Recht geben..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nausicaä 17.07.2020 19:34
    Highlight Highlight Ich finde es ganz toll, dass du zugeben kannst, dass die Veganerinnen ethisch im Recht sind.
    Ich bin zwar nur Vegetarierin aber das hat mich an den Fleischessern immer gestört, die bringen es nicht über sich das zuzugeben (manche haben sogar ganz perfide Abwehrmechanismen entwickelt) und ich dachte immer, wo ist das Problem?
    Ich selbst sage jedem Veganer, der mir begegnet, wir sollten eigentlich alle vegan leben, ich meinerseits sei einfach zu faul. Da ist mir bis jetzt noch kein Zacken aus der Krone gefallen 🤷.
    • ursus3000 17.07.2020 20:24
      Highlight Highlight Du bist eine Heldin ! Du redest SOGAR mit Veganern
    • Elmas Lento 17.07.2020 20:45
      Highlight Highlight Als Fleischesser ist es halt recht schwierig das zuzugeben, damit offenbart man halt direkt die eigene Unzulänglichkeit. Es ist viel einfacher dann in den Angriffsmodus zu wechseln und irgendetwas von Mangelernährung zu erzählen als zu sagen "ich finde das gut, mache es aber selbst aus Grund xy nicht".
      ps. ich freue mich gerade auf die Grillbratwurst, einfach weil ich es mag, auch wenn ein Tofuplätzchen die ethisch bessere Variante wäre.
  • Jonaman 17.07.2020 19:17
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht wo sie leben Frau Meyer, aber "Schreibt jemand «Ich esse nur noch sehr wenig Fleisch», kommt «Du solltest GAR kein Fleisch essen»." sagt doch nicht ernsthaft jemand!
    Jedes bisschen Sport hilft, das bestreitet wohl auch niemand!
    Ein Bigmac Menü mit Cola Zero ist auch nicht das Problem!

    Sie nehmen eine kleine Gruppe von "Empörern" und suggerieren, die meisten Leute seien so. Sind sie nicht!

    Sie empören sich hier im selben Stil über Leute, die eine gewisse Inkonsequenz stört. Sie leben also eigentlich genau das vor, was sie im Artikel kritisieren.
    • Lucida Sans 17.07.2020 21:37
      Highlight Highlight Schön, wie Sie sich über Frau Meyer empören können.
  • Matti_St 17.07.2020 18:31
    Highlight Highlight Ui, in dieser Beziehung ist es mir so was von egal was andere über mich denken.

    Vegan ist ja nicht einfach kein Fleisch. Und auf Milch im Kaffee will ich nicht verzichten. Ebenso auf Butter und Käse.
    • Temohi Huahine 18.07.2020 01:02
      Highlight Highlight Und keine Daunen-Duvets
    • DieRoseInDerHose 18.07.2020 14:57
      Highlight Highlight @Matti

      Dein kulinarischer Horizont scheint mir etwas beschränkt zu sein. 😅

      Veganismus ist kein Verzicht. Ich hoffe, auch du kommst einmal zu dieser Einsicht. Das nur mal als Anmerkung zu diesem Vorurteil, weil ich das zuuu oft höre.
    • Matti_St 18.07.2020 15:13
      Highlight Highlight Ich habe sehr Vegane Produkte probiert. In Einkaufsläden wie auch in veganen Restaurant. Und die Frage an mich lautet immer die gleiche, wie kann man das gut finden? In meinem Gaumen schmeckt 90% einfach furchtbar. Wer das gut findet, ok, esst es. Aber hört auf mir erzählen zu wollen, dass dieses Essen genau so schmeckt wie Milch, Jogurth, Käse usw.

      Kichererbsenpuree mit Geschmacksrezeptoren schmeckt nie nach Fleisch. Der Kaffee mit Mandelmilch (was noch der beste Ersatz ist) schmeckt nicht nach Milch oder. Ausserdem ist vegan, so wie ich es erlebt habe, extrem Protein lastig.
  • Nik G. 17.07.2020 17:55
    Highlight Highlight Super Text! Danke dafür. Genau mein Meinung auf den Punkt getroffen. Teilweise machen es die Menschen wie bei Religionen. Sie sehen sie als einzig wahre an und die das nicht so sehen müssen bekämpft werden. Die ganze Thematik kann man auch auf Sport übertragen. Was dir ist es nicht wichtig wie gut deine Leistung ist?! Aber einen Plan hast du? Nein ich mache es weil es mir Spass macht! Schlussendlich passt das Sprichwort perfekt. Schön das du einen Penis hast, sprich nicht die ganze Zeit darüber.
  • outdoorch 17.07.2020 17:54
    Highlight Highlight Da ich nur Kommentare, aber keine Artikel herzen kann, auf diesem Wege:💚
  • Saerd neute 17.07.2020 17:33
    Highlight Highlight "Fleischkonsum, ökologischer Fussabdruck, Konsumverhalten, Essen, Sport: Ist man nicht zu 100% konsequent, folgt oft die gesellschaftliche Ächtung. "

    Est ist momentan Trend und Stil wenn man so lebt.
    Ob alles so ökologisch ist wie vorgegaukelt lässt sich streiten und ist unwichtig. Wichtig ist; man ist dabei.
    • bbelser 17.07.2020 21:47
      Highlight Highlight Von Trend und Stil kann leider in keinster Weise die Rede sein. Ein verschwindend geringer Teil der Menschen, die Konsum-Overkill betreiben, denken überhaupt darüber nach. Noch weniger haben bisher eine nachhaltige Verhaltensänderung begonnen. Trend, Stil und Mainstream ist in den reichen Ländern immer noch der Über-Konsum.
  • virus.exe 17.07.2020 16:54
    Highlight Highlight Statistik eines Lieferanten für Firmenküchen:
    Wenn Gerichte als vegan bezeichnet sind, werden diese zu 80% weniger verkauft, als wenn die zwar vegan sind, jedoch nicht so gekennzeichnet.

    Ich (Fleischfresser) habe diverse solche Menus probiert und die schmecken grösstenteils super. Jedoch das küstliche Poulet im veganen Red Curry Chicken ist ehrlich gesagt wiederlich.
  • Natuschka 17.07.2020 16:53
    Highlight Highlight Super Artikel! Genau so denke ich auch. Und man kann ja einer Meinung sein und sich trotzdem die Meinung der anderen Seite anhören ( sei es ÖV, Ernährung, Religion oder was auch immer). Vielleicht führt das dazu, dass man seine eigene Meinung mal überdenkt und so in kleinen Schritten in die richtige Richtung geht. Oder eben eine gute Mitte findet, mit der man längerfristig leben kann. Nämlich wird zb ein extremer Fleischesser nie lange Zeit vegan leben können doch vielleicht kann er einen Tag pro Woche vegetarisch/vegan leben, dafür sein Leben lang. Womit er schlussendlich mehr erreicht.
  • Ramsey16 17.07.2020 16:46
    Highlight Highlight Toller Artikel! Baby steps sollten allgemein mehr wertgeschätzt werden, statt sich whataboutismische Ansprüche zu erheben. Dennoch finde ich es gerade gut, dass Bequemlichkeit angeprangert (ein mü besser als geshamet) wird, denn der Konsum tierischer Produkte ist schlicht und einfach keine persönliche Entscheidung, weil es in das Freiheitsrecht eines Lebewesens eingreift bzw. dieses erlischt.
    Aber top, grosses Kompliment für die Veränderungen, die du in deinem Alltag getroffen hast! Veränderungen entstehen nunmal durchs Unbequemsein, es wäre auch 'bequemer' hätten wir heute noch Sklaven 💭
  • Kaspar Floigen 17.07.2020 16:04
    Highlight Highlight „Nur ein Sith kennt nichts als Extreme.“ - Obi-Wan Kenobi
    • Liselote Meier 17.07.2020 18:01
      Highlight Highlight Na genau gleich wie bei den Jedi ;)

      „Manchmal sind zwei, die gegenteilig zu sein scheinen, eigentlich nur zwei Seiten einer Medaille.
      Menschen sind von ihren Kenntnissen und Wahrnehmungen abhängig. Das nennen sie Realität. Aber Kenntnisse und Wahrnehmungen sind relativ. Ihre Realität können Illusionen sein.“ Itachi Uchiha








  • Phö 17.07.2020 16:03
    Highlight Highlight Leben und leben lassen. Ob Auto oder Zug, Saitan oder Steak, Atheist oder Jesus für mich sind diese Entscheidungen 100% Privatsache. Gerne kann man den Bürger wenn dies die Mehrheit so möchte durch z.B. Abgaben sanft in eine Richtung lenken. Jedoch störe ich mich massiv am missionarische Eifer vieler Minderheiten egal ob es um Religion, Ernährung oder Klima geht, die der restlichen Bevölkerung ihre Ansichten/ihre Lebensweise aufdrängen möchten. (z.B Freikirchen wenn es um Abtreibungen geht oder Veganer die die Tierhaltung komplett verbieten möchten)
    • bbelser 17.07.2020 16:23
      Highlight Highlight "Leben und leben lassen", meinte der Karnivore, als er vor dem Schlachthof stand.
    • Rundlauf 17.07.2020 16:38
      Highlight Highlight Das ist eine spezielle Interpretation der Kernbotschaft von oben.

      Nicht in desktruktive Extreme zu verfallen bedeutet nicht, dass man auf wissenschaftliche Erkenntnisse pfeiffen soll.

      Der Klimawandel ist eben nicht 100% Privatsache, weshalb es wichtig und richtig ist, dass die Politik die Bürger hier zu lenken versucht. Sonst stürzen wir uns kollektiv den Abgrund hinunter. Das ist nicht missionarischer Eifer, sondern nötig, weil es leider vielen Mitmenschen am grundlegenden Verständnis dieser schwer zu fassenden Klimakrise mangelt (und dies dann als missionarischen Eifer auffassen).
    • Lami23 17.07.2020 16:45
      Highlight Highlight Ja im Grossen und Ganzen denke ich auch so. Nur leider werden wir alle leiden wenn sich nicht die meisten bald etwas an ihrem Konsum und der Mobilität ändern. Und das ist dann nicht mehr Privatsache.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 155West 17.07.2020 15:47
    Highlight Highlight Natürlich nerven diese ewigen Weltverbesserer mit ihrem Sendungsbewusstsein. Aber wenn wir von Ethik und Moral sprechen – Begriffe, die Yonni hier ins Feld geführt hat –, dann gibt's halt einfach mal nur entweder oder.

    Ist doch wie mit der häuslichen Gewalt. Da kommt auch niemand daher und sagt: "Mein Partner ist ein super Typ! Er prügelt mich bloss einmal im Jahr!"

    Da wird wohl niemand Applaus bekommen. Weshalb erwartet man dann aber Applaus dafür, wenn man statt an 7, nur an 4 Tagen die Woche Tiere tötet und auf ihnen rumkaut? S à la "ich mach mir die Moral, wie sie mir gefällt..."?
    • Slender Man the Mohrenkopf 17.07.2020 21:38
      Highlight Highlight Ja, genau so ist das mit der Moral, man macht sie sich. Es gibt keine allumfassende und allgemeingültige Moral und Deine muss für Andere nicht relevant sein.
    • bbelser 17.07.2020 21:39
      Highlight Highlight Moral ist in vielen Bereichen ein approximativer Vorgang, eine Annäherung an ideale Vorstellungen. Ein Ideal setzen, aber nicht ganz erreichen, ist besser, als gar nicht über Alternativen nachzudenken.
      Ich denke, wir müssen uns einen Prozess zum Guten hin zugestehen, falls wir tatsächlich die Hoffnung haben, etwas bewegen zu können.
    • Bruno Wüthrich 18.07.2020 10:12
      Highlight Highlight "dann gibt's halt einfach mal nur entweder oder."

      Nur in ganz seltenen Fällen hat man nur zwei Optionen zur Auswahl (entweder oder). Meistens stimmt Ihre Aussage jedoch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Slender Man the Mohrenkopf 17.07.2020 15:34
    Highlight Highlight Ich sage das selten, aber das ist mal ein wirklich guter Beitrag. Was die gesellschaftliche Ächtung angeht, ob nun ein paar Vegis/Veganer mich ächten, ist mir sowas von egal, das sind in unserer Gesellschaft die Einzigen, die sich dafür interessieren.

    Was ich wo, wann und in welcher Menge esse oder trinke entscheide ich alleine und da lasse ich mir auch von niemandem reinreden.
    • bbelser 17.07.2020 22:10
      Highlight Highlight Aber du nimmst für dich in Anspruch, dass du mit deinem bei uns üblichen Über-Konsum massiv in die Lebenswelt anderer reinredest. Zerstörung und Übernutzung von Ressourcen anderswo machen unseren legeren Fleischkonsum ja erst möglich. Oder hast du die Menschen im Amazonssgebiet gefragt, ob es für sie ok ist, wenn für dein Steak Regenwald abgeholzt, die Biodoversität zerstört und ihre Lebensgrundlage entzogen wird. "Ich entscheide alleine" ist die Illusion einer wohlstandsverwahrlosten Überflussgesellschaft. Unsere Entscheidungen betreffen immer andere, auch wenn wir das nicht sehen wollen.
  • Lami23 17.07.2020 15:31
    Highlight Highlight Wow, sehr selbstkritisch, wie du deine Haltung gegenüber Veganern reflektierst. Ich würde mir allgemein mehr davon wünschen. Jeder kennt doch dass, in jedem Lebensbereich, immer wieder fühlt man sich dann und wann "ertappt".
  • HiCh 17.07.2020 15:10
    Highlight Highlight Gut geschrieben. Ich persönlich ärgere mich vorallem über die Leute „solange ... bringt eh alles nichts“.
    Jeder einigermassen gebildete Mensch sollte sich Gedanken über seinen Kosnum machen und schauen, worauf man verhichten kann. Dies würde doch schon einiges bewirken. Achtsamer leben. Endloses „gönnen“ macht nicht glücklich.
  • Hades69 17.07.2020 15:05
    Highlight Highlight Wenn man sich einen Lebensstil auferzwingt und dieser nicht mühelos umgesetzt werden kann fängt man halt an zu missionieren, um seinen Schmerz zu kompensieren. Der Trick: Richtige Überzeugung braucht Niemandes Anerkennung. Effortless Effort. Der weglose Weg.
    • bbelser 17.07.2020 16:37
      Highlight Highlight Der ins Unmässige gekippte Konsum von unfair produziertem Billigst-Fleisch ist allerdings kein Lebensstil, sondern eine gezielt geförderte Verrohung unseres Verhaltens durch Gewöhnung und die "normative Kraft des Faktischen". Da wir die Produktionsbedingungen so gut wie nie zu Gesicht bekommen, sondern nur gewissensberuhigende Fake-Bilder einer heilen Bauernwelt, erreicht uns das Ausmass der Verachtung und Verrohung gar nicht mehr. Die Entscheidungsgrundlage für eine vernunftgeleitete überzeugte Verhaltensänderung ist also gar nicht gegeben.
      Deshalb braucht es gemeinsame Regeländerungen.
    • Nausicaä 17.07.2020 19:29
      Highlight Highlight @Hades. Ich weiss nicht, ob das so stimmt und ich denke Jonathan Safran Foer würde mir hier recht geben. In seinem Buch "Wir sind das Klima" beschreibt er, wie er jeden Tag Lust auf Fleisch hat (einfach, weil es ihm so wahnsinnig gut schmeckt) und trotzdem überzeugter Vegetarier ist (siehe sein Buch "Tiere essen").
      Mir meinerseits fällt es sehr leicht, auf Fleisch zu verzichten aber ich wünsche mir immer wieder mal ein Auto und hadere da auch ziemlich mit mir...Ich denke, die Sache ist komplexer als du sie beschreibst...
    • Hades69 17.07.2020 21:38
      Highlight Highlight bbelser

      Aboslut korrekt, es braucht unbedingt Regeländerungen. Mit vorleben ist jedoch mehr getan als mit vorsagen. Beispiel: kleine Kinder.

      Nausicaä

      Bei mir kam der Vegetarianismus ohne Zwang und ganz natürlich, es ist eine Erkenntnis. Solange diese nicht da ist leidet man halt, weil die Entscheidung nicht von Innen kam sondern von Aussen. Zum Auto: zum Glück hab ich keinen Führerschein :) sonst würde es mir wohl gleich gehen. Was man nie hatte vermisst man auch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bbelser 17.07.2020 14:41
    Highlight Highlight Danke für den differenzierte Beitrag!
    Was du beschreibst, ist meiner Ansicht nach vor allem ein mediales Problem. Sich in einer gewissen Anonymität moralisch überlegen fühlen zu können, befeuert polarisierte Posts und Kommentare.
    Auf diesen Zug muss man ja nicht aufspringen.
    Notwendig ist
    a) Ansetzen bei sich und dem eigenen Lebensstil mit der Frage: was und wieviel kann ich bei einigermassen tragbarer Lebensqualität bei mir verändern, um Ressourcen zu schonen, Tierleid zu mindern etc. Damit muss ich aber niemanden missionieren.
    b) politisches Agreement, was wir wie gesetzlich regeln wollen.
    • zoink 18.07.2020 07:41
      Highlight Highlight Wow, ich habe die Kommentare ketzt von oben nach unten gelesen, und diesen Kommentar von dir zu lesen hat mich zum lachen gebracht. In allen Kommentarantworten die die gegeben hast, hällst du den anderen die moralische Vegan Keule vor, aber hier noch auf „jaja momol, das macht voll sinn din artikel, weisch das isch wenn sich d lüt anonym im internet a sich moralisch ufgeiled“ machen. Grosses Kino
    • bbelser 18.07.2020 11:30
      Highlight Highlight Hallo Zoink, schön von dir zu hören.
      Ich versuche in meinen Kommentaren, mein und unser Verhalten beim Über-Konsum von unfair produziertem Billigst-Fleisch zu reflektieren. Fühle mich keineswegs moralisch überlegen, halte es trotzdem für wichtig, unvernünftiges und zerstörerisches Verhalten von uns allen zu kritisieren und zu hinterfragen.
      Da du alle meine Kommentare löblicherweise gelesen hast: könntest du ein Beispiel nennen für die "moralische Vegan-Keule" (was ist das)? Eine Begründung deiner Meinung wäre auch angebracht, denn der Keulen-Vorwurf lässt Mangel an Argumenten vermuten. Danke.
  • insert_brain_here 17.07.2020 14:35
    Highlight Highlight Meine Philosophie dazu lautet: Versuche jeden Tag ein besserer Mensch zu sein als gestern.
    Klappt manchmal gut, manchmal ein bisschen, manchmal gar nicht und hin und wieder fall ich wohl auch einen Schritt zurück.

    Wovon ich mich leider immer wieder triggern lasse sind Menschen die sich über solches Bemühen lustig machen und mit Wörtern wie Gutmensch und Baumumarmer um sich werfen. Auch daran versuche ich zu arbeiten 😊

    If you want to make the world a better place
    Take a look at yourself, and then make a change

    Michael Jackson
    • Natuschka 17.07.2020 16:42
      Highlight Highlight Du sagts es!
    • bbelser 17.07.2020 17:09
      Highlight Highlight Du bist also kein Gutmensch, sondern ein Bessermensch... 😉
      Aber ernsthaft: deine Philosophie kann ich grundsätzlich teilen, nicht ganz klar ist dabei aber, worin genau ich besser werden will?
      Leistung? Wirtschaftskompatibilität? Selbstoptimierung? Gerechtigkeit? Friedfertigkeit? Wahrhaftigkeit?
      Was verbessert mein Menschsein, nach welchen Kriterien entscheide ich meine täglichen Mikro-Verhaltensänderungen?
      In meinem Fall brauche ich dazu feedback und auch Ermutigung von Menschen, die ähnlich motiviert und fragend unterwegs sind.
      Der innere Schweinehund ist nämlich immer in den Startlöchern.
    • boexu 17.07.2020 17:24
      Highlight Highlight Du zitierst hier einen Kinderschänder wessen Songtext in Anbetracht dessen etwas zynisch daher kommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rosskastanie 17.07.2020 14:32
    Highlight Highlight Drei Sachen entspannen mich unglaublich: 1. Keine Angst vor der Perfektion, die erreicht man eh nicht. 2. Sich nicht ständig kümmern, was andere Leute sagen, die sollen zuerst selbst vor ihrer Haustüre kehren. 3. Die ständige Selbstdarstellung auf Social Media kritisch hinterfragen (Sieb des Sokrates "vereinfacht": Ist es wahr? Ist es gut? Wenn nein, warum mich dann damit auseinandersetzen?). Ich persönlich habe das Gefühl, dass bei jedem Thema viel zu viel hyperventiliert wird. Twitter ist nicht die Realität und wie immer wird weniger heiss gegessen, als gekocht wird. Atmen ist auch gut...😁
  • Liselote Meier 17.07.2020 14:29
    Highlight Highlight Das ist zu Subjektiv. Nicht das individuelle Verhalten ist das Problem, sondern die Rahmenbedingungen in dem es sich bewegt.

    Die Frage ist nicht was man selber tun kann, sondern wohin soll sich die Gesellschaft als ganzes hin bewegen, wie sollen die Leitplanken aussehen, damit ein grösstmögliches Mass an Individualität beibehalten werden kann welche aber nicht in ein ökonomisches und ökologisches Desaster führen.

    • bbelser 17.07.2020 15:19
      Highlight Highlight Das eine tun und das andere nicht lassen. Individuelle Verhaltensänderungen werden schon immer vor und parallel zu den politischen und gesellschaftlichen Leitplanken benötigt, um die Angemessenheit und Lebbarkeit von Massnahmen zu demonstrieren bzw. erfahren zu können.
      Solch differenzierte Infragestellungen wie die von Yonni gehören zu beiden Sphären.
    • aglio e olio 17.07.2020 16:46
      Highlight Highlight Schön auf den Punkt gebracht.
    • Slender Man the Mohrenkopf 17.07.2020 21:47
      Highlight Highlight Tja, Du willst andere Rahmenbedingungen ändern, dazu musst Du aber die Mehrheit überzeugen, denn die Mehrheit entscheidet über die Leitplanken und wohin sich die Gesellschaft bewegt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sarkasmusdetektor 17.07.2020 14:28
    Highlight Highlight Wen juckts, was andere sagen. Ich hab mir schon vor Jahrzehnten abgewöhnt, auf solchen dämlichen Kommentare einzugehen.
    • Lami23 17.07.2020 15:32
      Highlight Highlight Es bringt einem aber auch weiter, auf die anderen zu hören. Man muss nur gut einschätzen können auf wenn sich zu hören lohnt.
    • Reliable_source 17.07.2020 18:54
      Highlight Highlight Hoffentlich war diese Aussage sarkastisch gemeint.
  • Projektionsfläche 17.07.2020 13:51
    Highlight Highlight Ein schöner Text von Yonni, danke dafür. Ich darf ergänzen: Ziemlich sicher wäre schon viel gewonnen, wenn wir nur alle etwas ehrlicher mit uns selbst wären. Dann würden wir uns auch deutlich weniger oft ertappt oder angegriffen fühlen, weil wir uns unserer Unzulänglichkeiten bewusst wären.

    Am Beispiel des Fleischkonsums lebt es die Autorin vor: Dessen moralische Verwerflichkeit kann man problemlos auch eingestehen, wenn man Fleisch isst.

    Mehr ehrliche Reflexion führte auch zu Verhaltensänderungen, weil bewusst würde, wo man sich aus Bequemlichkeit oder Trott nur selbst in die Tasche lügt.
    • bbelser 17.07.2020 22:23
      Highlight Highlight Naja, ein grosses Problem dabei ist allerdings die Tatsache, dass unser Lebensstil hier an vielen Baustellen unzulänglich und änderungsbedürftig ist. Er beruht auf rasantem Wachstum mit externalisierten Kosten und einem wahnwitzigen Überkonsum, dem wir uns kaum entziehen können. Wer sich dem ehrlich stellt, wird seine eigene Überforderung eingestehen müssen, sich an allen Baustellen sinnvoll ändern zu können. Und da kommt dann politisches Handeln ins Spiel. Wir müssen uns selbst per Gesetz zu einer lebbaren Zukunft zwingen.
    • Projektionsfläche 18.07.2020 10:13
      Highlight Highlight @bbelser
      Ich stimme Dir weitestgehend zu, danke für Deine Replik. Nicht ganz einverstanden bin ich mit „kaum entziehen können“ und „Überforderung eingestehen müssen“. Ich glaube, dass mit der nötigen Reife und Willensstärke durchaus eine substanzielle Veränderung möglich ist.

      Gleichwohl: Die Alltagserfahrung zeigt auch bei mir, dass Deine Schlussfolgerung zutrifft; es wird wohl leider nicht ohne Gesetze gehen.
  • Bruno Wüthrich 17.07.2020 13:40
    Highlight Highlight Es ist wie in der Politik: Wer nicht links oder rechts ist, hat nach Ansicht der Linken und Rechten keine Meinung. Auch in der von Frau Meyer beschriebenen Thematik ist dies genau so. Wer sich in der Mitte positioniert, beide "Extreme" etwas relativiert, hat ebenso verloren wie die jeweils andere Seite.

    Ich hege schon seit längerem den Verdacht, dass uns dies nicht wirklich weiter bringt. Frau Meyer trifft mit ihrem Artikel voll meine Meinung. Sie formuliert diese einfach nur um Längen besser, als ich dies könnte.
    • Liselote Meier 17.07.2020 14:20
      Highlight Highlight Was verstehst du unter politischer Mitte? Wie definiert sie sich deiner Meinung nach?

      Klassisch kann man eine Mitte nur anhand eines Linken und Rechten Pols definieren und nicht aus sich selber heraus, wie denn?
    • bbelser 17.07.2020 14:49
      Highlight Highlight "Links" und "rechts" hatte früher einmal eine recht deutliche ideologische Unterscheidungsqualität. Das hat sich aber bis zur Unkenntlichkeit abgenutzt. In einer immer komplexeren Lebenswelt, die komplexe und vielfältige fantasievolle Antworten und Lösungsstrategien erfordert, taugen solche binären Einteilungen nicht mehr.
      Auf Dauer werden wir statt der polarisierenden Betonköpfe viel mehr "Brückenmenschen" in der Politik brauchen, die ihre Ideen und Strategien aus allen Richtungen beziehen. Aber die müssen wir eben halt auch wählen!
    • äxgüsi 17.07.2020 15:01
      Highlight Highlight Wer sich nie positioniert, vertritt halt meiner Meinung nach keine Haltung. So kommen wir auch nicht weiter, klar nicht 0 oder 100.. aber Eintreten für seine Standpunkte und dann aber auch Meinungen anderer einfliessen, rationalisieren und Postion ändern finde ich ungemein besser als eine ständig neutrale Haltung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kanuli 17.07.2020 13:36
    Highlight Highlight Ich denke bei dem Vergleichskommentar geht es ja eher auch darum, wieso man etwas tut. Denn viele werden die Cola light/zero nehmen und dann denken genau darum ist es nicht mehr schlimm zu sündigen. Dann essen sie aber vielleicht mehr oder öfter fast food, weil ihr Gehirn es nicht mehr als per se schlecht einstuft. Wenn Veganer dann beim Arzt Vitamine und Mineralstoffe gespritzt brauchen geht das in etwa in die gleiche Richtung. Denn vegan essen ist ja schon gesund genug, da muss man sich nicht ausreichend informieren. Problem ist dann: beide Seiten sehen nur jene, welche es falsch machen.
    • Kanuli 17.07.2020 13:42
      Highlight Highlight Noch ergänzend, hat zuwenig Platz hier: ich bin der Meinung jeder kann tun was er will und auch glücklich damit sein. Nur Pseudo-Gründe regen mich etwas auf (wie beim Palmfett zb), wenn das eigentliche Problem, Überbevölkerung und hoher konsum, woanders liegen. Wir der Konsument könnten ja gesünderes Fast Food verlangen, und doch rennen wir zu McDreck.
      Man sollte mehr zu sich selbst stehen und dann aber auch ehrlich sagen: bin faul, will fettiges, rest egal
    • Yonni Moreno Meyer 17.07.2020 13:54
      Highlight Highlight Ist das wirklich so? Dass jemand denkt, das Weglassen von Cola mache McDo-Food okay? Das von Ihnen beschriebene Argument habe ich schon öfter gelesen, dass jemand das aber tatsächlich glaubte, noch nie.
    • JasCar 17.07.2020 14:42
      Highlight Highlight Dein Kommentar geht aber in eine ähnliche Richtung:
      Nämlich das 《Besserwissen》
      Diese Diskussionen entstehen doch genau daraus, dass jeder meint, es richtiger zu machen als der Andere.
      Ich glaube, es gibt nur wenige, die tatsächlich nicht wissen, dass dieser Fastfood ungesund ist, ob mit oder ohne light/Zero.

      Ich bin übergewichtig, gehe aber trotzdem 4-5 mal im Jahr fastfooden und nehme dann mein Lieblingsmenü. Und ärgere mich über mich, weil ich mir überlege, was andere nun über mich denken.
      Am liebsten würd ich mir auf die Stirn schreiben: ich weiss, dass das dick macht, esse es trotzdem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zappenduster 17.07.2020 13:30
    Highlight Highlight Sehr guter Beitrag, danke! Ich kann das nur unterschreiben.
  • das Otzelot 17.07.2020 13:29
    Highlight Highlight Stimme dir absolut zu.
    Aber Cola Light vor Cola? Tststs Was ist nur los mit dir ?
    • Yonni Moreno Meyer 17.07.2020 16:42
      Highlight Highlight Ja, ich weiss. Es ist tragisch. Ich bin froh, gibts die Cola Zero-Mittwochs-Gesprächsgruppe. Wir nennen uns Cola-Zeromantikerinnen.
    • Statler 17.07.2020 20:08
      Highlight Highlight Cola ist eine grauenhafte Plörre, die nur mit etwas Whisky oder Rum erträglich wird (wobei man da jeweils auch nur Fusel reinschüttet, weil der pur ebenfalls unerträglich ist. Minus mal Minus gleich Plus, sozusagen).
  • maddiepilz 17.07.2020 13:19
    Highlight Highlight Für mich sind die penetranten Veganer fast nur ein Klischee. Hingegen finde ich die penetranten Anti-Veganer tatsächlich auffällig und sehr nervig. Vergleicht mal die Anzahl 'nervigen Veganer'-Kommentare mit der Anzahl Kommentare à la 'aber mein Steak'/'warum brauchen die Veganer überhaupt Fake-Fleisch?'
    • ursus3000 17.07.2020 15:34
      Highlight Highlight Bist Du Veganerin ?
    • Lami23 17.07.2020 15:35
      Highlight Highlight True.
  • Janis Joplin 17.07.2020 13:15
    Highlight Highlight Danke Yonni - fuer diese Texte liebe ich dich!

    Eigentlich waers ganz einfach. Ich arbeite erst an mir selber, bevor ich mir erlaube, auf die anderen zu schauen.
    Was mache ich gut, was kann ich besser machen?

    Und wenn man auf die anderen schauen muss: Nicht darauf schauen was sie meiner Meinung nach nicht gut machen, sondern darauf was sie bereits gut machen.

    Wie sagte Konfuzius einst: Wenn du Fehler bei jemand anderem bemerkst, vergewissere dich erst, dass du nicht denselben Fehler besitzt!
  • Wunderplunder 17.07.2020 13:10
    Highlight Highlight Soo wahr, danke für diesen Artikel!

    Pröschtli! Mit Cola regulär.
  • Biindli 17.07.2020 13:04
    Highlight Highlight Guter Artikel. Zu dem Schluss bin ich vor Kurzem auch gekommen. Ich habe eine chronische Krankheit und es gibt Berichte, dass man mit sehr strengen Ernährungseinschränkungen zeitweise auch ohne Medis kann (vegan, glutenfrei, zuckerfrei +kein Alkohol). Heilen kann auch so eine Ernährung die Krankheit nicht. Ich habe es eine Weile versucht und bin gescheitert, auch weil ich durch diese strenge Askese immer am meine Krankheit erinnert wurde und weniger Lebensfreude empfand. Ich habe dann den goldenen Mittelweg gewählt und mir geht es super dabei.
  • El Vals del Obrero 17.07.2020 12:52
    Highlight Highlight Schwarz/weiss oder 0/100 eignet sich halt immer besser für Social Media und Kommentare und Schlagzeilen als so ein langweilig-differenziertes Dazwischen.

    Selber schon erlebt, wenn man bei etwas nicht die 0- oder 100-Meinung hat: "Mit dir kann man nicht diskutieren, immer weichst du aus und relativierst und verkomplizierst alles"
    • Nerd077 17.07.2020 13:12
      Highlight Highlight Mir hat ein Kollege kürzlich in einer Diskussion über Politik gesagt, es gäbe keine sachlich neutrale Meinung zu politischen Themen...
    • sealeane 17.07.2020 23:00
      Highlight Highlight @nerd neutral und Mitte ist nicht das selbe.. mitte heist nur nicht die extremen Positionen einznehmen. Neutral heist hingegrn keine Meinung einzunehmen, was in der Realität selten vorkommt da wir alle von unserer Vergangenheit/ Erfahrungen (unterbewust) beeinflusst werden.
      Was jedoch möglich ist andere Meinungem /Änsichten nicht zu verurteilen dies ist jedoch nicht gleich neutral.

Analyse

Warum Veganer so nerven

Wir lieben es, Veganer zu hassen. Wohl auch, weil wir spüren, dass sie recht haben.

Veganer. Die moralinsauren Spassbremsen, die nichts lieber tun, als in die Welt zu schreien, wie viel besser als alle anderen Menschen sie sind. Die sektenartigen Extremisten, die anderen Menschen vorschreiben wollen, was sie zu essen haben. Die wohlstandsverwahrlosten Wichtigtuer, die mit ihrem teuren Konsum-Lifestyle exhibitionistisch herumstolzieren.

Mit negativen Stereotypen über Veganerinnen und Veganer lassen sich Bücher füllen. Darum rollen die meisten von uns einfach mit den Augen …

Artikel lesen
Link zum Artikel