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Yonnihof

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Die Schweiz stand Kopf!! Ah nei.



Nun war ich also eine Woche kaum online, da ferienhalber im Big Apple. Abgesehen von seltenen Facebook- und Email-Checks brauchte ich meinen Laptop kaum. Was in der Schweiz so alles passierte in den letzten sieben Tagen, habe ich also grösstenteils verpasst. 

Heute Morgen habe ich mich deshalb mal in meinem Hotelzimmer in Manhattan an den Computer gesetzt und mich mittels Scrollen durch geschätzte dreihundert Kilometer Newsfeed darüber informiert, was in der Schweiz so alles abgegangen ist und was die Gemüter bewegt hat, während ich weg war, damit ich dann auch auf dem Laufenden bin, wenn ich Sonntagmorgen wieder heim komme. 

Folgendes habe ich dabei angetroffen: 
Eine gewisse Vera Dillier hat anscheinend einen neuen Freund, der aussieht wie das Kind eines preussischen Prinzen und Agneta Fältskog von ABBA. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht genau weiss, wer diese Vera-Dillier-Person ist, aber anscheinend ist es ein sehr grosser Deal, dass sie nun dieses blonde Etwas an ihrer Seite hat, mit dem sie sich dann auch sehr nah an der Bluttheit vor einem Spiegel selfiefizieren musste. Googlet man Frau Dillier, ist da sehr viel blutt und viel mehr Inhaltslosigkeit, weshalb ich meine Nachforschungen zu 50 Shades of Vera denn auch beendet und den beiden einfach 50 Shades of Glück gewünscht habe. 

Am Mittwoch fuhr offensichtlich eine S-Bahn durch Zürich, auf deren Anzeigetafel «Scheiss HCD» stand. Aha. Der HCD war ganz offiziell beleidigt und die SBB wollen ganz offiziell nichts damit zu tun gehabt haben. Und ganz offiziell ist in China ein Sack Reis umgefallen. Zur HCD-S-Bahn-Story fand man trotzdem drei Tage lang Berichte in den Onlineportalen unseres schönen Landes – genauso wie über die Tatsache, dass sich Mama Madonna bei den BRIT Awards kurzzeitig auf den Rücken gelegt hat. Oh jemine. 

Dann ist da noch unser Köppel Roger. Der will nun also für die SVP in den Nationalrat. Da ging anscheinend ein Raunen durch die Schweiz und durch die Medienreihen. Meine persönliche Reaktion darauf war: 1 + 1 = 2. Die Erde kreist um die Sonne. Roger Köppel geht für die SVP in die Politik. Wie der Amerikaner hier so schön sagt: duh! In den Kommentarspalten fand selbstverständlich das dementsprechende Rechts-Links-Hickhack statt, was ich sehr amüsant fand. Ich bin ja bigoscht kein Fan von Herrn Köppels politischer Stilrichtung – trotzdem glaube ich, dass er Bewegung in die Schweizer Politlandschaft bringen wird, sollte er denn gewählt werden. Ob diese Bewegung gut oder schlecht sein wird, wird sich weisen – Wellen schlagen wird er allemal. 

Heute Morgen teilten schliesslich circa 670'379'273 Menschen auf Facebook das Bild eines Kleides, bei dem man anscheinend nicht sagen kann, ob es weiss/goldig oder schwarz/blau ist. Da musste man dann sehr fest drüber diskutieren. Und streiten. Dieser Geschichte wurde in der Folge auch sofort der Name «Dressgate» gegeben und gewisse Onlineportale gingen gar soweit, Wahrnehmungsforscher zu diesem unfassbaren Phänomen zu befragen. News, die die Welt bewegen. OMG, OMG, OMG! Mein Buddy Knackeboul fasste die ganze Debatte um den Fetzen wunderbar zusammen: «Das Kleid ist hässlich».

Das alles hat mich für einen Moment sehr glücklich gemacht, weil offensichtlich während meiner Abwesenheit zwar tonnenweise News produziert wurden, jedoch an und für sich in der Schweiz genau rein gar nichts Überraschendes oder Weltbewegendes passiert ist. 

Ist doch auch mal schön!  

Yonnihof Yonni Meyer

Yonni Meyer

Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen –direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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