Crans-Montana

Brand in Crans-Montana: Das sind die Opfer

Fussballfans, DJ, Studentin: Diese Menschen starben beim Unglück von Crans-Montana

40 Menschen starben beim Unglück von Crans-Montana. Viele davon waren sehr jung, teilweise auch minderjährig.
06.01.2026, 16:3107.01.2026, 09:28

Von den 40 Todesopfern der Silvester-Tragödie in Crans-Montana stammen 22 aus der Schweiz, wobei ein Opfer gleichzeitig auch die französische Staatsbürgerschaft hat.

Sechs Opfer stammen aus Italien, ein Opfer hat zusätzlich die emiratische Staatsbürgerschaft. Acht weitere stammen aus Frankreich, wobei eine 15-Jährige auch noch die israelische und britische Staatsbürgerschaft hatte. Die weiteren Opfer stammen aus Rumänien, der Türkei, aus Portugal und Belgien.

Insgesamt starben 20 Personen unter 18 Jahren, acht davon waren unter 16 Jahren. Die jüngsten Opfer waren 14 Jahre alt, das älteste 39.

Doch wer waren diese Menschen, die in der Neujahrsnacht in den Flammen den Tod fanden? Allmählich werden ihre Geschichten bekannt.

Caroline (24)

Die 24-jährige Caroline ist die Tochter des Gemeinderats Joël Rey aus Siders VS. Ihr Vater erzählt, wie unerträglich die Ungewissheit war, bevor zwei Polizisten und ein Notfallpsychologe vorbeikamen. Ihre Freude und Sorglosigkeit würden ihm fehlen. Nur wenige Tage vor dem Unglück hatte die Familie noch unbeschwerte Weihnachtstage verbracht. Die Zeit nach dem Unglück überstehe er nur dank Freunden und Familienmitgliedern, die ihm Trost spenden würden.

Arthur (16)

Der 16-jährige Arthur stammte aus Lutry. Seine Mutter hatte nach der Brandkatastrophe verzweifelt nach dem Jugendlichen gesucht und auch auf Social Media einen Aufruf gestartet. Schliesslich erhielt sie aber Gewissheit: Ihr Sohn ist tot. «Unser Artur ist gegangen, um im Paradies zu feiern. Jetzt können wir zu trauern beginnen im Wissen, dass er im Licht Frieden gefunden hat», teilte sie mit.

Arthur starb bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana.
Arthur starb bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana.Bild: Facebook

Benjamin (18)

Der 18-jährige Benjamin aus Lausanne war im Boxsport aktiv. Er wollte während des Infernos seine Freundin retten und kam dabei ums Leben. «Diese ultimative altruistische Geste passt exakt zu dem, wer er war: Jemand, der immer anderen half», schrieb sein Boxklub.

Stefan (31)

Der Türsteher Stefan starb an dem Abend ebenfalls. Er soll zuvor zahlreiche Menschen aus dem Untergeschoss gerettet haben, verlor jedoch schliesslich sein eigenes Leben.

Charlotte (15)

Charlotte hatte drei Nationalitäten: Sie hatte die französische, israelische und britische Staatsbürgerschaft. In Crans-Montana arbeitete sie laut Medienberichten als Babysitterin.

Matéo (23)

Der DJ der Bar kam ebenfalls ums Leben. Der Franzose legte am Abend auf und taucht auch auf diversen Videos vom Unglücksabend auf. Er überlebte den Abend nicht.

Noa (14)

Der 14-jährige Franzose lebte mit seinem Vater in Genf. Er hatte im Fussballklub Racing Besançon gespielt. Dieser spricht auf Facebook von grosser Trauer, die der Tod des Jugendlichen ausgelöst hatte.

Noa spielte Fussball.
Noa spielte Fussball.Bild: Facebook

Cyane (24)

Die Kellnerin im «Le Constellation» stammte aus Frankreich und kam an dem Abend ums Leben. Ihre Familie identifizierte ihre Leiche, berichten die Medien. Sie hatte schon zuvor als Saisonarbeiterin in Crans-Montana gejobt.

Giovanni (39)

Der zweifache Vater war am Unglücksabend in der Bar und kam ums Leben. Sein Bruder verkündete die Todesnachricht auf Facebook und dankte für die unterstützenden Worte in den vergangenen Tagen.

Giovanni (16)

Der Italiener spielte Golf und stammte aus Bologna. Er war mit Freunden in der Bar. Diese flüchteten nach draussen, Giovanni hatte ihre Warnung aber wohl wegen der lauten Musik nicht gehört, berichtet einer aus der Gruppe gegenüber den Medien.

Giovanni war Golfspieler.
Giovanni war Golfspieler.Bild: Instagram

Fany (22)

Die 22-Jährige stammte aus Portugal und lebte mit ihrer Familie in Crans-Montana. Der portugiesische Premierminister drückte auf X sein tiefstes Beileid aus.

Victoria (17)

Die Belgierin befindet sich ebenfalls unter den Opfern. Das gab das Aussenministerium Belgiens bekannt.

Riccardo (16)

Der junge Schüler aus Rom starb im Feuer. «Riccardo war ein Bub, den man unmöglich nicht mögen konnte», sagt seine Schuldirektorin zum Il Messaggero.

Achille (16)

Der 16-Jährige war oft mit seinen Eltern in Crans-Montana. Die Bar befand sich in der Nähe des Ferienhauses der Familie, wie ein Cousin dem «Il Giorno» erklärte. Achille wollte später einmal Architekt werden.

Chiara (16)

Die Italienerin war mit Achille befreundet. Die beiden seien per Zufall in der Bar gelandet, weil es sonst nirgendwo Platz gehabt habe, berichtet ihr Vater gegenüber dem «Corriere de la Sera».

Noémie (26)

Die Studentin hatte mit einer Freundin in der Bar den Jahreswechsel gefeiert. Das berichtete ihr Bruder auf Facebook. Die Freundin wurde beim Unglück verletzt.

Noémie war Studentin.
Noémie war Studentin.Bild: Facebook

Tristan (17)

Der Schweizer habe sich sonst immer aus allen Situationen retten können, berichtet seine Mutter gegenüber dem französischen Fernsehen. «Hier hatte er keine Chance.»

Junioren des FC Lutry

Gleich mehrere Mitglieder des Fussballvereins von Lutry sind unter den Opfern. Es handelt sich um Juniorenspieler, die sich zum Zeitpunkt der Tragödie in der Bar in Crans-Montana befunden hatten. Einer von ihnen ist etwa der 18-jährige Joaquim. Er spielte nicht nur Fussball, sondern fuhr auch Kart. (vro)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Odowok
06.01.2026 16:40registriert Februar 2020
Ich finde es schwierig wie dieses Thema «ausgeschlachtet» wird.

Es ist sehr tragisch was passiert ist, doch die sensationslust der Leser so zu überfluten jetzt auch noch mit Portrais der Opfer finde ich grauenhaft (da hilft auch das verpixeln nichts).

Ganz zu schweigen, wie es für die Angehörigen sein muss.
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Utschli
06.01.2026 16:57registriert September 2016
Jetzt ists dann auch mal gut mit Ausschlachten. Ja es ist eine Tragödie unvorstellbaren Ausmasses, aber wir können auf betroffen sein, ohne dass wir jedes Detail der Opfer erfahren. Und so zwei drei Sätze werden einem Menschen eh nicht gerecht, da kann mans auch gleich lassen...
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Snowy
06.01.2026 16:45registriert April 2016
Mir wird's beinahe schlecht beim Lesen.

So viele hoffnungsvolle tolle, junge Menschen. Unvorstellbar was die Nächsten hier durchmachen müssen. Hoffe, die Eltern und Freunde können irgendwann mal wieder einen schönen Tag mit Sonnenschein und Bergen geniessen.

Mein aufrichtiges Beileid.
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