Schweiz
Wallis

Crans Montana: Grosse Solidarität für Brandopfer in Zürcher Spitäler

Haupteingang des Universitaetsspital Zuerich USZ in Zuerich am Mittwoch, 26. Mai 2010. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Die Brandopfer der Bars-Brands in Crans Montana werden in Spitälern in der Schweiz und im Ausland behandelt. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Spitäler in Zürich erleben grosse Solidarität für Brandopfer von Crans-Montana

06.01.2026, 11:4907.01.2026, 09:28

Nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» im Walliser Dorf Crans-Montana befinden sich 83 Schwerverletzte in Behandlung. Die Spitäler kämpfen um das Leben der meist jungen Erwachsenen.

Sie alle erlitten schwere Bandverletzungen, die lange und intensive medizinische Betreuung brauchen. Auf sie warten unzählige Operationen und ein langer Weg der Rehabilitation.

Einige der Brandopfer wurden im Unispital Zürich untergebracht, obwohl sie mehrheitlich aus der Westschweiz stammen. Grund dafür sind der Platz und die Ausstattung der Spitäler, um solch schwere Verbrennungen behandeln zu können.

Doch nicht nur vor Ort ist die Solidarität mit den Verletzten und deren Angehörigen riesig, auch am Unispital Zürich zeigt sich eine grosse Solidarität. So liegt vor dem Eingang ein Schild mit der Aufschrift «Nous pensons à vous», auf Deutsch «Wir denken an euch».

USZ-Mediensprecher Marcel Schlatter sagt gegenüber dem «Tages Anzeiger», dass das Spital unmittelbar nach dem Eintreffen der Opfer Hilfsangebote erhalten habe. Diese seien von ausländischen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften gekommen.

er Genesende; Statue; Haupteingang; golden; bronze; Genesende; USZ Logo Rämistrasse 100
Einige der Brandopfer werden in Zürich behandelt.Bild: USZ/Christoph Schulz

Schlatter sagt, vereinzelt hätten Leute auch Haut für die Brandopfer spenden wollen. Es ist üblich, im Falle von Verbrennungen Spenderhaut zu erhalten. Diese wird normalerweise im Labor gezüchtet oder von Verstorbenen übernommen, um auf die verbrannten Körperstellen zu schliessen.

Noch in den ersten Stunden nach dem Unglück habe das USZ entsprechende Organe (Haut) im Ausland bestellt, die per Kurier in die Schweiz gebracht wurden.

Dem USZ wurden zudem Angebote von Hypnosetherapeutinnen und Hypnosetherapeuten sowie Wunderheilerinnen und Wunderheilern gemacht, die die Patientinnen und Patienten teils per Telefon hätten behandeln wollen.

Auch das Kinderspital habe solche Angebote erhalten, wie der Leiter der Kommunikation, Marco Metzler, gegenüber dem «Tages Anzeiger» bestätigt.

Hilfe für die Angehörigen

Drei Geschwister aus Kilchberg haben laut der Zeitung Angehörigen der Opfer ihre Hilfe angeboten. Sie würden mehrere Zimmer in einem Haus für Angehörige zur Verfügung stellen, damit diese näher an ihren Kindern sein können.

Blick auf die Gemeinde Kilchberg, am linken Ufer des Zuerichsees, auch Pfnueselkueste genannt, aufgenommen am Dienstag, 4. Maerz 2025. KEYSTONE/Ennio Leanza)
Die Gemeinde Kilchberg liegt am linken Ufer des Zürichsee.Bild: keystone

Das Angebot kommt von einer Familie mit drei Kindern, zwei davon sind im Alter der Opfer des Barbrands. Die Idee, Zimmer zur Verfügung zu stellen, sei hauptsächlich von diesen gekommen, wie die Mutter sagt.

Die ältere der beiden Töchter sei Skilehrerin in Zermatt und in der Vergangenheit auch schon in der Bar gewesen.

«Das hätte auch ich sein können.»
Sagt die Tochter zum Unglück in der Bar «Le Constellation».

Der kleinste Bruder der Familie stellt sein Zimmer zur Verfügung. Die mittlere Tochter stellt ihr Auto zur Verfügung, da Kilchberg doch ein Stück vom USZ entfernt ist.

Die Familie, die ursprünglich aus Genf stammt, ist bereit, ihr Zuhause über Monate mit den Familien der Brandopfer zu teilen. Sie ist überzeugt, dass es auch helfen könne, dass sie alle muttersprachlich und fliessend Französisch sprechen.

Hotels in Zürich

Das Careteam des USZ hilft den Familien der Opfer, eine Unterkunft in der Nähe des Spitals zu finden. Einige der Familien haben diese Hilfe nicht in Anspruch genommen und sind privat untergekommen oder zurück in die Westschweiz gereist.

Einige der Familien können auch im Elternhaus des Kinderspitals unterkommen, um in der Nähe ihrer Kinder zu sein. (nib)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ex-Mitarbeiterin von Bar in Crans-Montana erhebt schwere Vorwürfe
1 / 6
Ex-Mitarbeiterin von Bar in Crans-Montana erhebt schwere Vorwürfe
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Crans-Montana: Darum haben die Menschen gefilmt und sind nicht geflüchtet
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Mann stirbt in Flims GR bei Unfall mit einem Quad
Bei einem Unfall auf der Schlittelbahn Foppa in Flims am Dienstagabend ist der 41-jährige Fahrer eines Quads gestorben. Das Fahrzeug war neben die Piste geraten und hatte sich überschlagen. Den 52-jährigen Mitfahrer flog die Rega mit leichten Verletzungen in ein Spital.
Zur Story