Spitäler in Zürich erleben grosse Solidarität für Brandopfer von Crans-Montana
Nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» im Walliser Dorf Crans-Montana befinden sich 83 Schwerverletzte in Behandlung. Die Spitäler kämpfen um das Leben der meist jungen Erwachsenen.
Sie alle erlitten schwere Bandverletzungen, die lange und intensive medizinische Betreuung brauchen. Auf sie warten unzählige Operationen und ein langer Weg der Rehabilitation.
Einige der Brandopfer wurden im Unispital Zürich untergebracht, obwohl sie mehrheitlich aus der Westschweiz stammen. Grund dafür sind der Platz und die Ausstattung der Spitäler, um solch schwere Verbrennungen behandeln zu können.
Doch nicht nur vor Ort ist die Solidarität mit den Verletzten und deren Angehörigen riesig, auch am Unispital Zürich zeigt sich eine grosse Solidarität. So liegt vor dem Eingang ein Schild mit der Aufschrift «Nous pensons à vous», auf Deutsch «Wir denken an euch».
USZ-Mediensprecher Marcel Schlatter sagt gegenüber dem «Tages Anzeiger», dass das Spital unmittelbar nach dem Eintreffen der Opfer Hilfsangebote erhalten habe. Diese seien von ausländischen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften gekommen.
Schlatter sagt, vereinzelt hätten Leute auch Haut für die Brandopfer spenden wollen. Es ist üblich, im Falle von Verbrennungen Spenderhaut zu erhalten. Diese wird normalerweise im Labor gezüchtet oder von Verstorbenen übernommen, um auf die verbrannten Körperstellen zu schliessen.
Noch in den ersten Stunden nach dem Unglück habe das USZ entsprechende Organe (Haut) im Ausland bestellt, die per Kurier in die Schweiz gebracht wurden.
Dem USZ wurden zudem Angebote von Hypnosetherapeutinnen und Hypnosetherapeuten sowie Wunderheilerinnen und Wunderheilern gemacht, die die Patientinnen und Patienten teils per Telefon hätten behandeln wollen.
Auch das Kinderspital habe solche Angebote erhalten, wie der Leiter der Kommunikation, Marco Metzler, gegenüber dem «Tages Anzeiger» bestätigt.
Hilfe für die Angehörigen
Drei Geschwister aus Kilchberg haben laut der Zeitung Angehörigen der Opfer ihre Hilfe angeboten. Sie würden mehrere Zimmer in einem Haus für Angehörige zur Verfügung stellen, damit diese näher an ihren Kindern sein können.
Das Angebot kommt von einer Familie mit drei Kindern, zwei davon sind im Alter der Opfer des Barbrands. Die Idee, Zimmer zur Verfügung zu stellen, sei hauptsächlich von diesen gekommen, wie die Mutter sagt.
Die ältere der beiden Töchter sei Skilehrerin in Zermatt und in der Vergangenheit auch schon in der Bar gewesen.
Der kleinste Bruder der Familie stellt sein Zimmer zur Verfügung. Die mittlere Tochter stellt ihr Auto zur Verfügung, da Kilchberg doch ein Stück vom USZ entfernt ist.
Die Familie, die ursprünglich aus Genf stammt, ist bereit, ihr Zuhause über Monate mit den Familien der Brandopfer zu teilen. Sie ist überzeugt, dass es auch helfen könne, dass sie alle muttersprachlich und fliessend Französisch sprechen.
Hotels in Zürich
Das Careteam des USZ hilft den Familien der Opfer, eine Unterkunft in der Nähe des Spitals zu finden. Einige der Familien haben diese Hilfe nicht in Anspruch genommen und sind privat untergekommen oder zurück in die Westschweiz gereist.
Einige der Familien können auch im Elternhaus des Kinderspitals unterkommen, um in der Nähe ihrer Kinder zu sein. (nib)
