Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Sept. 27, 2017, file photo, Amazon Echo and Echo Plus devices, behind, sit near illuminated Echo Button devices during an event announcing several new Amazon products by the company in Seattle.  Amazon is expanding its home-security business by buying Ring, the maker of Wi-Fi-connected doorbells. The deal comes months after the online retailer started selling its own Wi-Fi-connected indoor security cameras, which work with its voice-assistant Alexa. (AP Photo/Elaine Thompson, File)

Amazons Sprachassistentin Alexa: Immer auf Empfang? Bild: AP/AP

Ist Alexa eine Spionin? Was Amazons Lautsprecher alles mithört

Digitale Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home sind praktisch: Auf Zuruf liefern sie Antworten, erledigen Aufgaben und helfen im Alltag. Dafür sind sie immer auf Empfang. Muss das sein? Und was passiert mit unseren Daten?

Marc Krüger / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Wenn es um Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home geht, dann fallen schnell Begriffe wie «Überwachung», «Wanze», «Lauschsprecher» – egal ob im Gespräch mit Freunden oder in Foren und Kommentarspalten im Internet. Auch der Vergleich mit George Orwells düsterem Zukunftsroman «1984» ist nicht weit. Darin werden alle Menschen von sogenannten Teleschirmen und versteckten Mikrofonen überwacht, die jedes private Gespräch aufzeichnen. Ist Alexa genau das – Realität gewordene Totalüberwachung? Fragen wir zunächst Alexa selbst:

«Alexa, bist du eine Spionin?»

Allein die Tatsache, dass Alexa auf diese Frage eine relativ ausführliche Antwort liefert («Nein,…») und gleich noch die Datenschutzerklärung zum Lesen auf die Alexa-App schickt, zeigt: Es ist ein Thema, das Nutzer, Kritiker und auch Amazon selbst umtreibt.

So funktioniert ein smarter Lautsprecher

Um Sprachassistenten zu bedienen, sind weder Bildschirm noch Tastatur nötig. Bei Lautsprechern wie Amazon Echo oder Google Home reicht das Aktivierungswort «Alexa» oder «Ok, Google». Danach werden auf Befehl Musik, Hörbücher, Radiosender oder Nachrichten abgespielt, das Licht eingeschaltet oder die Einkaufsliste verwaltet. Auch immer mehr Smartphones, Fernseher etc. lassen sich per Sprache steuern.

Apple HomePod, Amazon Echo und Google Home im Vergleich

abspielen

Video: YouTube/ifun

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Alexa:

Hört Alexa wirklich ständig zu und zeichnet alles auf?

A new Amazon Echo is displayed during a program announcing several new Amazon products by the company, Wednesday, Sept. 27, 2017, in Seattle. Amazon says it is cutting the price of its Echo smart speaker, improving the sound quality and upgrading its appearance with six new

Das Mikrofon lässt sich per Knopf ganz deaktivieren. Dann funktioniert die Sprachsteuerung natürlich nicht mehr. Bild: AP/AP

Ja und nein. Bis zu sieben Mikrofone sind momentan in den Standard-Lautsprechern von Amazon verbaut. Das Gerät versteht Kommandos damit auch, wenn sie aus einigen Metern Entfernung oder einem angrenzenden Raum kommen. Dafür ist Alexa immer auf Empfang. Das bedeutet laut Amazon aber nicht, dass alles aufgezeichnet wird.

Amazon unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Phasen; dem passiven Mithören und dem aktiven Aufzeichnen. Der Konzern erklärt das Verfahren so: Alexa wartet permanent auf das Aktivierungswort – je nach Einstellung hört sie auf «Alexa», «Echo», «Amazon» oder «Computer». Erst dann wird laut Amazon das Gerät in den Aufnahmemodus schalten, die gesprochene Anfrage in die Cloud schicken und eine Antwort liefern. Das passive Mithören lasse sich ausserdem abschalten (mehr dazu unter «Was kann ich tun...?»).

Tatsächlich bestätigen Messungen, dass im Mithörmodus nur kleine Datenpakete über das Internet an Amazon gesendet werden. Das Gerät prüft damit in regelmässigen Abständen, ob die Verbindung zum Internet und zu den Amazon-Servern noch steht, teilt der Konzern mit. Erst nach der Aktivierung werden grössere Datenpakete ausgetauscht.

Bild

Zwei Screenshots aus der Alexa-App mit der Text-Antwort des digitalen Assistenten auf die Fragen: Bist du eine Spionin? Und: Hörst du mich ab? screenshot: Marc Krüger

Habe ich Kontrolle über die Aufzeichnungen und Daten?

Ja und Nein. Die aufgezeichneten Sprachpakete sammelt Amazon in der Alexa-App. Dort können Nutzer sie sehen, anhören, bewerten und auch löschen. In der Liste wird deutlich, wo die Spracherkennung noch Schwächen hat und wann Alexa falsch aktiviert wurde. Das kann zum Beispiel passieren, wenn in Hörweite Namen wie «Alexander» oder «Alexandra» fallen. Diese Aufnahmen können Nutzer aktiv löschen und damit auch den Algorithmus trainieren.

Sobald die Datenpakete abgeschickt worden sind, schwindet der Nutzereinfluss. Denn die Anfragen werden nicht im Gerät verarbeitet, sondern auf Amazons Servern, die auch im Ausland stehen können. In den Alexa-Nutzungsbedingungen heisst es dazu unter Punkt 1.3: «Alexa verarbeitet und speichert ihre Alexa Interaktionen, wie ihre Spracheingaben, Musikwiedergabelisten und ihre Alexa To-do- und Einkaufslisten in der Cloud.»

Mit Punkt 2.1. überträgt Amazon dem Nutzer ausserdem ein Grossteil der Verantwortung. Dort steht: «Wenn Sie einen Dienst Dritter verwenden, tauschen wir unter Umständen entsprechende Informationen mit diesem Dienst aus, z.B. Ihre Postleitzahl, wenn Sie nach dem Wetter fragen.» Bei der Verwendung dieser Dienste «sind Sie verantwortlich für sämtliche Informationen, die Sie diesem Dritten bereitstellen.» Und weiter: «Amazon ist für Dienste Dritter nicht verantwortlich oder haftbar.»

Was kann ich tun, um Alexas Mithören zu steuern?

Bild

bild: shutterstock

Nutzer haben mehrere Möglichkeiten, die Funktionen von Alexa einzuschränken – je nach Nutzungssituation und Vertrauen.

Nutzt du einen smarten Lautsprecher?

Quellen und weiterführende Informationen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Spassbewertungen bei Amazon

«Mobile Lautsprecher sind der Untergang der Freiheit»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das steckt hinter den merkwürdigen Paket-SMS, die gerade Tausende Schweizer erhalten

SMS, die über den Lieferstatus bestellter Waren informieren, sind praktisch. Doch aktuell versenden Betrüger massenhaft Fake-SMS im Namen von Paketdiensten. Sie haben es auf Kreditkartennummern abgesehen – und locken die Opfer in eine Abofalle.

Schweizer Smartphone-Nutzer werden von einer neuen Phishing-Welle heimgesucht: Kriminelle versenden grossflächig betrügerische Fake-SMS im Namen von Paketlieferdiensten wie DHL oder FedEx. In den Kurznachrichten ist von einem unzustellbaren Paket die Rede. Die Sendung sei im Verteilzentrum angehalten worden. Am Ende der Nachricht folgt ein Link, mit dem man den Sendestatus verfolgen könne.

Der genaue Wortlaut und der Kurzlink, also die abgekürzte Internetadresse in der Phishing-SMS, können von …

Artikel lesen
Link zum Artikel