Digital
Apple

Mit dem iPhone Gegenstände finden: Apple öffnet «Wo ist?»-Dienst

Eine junge Frau schaut auf ihr Smartphone in einem Park.
Apple dürfte kurz davor stehen, ein Tracking-Zubehör namens «Air Tag» zu lancieren. Damit sollen sich Fahrräder und andere vermisste Gegenstände auffinden lassen.Bild: Shutterstock

Mit dem iPhone das Velo finden: Darum öffnet Apple den «Wo ist?»-Dienst für Drittanbieter

Bislang konnten Nutzer mit dem Ortungssystem «Wo ist?» nur Apple-Produkte wiederfinden. Nun öffnet der Konzern den Dienst für andere Hardware-Anbieter. Zumindest ein bisschen.
09.04.2021, 09:1109.04.2021, 10:55
Mehr «Digital»
Ein Artikel von
t-online

Apple öffnet sein Ortungsnetzwerk «Wo ist?», mit dem bislang nur konzerneigene Produkte lokalisiert werden konnten, für externe Hersteller. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Cupertino mit.

«Seit mehr als einem Jahrzehnt verlassen sich unsere Kundeninnen und Kunden auf »Wo ist?«, um ihre vermissten oder gestohlenen Apple-Geräte zu lokalisieren, und das mit einem Höchstmass an Schutz der Privatsphäre», sagte Bob Borchers, Vizepräsident des Produktmarketings von Apple.

Fahrrad, Kopfhörer oder Schlüssel wiederfinden 

Der Dienst «Wo ist?» war ursprünglich 2010 als «Find my iPhone» eingeführt worden, um verloren gegangene oder gestohlene Geräte zu orten. Später wurde der Dienst um eine Ortungsfunktion für Freunde («Find my Friends») erweitert. Seit der Betriebssystemversion iOS 13 wurden die beiden Dienste zu «Find My» («Wo ist?») zusammengeführt.

Mit dem Service können inzwischen Mac-Computer, iPads, die Apple Watch sowie die AirPods-Kopfhörer auf einer digitalen Karte lokalisiert werden. Ausserdem können die Geräte in den sogenannten «Verloren»-Modus versetzt werden, um sie sofort für Unbefugte zu sperren oder im Falle eines Diebstahls per Fernzugriff Daten zu löschen.

Wer macht mit?

Zu den ersten Drittanbieter-Geräten, die nun mithilfe des Apple-Dienstes geortet werden können, gehören unter anderem zwei Modelle des niederländischen E-Bike-Herstellers Vanmoof (der allerdings gemäss Angaben auf der Firmen-Website nicht in die Schweiz liefert).

Ausserdem können nun die In-Ear-Kopfhörer Soundform Freedom True Wireless der Firma Belkin und der Ortungschip One Spot von Chipolo, der an Gegenständen wie Schlüsselanhängern oder Koffern befestigt werden kann, wiedergefunden werden. Weitere «Wo ist?»-fähige Produkte werden in Kürze hinzukommen, verspricht Apple.

Lanciert Apple die «Air Tags»?
Zwei der drei angekündigten Produkte seien noch nicht verfügbar, schreibt der bekannte Apple-Blogger John Gruber («Daring Fireball»). Das mache die gestrige Ankündigung umso merkwürdiger: «Weder die Ohrhörer von Belkin noch der Tracker von Chipolo werden vor Juni verfügbar sein, warum also jetzt etwas davon ankündigen?» Seine Vermutung: Apple stehe kurz davor, ein eigenes Produkt in diesem Bereich vorzustellen. Tatsächlich kursieren seit über einem Jahr Gerüchte zu den «Air Tags», das sind Zubehörteile, die wie herkömmliche Bluetooth-Tracker funktionieren, jedoch dank des integrierten U1-Ultrabreitband-Chips viel präziser sein sollen als beispielsweise die Geräte des Marktführers Tile.

Es mache für ihn nur Sinn, wenn Apple kurz vor der Ankündigung der AirTags stehe, kommentiert Gruber, und Apple sei es wohl darum gegangen, die «Find My unterstützt auch Produkte von Drittanbietern»-Geschichte vorher rausbringen, selbst wenn die entsprechenden Produkte erst in einigen Monaten ausgeliefert werden.

(dsc)

Wie funktionierts?

Mit dem «Wo ist?»-Netzwerk können verloren gegangene Gegenstände selbst dann aufgespürt werden, wenn sie selbst nicht mit dem Internet verbunden sind. Dafür nutzt Apple das Crowdsourced-Netzwerk, das aus Hunderten Millionen Apple-Geräten besteht. Über die drahtlose Bluetooth-Technologie können diese vermisste Geräte in der Nähe lokalisieren und dem Besitzer die ungefähre Position mitteilen. Das System ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das heisst, dass weder Apple noch die Drittanbieter Informationen des verlorenen Gegenstands einsehen können. 

Um den Dienst nutzen zu können, brauchen Nutzer entweder ein iPhone oder iPod Touch mit mindestens der Betriebssoftwareversion iOS 14.3, ein iPad mit mindestens iPadOS 14.3 oder einen Mac-Computer mit MacOS Big Sur 11.1. Ausserdem muss im iCloud-Konto die Funktion «Wo ist?» aktiviert sein. 

Quellen

(dsc/t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wie Apple Geschichte schrieb
1 / 25
Wie Apple Geschichte schrieb
Apple hat der Computerbranche in den letzten vier Jahrzehnten immer wieder die Richtung vorgegeben. Das sind die wichtigsten Meilensteine ...
quelle: ap/ap / marcio jose sanchez
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«E-Bikes sind der Untergang der Zivilisation»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Sprache Hitlers»: Biden wirft Trump erneut Nutzung von Nazi-Vokabular vor
US-Präsident Joe Biden hat seinem Amtsvorgänger und Wahlkampf-Rivalen Donald Trump nach der Verbreitung eines fragwürdigen Videoclips Nazi-Rhetorik vorgeworfen. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump sich solchen Vokabulars bedient.

Trump nutze «die Sprache Hitlers», nicht die Amerikas, sagte Biden in einem am Dienstag veröffentlichtem Wahlkampfvideo. In dem kurzen Clip hält der Demokrat ein Telefon in der Hand und sagt mit Bezug auf das Video: «Das ist auf seinem offiziellen Account? Wow.»

Zur Story