Digital
Apple

USA beharren darauf, auf iPhones zugreifen zu können

USA beharren darauf, auf iPhones zugreifen zu können

09.04.2016, 00:4409.04.2016, 08:18

Im Streit mit Apple um die Entschlüsselung von iPhones lässt das US-Justizministerium nicht locker. In den Ermittlungen gegen einen mutmasslichen Drogenhändler beharrt es darauf, dass der Konzern bei der Entriegelung von dessen Smartphone helfen muss.

Die Forderung, die aus einem am Freitag an einen Richter in New York übermittelten Dokument hervorgeht, kommt nach einem wochenlangen Streit zwischen Apple und den US-Strafverfolgungsbehörden um das iPhone des Attentäters Sayed Farook gegeben.

Der Streit in diesem Fall erledigte sich schliesslich dadurch, dass es der Bundespolizei FBI gelang, das Smartphone des Attentäters ohne Hilfe von Apple zu knacken. Die US-Regierung verzichtete daraufhin in diesem Fall auf weitere gerichtliche Schritte gegen das Unternehmen.

In dem Fall des mutmasslichen Drogenhändlers erhöht die US-Regierung jedoch weiter den Druck auf den Konzern. «Die Regierung verlangt weiterhin die Unterstützung von Apple», um Zugang zu den Smartphone-Daten zu erhalten, heisst es in dem von Anwälten des Justizministeriums verfassten Dokument.

Furcht vor Präzedenzfall

Apple-Anwälte hielten dagegen, dass die Ermittler diese Daten nicht wirklich bräuchten. Die Regierung wolle vielmehr einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, um allgemein den Zugriff auf iPhones im Zuge der Strafverfolgung zu erleichtern.

Im New Yorker Fall geht es um einen mutmasslichen Amphetamine-Dealer, der gestanden hat und bereits verurteilt wurde. Lediglich das Strafmass wurde noch nicht festgelegt. Zur Bestimmung des Strafmasses wollen die Bundesanwälte die Daten des iPhones auswerten.

Ein Richter einer unteren Instanz hatte Apple in diesem Streit Recht gegeben, diese Entscheidung wird nun vom Justizministerium angefochten. (mbu/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nächste Linux-Lücke wird zu früh bekannt – bislang keine Updates verfügbar
Weitere Lücken mit dem Namen «Dirty Frag» ermöglichen die Rechteausweitung auf Linux-Systemen, mit der sich Angreifer Root-Zugriff verschaffen können. Auf geteilten Systemen ist es so offenbar möglich, andere User-Konten zu übernehmen und auszuspionieren. Betroffen sind wohl erneut alle Distributionen. Das erinnert frappant an die kürzlich entdeckte «Copy Fail»-Schwachstelle.

Brisant: Schon wieder ist die Lücke vorab durchgesickert, da offenbar «unbeteiligte Dritte» das noch bis am 12. Mai laufende Embargo gebrochen haben. Der Entdecker hat die Informationen zur Schwachstelle daher inzwischen selbst auf GitHub veröffentlicht – ohne dass Updates der betroffenen Linux-Distributionen zur Verfügung stehen würden.

Die positive Nachricht: IT-Administratoren können sich zur Not mit dem temporären Entfernen der verwundbaren Kernel-Module behelfen. Darüber hinaus soll die unmittelbare Gefahr für private User eher klein sein. Trotzdem sollten entsprechende Updates, sobald sie von den Linux-Distributionen bereitgestellt werden, zeitnah installiert werden.
Zur Story