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SAN FRANCISCO, CA - JUNE 08:  Apple's senior vice president of Internet Software and Services Eddy Cue (R) greets Apple CEO Tim Cook (L) during the Apple WWDC on June 8, 2015 in San Francisco, California. Apple annouced a new OS X, El Capitan, iOS 9 and Apple Music during the keynote at the annual developers conference that runs through June 12.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Apple-Chef Tim Cook und Eddie Cue bei der Präsentation von Apple Music Anfang Juni. Bild: Getty Images

Apple knickt ein: Taylor Swift erreicht, dass Indie-Künstler besser entschädigt werden

Das ging schnell: Nur Stunden nachdem der US-Popstar in einem offenen Brief Apple Music kritisiert hat, kündigt das Unternehmen fairere Bedingungen für die Musiker an.



Apple wird Künstler, deren Songs über seinen neuen Streaming-Dienst Apple Music abgespielt werden, angemessen besser entschädigen. Dies hat der hochrangige Apple-Manager Eddy Cue in der Nacht auf Montag via Twitter angekündigt.

Der neue kostenpflichtige Streaming-Dienst Apple Music startet am 30. Juni. Während einer dreimonatigen Testphase ist er gratis. In dieser Zeit will Apple keine Abgaben an die Plattenfirmen zahlen, von denen wiederum ein Teil an die Künstler weiterfliesst. 

Dafür bezahlt der US-Konzern danach einen etwas höheren Anteil von 71,5 bis 73 Prozent, wie Apple-Manager Robert Kondrk letzte Woche dem US-Techblog Recode verriet. In der Branche gelten etwa 70 Prozent als üblich. Apple Music kostet 10 Dollar pro Monat.

Die «effektivste Apple-Lobbyistin»

Taylor Swift sei nicht nur der weltgrösste Popstar, sondern auch die effektivste Apple-Lobbyistin der Welt, kommentiert nun Recode. Tatsächlich hatte die berühmte Künstlerin mit einem Offenen Brief Druck ausgeübt auf das reichste Unternehmen der Welt. Oder war alles nur ein perfekt inszenierter PR-Coup, um Aufmerksamkeit zu erzeugen?

Der Chef der Apple-Plattform iTunes, Eddy Cue, sagte, das Umdenken sei von Swifts offenem Brief ausgelöst worden. Er habe die Änderung mit Konzernchef Tim Cook besprochen. Apple werde die Künstler bei seinem Streaming-Dienst Apple Music während der Gratis-Probezeit zu einem nicht näher genannten Tarif pro Abruf ihrer Songs bezahlen. Es ist unklar, was die Änderung Apple kosten wird.

Die Künstlerin reagierte ihrerseits wieder via Twitter:

Offen lässt sie, ob ihr Album «1989» nun doch noch bei Apple Music zu hören sein wird. Das Werk hat sich seit der Veröffentlichung im vergangenen Herbst allein in den USA rund fünf Millionen Mal verkauft, schreibt «Spiegel Online». Apple dürfte mit dem Verkauf über seine iTunes-Plattform einen erheblichen Anteil daran gehabt haben.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass sich die 25-jährige Singer-Songwriterin kritisch über einen Streaming-Dienst geäussert hat. Im November 2014 zog sie ihren ganzen Musikkatalog von Spotify zurück – mit der Begründung, die Gratis-Version schade dem Bezahl-Modell.

Von Apples Einstieg ins Streaming-Business erhofft sich die Musikindustrie einiges. Mit über 800 Millionen bei iTunes registrierten Kunden könnte das Unternehmen die kostenpflichtigen Abo-Dienste rentabel machen für alle Beteiligten.

Auch Independent-Labels hatten sich zuvor mit Apples Vorgehensweise unzufrieden gezeigt. Einige Kritiker verwiesen darauf, dass Apple zum Ende des vergangenen Quartals Geldreserven von mehr als 190 Milliarden Dollar hatte. 

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

Die grosse Apple-Sause WWDC 2015: Alles Wichtige auf einen Blick

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    Alle Leser-Kommentare
  • Clank 22.06.2015 10:59
    Highlight Highlight Das ist aber eher eine gute PR Aktion. Viel zu auffällig, wie schnell Apple nachgibt und vor allem wie oft der Apple Manager das Ganze auf Twitter postet, damit wirklich jeder davon Bescheid weiss, dass Apple fair ist und auf die Künstler gehört hat.
    Wären sie wirklich so fair, bräuchte es gar keinen Brief, die hätten schon vorher kommuniziert. Erinnert mich an XboxOne, dass so scheinheilig tat, als sie auf den angekündigten Online Zwang verzichteten.
  • flyingdutch18 22.06.2015 10:50
    Highlight Highlight Das äusserst schnelle Einlenken von Apple sieht tatsächlich nach gekonnt gemachter Werbung aus. Das macht das Unternehmen aber nicht sympathischer. Wenn Apple mit seinem neuen Streaming-Dienst so weitermacht, wird es sich noch grössere Probleme einhandeln, insbesondere mit den Antitrust-Behörden (Verdacht des Drucks auf Musikverlage, kein Gratis-Streaming mehr zuzulassen; Apple Music ist nicht Teil des Betriebssystems, sondern eine App in Konkurrenz zu anderen Streaming Apps, die den Usern nicht "aufgedrängt" werden darf).
  • Raffaele Merminod 22.06.2015 09:06
    Highlight Highlight Ach die armen Künstler. Aber was ist mit den Konsumenten? Ich habe die Nase voll immer den Vorwurf zu hören, nichts für die Musik zahlen zu wollen. Auf jeden Kopiergerät, PC oder Datenträger müssen wir eine Abgabe bezahlen.
    • Raffaele Merminod 22.06.2015 14:12
      Highlight Highlight Gegen-Gegenfrage: Verdienst du auch an jedem Speichermedium mit? Auch wenn du keine Musik speicherst, zahlst du eine Abgabe. Und das ohne Gegenleistung.
      Zahlst du also gerne Abgaben, für etwas was du gar nicht nutzt?
    • Kyle C. 22.06.2015 15:54
      Highlight Highlight Ich stehe zu meinen Unwissen diesbezüglich, aber von welcher Art Abgaben sprichst du? Ich kann dir ehrlich gesagt nicht folgen....bitte um Erhellung. Danke. :)
    • Raffaele Merminod 23.06.2015 07:01
      Highlight Highlight @stef2014: Wir bezahlen zum Beispiel für jeden Datenträger eine Urheberrechtsabgabe von ca 12 Rappen pro GB. Nebst der SUISA gibt es noch weitere "Verwertungsgesellschaften" die dank Urheberrecht Gebühren kassieren. Wir bezahlen es über den Kaufpreis.
      @Zuagroasta: Ich fühle mich als Konsument ebenfalls von Dir auf die Füsse getreten. Jeder von uns muss eine Leistung bringen, die sich am Markt verkauft. Entweder ist deine Kunst noch zu wenig bekannt oder kommt zu wenig an.
      Für den Konsumenten ist nichts gratis. Selbst das Radiohören kostet (Billag).
    Weitere Antworten anzeigen
  • laurah 22.06.2015 08:54
    Highlight Highlight Als Fan ist es immer wieder toll zu sehen, was sie für die Musikindustrie macht. :) Finde ich übrigens gut, dass Apple bereit war, die Regelung anzupassen.
  • mrgoku 22.06.2015 08:52
    Highlight Highlight Euch ist schon klar, dass das ganze nur PR ist?
  • Nikita Schaffner 22.06.2015 08:51
    Highlight Highlight Ach ja, liebe Tylor Swift. Ich mag deine Musik, aber deine Persönlichkeit ist gespalten. Erst sagst du, die Trennung mit deiner 1D Flamme habe dafür gesorgt, dass du so erfolgreich bist und kurz darauf sagst du Spotify den Kampf an, da deine, das hast du wortwörtlich gesagt, Songwriter sonst kein Geld verdienen würden. Diese Worte aus dem Mund einer ach so reichen "Musikerin" öffnet mir täglich die Augen, wie viele Musiker nur ans Geld machen denken und nicht an die Musik selbst.

    Es gab nur eine Situation in der du mir sympatisch warst. Das war damals, als du dein Gesicht voller Ekel verzogen hast, als Justin Bieber mit seiner Selena in aller Öffentlichkeit rungeknutscht hat. Genau dieses Gesicht von dir, so stell ich es mir vor, wie du auf die gesamte Musikbranche herabblickst.
    Und wenn diese Aktion nicht Gratis-PR sein soll, dann verlangst du wahrscheinlich auch, dass du ausgezahlt wirst wie ein Indie-Künstler. Was würde die Welt nur ohne dich tun.
  • MM 22.06.2015 08:28
    Highlight Highlight Davon profitieren ja eh nur Swift und die anderen Grossen. Die Kleinen erhalten in diesen Monaten einen Zustupf von 2.70 oder so...?
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 22.06.2015 08:24
    Highlight Highlight Hut ab! Besser könnte man die Welt nicht daran erinnern, dass Apple Music bald startet und 3 Monate gratis ist! Well played Apple und Taylor Swift.
  • P hilip 22.06.2015 07:41
    Highlight Highlight "In dieser Zeit will Apple keine Abgaben an die Plattenfirmen zahlen, von denen wiederum ein Teil an die Künstler weiterfliesst."

    Aha, jaja, schön... :-p
  • flyingdutch18 22.06.2015 07:36
    Highlight Highlight Bravo Taylor Swift! This has been a swift success! Und Apple als reichstes Unternehmen der Welt muss sich an der Nase nehmen, dass sie überhaupt auf diese unfaire und unsympathische Regelung verfallen sind, den Musikern während der dreimonatigen Testphase nichts zahlen zu wollen. (Per Ende Juni werden sie aus dem Verkauf von iPhones mehr als $200'000'000'000 in der Kasse haben.)
  • Der Tom 22.06.2015 07:22
    Highlight Highlight Unbezahlbar gute Werbung. Apple hat zum Dank vorgängig schon die neue Programmiersprache nach ihr benannt.

Das sind die 15 grössten Tech-Flops des Jahrzehnts

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