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In Norwegen entscheiden sich 99 Prozent der Kunden für ein E-Auto

Norwegen, erneuerbare Energien, Wasserkraft, Windkraft, Elektroauto
Norwegen: E-Autos laden am Strassenrand.Bild: Shutterstock

In diesem Land entscheiden sich 99 Prozent der Autokäufer für ein E-Auto – und bei uns?

Sind Elektroautos auf dem Vormarsch oder noch immer eine Nische? Das hängt ganz davon ab, auf welches Land man blickt.
09.05.2026, 14:1609.05.2026, 14:55

Europas E-Auto-Markt kommt in Schwung. Die fünf grössten Märkte – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich – erlebten von Januar bis März ein Rekordquartal für Elektroautos. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Wachstum 35 Prozent. In ganz Europa wurden 26 Prozent mehr Stromer verkauft. In der Schweiz legten Elektroautos seit Anfang Jahr um 13 Prozent zu.

Im April ging der Höhenflug weiter: Italien plus 99 Prozent gegenüber April vor einem Jahr, England plus 56 und Frankreich und Deutschland plus 41 Prozent. Solche Wachstumszahlen sahen wir in Europa schon länger nicht mehr.

In einer eigenen Liga spielt Norwegen: Das Land vermeldet, dass im April 99 Prozent aller erstmals eingelösten Personenwagen vollelektrische Autos waren – ein neuer Monatsrekord. Auch Hongkong (94.6 % E-Autos), Dänemark (81.9 %) und Singapur (61.2 %) etablieren sich als Elektroauto-Hochburgen.

Zum Vergleich: Hierzulande entschied sich nur jeder vierte Autokäufer (25,2 %) für einen Stromer. Im internationalen Vergleich wird die Schweiz bei der Antriebswende zur E-Mobilität von immer mehr Ländern überholt.

E-Auto-Anteil an den gesamten Neuzulassungen im April

  • Norwegen: 98.6 %
  • Hongkong: 94.6 %
  • Dänemark: 81.9 %
  • Singapur: 61.2 %
  • Finnland: 50 %
  • Schweden: 40.7 %
  • Niederlande: 37.4 %
  • Belgien: 37 %
  • China: rund 30 % (noch keine definitiven Zahlen für April vorhanden)
  • Irland: 27.5 %
  • Frankreich: 26.3 %
  • Vereinigtes Königreich: 25.9 %
  • Deutschland: 25.8 %
  • Schweiz: 25.2 %
  • Portugal: 22.9 %
  • Türkei: 21 %
  • Australien: 16.4 %
  • Spanien: 9.1 %
  • Italien: 8.5 %
  • USA: 6 bis 7 % (noch keine definitiven Zahlen für April vorhanden)

Schwellenländer überholen die USA

In grossen Schwellenländern wie Brasilien, Vietnam, Thailand oder der Türkei wurden E-Autos zuletzt schnell beliebter. In diesen Ländern dürfte der E-Auto-Anteil an den Neuwagenverkäufen inzwischen höher als in den USA sein. Allein in Vietnam erreichen Elektroautos, getrieben durch den heimischen E-Auto-Hersteller Vinfast, inzwischen einen Anteil von 35 bis 45 Prozent.

Elektroauto

Ein wichtiger Grund dafür ist auch die rasche Expansion chinesischer Elektroauto-Hersteller wie BYD, die laufend neue Märkte erschliessen. Daher sind nun in mehreren Schwellenländern E-Autos verfügbar, die preislich mit Verbrennern gleichauf liegen oder diese sogar unterbieten. Die USA wiederum schotten sich durch extrem hohe Zölle von der günstigeren chinesischen Konkurrenz ab. Anders als in diesen bevölkerungsreichen Schwellenländern (oder auch in Europa) ist die Auswahl an E-Autos in den USA klein und günstige Modelle sind Mangelware.

FILE - A Ford F-150 truck is displayed at the Dearborn Truck Plant, April 11, 2024, in Dearborn, Mich. (AP Photo/Carlos Osorio, File)
Trump Japan
In den USA gibt es kaum günstige E-Autos und die grossen Elektro-Pickups von Ford, GM oder Tesla verkaufen sich miserabel.Bild: keystone

Selbst steigende Benzinpreise bewirken in den Vereinigten Staaten bislang keinen E-Auto-Boom. Demgegenüber dürften steigende Preise an den Tankstellen in Schwellenländern eher auf die Kaufentscheidung zugunsten von E-Autos durchschlagen.

Ein interessanter Sonderfall ist Äthiopien: Bereits 2022 hat die Regierung Steuervorteile für den Kauf von E-Autos eingeführt. Da das Land am Horn von Afrika seit 2024 den Import von neuen und gebrauchten Verbrenner-Autos weitgehend verboten hat, bestehen Neuzulassungen inzwischen grösstenteils aus Elektrofahrzeugen – mehrheitlich vollelektrisch, teils auch Plug-in-Hybride.

Offiziell ist das Ziel des Landes die Reduzierung der Luftverschmutzung. Hinter dem radikalen Schritt stehen aber handfeste finanzielle und energiepolitische Ziele: Äthiopien muss Benzin und Diesel teuer importieren, während Strom aus Wasserkraft lokal produziert wird. Ein Auto zu laden, ist somit weit günstiger, als es zu betanken. Und natürlich geht es im Endeffekt um die Verbesserung der Energiesouveränität.

Probleme in China, Krise in den USA

Während sich E-Autos in Europa, Südkorea und einigen Schwellenländern immer besser verkaufen, brach der Absatz Anfang Jahr im mit Abstand grössten E-Auto-Markt China temporär um 20 Prozent ein. Der Hauptgrund: Reduzierte Förderprämien führten zu vorgezogenen Käufen im letzten Quartal 2025. Der Trend zeigt aber bereits wieder nach oben. Da chinesische E-Autos inzwischen günstiger als Verbrenner-Modelle sind, können sie sich auch ohne umfassende staatliche Förderung etablieren.

Ganz anders sieht es in den USA aus: Dort brach der Stromer-Absatz im ersten Quartal um 23 Prozent ein. Zuvor hatte die Trump-Regierung im September die E-Auto-Förderung gestrichen. Hersteller wie Ford, GM, Stellantis und Honda fuhren daher zuletzt ihre E-Auto-Entwicklung für den US-Markt massiv zurück. Geplante E-Auto-Modelle wurden eingestampft und stattdessen werden wieder Verbrenner- und Hybrid-Modelle forciert. Der Strategieschwenk führt zu Abschreibungen in Milliardenhöhe. Ford muss 19,5 Milliarden Dollar abschreiben, Honda 12,3 Milliarden und Stellantis 22,2 Milliarden Euro.

Auch deutsche und japanische Hersteller leiden unter den Zöllen der Trump-Regierung, die importierte Autos verteuern und in Kombination mit dem Wegfall der staatlichen Förderung den Verkauf von Elektroautos in den USA erschweren.

Da der Anteil vollelektrischer Autos an den Neuwagenverkäufen in den USA inzwischen nur noch knapp über fünf Prozent liegt, konzentrieren sich die grossen Hersteller auf den Verkauf von Hybrid- und reinen Verbrenner-Modellen. Trumps Absicht, die Fossilindustrie zu fördern, geht voll auf.

In den USA kamen im ersten Quartal 233'000 E-Autos auf die Strassen, in Europa 724'000 und in China 1,32 Millionen.

(oli)

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goschi
09.05.2026 14:23registriert Januar 2014
Ich fürchte leider auch im Laufe des Jahres wird die Schweiz nicht auffallen beim Anteil BEV, wohl aber bei teuren Oberklasse-SUV

Die Argumentation ist längst egal, man sieht hier, auch Entwicklungsländer und Schwellenländer haben ein Interesse und die Möglichkeit der Wende erkannt hin zu Energiesouveränität, weniger Abgase, usw. ist
Aber in der Schweiz? "Ja aber die Reichweite und dann erst der Winter und überhaupt niemand kann laden...."


Es ist konsternierend, wie stur rückwärtsgewandt wir agieren.
Und dabei völlig Reflektionsfrei, weil wir sind immer die besten.
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Kaoro
09.05.2026 14:44registriert April 2018
mit einer eigenen PV Anlage erhöht man mit einem EV den Eigennutzengrad des selber erzeugten Stroms. Aber auch, wenn man keine eigene PV hat, wenn man bsp mit 27 Rappen/kwh zuhause lädt, das ist immer noch viel billiger als Benzin und Diesel.
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Chris_A
09.05.2026 14:38registriert Mai 2021
Wenn man einen Öllobbyisten zum Verkehrsminister macht ist das Signal klar. Wir wollen weiterhin abhängig sein von irgendwelchen Despoten und Kriegsverbrecher und wir wollen die Energie nicht alle im eigenen Land herstellen. Dabei wäre es so einfach Plicht für Solaranlage bei Neu- und Umbauten und Pflicht für Ladestationen bei Mietwohnungen. Aber eben, es war ein gigantischer Fehler der SVP das UVEK zu überlassen.
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Das sind die beliebtesten E-Autos der Schweiz – eine europäische Marke fährt allen davon
Die E-Auto-Verkäufe legten im April stark zu, und davon profitiert primär eine Tochtermarke des VW-Konzerns. Aber auch chinesische Hersteller werden beliebter.
Im April kamen über 4600 neue E-Autos auf Schweizer Strassen. Das sind gut ein Drittel mehr als im April vor einem Jahr. Der Marktanteil beträgt 25,2 Prozent gegenüber 18,6 Prozent im Vorjahresmonat. Damit ist immerhin jedes vierte neu zugelassene Auto ein vollelektrisches Modell.

Seit Anfang Jahr legten Stromer um 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Zum Vergleich: Teilelektrische Plug-in-Hybride legten mit einem Plus von 27,0 Prozent noch deutlich stärker zu. Demgegenüber wuchsen klassische Hybridmodelle nur noch um 1,8 Prozent, während reine Benziner (–13,8 %) und Dieselautos (–26,7 %) weiter an Boden verloren.
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