Digital
Darknet

So lange müssen die Betreiber der Darknet-Seite «Boystown» ins Gefängnis

So lange müssen die Betreiber der Darknet-Seite «Boystown» ins Gefängnis

07.12.2022, 13:0407.12.2022, 14:10
Mehr «Digital»

Nachdem die laut Ermittlern weltweit grösste Onlineplattform für den Austausch von Kinderpornografie im vergangenen Jahr in Deutschland zerschlagen worden war, sind nun die Urteile im «Boystown»-Prozess verkündet worden.

Die Strafen im Überblick:

  • Ein 49-Jähriger aus Bayern muss 12 Jahre ins Gefängnis, ein 42-Jähriger aus Paderborn 10,5 Jahre. Beide sollen danach in unbefristete Sicherheitsverwahrung. Sie waren gemäss Anklage nicht nur am Betrieb der Darknet-Plattform beteiligt. Ihnen wurde auch schwerer sexueller Missbrauch an Kindern und Vergewaltigung vorgeworfen.
  • Ein 60-Jähriger aus Norddeutschland, der in Paraguay festgenommen worden war, muss unter anderem wegen der Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte 8 Jahre ins Gefängnis. Er soll die Plattform zusammen mit dem 49-Jährigen und einem weiteren, bislang unbekannten Täter aufgebaut und betrieben haben.
  • Gegen einen 66-Jährigen aus Hamburg verhängten die Richter eine Gefängnisstrafe von 7 Jahren. Er galt gemäss Berichterstattung als besonders aktiver User, der angesichts seiner zahlreichen Beiträge eine wichtige Rolle in der Darknet-Community spielte.

Die am Dienstag kommunizierten Urteile sind noch nicht rechtskräftig, wie golem.de berichtete.

400'000 registrierte User

Die Staatsanwaltschaft warf den Männern vor, das Darknet-Forum «Boystown» mit mehr als 400'000 Benutzerkonten aus aller Welt aufgebaut und betrieben zu haben. Die Richter sprachen laut Bericht von «erheblicher krimineller Energie» der Angeklagten. «Über Jahre hinweg und international seien auf der Plattform Dateien ausgetauscht worden.»

Als das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die über das Tor-Netzwerk erreichbare Website im April 2021 abschalteten, seien dort mehr als eine Million Forenbeiträge zu finden gewesen. «Die Aufnahmen zeigten teils schwerste sexuelle Gewalt an Kindern.»

Es wird weiter ermittelt

Gemäss den Anklagevertretern der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen mit Hochdruck weiter, wie ein Sprecher erklärte.

«Denn es gelingt uns noch zu selten, die Betreiber und Mitglieder solcher auf maximale Anonymität ausgerichteten Plattformen zu identifizieren.»

Er hoffe, dass «von diesem Urteil eine Signalwirkung ausgeht, dass niemand wirklich sicher ist im Darknet», sagte der Rechtsanwalt eines heute 23-jährigen Opfers.

Quellen

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Bilder zeigen: Der Krieg verschont die Kinder nicht
1 / 17
Diese Bilder zeigen: Der Krieg verschont die Kinder nicht
quelle: keystone / emilio morenatti
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ukrainisches Mädchen singt «Let it go» in Bunker in Kiew
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Der Tyromant
07.12.2022 15:33registriert März 2022
Nicht lange genug.
Solchen Abschaum möchte ich nie mehr auf der Strasse sehen.
283
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jake from State Farm
07.12.2022 15:20registriert November 2022
Ich hoffe mal, die werden im Gefängnis auf möglichst schmerzhafte Weise selbst erfahren, wie es ist, von weit größeren und stärkeren missbraucht zu werden.
244
Melden
Zum Kommentar
10
Twint integriert Cumulus und Co. ins Bezahlen an der Ladenkasse – so funktioniert es
Twint versucht, Kundenkarten wie Migros Cumulus direkt in den Zahlungsvorgang an der Ladenkasse zu integrieren. Davon sollen Konsumenten und Händler profitieren.

2023 wurde an den Schweizer Ladenkassen fast doppelt so häufig mit Twint bezahlt als noch im Vorjahr. Mit ein Grund dafür dürfte sein, dass Nutzerinnen und Nutzer seit einiger Zeit unter anderem die Coop Supercard in der Bezahl-App hinterlegen können und beim Bezahlen mit Twint Treuepunkte sammeln, ohne zusätzlich das Kärtchen zücken zu müssen. Bislang konnten aber nur wenige Kundenkarten in der App hinterlegt werden. Das soll sich nun ändern.

Zur Story