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Auf der Darknet-Seite wurde ein Sicherstellungsbanner hochgeladen. screenshot: watson

Schlag gegen den Drogenhandel im Darknet – zwei Marktplätze offline, drei Männer im Knast

Die mutmasslichen Betreiber des «Wall Street Market» wurden Ende April verhaftet. Laut Europol handelt es sich um den weltweit zweitgrössten kriminellen Online-Marktplatz. Zuvor hatte es «Valhalla» erwischt.



Behörden aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren wie Drogen und gefälschten Dokumenten im Darknet gelungen.

Die Ermittler hoben den nach ihren Angaben weltweit zweitgrössten illegalen Marktplatz im Darknet aus und nahmen in Deutschland drei Verdächtige fest, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag sagte.

Auf der nur mit dem Tor-Browser zugänglichen Plattform «Wall Street Market» seien gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden – unter anderem Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetamine. Nun sässen die drei mutmasslichen Betreiber in Haft.

Über 1,15 Millionen User

Zuletzt seien auf dem Online-Marktplatz über 63'000 Verkaufsangebote eingestellt gewesen, sowie über 1,15 Millionen Kundenkonten und 5400 Verkäufer angemeldet.

Bei den verdächtigen Männern soll es sich um einen 31-Jährigen aus dem Bundesland Hessen, einen 22-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen und einen 29-Jährigen aus Baden-Württemberg handeln.

Die Drei hätten mit dem Betrieb der Plattform Geld verdient, zitiert br.de die zuständige Staatsanwältin. «Es gab sogenannte Provisionen und damit haben sie nicht unerhebliche Einnahmen zu verzeichnen gehabt.»

Zwei bis sechs Prozent sollen die Administratoren jeweils von den Transaktionen einbehalten haben – mehrere hunderttausend Euro seien so zusammengekommen.

Die Staatsanwaltschaft werfe den Männern vor allem die Beihilfe zum Drogenhandel vor – «ein juristischer Umweg, denn bisher ist das reine Betreiben einer solchen Plattform noch nicht strafbar.» Eine entsprechende Gesetzesvorlage werde seit letztem Herbst in der Politik diskutiert.

Den Festnahmen seien aufwändige verdeckte Ermittlungen vorausgegangen, an denen sich US-amerikanische und niederländische Strafverfolgungsbehörden sowie die europäische Polizeibehörde Europol beteiligten.

Plattform-Betreiber wollten mit Geld der User abhauen

Die deutsche Staatsanwaltschaft schreibt in ihrer Medienmitteilung vom Freitag, die mutmasslichen Verantwortlichen des illegalen Online-Marktplatzes hätten die Plattform am 23. April 2019 in den Wartungsmodus geschaltet und damit begonnen, die hinterlegten Geldbeträge der Kunden an sich selbst zu transferieren. In der Szene werde diese Vorgehensweise als «Exit-Scam» bezeichnet.

Daraufhin seien umfangreiche «operative Massnahmen der Cyberspezialisten des Bundeskriminalamts» erfolgt.

Laut Mitteilung wurden im Rahmen von Durchsuchungen der Wohnungen der Tatverdächtigen Bargeldbeträge in Höhe von über 550'000 Euro sowie Beträge in den Kryptowährungen Bitcoin und Monero in sechsstelliger Höhe beschlagnahmt.

Den Ermittlern fielen zudem mehrere teure Autos und zahlreiche weitere Beweismittel in die Hände, «insbesondere Computer und Datenträger».

Valhalla stillgelegt

Zeitgleich wurden in Los Angeles laut Europol zwei Drogenhändler verhaftet, die ihre Geschäfte über den Wall Street Market abgewickelt hatten, wie es weiter heisst.

Schon früher im Jahr haben finnische Strafverfolger laut Europol den Darknet-Marktplatz Silkkitie, besser bekannt als Valhalla, vom Netz genommen.

Silkkitie, bzw. Valhalla, sei einer der ältesten und international bekanntesten Plattformen des Darknet-Drogenhandels gewesen. Nachdem die Seite von den Behörden geschlossen wurde, hätten einige finnische Dealer ihre Aktivitäten auf andere illegale Handelsplätze im Tor-Netzwerk verlagert, wie etwa den (nun stillgelegten) Wall Street Market.

(dsc/sda/dpa)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karl Marx 05.05.2019 10:55
    Highlight Highlight Wer sich dafür interessiert wie die Betreiber gefunden wurden, interessant weil man auch anscheinend auch mit Tor nicht 100% anonym ist -> https://techcrunch.com/2019/05/03/how-german-and-us-authorities-took-down-the-owners-of-darknet-drug-emporium-wall-street-market/
  • Devilduck 03.05.2019 19:14
    Highlight Highlight Noch dazu: Die allermeisten Menschen sterben nicht am Konsum von Drogen, sondern an den Begleitumständen dieses widersinnigen Kriegs gegen die Drogen, die der Mensch zu allen Epochen konsumiert hat.
  • Devilduck 03.05.2019 19:10
    Highlight Highlight Wer heute noch gegen die Legalisierung sämtlicher Drogen ist, hat entweder einfach gar nichts kapiert, oder verdient Geld damit. Ich weiss auf Anhieb nicht, was schlimmer ist.
  • de_spy 03.05.2019 18:32
    Highlight Highlight Ergänzend zu diesem Artikel:
    https://www.der-postillon.com/2019/05/dealer-labert.html?m=1
  • SatyrMagnus 03.05.2019 17:47
    Highlight Highlight OMG, jetzt muss ich wieder nach draussen um die Ecke gehen…
  • Darkside 03.05.2019 17:35
    Highlight Highlight Über eine Million User und drei Typen sind im Knast. Damit dürfte das Drogenproblem im Darkweb endgültig gelöst sein.😒
  • rüpelpilzchen 03.05.2019 17:09
    Highlight Highlight Und ich dachte schon man hat endlich den Schwarzmarkt abgeschafft. Aber noch immer bleibt man dabei, ihn vordergründig zu bekämpfen, aber gleichzeitig eben auch selbst geschaffen zu haben.
  • fexder 03.05.2019 16:53
    Highlight Highlight Legalisiert endlich alles und alle Probleme sind gelöst..
  • Phö 03.05.2019 16:31
    Highlight Highlight Waren auch die Betreiber von Docster.to gewesen. Auch da gab es damals einen Exit scam. Die Betreiber sind aus der deutschen Fraud-Szene gekommen. Sprich man wusste das der Exit Scam früher oder später kommen wird. Frage war nur wann dieser erfolgt. Haben mehr als 10 Mio Euro Treuhandgelder ergaunert nicht nur die Summe die im Artikel steht. Das die Herren nun erwischt wurden ist wohl Karma..
  • Magnum44 03.05.2019 16:05
    Highlight Highlight Doch, krass, das wird den Drogenhandel weltweit zum Erliegen bringen.
  • Chrigi-B 03.05.2019 15:32
    Highlight Highlight Gäääähn, 3 neue öffnen innerhalb weniger Stunden.

    Ihr habt den "War on Drugs" verloren bevor er angefangen hat.
  • Ichwillauchwassagenbitte 03.05.2019 15:23
    Highlight Highlight Das ist Sisyphusarbeit für internationale Cybercrime- Einheiten. Was für ein wahnsinniger Aufwand betrieben werden muss, um drei Mannöggel festzusetzen, und vermutlich kann man gleich wieder von Vorne anfangen.

    Ich habe grosse Hochachtung vor denen, die im Darknet auf Verbrecherjagd sind.
    • Wander Kern 03.05.2019 15:45
      Highlight Highlight Mitleid trifft es wohl eher.
    • Bangarang 03.05.2019 16:45
      Highlight Highlight Pädo-Gun-Fraud-Cybercrime Seite: Jemand wird geschädigt.

      Drogen: Ich schädige mich selber. Oder erleuchte.

      Also ersteres bekämpfen, zweiteres legalisieren.
    • dontknow 03.05.2019 19:26
      Highlight Highlight @Bangarang:
      Ich bin selbst Konsument(Kiffer) von Drogen. Dass der Kauf und Konsum von Drogen niemandem schadet ausser sich selbst ist pure Ignoranz gegenüber den Geschädigten. Frag mal in Mexico, Kolumbien etc bei der Bevölkerung nach was der Konsum der Gringos "ennet em Teich/der Grenze" für sie bedeutet....
      Einfache/arme Leute sind den Kartellen bzw. den Begleiterscheinungen(Gewalt, genereller Anstieg der (Klein)kriminalität, Wertverlust von Häusern/Boden etc hilflos auageliefert. Finanziert durch unseren Konsum...(ok bei Gras sieht es wohl etwas anderst aus).
      PS: Darum alles legalisieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sörbeee 03.05.2019 15:19
    Highlight Highlight Ganz klar, Drogen sind mist.
    Schaut man sich die Nutzerzahl an sollte jedoch klar sein, dass eine grosse Nachfrage besteht. Mit den Bewertungen der Verkäufer, war auf den Plattformen ein sauberer Kauf möglich.
    Mein Mitleid also an die armen Teufel, die nun wieder irgendwo gefärlichen und gestrekten Mist kaufen müssen.
    • Atheist1109 03.05.2019 18:00
      Highlight Highlight Drogen sind absolut kein Mist.
    • Sörbeee 03.05.2019 19:22
      Highlight Highlight Natürlich nicht. Ich wollt nur endlich mal einen Kommentar haben mit mehr Herzen als Blitze:D
  • Bangarang 03.05.2019 14:59
    Highlight Highlight Auf deepdotweb könnt ihr die Listen anschauen der Märkte. Legalisiert Drogen, dann fallen diese Märkte in sich zusammen.
  • Das schnabeltier 03.05.2019 14:56
    Highlight Highlight "Exit-scam" im Darknet.. wenn Kriminelle von anderen Kriminellen abgezockt werden..
  • Trashbag 03.05.2019 14:33
    Highlight Highlight Endlich wurde das vom Netz genommen. Jetzt ist es endlich unmöglich im Internet an Drogen zu kommen. Und es kann auf keinen Fall jemand eine neue Plattform einrichten.
    • mystiker 03.05.2019 16:14
      Highlight Highlight Das Problem, das die Menschen haben ist nicht das jemand Drogen verkauft, sondern das der Mensch Drogen konsumieren möchte. Ob man das verbieten kann?

      Kann man Sex verbieten?

      Das lustige am ganzen ist die Unterteilung in Legal und Illegal. An Alkohol sterben in der Schweiz täglich 4 Menschen. Muss man verbieten!
    • Free 03.05.2019 16:17
      Highlight Highlight Ja ne is klar ;)
  • johnnyenglish 03.05.2019 14:29
    Highlight Highlight «Es gab sogenannte Provisionen ...»

    Provi-was? Noch nie gehört ...

    ¯\_(ツ)_/¯

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