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Edward Snowden

China zensiert Edward Snowdens Buch – und der schlägt genial zurück

Former U.S. National Security Agency contractor Edward Snowden addresses attendees through video link at the Web Summit technology conference in Lisbon, Monday, Nov. 4, 2019. Snowden has been living i ...
Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter kämpft für die Meinungsfreiheit.Bild: AP

China zensiert Edward Snowden – und der schlägt sowas von zurück 👊

Wichtiges Learning für Diktakturen und andere Demokratiefeinde: Leg dich nicht mit dem berühmten Whistleblower und Tech-Nerd an.
12.11.2019, 09:2413.11.2019, 05:12
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Die Akteure

  • China. Wirtschafts-Grossmacht und Unrechtstaat.
  • Edward Snowden. NSA-Whistleblower, Kämpfer für ein freies Internet. Autor des Buches «Permanent Record», in dem er seine Lebensgeschichte erzählt.
  • Das Internet.

1. Akt

China tut, was China tut. Das Regime verfolgt seine Kritiker und versucht, sie mundtot zu machen. Und der eigenen Bevölkerung verweigern die Machthaber in Peking alles, was ihnen auch nur im Entfernstesten gefährlich werden könnte. Wie etwa das Recht auf freie Meinungsäusserung.

Neustes und prominentes Opfer: Edward Snowden.

Wobei sich die Chinesen hier den Falschen ausgesucht haben.

2. Akt

Snowden erfährt von der Zensur seines Buches in China und entwickelt einen schlauen Plan, um zurückzuschlagen.

Bild

3. Akt

Via Twitter bittet Snowden das Internet um Hilfe.

«Ich bat darum, eine Kopie der zensierten Passagen zu sehen, und erhielt eine Liste mit einigen der schlimmsten Beispiele. Ich werde sie direkt hier auf Twitter posten, und wir werden sie übersetzen und genau das enthüllen, was die Zensoren zu verbergen versuchten. Lasst uns Twitter für etwas Gutes nutzen.»

Sein Buch soll allen Chinesen unzensiert zur Verfügung stehen.

«Lasst uns eine korrekte und ungekürzte Version von #PermanentRecord zusammenstellen, die frei online auf Chinesisch veröffentlicht werden kann, indem wir ein Kader von Übersetzern zusammenstellen, um jede beschämende Veränderung des Texts aufzudecken, die die Zensoren verlangt haben.»

Einen Seitenhieb kann sich der 36-Jährige nicht verkneifen:

«Wir arbeiten im Dienste der Grossrepublik der Buchstaben und eines besseren Internets.»

Von der Zensur betroffen sind Textabschnitte, in denen es um Snowdens Aufenthalt in Hong-Kong geht.

So schreibt der Whistleblower im Buch, die Regierung von Hongkong, «unter chinesischem Druck oder nicht», habe sich gegen alle Bemühungen der UNO gewehrt, ihm internationalen Schutz auf ihrem Territorium zu gewähren.

Zensiert wurden offenbar aber auch generelle Überlegungen Snwodens zum Konflikt zwischen freien demokratischen Staaten und autoritären Regimes. Das sei auch der grösste ideologische Konflikt unserer Zeit und «nicht irgendeine erfundene, voreingenommene Vorstellung von einer Ost-West-Spaltung oder von einem wiederauferstandenen Kreuzzug gegen die Christenheit oder den Islam».

Edward Snowden an seine Follower:

«Es gibt wahrscheinlich noch andere Änderungen, von denen wir nichts wissen werden, bis wir eine gedruckte Version der vereinfachten Ausgabe online bekommen können, aber fangen wir an, die Korrekturen zu korrigieren. Vielen Dank, dass ihr den chinesischen Lesern helft!»

4. Akt

Das Internet reagiert. 😍

Bild

PS:

Und bevor jemand frage, fügt Snowden in einem weiteren Tweet an, er verdiene mit der chinesischen Ausgabe des Buches genau null Dollar. Grund sei die Klage der US-Regierung. Aber das sei schon in Ordnung, so Snowden: Er habe «Permanent Record» nicht wegen des Geldes geschrieben.

Bleibt daran zu erinnern, dass Snowdens Aufenthaltserlaubnis in Russland nächstes Jahr erneuert werden muss. Der Whistleblower war 2013 auf seiner Flucht vor den US-Geheimdiensten auf dem Flughafen in Moskau gestrandet, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annuliert hatte.

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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cpt. Jeppesen
12.11.2019 09:42registriert Juni 2018
Zitat Artikel: "So schreibt der Whistleblower im Buch, die Regierung von Hongkong, «unter chinesischem Druck oder nicht», habe sich gegen alle Bemühungen der UNO gewehrt, ihm internationalen Schutz auf ihrem Territorium zu gewähren."
Nun, offensichtlich sind die anderen Staaten der sogenannten freien Welt auch nicht besser. Weder die Schweiz, noch ein anderes Land in Europa, ist Willens Edward Snowden Asyl zu gewähren. Meiner Meinung nach ein Armutszeugnis.
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Donald
12.11.2019 09:32registriert Januar 2014
Jetzt fragt sich aber noch wie die Leser in China Zugriff darauf erhalten sollen.
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Helvetiavia Philipp
12.11.2019 10:13registriert Februar 2018
Wohl einer der Helden unserer Zeit. Der Winkelried des 21. Jahrhunderts.
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