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Warum Forscher vor diesem Garnelen-Jesus auf Facebook warnen

Warum Forscher vor diesem Garnelen-Jesus auf Facebook warnen

Mithilfe von KI-generierten Bildern erreichen Betrüger auf Facebook Hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer. Dabei hilft ihnen der Facebook-Algorithmus.
26.03.2024, 20:3027.03.2024, 07:40
Julius Zielezinski / t-online
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Ein Artikel von
t-online

Eine Jesusfigur, geformt aus Garnelen. Jesus mit dem Körper eines Krebses, wie er von anderen Krebsen angebetet wird. Diese und ähnliche KI-generierte Bilder überfluten gerade Facebook und bekommen oft Hunderttausende Likes.

Dabei dienen die Bilder nicht einfach nur der Belustigung, sondern werden oft von Betrügern eingesetzt, um Nutzer auf ihre Seiten aufmerksam zu machen. Zu diesem Schluss kommt eine Forschungsgruppe der Stanford University.

Garnelen-Jesus
Ein KI-generiertes Bild eines Garnelen-Jesus. Betrüger nutzen diese Bilder, um Aufmerksamkeit zu bekommen.Bild: facebook

Diese betrügerischen Seiten verwenden gezielt Bilder, die die Aufmerksamkeit der User auf sich ziehen sollen. Neben den schon erwähnten Jesusfiguren bedienen sich die Scammer auch oft Bildern, die weniger einfach als Fake zu entlarven sind. So teilen andere Seiten zum Beispiel Bilder von Kindern, die neben angeblich selbstgemachten Kunstwerken stehen, meistens mit Überschriften wie: «Das habe ich mit meinen eigenen Händen gemacht.» Die Beiträge sind so gestaltet, dass möglichst viele Menschen mit diesen interagieren.

Was bezwecken die Angreifer?

Algorithmus verstärkt das Problem

Unter den Beiträgen teilen die Betrüger dann Links zu Webseiten, auf denen die Nutzerinnen und Nutzer entweder dazu verführt werden sollen, Produkte zu kaufen, die es eigentlich nicht gibt, oder ihre persönlichen Daten preiszugeben.

Unter vielen dieser Beiträge versuchen User vor den Betrugsmaschen zu warnen, aber die Forscher der Stanford University zeigen, dass diese trotzdem erfolgreich sind.

Besonders problematisch ist, dass diese Beiträge auch Usern angezeigt werden, die diesen Seiten nicht folgen oder jemals mit ihnen interagiert haben.

Dies liegt laut den Forschern daran, dass Meta, der Mutterkonzern von Facebook, vor einiger Zeit seinen Algorithmus so angepasst hat, dass auf der Facebook Startseite vor allem Dinge angezeigt werden, die besonders viele Interaktionen haben. Meta hat sich zu dieser Änderung des Algorithmus entschlossen, um die User länger auf der Seite zu halten und so besser mit TikTok konkurrieren zu können.

(t-online)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sani-Bär
26.03.2024 21:59registriert April 2021
Mit dem "Internet" und seinen asozialen Auswüchsen wurde schon vor 30 Jahren "gewarnt".

Solange geldgeile Narzissten wie Zuckerberg, Musk, Trump, etc. ungestraft im Internet ihr Unwesen treiben dürfen, werden sich die Menschen wohl oder übel mit der "IT-Kriminalität", fake news und alternativen Wahrheiten abfinden müssen.

Gemäss diesen Narzissten ist alles zulässig, um Milliardär zu werden.
Und die Classe Politique findet es toll, dass die Menschen auf so einfache Art und Weise "gesteuert" werden können.

Die Büchse der Pandora wurde unbemerkt geöffnet, aber "alle" freuen sich darüber.
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äsBrot
26.03.2024 21:11registriert Januar 2024
Und was haben wir daraus gelernt? Liked keine Bilder von Garnelen-Jesus!
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Antinatalist
27.03.2024 00:36registriert September 2019
Mit Web 2.0 wurde das Internet ein Ort unendlicher Dummheit. Schön war's, als das Internet noch ausschliesslich von Freaks und Nerds verwendet wurde. Als das Restvolk dazu kam, ging's zusehends nur noch steil abwärts. Und es scheint nicht so, als ob mit TikTok die Talsohle auch nur in Sichtweite wäre.
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