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Microsoft hat 30 Jahre lang vergessen, diese Windows-Funktion upzudaten

Microsoft hat 30 Jahre lang «vergessen» diese Windows-Funktion zu aktualisieren

26.03.2024, 12:1826.03.2024, 15:38
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Das Dialogfeld «Laufwerk formatieren» in Windows sieht seit 1994 unverändert aus.
Das Dialogfeld «Laufwerk formatieren» in Windows sieht seit 1994 unverändert aus.bild: watson

An einem regnerischen Donnerstagmorgen vor fast 30 Jahren gestaltete ein Softwareentwickler in der Microsoft-Zentrale in Redmond bei Seattle ein vielen noch heute bekanntes Dialogfeld für Windows NT. Das Feld sollte nur ein temporärer Platzhalter sein, darum gab er sich beim Layout keine grosse Mühe. Nur kam später niemand mehr auf die Idee, es zu ändern – und so ist es auch heute noch in Windows 10 und 11 zu finden.

Dave Plummer, ein ehemaliger Programmierer bei Microsoft, hat am Wochenende auf X die spannende Geschichte erzählt, wie das Dialogfeld «Laufwerk formatieren» Ende 1994 entstanden ist und bis heute überdauert hat.

«Wir waren dabei, Zillionen von Codezeilen der Windows-95-Benutzeroberfläche auf NT zu portieren und Formatierung war einer der Bereiche, in denen sich Windows NT so sehr von Windows 95 unterschied, dass wir eine eigene Benutzeroberfläche entwickeln mussten», sagt Plummer. «Ich nahm ein Blatt Papier und schrieb alle Optionen und Entscheidungen auf, die man bei der Formatierung einer Festplatte treffen konnte, wie Dateisystem, Label, Clustergrösse, Komprimierung, Verschlüsselung und so weiter.»

Plummer erstellte daraufhin als Übergangslösung eine einfache Benutzeroberfläche, bei der alle Auswahloptionen untereinander angeordnet sind. «Es war nicht elegant, aber es würde reichen, bis die elegante Benutzeroberfläche eintraf», sagt er. Die neue Benutzeroberfläche kam nie und fast 30 Jahre später wird Plummers temporäre Lösung immer noch in Windows 11 verwendet.

Privatanwender bekommen alte Dialogfelder in Windows 10/11 für gewöhnlich nicht mehr zu sehen. Die gebräuchlichen Einstellungen kommen längst in einem modernen Design daher. In den Tiefen der Windows-Systemeinstellungen schlummern aber bis heute noch weitere alte Benutzeroberflächen, die Microsoft ebenfalls nie angerührt hat. In aller Regel gingen diese aber nicht «vergessen», wie man anhand dieses Beispiels vermuten könnte. Sie wurden vielmehr bewusst nicht verändert, unter anderem weil sich IT-Admins (du ahnst es, was sich hinter diesem Link verbirgt) über all die Jahre daran gewöhnt haben und mitunter allergisch auf Layout-Anpassungen reagieren.

Auch beim Beispiel des seit 1994 nicht angepassten Dialogfelds «Laufwerk formatieren» dürfte es sich um einen simplen Fall von «repariere nicht, was nicht kaputt ist» handeln.

(oli)

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127 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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techiesg
26.03.2024 12:29registriert März 2018
Es gäbe genug Menus welche Microsoft lieber auch 30 Jahre lang so belassen hätte. Die funktionieren wenigstens.
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Bärner728
26.03.2024 12:40registriert Juni 2020
Es ist schlicht, übersichtlich und enthält alles was es braucht. Ein "modernes" Design ist nicht nötig. Ich brauche auch heute noch ab und zu die alte Systemsteuerung.
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ELMatador
26.03.2024 12:45registriert Februar 2020
Warum sollte man es ändern, es funktioniert. Es macht, was es soll und es ist intuitiv.

Die meisten Systemeinstellungen nehmen PC-Benutzer auch noch in der alten Systemsteuerung vor, die seit XP-Zeiten kein Update bekam. Denn die neuen Einstellungsfenster sind einfach nur anstrengend.


PS: Ich vermisse mein Audio-Channel-Mixer direkt in der Taskbar hinter dem Outputobjekt.
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