Digital
Facebook

Instagram, Twitter und Co.: US-Behörde spricht von Überwachung

US-Behörde wirft Instagram, X und Co. «Überwachungstechniken» vor

20.09.2024, 06:3120.09.2024, 07:06

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat den Betreibern von Onlinenetzwerken in einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht «Überwachungstechniken» vorgeworfen.

«Der Bericht legt dar, wie Social-Media- und Videostreaming-Unternehmen eine enorme Menge an persönlichen Daten von Amerikanern sammeln und mit diesen jedes Jahr Milliarden Dollar verdienen», hiess es in einer Mitteilung der FTC-Vorsitzenden Lina Khan. Die von den Unternehmen eingesetzten «Überwachungstechniken» könnten die Privatsphäre der Menschen gefährden und sie Gefahren wie Stalking oder auch Identitätsdiebstahl aussetzen. Besonders Besorgnis erregend sei, dass mehrere Unternehmen es versäumten, Kinder und Jugendliche angemessen zu schützen.

Profit auf Kosten von Privatsphäre

Die Geschäftsmodelle, die auf gezielte Werbung setzen, hätten bei den Unternehmen die massenhafte Sammlung von Nutzerdaten befeuert, hiess es weiter in dem Bericht. Der Profit werde dann auf Kosten der Privatsphäre erzielt. Der Bericht basiert auf einer 2020 gestarteten Befragung von Internet-Konzernen wie Meta, Youtube, Amazon oder auch X (früher Twitter) und anderen.

Der Verband der Onlinewerbebranche (IAB) wies die Vorwürfe der Behörde zurück. Internet-Nutzer wüssten, dass Onlinedienste das Geschäft mit gezielter Werbung mit sich brächten, erklärte IAB-Chef David Cohen. Sie schätzten im Gegenzug, dass diese Dienste kostenlos seien. Dass die FTC von «kommerzieller Massenüberwachung» spreche, sei enttäuschend.

(sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Fall Collien Fernandes: «Täter haben oft zwei Gesichter»
Sie suchte jahrelang nach dem Täter – und lebte mit ihm zusammen. Der Fall Collien Fernandes zeigt, wie schwer es ist, digitale Gewalt in der eigenen Beziehung zu erkennen. Die Expertin Simone Eymann ordnet ein.
Über Jahre suchte die deutsche Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes nach der Person, die in ihrem Namen Fake-Profile betrieb und sexualisierte Inhalte veröffentlichte. Sie ging davon aus, dass der Täter von ausserhalb kommen müsse. Doch es war ihr eigener Mann, Christian Ulmen, sagt sie und hat Anzeige gegen ihn erstattet. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Zur Story