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Ellie aus «The Last of Us» hat für Spieler eine Überraschung parat.
Ellie aus «The Last of Us» hat für Spieler eine Überraschung parat.
screenshot: youtube/ps360hd
Homosexualität, Gleichberechtigung oder Rassissmus

Wie uns grosse Game-Hersteller auf subtile Weise gesellschaftliche Tabus servieren

Die meisten bekannten Games wie «Assassin's Creed» oder «Call of Duty» richten sich an ein Massenpublikum und sind dadurch äusserst zurückhaltend, was kontroverse Themen anbelangt. Einige grosse Entwickler haben dennoch einen Weg gefunden, sich dem Mainstream zu widersetzen.
02.01.2015, 21:48
Philipp Rüegg
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Homosexualität, Gleichberechtigung oder Rassissmus gehören selten zu den Themen, mit denen bekannte Game-Hersteller ihre Produkte schmücken. Auch die zahlreichen Hetzkampagnen gegen Frauen in der Branche, die unter der Flagge #Gamergate ausgetragen wurden, machen deutlich, wie konservativ ein Grossteil der Community denkt. Schaut man sich die Kassenschlager an, merkt man schnell, dass sich die Industrie meist dieser Zielgruppe beugt und heikle Themen meidet wie der Teufel das Weihwasser. Egal ob in« Call of Duty», «Assassin's Creed», «Wolfenstein the New Order», «Shadow of Mordor», «Far Cry 4», die Liste lässt sich beliebig weiterführen. Sie alle haben eines gemein: Der Protagonist ist meistens ein weisser Hetero, der gern zur Waffe greift, während Bösewichte sämtliche Couleur tragen.

2014 gab es aber auch ein paar Hoffnungsschimmer. Zahlreiche Tripple-A-Hersteller schafften es nämlich, subtil gesellschaftliche Tabuthemen in ihre Spiele zu schmuggeln. Monate nach der Veröffentlichung des Hauptspiels, wenn der Hype abgeflaut ist, erscheinen diverse meist kostenpflichtige Zusatzinhalte, sogenannte DLCs. Diese Erweiterungen verkaufen sich weit weniger als das Hauptspiel und scheinen von den Entwicklern gezielt als Plattform genutzt zu werden, um Nischenthemen anzuschneiden.

Von «The Last of Us» bis zu «Infamous: Second Son»

Ein bekanntes Beispiel ist «Left Behind», ein DLC für das Erfolgsspiel «The Last of Us». Die Hauptfiguren sind zwei Teenagerinnen – an sich schon ein Novum – die sich während des Spiels näherkommen. Die lesbische Beziehung der zwei wollten einige Spieler scheinbar nicht wahrhaben und versuchten krampfhaft eine heterosexuelle Erklärung herzustellen. Schliesslich intervenierte ein Macher des Spiels und bekräftige, dass es definitiv eine lesbische Romanze sei. Dass es sich bei den Mädchen um eine Weisse und eine Schwarze handelt, setzt dem ganzen das Krönchen auf.

Die Kuss-Szene in «Left Behind»

In «Burial at Sea: Episode 2», der zweiten Erweiterung von «Bioshock Infinite», übernimmt man die Rolle von Elizabeth. Während sie im Hauptspiel noch eine rettungsbedürftige «Jungfrau in Nöten» spielte, wird sie im DLC zur kampferprobten Amazone.

Wie unerwartet Frauen als Spielfiguren sind, zeigte eine kleine Feldstudie des leitenden Entwicklers Ken Levine. Er fragte sich durch diverse College-Verbindungshäuser, was sie von einer Frau auf dem Spielcover halten würden und bekam eine eindeutige Antwort. Darauf verwarf er fürs erste alle feministischen Ideen für das Cover. Am Ende schaffte es Elizabeth immerhin auf die Rückseite eines wechselbaren Doppelcovers.

Das Action-Spiel mit Superheldeneinflüssen «Infamous: Second Son» nahm sich für den DLC «First Light» ein düsteres Thema vor: Frauenhandel. Der männliche Held des Hauptspiels wird dabei für die Punkgöre Abigail Walker aka Fetch auf die Ersatzbank geschickt.

In «Dragon Age: Inquisition» lassen auch die Männer die Hosen runter.
In «Dragon Age: Inquisition» lassen auch die Männer die Hosen runter.
screenshot: youtube/danaduchy

Die Zukunft ist regenbogenfarbig

Trotz dieser Ausnahmen übernehmen Minderheiten selten die Rolle der Hauptperson und auch die Wahl der sexuellen Ausrichtung steht kaum zur Debatte. Eine grosse Ausnahme bilden Bioware-Spiele. Das kanadische Studio überlässt in der Science-Fiction-Serie «Mass Effect» oder kürzlich in «Dragon Age: Inquisition» dem Spieler die Wahl, mit wem er sich einlässt. Ob schwul, lesbisch, hetero oder abstinent ist ganz dem Spieler überlassen. Da Abwechslung und Variation meist etwas Gutes sind, bleibt zu hoffen, dass mehr Hersteller solchen Mut beweisen.

Schwule Liebesszenen in «Dragon Age Inquisition»

Via Motherboard

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