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Die spannende Geschichte von Shudu, dem ersten digitalen Supermodel



Das ist Shudu

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screenshot: youtube

Sie hat 136'000 Follower bei Instagram

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Shudu gilt als das erste digitale Supermodel der Welt

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bild: instagram

Und das ist ihr Vater: 

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screenshot: youtube

Cameron-James Wilson ist 29, britischer Staatsbürger und ehemaliger professioneller Modefotograf.

Heute ist er Inhaber einer Modelagentur, in deren Kartei keine Fotos mit jungen Frauen aus Fleisch und Blut zu finden sind. Wer seine Website The Diigitals besucht, gerät ins Staunen – und bei weiteren Klicks vielleicht auch ins Gruseln ...

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screenshot: thediigitals.com

Die Modezeitschrift «Vogue» berichtete Ende Juli über die «verrückt-realistischen Roboter-Models»:

«Ob du es bemerkt hast oder nicht, computergenerierte ‹digitale Influencer› infiltrieren langsam deinen Instagram-Feed. Genauer gesagt seit April 2016, als Lil Miquela, ein brasilianisch-amerikanischer ‹Popstar›, der Supreme trägt und ihre Bilder mit sozialgerechten Hashtags wie #BlackLivesMatter beschriftet, ihr erstes Foto veröffentlichte. Sie hat jetzt 1,3 Millionen Anhänger.»

Tatsächlich fliegen ihr und weiteren digitalen Models die Follower-Herzen zu. Und wie ihre menschlichen Pendants zahlen Kunden, die sie buchen wollen, saftige Preise. Denn das Erstellen realitätsnaher 3D-Avatare ist zeitaufwändig.

Im folgenden Video verraten Wilson und zwei 3D-Designerinnen, welche Arbeit hinter solchen Mode-Shootings steckt:

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Video: YouTube/WWD

Heftige Kritik

Als er sich im Februar 2018 als Erschaffer von Shudu zu erkennen gab, musste Wilson heftige Kritik einstecken. Viele störten sich daran, dass er (echten) dunkelhäutigen Frauen die Arbeit wegnehmen könne. Es sei falsch, wenn ein Weisser eine Schwarze online repräsentiere oder von ihr profitiere.

Wilson behauptet, dass er nie wirklich von Shudu profitiert habe und dass sein einziges Ziel darin bestehe, mehr Vielfalt in die Mode- und Game-Welt zu bringen. Er verstehe sich als Maler, wenn auch mit einer imaginären Frau als Thema.

Es verwundert denn auch nicht, dass Wilson Gamer ist. In der Computerspiele-Industrie sind seit vielen Jahren Bestrebungen im Gang, das digitale Geschehen möglichst realistisch wirken zu lassen. Unter Zuhilfenahme modernster Technik.

Wilson verwendet eine Software namens Daz-3D, um seine Werke zu erstellen. In der digitalen Industrie werde das nicht sehr ernst genommen und als Hobby-Programm betrachtet. «Aber ich denke, es ist ein sehr, sehr mächtiges Werkzeug.»

Und die Schattenseite?

Es gebe einen beunruhigenden Nachteil bei der Normalisierung von digitalen Models, zitiert die «Washington Post» eine renommierte Psychologin. Dadurch zwinge man der Öffentlichkeit und insbesondere Frauen unrealistische Erwartungen auf. Zu wissen, dass sich nun Frauen mit Frauen vergleichen, die wortwörtlich nicht menschlich seien, sei ein sehr schlechter Witz.

(dsc, via Boingboing)

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