Am Donnerstag werden in der Schweiz die beliebtesten Babyvornamen des Vorjahres bekannt gegeben. Wir wagen schon jetzt einen Blick über die Landesgrenzen hinaus und zeigen, welche Vornamen in anderen europäischen Ländern im Trend liegen.
In der Schweiz belegten 2023 Mia und Noah die Spitzenplätze. Auch in weiten Teilen Rest-Europas sind diese beiden Namen vorne mit dabei. Noah liegt in fünf weiteren Ländern an der Spitze, bei den Mädchen ist Sophia (oder Sofia) gleich in zehn Ländern die Spitzenreiterin.
Nicht nur in der Schweiz, auch in vielen anderen Ländern zeigt der Trend hin zu kürzeren Vornamen. Gemäss der englischen Linguistin Clare Green von der Babynamen-Website nameberry.com sind Namen mit einem einfachen Klang derzeit in ganz Europa am beliebtesten. «Komplizierter klingende Namen, etwa jene in Skandinavien, schaffen nur selten den Sprung über die Landesgrenzen hinaus.»
Viele Eltern lassen sich bei der Namenswahl ihres Kindes von der Populärkultur beeinflussen, führt Green weiter aus. So wurde der Mädchenname Emma vor rund 20 Jahren in vielen europäischen Ländern immer beliebter, nachdem Jennifer Anistons Figur Rachel ihrem Kind in der erfolgreichen US-Sitcom «Friends» diesen Namen gegeben hatte. Und das Aufkommen von Noah korreliere stark mit Ryan Goslings Rolle im Film «Wie ein einziger Tag» aus dem Jahr 2004.
Vielerorts lassen sich aber immer noch nationale Besonderheiten finden. So liegen Eliska und Jakub in Tschechien seit über zehn Jahren unangefochten an der Spitze. In Portugal gehören Maria und Francisco zu den absoluten Evergreens. Etwas anders in Grossbritannien: Dort ist mit Olivia ein typisch britischer Vorname am beliebtesten, bei den Jungen wurde dagegen Muhammad zum zweiten Mal in Folge am häufigsten vergeben – ein unverkennbarer Hinweis auf migrationsbedingte kulturelle Einflüsse.
Wie es in diesem Jahr in der Schweiz aussehen könnte, zeigt ein Blick auf die Zahlen der Stadt Zürich, die bereits Anfang Mai veröffentlicht wurden. Dort lag bei den Mädchen Emma vor Sofia und Olivia an der Spitze. Die gesamtschweizerische Titelverteidigerin Mia war in den Top 10 dagegen nicht vertreten. Bei den Jungen belegten Matteo, Felix und Leonardo die Top 3, Noah musste sich mit Rang 8 begnügen.
Anzahl Vornamen pro Jahrgang der lebenden Bevölkerung (Stand: 31.12.2023)
Berücksichtigt wurden die Vornamen der ständigen Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2023. Solche, die schweizweit weniger als dreimal vorkommen, wurden aus Datenschutzgründen nicht berücksichtigt.
Grafik: watson • Quelle:
Bundesamt für Statistik