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Musk kritisiert Twitters Top-Juristin – nun wird sie rassistisch beschimpft

28.04.2022, 12:1528.04.2022, 22:48

Elon Musk ist in die Kritik geraten, weil seine Tweets zu einer Welle von Online-Attacken auf Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde beigetragen haben. Gadde war eine Schlüsselfigur bei der Entscheidung, Donald Trump von der Plattform zu verbannen.

Elon Musk kritisiert Twitters Top-Juristin Vijaya Gadde. Nun wird sie von rechten Twitter-Usern rassistisch beschimpft.
Elon Musk kritisiert Twitters Top-Juristin Vijaya Gadde. Nun wird sie von rechten Twitter-Usern rassistisch beschimpft.

Die Situation könnte dem Milliardär den beabsichtigten Kauf von Twitter erschweren, da er sich in der Übernahme-Vereinbarung verpflichtete, den Online-Dienst oder dessen Vertreter nicht zu verunglimpfen.

Musk sagt, er wolle Twitter kaufen, weil es dort nicht genug Redefreiheit gebe. Eine «Zensur» wird dem Dienst in den USA hauptsächlich aus dem rechten Lager und von Corona- und Klimawandel-Leugnern vorgeworfen. Diese Gruppen sind schon lange mit dem Kurs von Gadde unzufrieden. Musk goss nun Öl ins Feuer.

Bidens Sohn im Fokus

Erst kritisierte er die Vorgehensweise von Twitter in einer Episode rund um den Sohn des heutigen Präsidenten Joe Biden im Schlussspurt des US-Wahlkampf 2020. Damals hatte es in einem Zeitungsartikel unter anderem geheissen, Bidens Sohn Hunter habe Geschäftspartnern Treffen mit seinem Vater angeboten.

Als Quelle wurden Daten angegeben, die angeblich auf einem Notebook von Hunter Biden in einer Werkstatt entdeckt worden waren. Twitter sperrte damals den Account der Zeitung, da es auf der Plattform verboten sei, unrechtmässig beschaffte Inhalte zu verbreiten. Twitter machte die Entscheidung später rückgängig und der damalige Firmenchef Jack Dorsey entschuldigte sich.

«Mobbing ist nicht Führungsstärke»

Auslöser für die neue Kontroverse war nun ein Artikel der Website «Politico», demzufolge Gadde sich in einer internen Besprechung besorgt über den möglichen Wandel der Plattform mit Musk als Eigentümer zeigte und nicht die Tränen habe zurückhalten können.

Musk schrieb zunächst zu einem Tweet mit Zensurvorwürfen gegen Gadde, die Vorgehensweise von Twitter rund um den Zeitungsartikel sei «eindeutig unglaublich unangemessen gewesen». Er legte später am Mittwoch mit einer Fotomontage mit ihrem Gesicht nach, in der von einer «linken Voreingenommenheit» die Rede war.

Gadde war danach verstärkt Attacken und Beschimpfungen in Tweets ausgesetzt, einige rassistische Beiträge wurden entfernt. Trump-Anhänger rufen Musk dazu auf, Gadde als erste von der Plattform zu entfernen.

Unter anderem der frühere Twitter-Chef Dick Costolo ging daraufhin mit Musk hart ins Gericht.

«Mobbing ist nicht Führungsstärke», schrieb er bei Twitter. «Ich sage nur, dass Twitter politisch neutral sein muss», wehrte sich Musk. Der frühere Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos kritisierte Musks Verhalten als inakzeptabel und unprofessionell.

Musk einigte sich diese Woche mit Twitter auf die Übernahme des Online-Dienstes für rund 44 Milliarden Dollar. Nun müssen allerdings noch genug Aktionäre bereit sein, ihm ihre Anteile abzutreten. (oli/sda/dpa)

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95 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chrisbe
28.04.2022 12:43registriert Oktober 2019
Der Typ wird mir immer unsympathischer..
Viel Geld zu haben bedeutet nicht, immer im Recht zu sein.
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Jacques #23
28.04.2022 12:44registriert Oktober 2018
Warum kauft Musk nicht Russland oder den Kreml, wenn er mehr Redefreiheit will? Musk kennt sich ja in Autokratie aus.
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Stadt Luzerner
28.04.2022 12:26registriert Oktober 2021
Er wird immer unsympathischer.
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