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Chinas Gesichtserkennung sieht dich inmitten von 50'000 Menschen

Christina zur Nedden / watson.de



Herr Ao dachte, er sei nur ein Gesicht in der Menge.

Als einer von 50'000 Besuchern eines Konzerts im südostchinesischen Nanchang fühlte sich Ao – von dem in chinesischen Medien nur der Nachname kursiert – sicher.

Er lag falsch: Eine der zahlreichen Überwachungskameras am Veranstaltungsort erkannte und schnappte ihn mithilfe von Gesichtserkennungstechnologie.

Gesichtserkennung asiate

Herr Ao blieb nicht unbemerkt (Symbolbild) Bild: shutterstock.com

Der Mann soll laut lokalen Medien eine «wirtschaftliche Straftat» begangen haben und war deshalb in einer Datenbank mit Foto gelistet. 

Als die Polizei den Verdächtigen aus der Menge zog und verhaftete, war Ao laut eines Beamten «bleich und schockiert». Der Chinese sagte, er wäre niemals zu dem Konzert gegangen, wenn er gewusst hätte, dass die Polizei ihn so einfach identifizieren kann.

Das ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, wie China Gesichtserkennungstechnologie einsetzt, um Gesuchte in öffentlichen Räumen zu erwischen.

Hier weitere Beispiele:

Der Tech-Überwachungsstaat

China ist auf dem besten Weg seine Bürger mit Technologie allumfassend zu überwachen. Bis zum Jahr 2020 soll es in China schätzungsweise mehr als 600 Millionen CCTV-Kameras geben.

Laut offiziellen Dokumenten will die chinesische Regierung die Videoüberwachung «allgegenwärtig, vollständig vernetzt, immer funktionstüchtig und voll steuerbar» machen.

epa04850119 An archive picture made available on 17 July 2015 of of policemen practicing controlling drones after the establishment ceremony of the first police drone squad in Nanjing, Jiangsu province, east China, 14 July 2015. There are six officers and seven drones in the squad currently, expected to improve the police's capability in scouting, monitoring and emergency rescueing.  EPA/STR CHINA OUT

Auskundschaften, Überwachen, Nothilfe: Die Polizisten von der Drohneneinheit in Nanjing. Bild: EPA/FEATURECHINA

«Gutes» Verhalten wird belohnt

Zusätzlich führt China gerade ein «Social Credit System» ein: Mit dem Bürger-Score werden Menschen wie Firmen eingestuft. Dabei bekommt jeder von Chinas 1,3 Milliarden Bürgern ein Punktekonto, das öffentlich zugänglich ist.

Der Bürger-Score ergibt sich aus der Überwachung des sozialen Verhaltens einer Person:

Wer viele Punkte sammelt, darf sich über günstigere Kredite und bessere Karrieremöglichkeiten freuen. Jenen mit niedrigem Punktekonto droht, keine Flug- oder Zugtickets mehr kaufen zu können. Sie kriegen schlechtere Jobs, ihre Kinder gehen auf schlechtere Schulen und sie werden sozial geächtet. Im chinesischen Rongcheng, wo das Pilotprojekt bereits läuft, wird der Punktestand von besonders vorbildlichen Bürgern bereits auf einer öffentlichen Tafel ausgestellt.

Mehr zum Sozialkredit-System

Video: srf

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75 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
N. Y. P. D.
13.04.2018 16:53registriert October 2015
1984 war Kindergarten.
2029 :
Sie wissen immer wo Du bist.
Sie kennen ALLE Deine Aktivitäten im Netz.
Sie wissen umfassend über Deine Gesundheit Bescheid.
Sie haben Deine Persönlichkeit in eine der 1246 Gruppen eingeteilt.
Die Arbeitgeber haben umfassenden Zugriff auf alle Daten.
Der Bürger glaubt noch immer, der Datenschutz tauge etwas.
Langsam wird es unheimlich..
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Grittibenz
13.04.2018 16:40registriert December 2016
Die Bewertung mit Punkte lässt Flashbacks von Black Mirror aufkreuzen
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lily.mcclean
13.04.2018 16:51registriert July 2015
Das ist so ziemlich Furchterregend. Vor allem das Punktesystem.
Errinert mich an Gotham wo die Reichen die Mist gebaut haben sich neue Gesichter kaufen, die Zukunft Chinas Ladys and Gents!
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