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Künstliche Intelligenz

Code geleakt – Samsung verbietet ChatGPT für seine Angestellten

Darum verbietet Samsung KI-Chatbots für seine Angestellten

Weil eigene Ingenieure vertrauliche Daten über ChatGPT preisgaben, hat das Unternehmen ein generelles Verbot für generative KI erlassen.
02.05.2023, 13:5202.05.2023, 16:21
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Samsung Electronics gehört zur wachsenden Gruppe der Unternehmen, die wegen der Risiken und Nebenwirkungen von KI-Chatbots drastische Massnahmen ergreifen.

Laut Bloomberg bestätigte ein Samsung-Sprecher, dass in der letzten Woche ein Memo verschickt worden sei, mit dem die Nutzung generativer KI-Dienste verboten wurde.

«Das Interesse an generativen KI-Plattformen wie ChatGPT ist intern und extern gewachsen. Während sich dieses Interesse auf die Nützlichkeit und Effizienz dieser Plattformen konzentriert, gibt es auch wachsende Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsrisiken, die von der generativen KI ausgehen.»
Samsung-Sprecherquelle: bloomberg.com

Wo ist das Problem bei ChatGPT und Co.?

Unternehmen befürchten, dass Firmendaten, die von eigenen Angestellten an KI-Plattformen wie ChatGPT übermittelt werden, in falsche Hände fallen. Die entsprechenden Texteingaben werden bekanntlich auf externen Servern (der KI-Anbieter) gespeichert. Dies erschwere das Abrufen und Löschen und es könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Daten ungewollt an Dritte weitergegeben werden.

Laut des internen Memos liessen Samsung-Ingenieure Anfang April versehentlich internen Quellcode «durchsickern», indem sie ihn auf den ChatGPT-Server hochluden. Das Ausmass des ungewollten Datenabflusses sei aber unklar.

Samsung sei nur das neueste Grossunternehmen, das seine Besorgnis über die Technologie zum Ausdruck bringe, heisst es im Bloomberg-Bericht. Im Februar, nur wenige Monate nach der öffentlichen Lancierung von ChatGPT, hätten einige Wall-Street-Banken ihren Angestellten die Verwendung von KI-Chatbots entweder verboten oder diese eingeschränkt.

Was genau hat das Unternehmen verboten?

Die neuen Samsung-Richtlinien verbieten gemäss Bloomberg den Einsatz von generativen KI-Systemen auf unternehmenseigenen Computern, Tablets und Smartphones sowie in seinen internen Netzwerken. Das Verbot betreffe nicht die an die Kundschaft verkauften Geräte des Unternehmens wie Android-Smartphones und Windows-Laptops.

Samsung-Mitarbeiter, die ChatGPT und andere KI-Tools auf privaten Geräten verwenden, seien von ihrem Arbeitgeber aufgefordert worden, keine unternehmensbezogenen Informationen oder persönlichen Daten zu übermitteln, die Samsungs geistiges Eigentum betreffen könnten.

Wer sich nicht an die neuen Sicherheits-Richtlinien halte, müsse mit der Entlassung rechnen, heisst es.

Was ist mit den Vorteilen, die KI-Chatbots bieten?

Laut Bloomberg entwickelt Samsung eigene interne KI-Tools für die Übersetzung und Zusammenfassung von Dokumenten sowie für die Softwareentwicklung. Man arbeite auch an Lösungen, um das Hochladen sensibler Unternehmensinformationen zu externen Diensten zu blockieren.

Das Hauptquartier in Seoul evaluiere Sicherheitsmassnahmen, um eine sichere Umgebung für den Einsatz von generativer KI zu schaffen, heisst es.

«Bis diese Massnahmen vorbereitet sind, schränken wir den Einsatz generativer KI vorübergehend ein.»

Samsung Electronics ist einer der grössten Techkonzerne weltweit und gehört zur südkoreanischen Samsung Group. Das Unternehmen beschäftigt über 260'000 Angestellte.

Quellen

(dsc)

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