DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Galileo-Satelliten warteten während Tagen vergebens auf ein Zeitsignal.
Die Galileo-Satelliten warteten während Tagen vergebens auf ein Zeitsignal.Bild: EPA

Darum fiel das europäische Navigationssystem Galileo so lange aus 🙈

25.09.2019, 12:4525.09.2019, 15:09

Nachdem das europäische Navigationssystem Galileo im Juli während ganzen 11 Tagen ausgefallen war, sind neue Details zur Ursache bekannt geworden. Und die lassen die Verantwortlichen nicht gerade vorteilhaft aussehen.

Auslöser war eine technische Panne, wie heise.de schon im Juli berichtet hatte und nun das Fachmedium Design & Elektronik weiter ausführt: Demnach gab es Probleme mit dem Zeit-Synchronisationssignal, das an die Satelliten gesendet wird. Eine der beiden Atomuhren, die das Signal liefert, und die sich im italienischen Raumfahrtzentrum Fucino befindet, fiel unerwartet aus. Allerdings wussten die Techniker in Avezzano nicht, dass ihre Kollegen in Deutschland zur gleichen Zeit Wartungsarbeiten ausführten. In München steht die zweite Atomuhr für Galileo und weil diese ebenfalls kein Zeit-Synchronisationssignal mehr übermittelte, stellten die Satelliten nach einem Tag ihren Sendebetrieb ein.

Die Probleme seien zusätzlich befeuert worden, weil die Koordination der Wiederherstellung des Dienstes zwischen Deutschland und Italien relativ lange dauerte. Die Telefonleitungen dürften ziemlich heiss gelaufen sein ...

Wie schon im Juli berichtet, war der Notrufdienst von Galileo nicht betroffen, da dieser auf einer anderen Frequenz sendet. Abgesehen von Galileo-internen Querelen dürfte der Ausfall kaum für Probleme gesorgt haben, denn fast alle Navigationsgeräte können die Signale mehrerer Satelliten-Navigationssysteme empfangen. So wurde dank amerikanischem GPS und russischen GLONASS fleissig weiter navigiert.

Galileo erreicht eine Milliarde Smartphone-Nutzer

Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo erreicht mittlerweile rund eine Milliarde Smartphone-Nutzer. Wie die EU-Kommission Mitte September 2019 mitteilte, basiert der «Meilenstein» auf der Zahl der weltweit verkauften Mobiltelefone, die das System verwenden. Hinzu kommen noch in Autos und in Lastwagen eingebaute Geräte wie Notfallortungssystem oder Fahrtenschreiber.

Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden und das genaueste Navigationssystem der Welt aufbauen. Bislang wurden dafür bereits 26 Satelliten ins All gebracht. Weitere vier sollen folgen.

Schon heute läuft über Galileo beispielsweise ein Such- und Rettungsdienst, über den hilfebedürftige Menschen auf See, im Gebirge oder in der Wüste geortet werden können. Das neue System verkürzt nach EU-Angaben die Zeit zum Orten einer hilfebedürftigen Person mit Notrufsender auf weniger als zehn Minuten. Zudem wurde die Ortungsgenauigkeit von zehn auf knapp zwei Kilometer verbessert.

Mit Material der SDA

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Velofahrer sind auch Künstler – zumindest mit GPS

1 / 20
Velofahrer sind auch Künstler – zumindest mit GPS
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So entsorgt man alte Satelliten im All

Video: srf

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Joe Smith
25.09.2019 17:35registriert November 2017
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass die sicherheitskritischen Dienste, die Galileo erst interessant und dem GPS überlegen machen wird, zumindest meines Wissens noch nicht offiziell aufgeschaltet sind. So gesehen war die Panne war also eine Panne während des Testbetriebs, aus der wahrscheinlich ziemlich viel gelernt wurde.
302
Melden
Zum Kommentar
7
YouTube löscht alle Konten vom Drachenlord – wie es jetzt für ihn weitergeht
Der wohl umstrittenste YouTuber Deutschlands verliert seine wichtigste Einnahmequelle. YouTube sperrt sämtliche seiner Kanäle. Dieser zeigt sich kämpferisch und droht mit Gegenmassnahmen.

Der YouTuber Drachenlord aka Rainer Winkler muss einen schweren Rückschlag verkraften: Die Video-Plattform sperrte am 10. August sämtliche Accounts des 33-Jährigen. Wer nun versucht, eines der Profile aufzurufen, erhält die folgende Meldung: «Dieses Konto wurde gekündigt, da es gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube verstossen hat.» Bis gestern gab es einen Drachenlord-Hauptkanal, einen Account für Vlogs sowie einen für Gaming-Content.

«Die genauen Gründe für die Löschung sind nicht bekannt, es könnte sich aber um einen Regelverstoss im Zuge eines sogenannten ‹Strike› handeln. Das sind Verwarnungen seitens YouTubes, die gegen Videoproduzenten ausgesprochen werden, wenn diese gegen Urheberrechts- oder Community-Richtlinien verstossen», schreibt t-online.

Zur Story