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Bei Zombies mit roten Augen sollte man am besten einfach wegrennen. bild: zvg

Review

Für alle Fans von «The Walking Dead»: Das taugt das Zombie-Game «State of Decay 2»

Das neue «State of Decay 2» orientiert sich an der TV-Serie «The Walking Dead» und stellt das strategische Überleben in den Fokus. Natürlich wird es aber auch einfach ganz schön blutig.



Geben wir es doch zu: Wenn wir «The Walking Dead» konsumieren, machen wir uns alle Gedanken darüber, wie es wäre in einer zombieverseuchten Welt zu überleben. Wenn unsere Heldinnen und Helden wiedermal einen dummen Fehler machen oder gar sterben, klatschen wir unsere Handfläche gegen die Stirn und schreien laut: «Das wäre mir sicher nicht passiert!».

Mit dem neuen Zombie-Game «State of Decay 2», der erste Teil erschien vor etwa vier Jahren, darf man sich jetzt selber beweisen, ob man das Zeug dazu hat, eine digitale Untoten-Apokalypse zu überleben. Wie gut kann ich mit meinen Utensilien haushalten? Achte ich genug auf meine Mitmenschen oder ziehe ich ein Ego-Ding durch? Mit dieser Zombie-Simulation darf man zeigen, was man alles beim TV-Vorbild gelernt hat.

Was ist passiert?

Eine plausible Hintergrundgeschichte über die Ereignisse in Nordamerika sucht der Spieler vergebens. Die Gründe für den Ursprung der Zombieseuche werden nicht gross erwähnt und vielleicht mit etwas Glück in ein paar Nebensätze gepackt. Irgendwie hat das Militär versagt, irgendwie herrscht Anarchie und irgendwie ist irgendeine Seuche ausgebrochen. Die einen mögen nach mehr Geschichte lechzen, die anderen werden verständnisvoll abwinken. Wer braucht schon in einem Zombie-Setting eine umfangreiche Hintergrundgeschichte? Eben!

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Nach irgendeinem heftigen Vorfall herrscht die Anarchie im Lande. bild: zvg

Dynamische Duos

In der Fortsetzung geht man jetzt am Anfang als Pärchen auf die Jagd nach Gegenständen. Zu Beginn wählt man zwischen verschiedenen Duos aus, die sich in ihren Fähigkeiten unterscheiden. Geht man als taffe Brüder in die Welt hinaus oder zieht man beispielsweise doch lieber als streitendes, aber verliebtes Ehepaar los? Danach beginnt das nackte Überleben. Wir besitzen zwar anfangs ein paar Utensilien und Waffen, doch Kenner wissen, dass diese in einer solch gewaltvollen Welt nicht weit reichen werden. Mit seinen Ressourcen muss man gut umgehen und um die einzelnen Gruppenmitglieder muss man sich kümmern. Denn nur wer sich mit der Gemeinschaft arrangiert, wird in der Welt auch lange neue Sonnenaufgänge erleben.

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Wer ein Haus betritt, sollte immer, immer sehr, sehr vorsichtig sein. bild: zvg

Home sweet home

Auf einer recht überschaubaren Landkarte gibt es viel zu tun. Doch zuerst muss ein neues Zuhause gefunden werden, um es sich dort mit einer kleinen Gruppe wohnlich zu machen. Doch einfach so in ein Gebäude reingehen geht nicht. Erst muss das Anwesen von Zombies befreit und kleinere Aufgaben erledigt werden. Hat man das dann geschafft, darf man sich dort Schritt für Schritt verschanzen. Von diesem Punkt aus wird die weitere Umgebung erkundet und erobert. Denn um für das Überleben zu sorgen muss die gesellschaftliche Infrastruktur so gut wie möglich wieder aufgebaut werden. Klar, dass dabei auch diverse Untote für Stresssituationen sorgen.

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Dieser Zeitgenosse verlangt nach sehr viel Blei. bild: zvg

Hirn einschalten

Beim Aufbau der neuen Gemeinschaft gilt es immer abzuwägen, ob man sich mit offener Gewalt ins Chaos stürzt oder lieber vorsichtiger vorgeht und die stöhnenden Geschöpfe mit Strategie erledigt. Denn wie in allen Vorlagen bekannt, Munition ist rar gesät. Zwar kann man mit diversen Hieb- und Stichwaffen vorwärts kommen, aber da draussen warten auch grössere Zombie-Brocken auf aggressive Verhandlungen.

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Manchmal herrscht auch einfach nur eine sehr friedliche Stimmung. bild: zvg

Stimmung!

Es ist ein herrlich befriedigendes Gefühl, wenn man ein von Zombies verseuchtes Anwesen befreit hat und es sich dort bequem macht. Hier kommt beste «The Walking Dead»-Stimmung auf. Reingehen, säubern und dann zurücklehnen und sich neu sammeln. Und auch im Spiel ist es ratsam in der Nacht besonders vorsichtig zu sein. Auch wenn man eine Taschenlampe besitzt, den Zombies sollte man besser aus dem Weg gehen. Besonders in der Dunkelheit sorgt das Spiel für viele Gänsehautmomente. Wenn man in der Nähe ein stöhnendes Geräusch im Dickicht hört, die Quelle nicht sofort ausmachen kann und dann auch noch die Musik bedeutungsschwanger anschwillt, wird das Nervenkostüm beansprucht. Herrlich.

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Mit vier Rädern aufräumen? Auch das geht! bild: zvg

Und sonst?

Die Optik verleitet einen nicht gerade zu Freudensprüngen. Die Gesichter der Heldinnen und Helden sehen stellenweise sehr zweckentsprechend aus und die holprigen Animationen sind alles andere als sexy. Und die Anordnung der einzelnen Standard-Aktionen auf dem Controller ist teilweise ein Witz und so gar nicht bedienungsfreundlich. Wenn man in der Hektik gleichzeitig Schiessen und dann Rennen will, bricht man sich bei der Fingerakrobatik ein paar Gliedmassen. Was? Ja genau. Was?!

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So viel ist klar: Einer von den beiden wird nicht überleben. bild: zvg

Zuschlagen!

Fazit: Egal ob alleine, zu zweit oder mit noch mehr Überlebenswilligen, diese Zombie-Simulation ist trotz kleiner technischer Mängel gelungen und versprüht ganz viel «The Walking Dead»-Atmosphäre. Wem es im Solo-Modus zu langweilig wird, schart online drei Freunde um sich und macht dann im Quartett Jagd auf Untote und Utensilien. Zudem stimmt der Preis. Die Fortsetzung gibt es für etwa 30 Franken und das Preis-Leistungs-Verhältnis könnte nicht besser sein. Ab ins Zombieland!

«State of Decay 2» ist erhältlich für Xbox One und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

Die Schweiz ist auf die Zombie-Apokalypse gut vorbereitet

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Video: watson/Emily Engkent

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 26.05.2018 08:20
    Highlight Highlight Das offizielle Walking Dead Spiel finde ich auch sehr empfehlenswert, weil es im Gegensatz zu den „normalen“ Zombiespielen, darum geht, dass der ärgeste Feind nicht die Zombies, sondern die Mitmenschen sind. Darum geht es ja auch in der Comicserie. Zombies sind allesamt dumm, nicht aber die Menschen. Die Menschen sind der wahre Horror. (Im Spiel natürlich :-))
  • Pana 25.05.2018 23:14
    Highlight Highlight Sieht interessant aus. Bin aktuell aber noch bei "Dying Light - The Following" dran, was gemäss Beschreibung ziemlich ähnlich sein sollte. Ansonsten soll irgendwann ja noch "Days Gone" rauskommen, sieht auch vielversprechend aus. Fazit: Ich mag Zombies. They make me feel smart.
    • Gebietsvertreter 26.05.2018 00:35
      Highlight Highlight Hab Dying Light (inkl. the Following) mehrmals durchgespielt, und kann guten Gewissens behaupten, dass die Games nicht vergleichbar sind ;) DL hat viel besseres Gameplay, bessere Steuerung, ist dynamischer und bietet mehr Abwechslung als State of Decay 2. Bin von State of Decay 2 etwas enttäuscht, auch was die Bugs anbelangt (ok, das Game kostete nur 36 CHF, aber trotzdem ist es irgendwie traurig, dass heutzutage neue Games nicht mehr ohne Bugs und Störungen auf den Markt kommen...)

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