Digital
Review

Warum Motorola selbst überzeugte Apple- und Samsung-User überzeugt

Nicht nur Technik, auch Look: Martini Olive heisst die Pantone-Farbe des Motorola Signature.
Nicht nur Technik, auch Look: Martini Olive heisst die Pantone-Farbe des Motorola Signature.bild: Nico Tapia/dpa-tmn/dpa-bilder
Review

Warum Motorolas Signature selbst überzeugte Apple- und Samsung-User überzeugen könnte

Mit dem neuen Signature will Motorola ganz oben mitspielen – bei Leistung, Funktionen und vor allem beim Ambiente. Klappt das?
11.04.2026, 20:2111.04.2026, 21:10
Ein Artikel von
t-online

Spätestens seit dem superflachen Edge 70 setzt Motorola auf einen ganz eigenen Stil. Pantone-Farben, buntes Metall, starke Farbkontraste und ungewöhnliche Materialien gehören dazu. Jüngste Kreation: das Flaggschiff-Smartphone Motorola Signature.

Motorola ist mit dem Signature zurück in der Oberklasse.
Motorola ist mit dem Signature zurück in der Oberklasse.
bild: motorola

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 999 Franken, im Online-Handel findet man es mit 512 GB Speicher teils für knapp unter 900 Franken. Zusammen mit passenden Ohrstöpseln, Bluetooth-Boxen und Co. soll es ganz vorn mitspielen. Ohne Angst vor Apple, Samsung, Google und Co.

Pro und Kontra Motorola Signature

- Tolles OLED-Display
- Elegantes, schlankes Design
- Starke Technik
- Solide Akkulaufzeit, kurze Ladezeit
- Endlich eine Kamera auf Top-Niveau
- Vollständig wasserfest
- Relativ leicht
- 6 Jahre Android-Updates
- KI nur mit Nutzerkonto
- Nicht günstig

Erster Eindruck: Chic. Grün-golden glänzender Alurahmen, eine Rückseite in Leinenstoffhaptik, ungewöhnliche Farbe. Martini Olive heisst der Pantone-Farbton irgendwo zwischen Olivgrün und Sandfarben. Und dünn ist das Smartphone. Knapp 8 Millimeter misst es mit Ausnahme des Kamerabuckels, 186 Gramm stehen auf der Waage. Die griffige Rückseite sorgt dafür, dass das an allen Seiten abgerundete Gerät fest in der Hand liegt.

Bis 2032 will Motorola das Signature mit Updates versorgen.
Bis 2032 will Motorola das Signature mit Updates versorgen.bild: motorola

Insgesamt ist das Signature ein angenehmer Kontrast zu den Mitbewerbern, die sich in Form und Aufmachung momentan recht ähneln. Der edle Look täuscht ein wenig darüber hinweg, dass das Signature auch einiges einstecken kann. Es ist gegen Staub, Schmutz und Wasser geschützt – man kann es einfach abwaschen, ohne dass die Hardware im Inneren leidet.

Das Signature ist vollständig wasser- und staubdicht (IP68/IP69).
Das Signature ist vollständig wasser- und staubdicht (IP68/IP69).bild: watson

Für knapp 1000 Franken darf man einiges verlangen, oder?

Als Erstes fällt das Display auf. Das 6,8-Zoll-OLED ist nahezu randlos und geht mit einem runden Schwung in den Rahmen über. Schärfe, Auflösung und Helligkeit sind auf Höhe der Zeit, auch bei Sonnenschein lässt es sich gut ablesen. Die Bildwiederholrate wird intelligent geregelt bei bis zu 120 Hertz – im Spielemodus sind bis zu 165 Hertz möglich.

Richtig spannend wird es bei der Kamera. Ihre vier goldenen Ringe auf der Rückseite beinhalten:

  1. Die Hauptkamera mit 50 Megapixeln (MP) Auflösung.
  2. Die Ultraweitwinkelkamera mit 50 MP Auflösung.
  3. Die Telekamera mit 50 MP Auflösung, 3x optischem Zoom und bis zu 100x Digitalzoom.
  4. Den Blitz.

Das Kameratrio vollbringt, wo Motorola bislang manchmal noch der Konkurrenz gefühlt hinterherlief. Es liefert schnell geschossene, detailreiche und scharfe Fotos mit flotter, aber nicht zu starker Nachbearbeitung. Motorola hat mit dieser Top-Kamera endlich zu Apple und Google aufgeschlossen.

Beispielfoto mit dem Motorola Signature. Die Kamera ist spitzenklasse.
Beispielfoto mit dem Motorola Signature. Die Kamera ist spitzenklasse.bild: DXOMARK

Besonders in hohen Zoomstufen hilft die KI im Nachgang ordentlich nach und füllt fehlende Details in den Bildern auf. Das klappt bis zum 30-fachen Zoom ganz gut, besser als beim Vergleichs-Samsung oder -Pixel. Wer weiter zoomt, muss die Hände höllisch still halten, damit Details nicht verrauschen, aber auch dann sind noch ansehnliche Bilder möglich, wenn man sich damit abfindet, dass etliche Details von der KI digital dazu gemalt wurden.

Viel Speicher, Top-Prozessor und solider Akku

Bei Chip und Speicher ist aktuelle Oberklassetechnik verbaut: Qualcomms Snapdragon 8 der 5. Generation mit 16 Gigabyte DDR5X-Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher.

Kann auch zurückladen: Mit dem Signature kann man seine Kopfhörer drahtlos wieder aufladen, wenn gerade kein Ladegerät zur Hand ist.
Kann auch zurückladen: Mit dem Signature kann man seine Kopfhörer drahtlos wieder aufladen, wenn gerade kein Ladegerät zur Hand ist.bild: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Der Akku bringt das Signature über den Tag und lädt mit maximal 90 Watt sehr flott – bauartbedingt erreicht er aber nicht die Ausdauer eines Samsung Galaxy S26 Ultra. Schöner Nebeneffekt: Die Spule zum drahtlosen Aufladen kann auch kleine Geräte wie Ohrstöpselkästchen wieder aufladen, wenn man sie auf die Rückseite legt.

Software-Updates bis 2032

War bei Motorola früher reines Stock-Android angesagt, gibt es nun einige eigene optische Akzente. Android 16 ist ab Werk installiert und soll mit Funktions- und Sicherheitsupdates bis mindestens Sommer 2032 aktuell gehalten werden. Damit übererfüllt Motorola aktuelle EU-Richtlinien – allerdings gibt es weiterhin günstigere Geräte im Portfolio des Herstellers, die kürzer mit frischer Software versorgt werden.

Die Android-Oberfläche kann auf Wunsch um etliche KI-Funktionen erweitert werden. Das beginnt mit einer Nutzungsanalyse für App-Vorschläge und geht weiter mit Googles KI-Suche Circle to Search für Dinge auf dem Bildschirm. Links am Signature gibt es einen KI-Knopf zum Start des Assistenten. Der nimmt Kommandos per Sprache oder Schrift entgegen. Ebenfalls an Bord: die KI-Dienste Perplexity und Google Gemini für weitere Anwendungen. Nicht so schön: Für die Moto AI muss ein Motorola-Konto angelegt werden.

Fazit: Dieses Smartphone ist schön anders

Es gibt viele gute Smartphones in der Oberklasse. Das Motorola Signature ist ein weiteres solides Mitglied in diesem Club. Leistung, Kamera und Display sind absolut konkurrenzfähig.

Durch sein elegantes Design, die schlanke Form und den für das Gebotene angemessenen Preis setzt es sich aber deutlich von vielen teureren, schwereren oder kantigeren Mitbewerbern ab. Motorolas neuer Stil ist eine schöne Alternative für Menschen, die es gerne verspielt elegant haben.

Aber auch bei der Reparierbarkeit seiner Geräte muss sich Motorola nicht vor Google, Samsung oder Apple verstecken.

Motorola-Smartphones sind überdurchschnittlich reparierbar.
Motorola-Smartphones sind überdurchschnittlich reparierbar. bild: pirg.org

Wer das Design mag, aber nicht das Budget hat, findet mit dem dünnen Edge 70 oder den noch günstigeren Alternativen Edge 70 Fusion und Moto G57 ähnlich gestaltete Smartphones mit etwas bescheidenerer Technik in der 250- bis 500-Franken-Klasse.

(dpa/oli)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tiere, die so unfotogen wie du sind
1 / 31
Tiere, die so unfotogen wie du sind
Bild: via tumblr
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump droht Journalist nach Pilotenrettung mit Haft
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
37 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Tatwort
11.04.2026 21:52registriert Mai 2015
Keine KI wenn man nicht zahlt? Das ist für mich ein Pluspunkt, keine Schwäche.
270
Melden
Zum Kommentar
37
Ab auf den Mond mit Amerika – eine crazy Woche im Karikaturen-Rückblick
Das aktuelle Geschehen in und um Trumpistan im Spiegel der Karikaturistinnen und Karikaturisten. Garniert mit frechen Memes.
Wichtig, geschätzte watson-Userin, geschätzter watson-User: In diesem «Tweeticle» werden keine Tweets geladen. Darum kannst du (hoffentlich munter) drauflos scrollen und die Bluesky-Inhalte ohne unseren IT-Support geniessen. 😉
Zur Story