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Der Tacho für den eigenen Körper

Bild: Getty Images North America

Vor 13 Jahren fing es mit einem T-Shirt mit Herzsensor an. Nun sollen Fitnessbänder und andere tragbare Gadgets boomen.

Maren Martell, dpa

Für Tobias W. war es am Anfang nur einer kleiner Gag, den ihm seine Frau vor einem Jahr in New York geschenkt hatte. Mittlerweile trägt der begeisterte Läufer das schwarze Armbändchen fast jeden Tag, oft rund um die Uhr. Wenn er durch den Park joggt oder einfach zum Auto geht, gibt es ihm Auskunft über die Zahl seiner Schritte. «Und wenn ich mein Tagesziel verfehle, sagt es mir ‹Lauf noch mehr, Du bist zu faul!›»

Immer mehr Menschen messen direkt am Körper ihre persönliche Fitness und erstellen online daraus ihre Trainingsprogramme. Die Industrie hat den Trend längst erkannt. Mittlerweile gibt es nicht nur Armbänder mit übertragbarer Messfunktion. Auch Brillen, T-Shirts und Uhren mit speziellen Sensoren sind im Angebot – ein Riesengeschäft. Umsatzzahlen werden aber nicht genannt.

Vorreiter Nike

«Nike war quasi der Vorreiter. Es gibt kaum noch einen namhaften Hersteller, der nicht auf den Zug aufgesprungen ist», berichtet Christian Stammel, Chef der Wearable Technologies AG, der weltweit führenden Plattform für tragbare Technologien.

«Wir haben am Auto oder Fahrrad einen Tacho, aber am Körper hatten wir lange gar nichts.» Vor gut 13 Jahren habe es angefangen, als ein T-Shirt mit EKG-Messfunktion entwickelt wurde. Mittlerweile werde der Markt überschwemmt von einer Vielzahl von Produkten. «Einen wichtigen Schub gab es durch die Smartphones», sagt Stammel.

«Plötzlich hipp»

Mit der modernen Übertragungstechnologie mittels Bluetooth und dem hohen Grad der Standardisierung sei die Weiterentwicklung erst möglich geworden. Jetzt können die Bänder, Brillen oder Uhren an die verschiedensten Endgeräte angeschlossen werden, ob Smartphone oder Tablet-Computer. Ausserdem sind die bunten Bänder und Uhren zum modischen Accessoire geworden. «Eigentlich medizinische Geräte wie Puls- und Herzfrequenzmesser sehen plötzlich hipp aus und wer sie trägt, zeigt, dass er up-to-date ist», erläutert Stammel.

Sportartikelmesse Ispo

Ein grosses Thema sind die Fitness Tracker auch auf der diesjährigen Sportartikelmesse Ispo in München, die am Sonntag begonnen hat. Die Plattform Wearable Technologies ist dort mit einem Stand vertreten. Hier präsentiert Fitbit unter anderem die WLAN-Waage Aria, und PulseOn stellt seine Lösung zur Herzfrequenzmessung vor. Zudem wird während der Messe (bis 29. Januar) dazu erneut eine Konferenz veranstaltet, auf der auch Sony, Intel und Samsung vertreten sind. Mittlerweile trifft sich die Branche dreimal im Jahr, neben München noch in den USA und Asien. (sda)

Für Konsumenten wichtig

«Die Verbindung der physischen mit der digitalen Welt des Sports spielt für den Konsumenten eine immer wichtigere Rolle», erläutert Olaf Markhoff von Nike/Western Europe. 2006 habe Nike einen Chip auf den Markt gebracht, der in der Sohle des Laufschuhs kabellos mit dem iPod kommuniziert und dem Athleten Daten wie Distanz, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch und gelaufene Distanz liefert. Läufer können nicht nur diese Daten hochladen und ihren Trainingsfortschritt verfolgen. Mit anderen Nutzern können sie sich auch weltweit darüber austauschen.

Jüngste Innovation sei das Fitnessband fürs Handgelenk (Fuelband). Sony stieg mit seiner ersten Smartwatch – einer Art Bluetooth-Armbanduhr – vor fast sieben Jahren in den Markt ein und sieht sich in dem Segment als Pionier, wie Marketing-Direktor Björn Bourdin betont.

Freihändig telefonieren

Samsung brachte bereits 1999 ein sogenanntes Watchphone heraus, quasi ein Vorläufer der später entwickelten Smartwatch. Das jüngste Modell – Galaxy Gear – hat in Verbindung mit einem Smartphone eine Vielzahl von Funktionen. Unter anderem ermöglicht es, freihändig zu telefonieren, ohne dass das Handy aus der Tasche genommen werden muss.

Ausserdem kann man vom Handgelenk aus fotografieren oder Videos aufnehmen, E-Mails und SMS lesen sowie die sozialen Medien bedienen. «Viele Konsumenten wünschen sich technologische Helfer, die den Alltag sowohl im Beruf als auch in der Freizeit erleichtern», erläutert Samsung-Direktor Mario Winter.

Teurer Spass 

Wer Interesse an den am Körper tragbaren Computersystemen hat, muss zum Teil tief in die Tasche greifen. So kostet ein Nike Fuelband umgerechnet gut 170 Franken, für eine Smartwatch von Samsung sind fast 370 Franken zu berappen. Die neue WLAN-Waage Aria, die Gewicht und Körperfettanteil misst und mit der die Daten direkt online gestellt werden können, kostet knapp 150 Franken.

Die Geräte dienen immer mehr als technische Assistenten. «Amateuren geben sie die Möglichkeit, zu trainieren wie die Profis mit ihren hoch bezahlten menschlichen Trainern», sagt Trendforscher Sven Gábor Jánszky vom Leipziger Institut 2b Ahead. Dies sei aber kein Trend mehr, der nur auf den Sport beschränkt ist. «Wir entwickeln uns zu einer Profigesellschaft. Denken Sie an den Hausbesitzer, der mittels Smart Metering und intelligentem Assistenten seinen Stromverbrauch nicht nur steuern, sondern auch sekundengenau kaufen und verkaufen kann, wie früher nur ein Händler an der Strombörse.»



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