Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Pornowerbung, Gewalt, Mobbing: Negative Seiten des Internets treffen viele Kinder



[ Gestellte Aufnahme, Symbolbild, Model Released ]  -  Maedchen mit Mobile Phone, Selfie, (Photo by Leo Thal for KEYSTONE)

Bild: KEYSTONE

Unerwünschte Pornowerbungen, brutale Gewaltvideos, anonymes Cybermobbing: Die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz fühlt sich gemäss einer neuen Studie im Internet nicht sicher. Aufhorchen lassen vor allem die Ergebnisse zu den jüngsten Internetnutzern.

Demnach wurde bereits jeder zehnte Zehnjährige Opfer von Diskriminierung im Internet, jeder zwanzigste wurde gemobbt - Buben vor allem, während sie im Netz spielten. Mit 14 Jahren hat schon jede und jeder zweite Jugendliche sexuelle Darstellungen gesehen.

Zahlreiche Kinder und Jugendliche berichten weiter, dass «fremde Personen einen anschreiben». Mit zunehmenden Alter steigen die Werte weiter an: Mit 15 bis 16 Jahren waren Jugendliche in der Schweiz schon mindestens einmal einem Risiko im Internet ausgesetzt.

Süchtig nach dem Smartphone

Die Hälfte von ihnen wurde in ihrer Privatsphäre verletzt, weil beispielsweise Informationen online gestellt wurden, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Zwei von fünf Jugendlichen wurden bereits nach sexuellen Informationen gefragt, sind also sogenannte Grooming-Opfer.

«Professoren und Professorinnen besitzen sehr viel Macht.»

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Auch das Thema Internetsucht fällt bei der Befragung negativ auf. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen stellt eine exzessive Internetnutzung im Alltag fest. Knapp ein Viertel hat bereits erfolglos versucht, weniger Zeit im Internet zu verbringen.

Handlungsbedarf angezeigt

Die Studie «EU Kids Online Schweiz 2019» ist am Donnerstag im Rahmen des vierten Fachforums Jugendmedienschutz präsentiert worden, einer vom Bund eingerichteten nationalen Plattform zur Förderung von Medienkompetenzen. Ihr Ziel ist es, Kinder und Jugendliche sicher und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen zu lehren.

Knackeboul, der «elende Lutscher», kommentiert Hasskommentare

abspielen

Video: watson/Knackeboul, Machiavelli, Lya Saxer

Die Resultate zeigten, «dass Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Risiken unterstützt werden müssen», heisst es in einer Mitteilung zur Studie. Im Fokus stünden von Nutzern verbreitete gewalthaltige Bilder, Hassnachrichten oder Erfahrungen in Zusammenhang mit Drogen oder anderem risikoreichen Verhalten wie Selbstverletzung, Verwendung von Waffen oder Magersucht. Der Umgang damit müsse geschult werden.

Zu wenig Zeit für Medientraining

Trotz der Herausforderungen bezüglich Datenschutz, Fake News und Radikalisierung im Netz müsse aber auch auf die Chancen, die das Internet biete, hingewiesen werden, schreibt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Einerseits sei das World Wide Web eine Informations- und Lernquelle, anderseits eine Hilfs- und eine Unterhaltungsplattform. Das sehen gemäss der Umfrage auch die jüngsten Nutzer so.

kinder internet surfenkinder internet surfenkinder internet surfenkinder internet surfen

Bild: shutterstock

Die Erfahrungen mit Risikosituationen und auch die positiven Aspekte der Internetnutzung könnten noch vermehrt in den Schulalltag integriert werden, folgern die Studienautoren. Die befragten Lehrpersonen unterrichteten gerne Medienthemen, sie verfügten dazu aber nicht immer über die geeigneten Lehrmittel, die erforderlichen Kenntnisse oder die nötige Zeit. Viele wünschten sich etwa sinnvolle Apps für den Unterricht.

«Sicherer Ort» als Ziel

Laut dem Fazit der Studie liefern die Ergebnisse den Fachleuten nützliche Erkenntnisse darüber, welcher Unterstützungsbedarf für junge Internetnutzerinnen und -nutzer besteht und wo die Prävention bei Familien und an Schulen ansetzen soll. Ziel sei es, «die digitale Welt zu einem sicheren und gewinnbringenden Ort für Kinder und Jugendliche zu machen».

Für die Untersuchung wurden 67 Schulklassen in der Deutsch- und Westschweiz mit total 1026 Schülerinnen und Schülern im Alter von neun bis 16 Jahren sowie deren Lehrpersonen befragt. Durch den Wechsel der Erhebungsmethode sind die Ergebnisse nicht direkt mit jenen aus dem Jahr 2013 vergleichbar.

Gesamte Studie abrufbar unter www.eukidsonline.ch (sda)

So erklärte das «Time»-Magazin das Internet

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

Play Icon

Internet und Recht

Was WhatsApp-User über die Verbreitung illegaler Inhalte wissen müssen

Link zum Artikel

Polizei findet Kinderporno auf Handy von Appenzeller Teenager – der Tipp kam vom FBI

Link zum Artikel

Ist WhatsApp wirklich «illegal» für unter 16-Jährige? 5 Fragen und Antworten 

Link zum Artikel

Eskalation im Familien-Chat: Wie ein Streit auf WhatsApp mit einem Strafbefehl endete

Link zum Artikel

Du streamst gern Serien und Filme? Dann Hände weg von diesen Seiten

Link zum Artikel

Das FBI schlägt in der Schweiz jedes Jahr 3000 Mal wegen Kinderpornos Alarm

Link zum Artikel

SVP-Mann will Radar-Warnungen per Whatsapp und Snapchat legalisieren

Link zum Artikel

Wenn die halbe Welt plötzlich vertrauliche E-Mails liest: Das müssen wir aus dem Sony-Hack lernen

Link zum Artikel

«Herr Steiger, wie einfach ist es, auf Facebook eine Straftat zu planen?» – «Kein Problem, sehr einfach!»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 23.05.2019 12:39
    Highlight Highlight Solche Studien sind doch vor allem Panikmache, mit der dann Zensur des Internets gefördert werden soll...
  • Damian derungs 23.05.2019 12:34
    Highlight Highlight Das hat man davon, wenn man als eltern den kids ein pc und handy vorsetzt und doch lieber was anderes macht anstatt ihnen de umgang mit diesen zu lehren. Ich glaube der grund dahinter ist einfach das diese generation sich zu wenig mit dem internet beschäftigt hat. Und sorry, aber 10 und 12 jährige haben nichts in onlinespielen mit sprachchats verloren, den eltern müsste bewust sein wie es da zu und her geht. Das traurige an der ganzen sache, diese kleinen frechen rotzgören sind meistens die, die beginnen.
  • Matrixx 23.05.2019 12:09
    Highlight Highlight Wenn sich schon die Eltern jede Art von (freiwilligem) Junkfood fürs Hirn im Internet reinziehen, wie sollen sie dann auch nur ansatzweise die Kindern davor schützen?
  • oliopetrolio 23.05.2019 11:30
    Highlight Highlight Es fängt halt schon im Kleinen an. Solange Boulevardblätter täglich und ohne Skrupel Werbung von MILFS die einen Dreier suchen oder dergleichen Schund platzieren sind unsere Kinder, die eigentlich News lesen wollten, bereits exponiert.
    • Magnum44 23.05.2019 12:36
      Highlight Highlight Ich frage mich immer, wer diesen Unsinn überhaupt anklickt?
    • nokom 23.05.2019 17:05
      Highlight Highlight Paradebeispiel: 20min.ch
  • giandalf the grey 23.05.2019 11:03
    Highlight Highlight Rule N°1: The Internet is for Porn.

    Ich glaube nicht, dass grössere Medienkompetenz dazu führt, dass die Kinder nicht auf einschlägigen Seiten landen. Aber ein staatlicher Ad-Blocker der nur auf Seiten wie Pirate Bay, playit oder Kinox anschlägt und bei Seiten wie Pornhub, liveleak oder Blick eine Meldung zwischen schaltet, dass es sich potentiell um Inhalte handelt, die man im Nachhinein lieber nicht gesehen hätte, dann wäre schon viel erreicht. Aber je mehr ich als Kind wusste, wie das Internet funktioniert, desto tiefer gingen meine Abenteuer-Reisen ins zwielichtige Neuland.
  • Clife 23.05.2019 11:02
    Highlight Highlight Ich fänds jetzt noch gut zu wissen, wieviele der Kinder dann auch vor diesen Mobbern verteidigt worden sind, sei es ein Internetforum, ein globaler Chat oder in einem Videospiel.
    Was ich meine ist, dass ich direkt einspringe, wenn das Wort nurnoch einseitig erscheint und die Situation direkt schlichte (beispiel: in Clash of Clans wenn mal jemand nen schlechten Angriff ausgeführt hat). Bisher zumindest war die Situation dann auch immer beruhigt.

    Internettrolle werden nur stärker, wenn man sie füttert.
  • Gantii 23.05.2019 10:53
    Highlight Highlight wenn man 10 jährigen freien Internetzugang gibt... haben diese eltern kein verantwortungsbewusstsein oder sind sie selbst auch komplett verantwortungslos in ihrem medienkonsum?
  • Yummy 23.05.2019 10:45
    Highlight Highlight 9 von 10 Kindern finden Mobbing gar nicht so schlimm...
  • da isch mau e waud gstange 23.05.2019 10:45
    Highlight Highlight Finde ich gut dass man mal den richtigen Ansatz erkannt hat und die Kinder schult mit Medien umzugehen. Prävention geht vor Zensur.
  • Rhabarber 23.05.2019 10:16
    Highlight Highlight Früher verfolgte man Kriminelle.
    Heute müssen sich potenzielle Opfer selbst schützen.
    Selbst unsere Kleinsten bluten für den Kommerz.
    • supremewash 23.05.2019 13:33
      Highlight Highlight Strafverfolgung und Selbstschutz, also Repression und Prävention gingen schon "früher" einher. Wieso hält man denn Kinder seit jeher an, nicht mit Fremden mitzugehen?
      Man muss die Kinder auch in der virtuellen Realität anleiten und schützen. Leider scheint die Bereitschaft, dafür Zeit und Geld aufzuwenden, nicht überall vorhanden zu sein.

Neue Zahlen zeigen: So steht es um die Gleichstellung in der Schweiz

Das Bundesamt für Statistik (bfs) hat am Montag Zahlen zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz veröffentlicht. In manchen Bereichen wie in der Bildung und in der Erwerbstätigkeit gibt es Erfolge zu vermelden, noch sind aber nicht alle Ungleichheiten beseitigt. Hier ein Überblick.

In Sachen Bildung haben die Frauen die Männer überholt. 1999 absolvierten nur 9,8 Prozent der 25- bis 34-jährigen Frauen eine Ausbildung auf Hochschulniveau, bei den gleichaltrigen Männern waren es 14,4 Prozent.

Im Jahr 2018 hingegen verfügen 42,3 Prozent der jungen Frauen über einen Abschluss auf Tertiärstufe. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 34,7 Prozent. Ebenfalls erfreulich: Immer mehr Frauen wagen sich in bisher von Männern dominierte Fächer vor.

So studieren heute immer mehr Frauen …

Artikel lesen
Link zum Artikel