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Gespräche im Onlinetelefonie-Dienst Skype können von Microsoft-Mitarbeitern mitgehört werden. (Symbolbild)

Internet-Telefonie via Skype, WhatsApp, Facetime etc. entlastet das Telefon-Netz. Bild: KEYSTONE

Das Telefon-Netz ist wegen des Coronavirus am Limit: Das sagen Swisscom und Sunrise

Am Montag und Dienstag hörten Swisscom-Kunden teils nur noch das Besetztzeichen. Die Infrastruktur für Sprachanrufe im Mobil- und Festnetz ist am Anschlag. Swisscom und Sunrise beziehen nun gemeinsam Stellung.



Die Telekommunikationsinfrastruktur läuft wegen der Corona-Krise am Limit. Der Bund schreibt von einer historisch einmaligen Situation, die Swisscom schliesst eine «punktuelle Überlast» nicht grundsätzlich aus. Engpässe können also weiter auftreten. Zu einer grösseren Panne kam es aber am Mittwoch nicht mehr. Am Montag und Dienstag gab es zeitweise Probleme bei Telefonaten zwischen dem Mobil- und Festnetz.

Swisscom und Sunrise schreiben in einer gemeinsamen Stellungnahme:

«Die ausserordentliche Lage in der Schweiz seit Montag, 16. März, hat zu einer stark erhöhten Nutzung von Telefondiensten geführt, wodurch zu Spitzenzeiten Anrufvolumen und -dauer bei Swisscom und Sunrise um ein Vielfaches zunahmen. Dies führte insbesondere in Spitzenzeiten punktuell zu Kapazitätsengpässen bei den sogenannten Interkonnektionspunkten (Anrufe zwischen Swisscom und Sunrise Kunden, Mobile- sowie auch Festnetz). Bei punktueller Überlast konnten teilweise Anrufe nicht aufgebaut werden und die Kunden hörten das Besetztzeichen.

Gemeinsam arbeiten beide Anbieter intensiv an Kapazitätserweiterungen zwischen ihren Netzen. Es konnte bereits eine deutliche Verbesserung erzielt werden.

Swisscom und Sunrise bestätigen, dass innerhalb der Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, so dass Telefonie und Internetverkehr auch in ausserordentlichen Situationen gewährleistet sind.»

swisscom

Was Swisscom und Sunrise nicht gerne sagen: Die «punktuelle Überlast» könnte vermieden oder reduziert werden, wenn mehr Menschen in dieser besonderen Situation auf Internet-Telefonie via Apps ausweichen würden. Also statt Voice-Anruf einen Anruf über WhatsApp, Threema, Skype etc. machen. Auch Videocalls über Facetime etc. werden rein über Daten geführt und funktionieren momentan zuverlässiger, da beim Datenverkehr kein Engpass herrscht.

Das Telekommunikationsverhalten der Kundschaft sei aktuell nicht vorherseh- und planbar, schreibt die Swisscom auf Anfrage von watson und der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Wir gehen davon aus, dass die Menschen in der Schweiz wegen der ausserordentlichen und sich laufend ändernden Lage ein deutlich erhöhtes Austauschbedürfnis haben.»

Die Kunden telefonierten derzeit deutlich mehr und auch länger - über das Mobil- und das Festnetz. Der rasante Anstieg der Nutzung von Telekommunikationsdiensten erfordere vonseiten Swisscom «laufend Massnahmen» wie etwa die engmaschige Überwachung des Netzes.

Anrufer kommen nicht durch

Trotzdem können einzelne Störungen nicht verhindert werden. Anrufe von Privat- und Geschäftskunden könnten «punktuell in Spitzenzeiten nicht aufgebaut werden», schreibt die Swisscom. Betroffen könnten Mobil- und Festnetzanrufe sein.

Wegen vieler Anfragen von Geschäftskunden muss der grösste Telekomanbieter der Schweiz zudem priorisieren: Vorrang hätten «die Bedürfnisse derjenigen unserer Geschäftskunden, welche einen zentralen Dienst in der Landesversorgung wahrnehmen, wie Blaulichtorganisationen, Spitäler, Ärzte und Behörden». Auf Anfrage von watson sagt Swisscom: «Wir haben aktuell keinerlei Hinweise auf Notrufverluste. Bisher haben die Notrufe einwandfrei funktioniert.»

Homeoffice nicht das Problem

Weniger Mühe bereitet den Telekommunikationsanbietern der Datenverkehr. «Dort sehen wir kaum eine Änderung», schreibt die Swisscom – und erklärt: «Homeoffice-Anwendungen benötigen in Vergleich zu Streaming-Anwendungen wie Swisscom TV und Netflix nur einen kleinen Anteil des Gesamtverkehrs, im tiefen einstelligen Prozentbereich der ganzen Netzlast.»

Auch UPC Schweiz beobachtet aktuell einen leichten Anstieg bei der Internetnutzung, allerdings liege dieser im erwarteten Bereich, schreibt das Unternehmen auf Anfrage. «Unser Internet läuft momentan sehr stabil und wenn nötig, könnte UPC auch kurzfristig Netzkapazitäten erhöhen.» Momentan seien keine Kapazitätsengpässe feststellbar. Über den Tag habe das Unternehmen zudem «genügend Sicherheitsmargen».

«So stark belastet wie noch nie»

An Grenzen stösst derzeit das Telekommunikationsnetz des Bundes. In dieser besonderen Lage sei die Infrastruktur «so stark belastet wie noch nie», schreibt das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Es könnten immer wieder neue Bereiche auftauchen, wo Grenzen erreicht würden. «Sich auf alle möglichen Szenarien mit allen technischen Eventualitäten vorzubereiten, ist schlicht nicht möglich.» In den vergangenen Tagen hat das BIT nach eigenen Angaben die bestehenden Kapazitäten ausgebaut. Diese würden wo möglich noch weiter erhöht.

Kein höheres Risiko für Pannen

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sieht derzeit keine speziellen Massnahmen vor, die sich wegen vermehrtem Homeoffice aufdrängen. Der Mehrverkehr sei im Vergleich zum gesamten Datenverkehr wenig bedeutend und führe nicht zu Überlast, teilt die Behörde mit.

Auch das Risiko grosser Pannen habe sich durch die ausserordentliche Lage nicht verändert, schreibt das Bakom. (oli/sda)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • yey 19.03.2020 17:38
    Highlight Highlight Schon verrückt, jeder in der Schweiz zahlt im Schnitt mehrere hundert Franken pro Jahr für Telefonie und am Ende funktionieren trotzdem gratis Apps, die ursprünglich mal als Hobby-Projekte gestartet sind besser als die teure Swisscom.

    Im klassischen Telefonienetz wurden viele technologische Meilensteine noch immer nicht nachgezogen. Anstatt zu investieren hat man Gewinne eingestrichen und Boni ausbezahlt.

    Entscheidend für diese Entwicklung sind aber auch wir Kunden: Immer beim gleichen Anbieter zu bleiben ist zwar bequem, Innovation wird aber durch Bereitschaft zur Veränderung getrieben
  • marha 19.03.2020 13:17
    Highlight Highlight Und was sagt Salt bei dieser ganzen Sache? Sonst wird da ja auch immer gebasht ;-).
    • MarZ 19.03.2020 21:54
      Highlight Highlight Die 2 Salt Kunden können immernoch miteinander telefonieren ;)
  • Dani Wallis 19.03.2020 12:44
    Highlight Highlight Es ist so schlimm! Gestern ist die Internet Geschwindigkeit auf fast 960Mbit gefallen, aber heute Morgen war sie wieder auf über 6000Mbit ist zwar nicht so hoch wie versprochen aber für 59.- absolut ok.
    So schlecht sieht es bei Salt-fiber aus.
    BTW UPC und Quickline scheinen auch keine Probleme zu haben. Sie schenken sogar noch einen Corona zustupf auf 100MBit für die langsamsten Abos.
    • Mike Milligan 19.03.2020 13:01
      Highlight Highlight 6000 Mbit sind doch 6 Giga, oder? Damit kommen die Daten im Wallis doch super schnell ambri und ambrüf, oder wie ihr sagt.
    • DeDanu 19.03.2020 14:47
      Highlight Highlight @ Mike :

      Mb steht für Megabit . 1 Byte hat 8 Bits, also sind 6000 Mb = 750 Megabytes = 0,75 Gigabytes.

      Also nicht sooo schnell ambri oder ambrüf 😉
    • Micci On On T 19.03.2020 21:47
      Highlight Highlight Und? Habe auch Fiber und hatte keine beeinträchtigung. Motzen können alle gut Danu.
      Ich habe nichts von dem "schlechten Saltfiber" gemerkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MrNiceGuy 19.03.2020 12:40
    Highlight Highlight Zuhause am Abend, kann ich kaum TV schauen, da über Stream mit Homeinternet von Sunrise, wenn ich aber einen Hotspot via Handy mache geht es ziemlich gut, komisch oder?
    • NotWhatYouExpect 19.03.2020 14:22
      Highlight Highlight Warum komisch? Das sind zwei unterschiedliche Kanäle.

      Auf dem Mobilen mast sind, dann wohl zu dieser Zeit weniger Leute Mobile unterwegs und mehr im Wlan und gehen somit über die Standleitung.

      Diese wird wohl überlastet / geshart über mehrere Haushalte.
  • Stefan Ochsner 19.03.2020 11:45
    Highlight Highlight Bei WhatsApp‘s genereller Sprachqualität verzichte ich dann doch liebend gerne auf den Anruf - Sonst Sprachnotizen schicken.
  • DeDanu 19.03.2020 11:30
    Highlight Highlight Eine funktionierende Telefoninfrastruktur sollte selbstverständlich sein heutzutage, wo ja so gut wie alles vernetzt und remote funktioniert. Wenn schon so ein kleines Virus alles lahmlegt, zeigt das bloss wie schlecht man auf Krisen vorbereitet ist. Das ist nicht bloss ein Problem der Telekomanbieter sondern des Bundes, welcher Haupteigentümer der Swisscom ist. Da haben viele Stellen falsche Prioritäten gesetzt und wohl zu sehr auf Rendite gesetzt und Ausfallsicherheit schlicht vernachlässigt.
  • Chef_baba 19.03.2020 11:27
    Highlight Highlight Leute, zeigt ein bisschen mehr Verständnis.

    Stellt euch mal vor, was OHNE Sunrise / Swisscom passieren würde, in der Situation in welcher wir uns gerade befinden.

    Immerhin sind das Menschen, die daran arbeiten um die ganze Netz-Auslastung aufrecht zu erhalten.
    • Dr. Bender 20.03.2020 10:30
      Highlight Highlight nein, zeige ich nicht, wüsste nicht wieso. Ich habe mich nicht dazu entschieden, die Kupferleitungen zu ersetzen, ich habe mich auch nicht dazu entschieden im Notfall zu verrecken.
      Aber heute und in Zukunft wird ja alles besser. Nein, ist es nicht und wird es auch nicht.
    • NerdiBoy 21.03.2020 04:43
      Highlight Highlight Ohne Swisscom und Sunrise wären vermutlich andere Firmen da, wie Helveticcom und sunset?
  • Randalf 19.03.2020 11:23
    Highlight Highlight
    Auch mit Whatsapp haben wir derzeit eine schlechte Gesprächsqualität. Dafür kostet es uns nichts, ausser unserer Daten.
  • atlas 19.03.2020 11:20
    Highlight Highlight Wenn wir selbst in solchen Krisenzeiten im Datennetz Reserven haben und die Anbieter empfehlen Video- und Voicechats zu führen, frage ich mich was es mit dem ganzen Hype zu 5G auf sich hat. War nicht ein Hauptargument, dass die bestehenden Netze nicht reichen?
    • Tobias (1) 19.03.2020 11:32
      Highlight Highlight Die Daten werden zwischen den Servern via Kabel übertragen, hat also überhaupt nichts mit 5G zu tun. Wenn jemand bei sich zu Hause einen Skype Call macht, wird das meistens in einem WLan gemacht, was von einem Homerouter ausgeht, welcher dann via Kabel die Daten an die Server sendet.

      5G ist dazu da wenn man unterwegs Filme schauen will ohne lokales WLan oder für die ganze IoT Geschichte.

      Nicht zwei Dinge miteinander vermischen.
    • Likos 19.03.2020 11:44
      Highlight Highlight 5G ist ein Netzzugang und bietet den Vorteil deutlich mehr Geräten den gleichzeitigen Zugang mit hoher Bandbreite und geringen Antwortzeiten zu gewährleisten. Mit dem dahinterliegenden Kapazitäten des Datennetzes hat es aber relativ wenig zu tun.
  • DaniFrance 19.03.2020 10:58
    Highlight Highlight Solch langfädige interessieren niemanden. Im Vergleich zu den umliegenden Ländern zahle ich das vielfache und erwarte eine entsprechende Leistung. Wenn ich ein full flat für CHF 5 pro Monat habe, ok. Aber jetzt müssen die Kumpels halt in die Gänge kommen
    • ingmarbergman 19.03.2020 11:23
      Highlight Highlight Du hast keine Ahnung von den Tarifen im Ausland. In DE kriegst du günstigere Handyverträge, aber die sind immer gedeckelt. Eine Full Flat mit unlimitiertem Datenvolumen ist in der EU viel teurer als in der Schweiz.
  • SBP 19.03.2020 10:55
    Highlight Highlight Also mein Internetanschluss war gestern zwischen 8:30 und 12:00, sowie zwischen 13:30 und 17:30 miserabel.
    • kobL 19.03.2020 11:45
      Highlight Highlight Arbeitest du via VPN? Dann könnte es auch an der Konfiguration des VPNs bzw. die fehlende Internet Bandbreite bei deinem Arbeitgeber liegen. Bei uns gab es gestern eine Mitarbeiterinfo per Videostream. Alle im Homeoffice waren natürlich via VPN verbunden und dementsprechend gab es statt einem Video eine Diashow. VPN ausschalten und alles funktionierte ohne Probleme.
  • Vecchia 19.03.2020 10:47
    Highlight Highlight Aber Hauptsache Wachstum und All in One...

    Separates Festnetz in Kombination mit separatem Kabel-TV, Lan- und WLAN-Internet war ja sowas von veraltet. Vorhandene Anschlüsse werden gekappt, Glasfaser viiiiel zu teuer...
    Ob es Fortschritt ist, wenn man alles auf Wachstum setzt, dabei aber die wachsende Nutzung vergisst, wage ich zu bezweifeln.

    Hoffe einfach, dass es die Telekommunikationskonzerne schaffen, die lebenswichtigen Verbindungen für Menschen in Not aufrechtzuerhalten.
    • bokl 19.03.2020 10:51
      Highlight Highlight Text nicht verstanden, setzen, eins.
    • DeDanu 19.03.2020 11:18
      Highlight Highlight Antwort von Vecchia überhaupt nicht
      verstanden. Nachsitzen 1-
      😎😉
    • kobL 19.03.2020 11:52
      Highlight Highlight Die wachsende Nutzung war im letzten Jahrzehnt vor allem der Datenbereich und nicht die Telefonie. Deshalb wurden die Kapazitäten dementsprechend ausgebaut.
      Im Text war ausserdem die Rede von den Netzübergangen der Telefonkommunikation zwischen Swisscom und Sunrise. Da ist es egal, ob dein Telefon zu hause analog oder via VOIP angeschlossen ist.

      Glasfaser ist eigentlich auch nicht teuer. Das beste ist vor allem: Keine Anschlussgebühren wie bei Kabel und Festnetz.
  • sunshineZH 19.03.2020 10:38
    Highlight Highlight Auch jetzt noch brauche ich 4-5 Anläufe pro Telefonat aus dem Swisscom-Netz, dann aber klappts 😉

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