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Blick auf eine Tastatur und ein Abstimmungsbuechlein, am Freitag, 22. September 2017, in St. Gallen. An der eidgenoessischen Volksabstimmung vom 24. September 2017 wird E-Voting fuer die St.Galler Auslandschweizer wiedereingefuehrt sowie erstmals auch fuer die Stimmberechtigten bei Abstimmungen in fuenf ausgewaehlten St.Galler Gemeinden. Das Angebot soll schrittweise auf den ganzen Kanton ausgebaut werden. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Höchst unterschiedlich, können E-Voting und Atommüll eine Gesellschaft vergiften ... Bild: KEYSTONE

Kommentar

E-Voting ist wie Atommüll, nur schlimmer

In der Schweiz soll die elektronische Stimmabgabe auf breiter Basis eingeführt werden, obwohl es immer mehr Alarmzeichen gibt. Das verheisst nichts Gutes.



Mit dem E-Voting ist es wie mit dem «Vergraben» von Atommüll: Weltweit wird seit Jahrzehnten daran geforscht, doch eine sichere Methode ist nicht in Sicht.

Doch genau dies wollen uns gewisse Akteure weismachen:

In beiden Fällen handelt es sich um vollmundige Versprechen, die sich erst in der Praxis als wahr oder falsch erweisen werden. Dabei sind Zweifel und Skepsis angebracht:

Nur weil ein gewisses Vorgehen oder ein Versuchs-System die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, bedeutet dies nicht, dass es sicher ist.

Im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen warnen unabhängige Experten seit Jahren erfolglos vor den Gefahren und Risiken. Doch werden die Kritiker belächelt, angefeindet und als Fortschritts-Verweigerer hingestellt.

Wie etwa der Mann, der half, das nukleare Entsorgungskonzept des Bundes zu entwickeln und es heute ablehnt und die Unabhängigkeit zwischen den Abfallverursachern, der Wissenschaft und dem Gesetzgeber infrage stellt ...

Bild

screenshot: tages-anzeiger.ch

«Wir brauchen viel mehr Zeit für die Forschung.»

Marcos Buser, Geologe

Fakt ist: Beim Atommüll wie beim E-Voting steht unglaublich viel auf dem Spiel, nämlich das Wohlergehen heutiger und zukünftiger Generationen – und das Vertrauen der Bürger in den Staat. Während die hochradioaktiven Abfälle nur ein bestimmtes Gebiet (direkt) betreffen, tangiert die elektronische Stimmabgabe alle Schweizer und das ganze Land.

Bei beiden Problemstellungen gilt: Eine überhastete Umsetzung einer «Lösung» kann im Desaster enden.

Zwar werden die «Leitplanken», nach denen das E-Voting organisiert und der Atommüll vergraben werden soll, vom Bund vorgegeben. Aber: Nur weil ein gewisses Vorgehen oder ein Versuchs-System die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, bedeutet dies nicht, dass es sicher ist. Und auch die Zertifizierung durch renommierte Dritte muss nichts heissen.

Dies zeigen die alarmierenden Befunde der kanadischen IT-Sicherheitsforscherin Sarah Jamie Lewis und ihrer Kollegen. Sie haben diese Woche auf eine Sicherheitslücke hingewiesen, die das E-Voting-System grundsätzlich infrage stellt. Das Gravierende sei, dass die Organisatoren selbst hätten Wahlfälschung betreiben können – völlig unbemerkt.

Auch wenn die Beteiligten umgehend beschwichtigten: Es ist ein Super-GAU, und nur eine weitere Hiobsbotschaft, der noch viele weitere folgen dürften, falls der Bund an seinem Vorhaben festhält. Zur Erinnerung: Anfang März hatte der «Tages-Anzeiger» berichtet, dass E-Voting-Abstimmungen gekauft werden könnten, ohne dass die Behörden in der Lage seien, den Tätern auf die Schliche zu kommen.

Nach heutigem Stand besteht ein Dilemma: Kein gewissenhafter Entwickler und Unternehmer kann eine Garantie abgeben. 100-prozentige Sicherheit wird es niemals nur annähernd geben. Höchstens eine Risikobegrenzung. Und trotzdem versprach der Bund in einem Video vollmundig, dass «unbemerkte Manipulationen» in Zukunft «im ganzen Ablauf garantiert ausgeschlossen werden» könnten.

Besonders bitter: Die Bundeskanzlei arbeitet seit 20 Jahren an der Einführung von elektronischen Abstimmungen. Nun stehen die Verantwortlichen vor einem Scherbenhaufen – und das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als in der Schweiz die Unterschriftensammlung für ein E-Voting-Moratorium anläuft.

Wie eine entsprechende Volksabstimmung derzeit ausfallen würde, ist schwer zu sagen. Hat der Wind gedreht, obwohl sich laut einer Erhebung des Bundes angeblich immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung E-Voting wünscht?

Das wachsende Misstrauen vieler Bürger sollte jedenfalls niemanden verwundern: Statt effektiver Kontrollmechanismen dominieren weiterhin PR-Aktionen und mediale «Beruhigungspillen». Den staatlich-privaten Kooperationen mangelt es an Transparenz und kritischer Distanz. Wenn aber das Vertrauen in die Demokratie sinkt, wird es brenzlig.

Mein Fazit: Bei den Plänen des Bundes handelt es sich um unnötige Experimente mit möglicherweise fataler Wirkung. Statt neue Probleme zu schaffen, sollten wir endlich die bestehenden angehen, die keinen Aufschub dulden.

Der watson-Redaktor wohnt in einer Gemeinde, die gemäss dem laufenden Auswahlverfahren des Bundes als Standort für ein Atommüll-Tiefenlager infrage kommt. Er hat sich intensiv mit der Problematik der angeblich sicheren «Endlagerung» beschäftigt und darüber geschrieben.

So soll das E-Voting in der Schweiz funktionieren

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Video: srf

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75Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • HugiHans 15.03.2019 06:59
    Highlight Highlight „Es ist ein Supergau ...“
    Das kann nur auf etwas reales, in Betrieb stehendes zutreffen.
    Hier werden bei beiden Themen immer noch Planspiele betrieben. Somit ist das ev. ein Schritt zurück der nötig ist, aber nicht mehr.
  • AstaLaVista 14.03.2019 20:36
    Highlight Highlight Die Einführung von E-Voting ist ein fundamentaler Eingriff in die Demokratie so wie wir sie heute kennen in der Schweiz. Heute ist die Gemeindekanzlei zuständig für die Organisation der Abstimmungen und Wahlen. Die Verantwortung für die Durchführung liegt also bei den Wahlbüros. Wahrscheinlich werden wir spätestens in 50 Jahren nicht mehr brieflich abstimmen. Das ist sicher.
    Heist aber auch, dass die Wahlen zentral durchgeführt werden. Nur noch ein paar wenige Spezialisten sind in der Lage die Integrität und Vertraulichkeit mit den heute angedachten E-Voting Systemen nachzuvollziehen.
  • Friedhofsgärtner 14.03.2019 19:53
    Highlight Highlight Kann man in einem Artikel die Lagerung von Atommüll mit E-Voting verbinden?

    Klar!


    Sollten man das auch?

    Wohl eher nicht..


    Wirds erzwungen daherkommen wenn wirs trotzdem machen?

    Garantiert!!
  • Rasti 14.03.2019 19:04
    Highlight Highlight Und wann unterstützt mein Toaster E-Banking?
  • Perpetual 14.03.2019 14:42
    Highlight Highlight E-voting basierend auf Blockchain Technologie wird sich in ein paar Jahren durchsetzen macht euch mal da keine Sorgen.
    • rolf.iller 14.03.2019 18:40
      Highlight Highlight Mit Blockchain wird alles besser. Ich hab eine neues Fillet Mignon Rezept, mit Blockchain, das Fleisch wird damit so zart.
    • Hierundjetzt 15.03.2019 00:54
      Highlight Highlight - Anwendung von 18-112 jährige.
      - Mit Windows 95 - Windows 10.
      - 90% der CH haben keinen Schimmer mit dem Blocktschein.

      Klar. Wird sich durchsetzen. 😂😂😂

      Warum auch ein zu 99,99% sicheres System brauchen, das seit 1848 ohne Probleme läuft (Stimmabgabe per Post und physisch).

      Voll unkuhl weil nicht trendiges Blocktschein
    • Perpetual 15.03.2019 12:19
      Highlight Highlight New Kids on the Block tauchen beim schlagwort Blockchain auf und hauen in die tasten. Bei so wenig Ahnung und so viel Sarkasmus würde es euch gut tun euren Horizont mit ein wenig cutting edge Technologie zu erweitern. Cheers
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fittim 14.03.2019 13:58
    Highlight Highlight Irgendwann werde ich Watson öffnen und es wird kein E-Voting gejammere zu sehen sein. Ich freue mich auf diese Zeit.
    • The Destiny // Team Telegram 14.03.2019 14:49
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
    • Chriguchris 14.03.2019 20:19
      Highlight Highlight Ich bin da eher froh wenn der Onkel Donald weniger bis gar nicht mehr in den Medien vertreten sein wird.
  • Mensch0101 14.03.2019 13:41
    Highlight Highlight Frage eines Laien: Könnte man nicht eine angepasste Blockchain-Technologie verwenden um die Abstimmungsresultate sicher vor Hackern and einen Server zu schicken? P.S. Den Atommüll kann man vielleicht in wenigen Jahren schon in einem Thorium reaktor zu Strom abreagieren lassen...
    • nick11 14.03.2019 15:19
      Highlight Highlight das fälschungssichere Speichern der Resultate ist nicht das Problem, sondern das sichere Abgeben der Stimme. Da hilft die Blockchain nicht wirklich weiter.
      Ich wäre eher für einen halbdigitalen Ansatz, bei dem zwar das Abstimmen am PC passiert, das verteilen der "Stimmen" aber immernoch per Papier geschieht. Das ganze mit Private und Public key umgesetzt könnte man schon relativ sicher gestalten. Zusätzlich könnte man Dezentral, d.h. auf Gemeindeeben arbeiten, so liesse sich auch ein massenhaftes Fälschen von Stimmen verunmöglichen. Der zentrale Ansatz birgt einfach zu hohe Risiken.
    • Madeso 14.03.2019 16:44
      Highlight Highlight Wenn ich sehe, die es um die Sicherheit der durchschnittlichen Gemeinde-IT bestellt ist, kommt mir das Schaudern. Eigentlich keine schlechte Idee, scheitert aber an der technischen Inkompetenz der Gemeindeangestellten.

      Das einzig sichere ist dezentrales Wählen/Abstimmen in Papierform. Da bleibt die Stimme sicherlich anonym und eine Nachzählung ist möglich.
    • trou 14.03.2019 17:24
      Highlight Highlight Die Anonymität sowie Nachverfolgbarkeit muss gewährleistet werden, das ist nicht ganz einfach
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kaspar Floigen 14.03.2019 13:28
    Highlight Highlight Also ist E-Voting, wie ein Material, das wir im Fall vom Ende der fossilen Brennstoffe zu spaltbarem Material aufbereiten können, um dann die Wirtschaft am laufen zu halten. Ehrlich gesagt, verstehe ich das Gleichnis nicht ganz.
  • Willy.Hufschmid 14.03.2019 13:25
    Highlight Highlight Auch ein Atomkraftwerk könnte man als insider hacken und trotzdem gibt es sie. Jede neue Technolgie birgt seine Gefahren. Entwicklung, und ich sage jetzt absichtlich nicht Fortschritt, liegt im Gen der Menschen. Wer kann schon sagen was in 30 Jahren alless online ablaufen wird. Industrie 4.0 wird ja auch kaum hinterfragt. Weltraumforschung für die Besiedelung des Mars, dabei sind wir nicht mal in der Lage Friede und ein menschenwürdiges Dasein für alle auf dieser Welt zu schaffen.
  • Ohniznachtisbett 14.03.2019 13:16
    Highlight Highlight Ich bin ganz klar der Meinung, dass wir dieses E-voting experiment sein lassen sollten. Es hat das Potential unser Glaube in die Demokratie, unser Vertrauen in den Staat, dass Abstimmungen und Wahlen fair und korrekt ausgezählt werden, auszuhöhlen. Wir haben ein einmalg gutfunktionierendes System. Warum etwas wagen, das dies zunichte macht. Selten zwar, aber manchmal ist analog besser
  • Winschdi 14.03.2019 13:14
    Highlight Highlight <Sarkasmus> es muss einfach nur agil entwickelt werden, auf Blockchain basieren, mittels machine learning stetig verbessert werden und in der Cloud sein, dann kommt Alles gut </Sarkasmus>

    Nö im Ernst, solange für die User ein inactivity lockout von 20 Minuten (für sensitive Systeme!) zu mühsam ist, glaube ich nicht an e-voting, egal wie sicher programmiert wurde.
  • isen 14.03.2019 13:06
    Highlight Highlight Der Vergleich zwischen E-Voting und Entsorgung von Atommüll ist ziemlich daneben! Der Schreiber arbeitet hier mit dramaturgischen Mitteln, die hart an der Grenze des guten Geschmacks liegen! Er betreibt damit in Frage zu stellende manipulative Effekthascherei - nichts weiter!
  • TheManual 14.03.2019 13:03
    Highlight Highlight Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen.
    Wiso versucht man Paralelen zu suchen, wenn es doch offensichtlich zwei paar Schuhe sind?
    • Friedhofsgärtner 14.03.2019 19:54
      Highlight Highlight Weil Internetmedium mit modern und so.
  • walsi 14.03.2019 12:57
    Highlight Highlight Heute noch zu glauben man könne den Atommüll veegraben und vergessen ist dumm. Die Lösung wird darauf hinauslaufen, dass man den Müll einlagert und konstant überwachen muss, das wird sehr teuer und personalintensiven werden. Die zukünftigen Generationen werden es uns danken.
    • rolf.iller 14.03.2019 18:45
      Highlight Highlight Stimmt eigentlich, der eVoting-Atommüll-Vergleich hinkt. Das eVoting kann man vergraben und vergessen und alles ist wieder gut.
  • Markus97 14.03.2019 12:54
    Highlight Highlight Ist es nicht so, dass auch bei der brieflichen Abstimmung die Daten spätestens nach der Auszählung in den Gemeinden in ein IT-System eingespeist werden? Ausgezählt wird bestimmt auch am Computer. Oder werden die Wahlurnen mit Ochsenkarren nach Bern gefahren?
    • Trompete 14.03.2019 13:39
      Highlight Highlight Wieso sollten deine Abstimmungszettel nach Bern, wenn sie ja, wie du richtigerweise schreibst, in den Gemeinden ausgezählt werden? Ja, natürlich werden die Resultate am Computer eingegeben. Weshalb dollte dieses System unsicher sein?
    • herrkern (1) 14.03.2019 13:44
      Highlight Highlight Es gibt eine Papierspur, die Wahlzettel können manuell nachgezählt werden. Ausgezählt wird von Hand, in jeder Gemeinde.
    • Göönk 14.03.2019 13:54
      Highlight Highlight Natürlich werden die Ergebnisse elektronisch übermittelt und gesammelt. Aber es wird von Hand ausgezählt und wenn die übermittelten Werte falsch ankommen, merkt man das. Oder wenn die Werte angezweifelt werden, kann man die Zettel ANFASSEN und nachzählen. Das passiert ja ab und zu bei ganz knappen Resultaten oder wenn ein Gericht das anordnet. Das schafft alles Vertrauen in die Vorgänge und das Resultat. Kommt das aus dem Computer, kann bis auf eine Handvoll spezialisierte Superspezialisten niemand nachvollziehen was gelaufen ist. Und man weiss auch nicht, ob die Spezialisten das genau wissen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butschina 14.03.2019 12:45
    Highlight Highlight Ich finde den Vergleich nicht passend. E-Voting wäre zwar praktisch, ist aber nicht nötig. Der Atommüll muss aber entsorgt werden. Dies kann nur in der Schweiz geschehen. Zum Glück wurde damals dafür abgestimmt, sonst hätten wir die Verantwortung jemand anderes aufgebürdet. 100 %ige Sicherheit gibt es nirgends. Ich denke aber wir müssen das Risiko irgendwann eingehen. Überirdisch ist das Risiko nicht kleiner. Bisher wurden genauere Tests per Abstimmung geblockt.
  • Resche G 14.03.2019 12:05
    Highlight Highlight Wiso nicht das Stimmgeheimniss ein wenig lockern. Dürfte das System die Verbindung zischen Person und Stimme behalten wäre die ganze Geschichte viel viel einfacher, sicherer und nachvollziehbarer. Ähnlich dem E-Banking dem vertrauen wir ja auch.

    E-Banking, Patienten Dossier, Anwalts Unterlagen... sind mit einer Verschwiegenheitsplicht geschützt damit der Staat oder 3. diese nicht einsehen dürfen. würde mir bei meiner Stimme völlig reichen.

    • El Vals del Obrero 14.03.2019 12:13
      Highlight Highlight Unterschied E-Banking/E-Voting:

      Beim E-Banking reicht es um dem System zu vertrauen, wenn der eigene Kontostand, den man jederzeit kontrollieren kann, stimmt. Der Kontostand von anderen Personen ist dafür belanglos.

      Beim E-Voting hingegen ist es nicht belanglos, ob die Stimmen der anderen Personen stimmen.
    • Resche G 14.03.2019 14:02
      Highlight Highlight Stimmt... speichert das System Stimme und Person kann ich nur nachprüfen was das System für mich gespeichert hat. Da dies aber jeder könnte müsste eine grosse Manipulation nur einer Person auffallen um zu erkennen das was nicht Stimmt. Danach könnten alle Daten nachgeprüft und nachgezählt werden (Da Stimmausweis und Stimme noch zusammen aufbewahrt sind). Im Extremfall kann jede Stimme persönlich überprüft/nachgefragt werden.

      Sage nicht dies ist die Lösung... Bin aber der Meinung das ein System welches das jetzige Stimmgeheimniss einhält nie eine Lösung sein kann.

    • dho 14.03.2019 14:20
      Highlight Highlight @Resche G: du schreibst, "Ähnlich dem E-Banking dem vertrauen wir ja auch."

      Als FDP-Wähler vertraue ich der SVP nicht. Niemals.

      Wie das wohl unsere Freunde links der Mitte mit dem Vertrauen einschätzen?

      Das e-Voting ist tot.

  • Mutbürgerin 14.03.2019 12:00
    Highlight Highlight Redundanz ist die Lösung für jedes Glaubwürdigkeitsproblem. Wieso verwendet man nicht zwei verschiedene Auswertungssysteme und vergleicht die Resultate.
    • Astrogator 14.03.2019 12:53
      Highlight Highlight Weil es einfache Addition ist....


      Was nützt es wenn zwei Systeme dieselbe gefälschte Datenbasis zusammenzählen?
    • Klebeband 14.03.2019 13:52
      Highlight Highlight Das wäre höchstens sinnvoll, um das Risiko einer Manipulation von innen zu verringern... Von aussen kann davon ausgegangen werden, dass ein Akteur, der es schafft System 1 zu hacken, auch in der Lage sein wird, System 2 zu hacken.
    • Primus 14.03.2019 14:51
      Highlight Highlight „Redundanz ist die Lösung für jedes Glaubwürdigkeitsproblem“.
      Zumindest früher war das so, dass in den Flugzeugen die wichtigen Systeme dreifach eingebaut wurden. Selbes Pflichtenheft, zwei Lieferanten, einer liefert ein System S für die Funktion F, der andere ein redundantes System R für die selbe Funktion F. Bei Widersprüchen hat der Pilot zu entscheiden, welchem System er vertraut / welches System er benützt.

      Ersetze Pilot durch den Bundesrat, dann kommt alles gut…

      Die Lösung ist „universelle Verifizierbarkeit“. Nur leider versagt das Produkt in diesem PIT ausgerechnet in diesem Punkt.
  • Primus 14.03.2019 12:00
    Highlight Highlight Danke zum Tagi-Link; mit diesem Post-System wird ja das Stimmenkaufen extrem einfach gemacht. Alleine dieses Szenario ist äusserst alarmierend, die Idee Codes per Post zu versenden und dies als sicher zu taxieren ist somit auf immer Kompromittiert.

    Abgesehen von den gefundenen und nicht gefundenen Fehler in diesem PIT wird sich das Post-System nicht einfach so auf ein anders Benutzererlebnis umbauen lassen, welches den Stimmenverkauf verunmöglicht.
  • Junges Blut 14.03.2019 11:50
    Highlight Highlight Wir leben in einem Land, wo das Bekanntwerden der eigenen politischen Meinung nicht gerade zu Lebensgefahr führt. Von dem her kann ich damit leben, wenn es nur zu 99.99% sicher ist...
    • Astrogator 14.03.2019 12:54
      Highlight Highlight Es geht nicht darum ob jemand deine Stimme sieht sondern ob er sie für dich abgibt.
    • Bird of Prey 14.03.2019 13:01
      Highlight Highlight Du hast da etwas wesentliches falsch verstanden. Es geht nicht nur um die Vertraulichkeit deiner Stimme, es geht darum, dass niemand abgegebebe Stimmen verändern kann.
    • Klebeband 14.03.2019 13:55
      Highlight Highlight Und sobald es zu Lebensgefahr führt, würden wir (bzw. das dann herrschende autoritäre Regime) E-Voting einfach wieder abschaffen, gäll?
  • Spiessvogel 14.03.2019 11:46
    Highlight Highlight Hacker-Angriffe im System E-Voting werden in der Hand der Mächtigen in der globalen Kriegsführung zu einer wirkmächtigen Waffe. Wenn sich auf den digitalen Schlachtfeldern die Möglichkeit eröffnet im demokratischen Ringen die Deutungshoheit zu gewinnen, wird diese Waffe auch einsetzen.
  • Satanarchist 14.03.2019 11:45
    Highlight Highlight Das E-Voting darf auf keinen Fall eingeführt werden. Der Manipulation wird so nicht nur die Tür aufgehalten, sondern auch noch einen Willkommensapéro spendiert.
    Das jetzige Abstimmungssystem ist sicherlich nicht perfekt. Aber es funktioniert meiner Meinung nach gut genug (und sicher), um das Funktionieren der Schweizer Demokratie zu grundsätzlich zu gewährleisten.
  • Joking Hazard 14.03.2019 11:45
    Highlight Highlight Ein weiteres IT-Prestige Projekt, wo die Verantwortlichen wenig Ahnung von der Materie, dafür ein dickes Portmonnait haben. Ich hoffe, dass hier möglichst bald der Stecker gezogen wird, die Post sollte sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.
  • oberlaender 14.03.2019 11:42
    Highlight Highlight Warum nicht wie bisher mit dem Stimmzettel abstimmen? Wahrscheinlich
    wäre ein Gratisporto sicherer und billiger. Es braucht lediglich eine Lösung für die Auslandschweizer.


    • Ueli der Knecht 14.03.2019 14:00
      Highlight Highlight Eine Lösung für die Ausländer wäre auch noch gut.

      Die wohnen hier, zahlen Steuern, aber dürfen nicht stimmen.

      Oder sie wohnen im Ausland, und werden ausgebeutet von schweizer Firmen, die Profite auf Kosten der dortigen Menschenrechte und Umwelt machen.

      In beiden Fällen stimmen wir über etwas ab, was andere betrifft, die aber ohne Stimme sind. Das ist jedenfalls undemokratisch. Letztlich bestimmt eine Minderheit (mit Stimme) über eine Mehrheit (ohne Stimme).

      Es braucht mehr als "leidiglich eine Lösung für die Auslandschweizer". Viel mehr! Denn unsere "Demokratie" ist keine. Nur Dekoration.
    • G-Man 14.03.2019 14:20
      Highlight Highlight Hmm das Porto ist doch gratis bei Abstimmungsunterlagen?
    • pontian 14.03.2019 15:12
      Highlight Highlight @G-Man: Nein, das ist in vielen Kantonen nicht so. In BL, GR und LU muss(te) ich immer Porto bezahlen. BL ist sogar so geizig, dass du ein eigenes leeres Couvert für die Abstimmungszettel brauchst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 14.03.2019 11:39
    Highlight Highlight Daniel Schurter

    Das war dein wichtigster Kommentar, seit du bei watson am Malochen bist.

    Danke und zu 100,01% einverstanden.
  • WID 14.03.2019 11:37
    Highlight Highlight Es geht nicht um die 100%ige Sicherheit, die gibt es nie. Es geht um die Komplexität von e-Voting. Wenn ich einer Grundinstitution der Demokratie vertrauen soll, dann muss ich die Grundlegenden Mechanismen durchschauen. Das tue ich nicht mal als ITler.
  • Bangarang 14.03.2019 11:35
    Highlight Highlight Nur weil es hinkt, ist es noch kein guter Vergleich, lieber Sandro.

    Atommüll kann sicher gelagert werden.

    E-Voting kann sicher sein.

    Bei beidem sind Bedenken berechtigt, desswegen gleich das Kind mit dem Bade ausschüten, ist, mit Verlaub, doof.
    • Willy.Hufschmid 14.03.2019 13:37
      Highlight Highlight Treffend gesagt. Früher hätte man gesagt das ist Papier und Tinte nicht Wert. Heute braucht es kein Papiert und Tinte mehr, denn Klicks sind wichtiger als Inhalte.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 14.03.2019 11:35
    Highlight Highlight Bei der Bildstrecke ist mir etwas bei WannaCry Aufgefallen.
    The Shadow Brokers und Lazarus erinnert mich an das Game Mass Effect 2
  • wydy 14.03.2019 11:35
    Highlight Highlight Es wird immer das ganze mit der unsicheren Briefwahl verglichen, die ebenfalls abgefangen werden kann. Ich würde darum hier gerne das Thema Risikomatrix einwerfen. Dabei wird neben dem Risiko auch die entsprechenden Auswirkungen berücksichtigt. Im Fall eVoting und Briefwahl ist das Risiko evtl. ungefähr gleich gross, jedoch sind die Auswirkungen unterschiedlich. Wo bei der Briefwahl nur einzelne Stimmen verfälscht werden können, sind es beim eVoting ganze Resultate.
    • Pointer 14.03.2019 12:55
      Highlight Highlight Ich werfe meinen Brief jeweils persönlich in die versiegelte Urne, da ist ein Abfangen ziemlich schwierig.
  • Sucre 14.03.2019 11:33
    Highlight Highlight Dabei könnte es so einfach sein. Es gibt genügend Regierungen/ Unternehmen, die an einer E-Voting Lösung mittels Blockchain arbeiten. Auch in der Schweiz bereits erfolgreich getestet. Auch die ist nicht zu 100% sicher aber viel sicherer als eine zentrale Lösung. Die Blockchain könnte hier ihre Stärken voll ausspielen. Transparenz in Perfektion wäre das dann. Die Frage ist nur, ob dies unserer Regierung auch gefällt?
  • G-Man 14.03.2019 11:29
    Highlight Highlight Muss es denn 100% Sicher sein? Oder muss es nur gleich sicher oder sicherer sein als das jetzige System?
    • arconite 14.03.2019 11:52
      Highlight Highlight He Leute... G-Man fragt!

      Gemäss den Blitzern ist nicht mal mehr Fragen erlaubt... Beide Fragen offenbaren die Meinung von G-Man nicht (oder ich kenne G-Man zuwenig)

      Aber wenn Fragen nicht mehr gewünscht sind.... in welcher Welt leben wir?

      Gegner welches Themas auch immer, gut gibt es Blitze, dann müsst ihr nicht mehr argumentieren...
    • ARoq 14.03.2019 12:01
      Highlight Highlight Ein einziger Fehler beim E-Voting reicht, um das Ergebnis einer ganzen Abstimmung unbemerkt und nicht nachvollziehbar sabotieren zu können.
      E-Voting muss daher 100% Fehlerfrei sein. Das ist derzeit nicht realisierbar.
    • p4trick 14.03.2019 12:10
      Highlight Highlight Um das geht es ja genau. Die Sicherheit des jetzigen Systems kann mit EVoting niemals erreicht werden.
      Beantwortet das deine Frage?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triumvir 14.03.2019 11:28
    Highlight Highlight 100-prozentige Sicherheit wird es nicht geben. Natürlich wird es das nicht geben - jedoch -wir können seit Jahren brieflich abstimmen und wählen. Auch bei dieser Möglichkeit wird es nie 100-prozentige Sicherheit geben. Trotzdem machen wird das seit Jahren...
    • bebby 14.03.2019 11:41
      Highlight Highlight Es ist viel einfacher, e-voting signifikant zu manipulieren, als Briefstimmen. Dazu muss man nicht mal vom Schreibtisch aufstehen. Die alte Methode mit Altersheimbesuchen oder Briefkasten räumen ist viel aufwändiger und oft nicht entscheidend.
    • Raembe 14.03.2019 11:46
      Highlight Highlight Weil es hier einiges schwerer ist ganze Abstimmungsausgänge zu verändern als digital. Versuch mal 10'000 Briefe abzufangen und allenfalls zu fälschen...

Vom Pfarrer jahrelang missbraucht: «Ich schwieg, dabei hätte ich am liebsten geschrien»

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