Digital
Schweiz

Streaming von Filmen und Musik soll besteuert werden in der Schweiz

Streaming wird neu besteuert – bei Ladestationen für E-Autos gibt's Steuerabzüge

Auch Apps fallen neu unter die Mehrwertsteuerpflicht.
12.12.2023, 06:0612.12.2023, 08:17
Mehr «Digital»

Wer Filme oder Musik streamt, soll künftig in der Schweiz die Mehrwertsteuer für diese Dienstleistung zahlen müssen. Die Eidgenössischen Räte haben dem Bundesrat den Auftrag erteilt, eine entsprechende Änderung des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer auszuarbeiten.

Stillschweigend stimmte am Montag der Nationalrat einer Motion der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) mit dieser Forderung zu. Der Ständerat hatte zum Vorstoss schon im Mai Ja gesagt.

Junge Frau beim Streaming mit Laptop auf dem Bett (Symbolbild).
Unter die Mehrwertsteuerpflicht fällt künftig auch der Download von Software. Bild: Shutterstock

Jeder Download von Apps, Software oder Zugriff auf digitale Medien durch Privatpersonen soll in Zukunft die sofortige Mehrwertsteuerpflicht der Anbieter auslösen.

Auch Apps betroffen

Nicht die Anbieter der elektronischen Dienstleistungen werden mehrwertsteuerpflichtig, sondern das gilt für die Plattform, über welche die Dienstleistungen erbracht werden. Unter die Mehrwertsteuerpflicht fällt künftig auch der Download von Software, respektive Apps.

Der Bundesrat war einverstanden mit der Annahme der Motion. Wenn auch das Streamen von Filmen oder Musik mehrwertsteuerpflichig werde, verbessere dies die steuerliche Gleichbehandlung der elektronischen Dienstleistungen, schrieb er im vergangenen Mai.

Im vergangenen Juni verabschiedeten die Eidgenössischen Räte Änderungen im Mehrwertsteuergesetz, gemäss denen ausländische Online-Versandhäuser auf ihrem Schweizer Umsatz künftig eine Mehrwertsteuer entrichten müssen.

Diese Änderungen hat der Bundesrat als wichtiger bezeichnet als jene zum Streamen von Filmen und Musik und zum Download von Software und Apps.

Ladestationen für E-Autos

Das Parlament will die Installation von Ladestationen für Elektroautos mit Steuerabzügen fördern. Es beauftragt den Bundesrat mit entsprechenden Verordnungsänderungen. Nach dem Ständerat hat am Montag auch der Nationalrat eine entsprechende Motion gutgeheissen.

Die grosse Kammer nahm den Vorstoss der Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret mit 135 zu 43 Stimmen und bei 15 Enthaltungen an. Der Bundesrat muss sich nun an die Umsetzung machen.

Heute verzichteten Mieterinnen und Mieter auf den Kauf eines Elektroautos, weil es in ihrem Wohnhaus an einer Ladestation fehle, begründete Maret ihr Anliegen.

Der Bundesrat wollte die Motion in einen Prüfauftrag umgewandelt sehen. Der Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

Eine Minderheit der vorberatenden Kommission aus den Reihen der SP stellte sich gegen den Vorstoss. Sie bevorzugte eine direkte Förderung von Ladestationen. Steuerabzüge seien wegen drohender Mitnahmeeffekte ineffizient. Zudem würden davon vor allem Menschen mit hohen Einkommen davon profitieren.

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Billigst-Spielzeug von Temu und Shein im Labor untersucht
1 / 11
Billigst-Spielzeug von Temu und Shein im Labor untersucht
Ein Stoff-Spielzeug (mit weicher Füllung) aus China, bestellt über die Temu-App. Dieses Produkt sehen die Fachleute als besonders problematisch ...
quelle: schweizer spielwaren verband (svs)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tindern während Bomben fallen? Darum werden Dating-Apps im Russland-Ukraine-Krieg benutzt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
31 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Jigefe
12.12.2023 08:58registriert Juni 2023
Damit ihr jetzt nicht alle denkt "hurra, Grosskonzerne besteuern!"

...Die zusätzlichen Steuern zahlt der KUNDE, also IHR. Und dafür habt ihr auch abgestimmt.
Alles wird immer teurer aber irgendwie haben gewisse Leute ein Stockholmsyndrom und wollen überall noch mehr bezahlen.
907
Melden
Zum Kommentar
avatar
homo sapiens melior
12.12.2023 10:54registriert Februar 2017
Wenn sie mit dem Aufbau von Sicherheit im Internet nur genauso gut wären wie mit dem Einsammeln von Geld. Dann würde man sich nicht so verarscht und abgezockt vorkommen.
434
Melden
Zum Kommentar
avatar
Drunken Master
12.12.2023 10:04registriert Juli 2018
Ach guck, wieder ein neuer Weg, die Portemonnaies der kleinen Leute dünner zu machen 🙄
356
Melden
Zum Kommentar
31
Wie ein Pornostar ukrainischen Kriegsveteranen zurück ins Leben hilft

Durch einen Schlitz im Kleid blitzt das Bein einer jungen Frau. In gekonnter Pose setzt sie ihre elegante Abendrobe in Szene. An ihrer Seite steht ein Mann im Anzug und legt seinen Arm um sie.

Zur Story