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So reagiert der Bundesrat auf «latentes Unbehagen» wegen 5G-Strahlung

Die Landesregierung lässt die Verordnung über den Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung anpassen. Und es gibt ein Monitoring.



Der Bundesrat ebnet mit einer «Verordnungsanpassung» das Terrain für das 5G-Netz. Er hat ein Monitoring für nichtionisierende Strahlung beschlossen und Lücken im Verordnungstext geschlossen, die den Aufbau von 5G hemmen könnten.

Die drei Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt ersteigerten im Februar Mobilfunkfrequenzen für zusammen rund 380 Millionen Franken mit dem Ziel, die schnelle 5G-Technologie einzuführen. Dem Mobilfunk wurden die Frequenzen 700 Megahertz (MHz), 1400 MHz und 3500 MHz zugewiesen.

Die heutige Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) enthält für 1400 MHz keinen Grenzwert, wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) am Mittwoch mitteilte. Diese Lücke hat der Bundesrat nun mit einer Anpassung der Verordnung geschlossen. Diese gilt ab 1. Juni.

Bestehende Grenzwerte

Die bestehenden Grenzwerte seien von der Neuerung nicht betroffen, schrieb das Uvek. Das derzeitige Schutzniveau bleibe erhalten. Weiter hat der Bundesrat in die NISV eine Rechtsgrundlage geschrieben für die Beurteilung von so genannten adaptiven Antennen.

Diese Antennen können Leistung direkt auf den Nutzer fokussieren. Damit werde in Richtung der Nutzer eine höhere Leistung abgestrahlt, schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu). In alle anderen Richtungen sei die Strahlung aber viel tiefer. Für die 5G-Einführung dürften solche Antennen vermehrt eingesetzt werden.

Das Bafu wird in der Verordnung verpflichtet, periodisch eine nationale Übersicht über die Belastung der Menschen mit Strahlung vorzulegen.

Ausserdem muss das Bundesamt wiederkehrend über den Stand der Wissenschaft und der Erfahrung über die Auswirkungen der Strahlung von ortsfesten Anlagen auf Mensch und Umwelt informieren.

Bericht im Sommer erwartet

Bereits bekannt ist, dass die 2018 eingesetzte Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» Bedürfnisse und Risiken zu Mobilfunk und Strahlenbelastung analysiert, mit 5G als Schwerpunkt. Geleitet wird diese Arbeitsgruppe vom Bafu. Sie soll bis im Sommer dem Uvek einen Bericht mit Empfehlungen abliefern.

Der Bundesrat beschloss das Monitoring angesichts des «latenten Unbehagens» in der Bevölkerung in Bezug auf die Einführung von 5G, wie er im Bericht zur Verordnungsänderung schreibt. Das Parlament habe sich zwei Mal mit sehr knappen Entscheiden gegen die Abschwächung der Vorsorge-Grenzwerte ausgesprochen.

Auch in Kantonen gibt es Skepsis: Das Genfer Kantonsparlament überwies vor einer Woche eine Motion für ein Moratorium von 5G-Antennen auf dem Kantonsgebiet. Diskussionen um ein Moratorium gab es auch in der Waadt. Im Jura will die Kantonsregierung vorerst den Bericht der Arbeitsgruppe abwarten.

Erstes 5G-Netz in Betrieb

Praktisch zeitgleich mit dem Entscheid des Bundesrates kündigte Swisscom die Lancierung ihres 5G-Netzes in der Schweiz an. Seit Mitternacht sei das Mobilnetz mit dem neuen schnellen Übertragungsstandard in der Schweiz in Betrieb, in 54 Ortschaften, teilte Swisscom am Mittwochvormittag mit.

Bis Ende Jahr will Swisscom das ganze Land mit 5G abdecken; dann sollen rund 90 Prozent der Bevölkerung das schnelle Netz nutzen können. Der Telekom-Anbieter Sunrise nahm sein 5G-Netz an 150 Orten in der Schweiz Anfang April in Betrieb. Salt plant gemäss früheren Angaben, die 5G-Technologie im dritten Quartal einzuführen.

(dsc/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 17.04.2019 22:16
    Highlight Highlight Für nur 6000 Franken kann ich mir eine vergoldete Energiepyramide kaufen, die die schädlichen Einflüsse von Funkstrahlen UND Wasseradern neutralisiert. Studien zeigen es funktioniert: die Besitzer dieser Geräte wurden tatsächlich nicht öfters krank als der Schnitt der Bevölkerung!
  • Feuerwanze 17.04.2019 19:12
    Highlight Highlight An meinem Wohnort muss ich froh sein, wenn ich E-Netz habe. Von 5G kann ich nur träumen!
    • bokl 17.04.2019 20:49
      Highlight Highlight 5G bruzelt dein Hirn durch, da kannst du träumen vergessen ("nicht mal mehr von Träumen träumen" war mir zu kitschig). Ausser du nimmst täglich ein Globuli :)
  • Do not lie to mE 17.04.2019 19:08
    Highlight Highlight Ein interessantes Video dazu wie eine Wellenlänge im nahen Spektrum von 5G, als Waffe eingesetzt wird.
    Play Icon
    • Astrogator 17.04.2019 22:38
      Highlight Highlight Ein interessanter Kommentar der zeigt wie mit einer Thematik überforderte Personen Halbwissen zusammenbasteln.
    • Aff 18.04.2019 00:07
      Highlight Highlight Naja, so apokalyptisch würde ich das jetzt auch nicht sehen, aber:

      5G lieg im bereich von 3.5 GHz, also UHF. Das ist schon etwas ganz anderes als 4G.

      Technisch gesehn "schwingt" 5G (3,5 GHz) 3.5 Mia. mal/Sek.
      Ab 10GHz reden wir von Mikrowellen (10Mia mal/sek)

      Test sind sicher wilkommen und sollten Aufklärung verschaffen.

      Wir können heute gar nicht beurteilen, welche Schäden es bewirkt, da wir noch keine Daten haben.

      Nur so als Gedankenspiel:

      Wie lange und auf welcher Stufe muss ich die Mikrowelle einstellen, damit mein Essen überall gleich warm ist ;)
    • Miisli 18.04.2019 00:32
      Highlight Highlight Was meinen Sie genau mit Halbwissen? Die Hauptsorge im Video scheint zu, dass sich mit höheren Frequenzen die abgestrahlte Leistung örtlich sehr stark konzentrieren lässt (Beamforming). Das ist ja nicht falsch und sogar Gegenstand dieses Artikels. Logischerweise kann das irgendwann auch gefährlich (heiss) werden und ist etwas komplizierter zu regulieren als gleichförmig abstrahlende Antennen. Darum wahrscheinlich auch die laufenden Anstrengungen bezüglich Grenzwerte. Das physikalische Prinzip scheint in der Tat das selbe zu sein wie bei der Waffe.
      Aber bitte, Astrogator, erleuchten Sie mich.

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Die 5G-Antennen von Swisscom, die seit Mittwoch in Betrieb sind, senden aber vorerst noch auf 4G+-Frequenzen. An 102 Standorten in 54 Ortschaften wie Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne, soll 5G in Betrieb genommen …

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